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Magersucht. Zur Verurteilung des Hässlichen anhand des Phänomens PRO ANA

Zu dünn, um schön zu sein?

Title: Magersucht. Zur Verurteilung des Hässlichen anhand des Phänomens PRO ANA

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lena Röttger (Author)

Art - Visual arts general, stylistics
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Obwohl Magersucht und Bulimie bereits in den 1970er Jahren ein großes Thema bildeten, wird auch heute noch das Immer-dünner-Werden mit dem Immer-Schöner-Werden gleichgesetzt. Die Frage, warum dünn schön sein sollte wird ebenso außer Acht gelassen, wie magersüchtige Frauen als wirklich schön empfunden werden. Dennoch entstand Mitte der 1990er Jahre die noch heute existierende (Online-) Bewegung PRO ANA, die Magersucht zu einer neuen positiven Lebenseinstellung erhebt und viele junge Mädchen und Frauen in ihrem Streben nach extremer Schlankheit bestärkt.

Auch wenn es auf den ersten Blick kaum ersichtlich ist, finden im Phänomen PRO ANA sowohl Aspekte des Hässlichen als auch Aspekte des Schönen ihre Vereinigung. Neben dem Aufzeigen dieser Ambivalenz besteht das Ziel der vorliegenden Hausarbeit in der auf Pro Ana angewendeten Analyse unseres kulturell geprägten Empfindens von Schönheit und Hässlichkeit.

Einführend in „Das Phänomen Pro Ana“ und die darauffolgende „Kritik und Vorgehensweise gegen Pro Ana“ bildet eine kurze Einführung in „Das Krankheitsbild Magersucht“ den Anfang dieser Ausarbeitung.

Sowohl verschönende als auch „verhässlichende“ Aspekte in sich vereinend, prägt deren Darstellung, angewendet auf das Phänomen Pro Ana, den Verlauf der Arbeit Zu dünn, um schön zu sein? Während sich das Kapitel „Das Hässliche anhand Pro Ana“ in die Punkte „Pro Ana als Ausdruck von Krankheit und Tod“, „Religiöse Tendenzen in Pro Ana“ sowie „Pro Ana als Resultat patriarchal geprägter Strukturen“ unterteilt, schließt diesem das Kapitel „Das Schöne im Hässlichen anhand Pro Ana“ an. In diesem Rahmen die Aspekte „Pro Ana aus feministischer Sicht“ und „Pro Ana als Anklage des Hässlichen in der Welt“ aufführend, endet diese Ausarbeitung in einer kurzen Zusammenfassung mit abschließendem Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Das Krankheitsbild Magersucht

2.1) Das Phänomen Pro Ana

2.2) Kritik und Vorgehensweise gegen Pro Ana

3.) Das Hässliche anhand Pro Ana

3.1) Pro Ana als Ausdruck von Krankheit und Tod

3.2) Religiöse Tendenzen in Pro Ana

3.3) Pro Ana als Resultat patriarchal geprägter Strukturen

4.) Das Schöne im Hässlichen anhand Pro Ana

4.1) Pro Ana aus feministischer Sicht

4.2) Pro Ana als Anklage des Hässlichen in der Welt

5.) Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit analysiert das Phänomen der Internetbewegung "Pro Ana" und untersucht dabei die ambivalente Wahrnehmung von Schönheit und Hässlichkeit. Das zentrale Forschungsziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Magersucht in diesem Kontext zu einer positiven Lebenseinstellung erhoben wird und welche kulturellen sowie gesellschaftlichen Dynamiken – insbesondere im Hinblick auf patriarchale Strukturen und den weiblichen Körper – dieser Entwicklung zugrunde liegen.

  • Kulturelle Konstruktion von Schönheit und Hässlichkeit
  • Die Rolle der Online-Community "Pro Ana" als Lifestyle-Bewegung
  • Magersucht als Ausdruck von Widerstand und Unterdrückung
  • Verhältnis zwischen Krankheit, Tod und persönlicher Autonomie

Auszug aus dem Buch

3.1) Pro Ana als Ausdruck von Krankheit und Tod

Das seitens der Pro-Ana-Gemeinschaft angestrebte Schönheitsideal hingehend „lediglich von Haut überzogener Skelette“ verdeutlicht die Magersucht als überaus ernst zu nehmende psychische Erkrankung, in deren Rahmen die Betroffenen durch die langfristige Unterversorgung ihrer Körper nicht nur Nährstoffmängel, Organversagen und Magendurchbrüchen sondern auch ihr Leben riskieren.

Das angestrebte (Zwischen-) Ziel der meisten Anorexie-Erkrankten bildet ein grundsätzlich deutliches Untergewicht widerspiegelnder, anhand von Körpergröße und -gewicht zu berechnender, BMI. Bei der Pro-Ana-Form ATTE fehlt die Angabe des endgültigen Zielgewichts. Übersetzt in „Ana Till The End“, geht es hierbei um die bewusste Bestrebung des Todes durch Verhungern, welcher bei lang anhaltendem Untergewicht eintritt.

Einer Suizidankündigung nahekommend, kann die Bezeichnung ATTE zudem in der Verherrlichung des Prozesses und des Hungertodes als angestrebtes Ziel als Euphemismus in seiner reinsten Form gedeutet werden. Diese „Vollendung“ ist nicht nur an den von den meisten anorektischen Personen ausgehenden Wunsch nach Perfektion gebunden, sondern spiegelt auch die Depression als Begleiterscheinung der Magersucht wieder.

Angesicht des zuvor genannten, tritt im Phänomen Pro-Ana nicht nur der von Carsten Zelle aufgeführte, zu den rohen, als hässlich geltenden Extremen des Körpers zählende Aspekt des Todes deutlich hervor. Vielmehr erscheinen insbesondere die kurz vor ihrer „Vollendung“ stehenden ATTE praktizierenden Anorexie-Betroffenen aus der Sicht außenstehender Betrachter in einem der „als häßlich, widerwärtig und abscheulich“ geltenden Übergangsbereiche, „in denen sich das Lebendige und das Tote mischen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Pro Ana ein, benennt die Forschungsfrage zur Ambivalenz von Schönheit und Hässlichkeit und skizziert den methodischen Aufbau der Hausarbeit.

2.) Das Krankheitsbild Magersucht: Dieses Kapitel definiert klinisch die Anorexia nervosa und beleuchtet die Verbreitung sowie die psychischen Hintergründe dieser Essstörung in Deutschland.

3.) Das Hässliche anhand Pro Ana: Das Kapitel untersucht, warum die von Pro-Ana-Anhängern angestrebten Körperideale von Außenstehenden als hässlich wahrgenommen werden und beleuchtet dabei Krankheit, religiöse Sekten-Tendenzen und patriarchale Strukturen.

4.) Das Schöne im Hässlichen anhand Pro Ana: Hier wird die Perspektive gewechselt, um das "Schöne" im Widerstand der Anorektikerinnen gegen gesellschaftliche Schönheitsnormen und patriarchale Unterdrückung zu analysieren.

5.) Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit führt die Analysen zusammen und hinterfragt kritisch, ob Magersucht in diesem Kontext als Krankheit oder als radikaler Akt der Selbstbestimmung zu interpretieren ist.

Schlüsselwörter

Pro Ana, Anorexia nervosa, Magersucht, Schönheit, Hässlichkeit, Patriarchat, Internetbewegung, Körperideal, Essstörung, Feminismus, Selbstbestimmung, Körperbild, Thinspiration, kultureller Druck, psychische Erkrankung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Onlinebewegung "Pro Ana" und analysiert, wie diese Magersucht als Lifestyle-Bewegung darstellt und dabei komplexe ästhetische sowie gesellschaftliche Diskurse berührt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Konstruktion von Körperbildern, die Rolle des Internets bei der Verbreitung von Essstörungen sowie das Spannungsfeld zwischen krankhaftem Schlankheitswahn und gesellschaftlicher Normkritik.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist die Analyse der Ambivalenz von Schönheit und Hässlichkeit im Kontext von Pro Ana und die Frage nach der Motivation hinter dem extremen Streben nach Untergewicht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine kulturanthropologische und ästhetiktheoretische Analyse, um das Phänomen anhand verschiedener theoretischer Ansätze (u.a. von Adorno, Nietzsche und Rosenkranz) zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Krankheit und Tod als Ausdruck des Hässlichen sowie eine feministische Betrachtung des Widerstands gegen patriarchale Rollenbilder im Kontext des "Schönen".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pro Ana, Körperideal, Patriarchat, Selbstbestimmung, ästhetische Theorie und Anorexia nervosa.

Was genau bedeutet der Begriff „ATTE“ innerhalb der Pro-Ana-Bewegung?

ATTE steht für "Ana Till The End" und bezeichnet eine extreme Form der Magersucht, bei der die Anhängerinnen den Hungertod als konsequentes Ziel ihrer "Lebenseinstellung" akzeptieren.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Medien und der Unterhaltungsindustrie?

Die Arbeit sieht in den westlichen Medien eine patriarchal geprägte Kraft, die unrealistische Körperbilder vermittelt und Frauen dazu zwingt, sich durch extreme Diäten diesem Diktat zu unterwerfen oder zu entziehen.

Warum wird die Pro-Ana-Bewegung teilweise als „konspirativ“ bezeichnet?

Dies bezieht sich auf die geschlossenen Strukturen der Online-Foren, die sich der Außenwelt verschließen und eine eigene, sektenartige Gemeinschaft mit Geboten und religiös anmutenden Praktiken bilden.

Ist die Schlussfolgerung eine Verharmlosung der Krankheit?

Nein, die Autorin betont explizit, dass ihre Analyse keine Normalisierung der Magersucht darstellt, sondern vielmehr die Notwendigkeit aufzeigt, die zugrunde liegende Freiheitsproblematik und Systemkritik zu verstehen.

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Details

Title
Magersucht. Zur Verurteilung des Hässlichen anhand des Phänomens PRO ANA
Subtitle
Zu dünn, um schön zu sein?
College
Braunschweig Academy of fine arts  (Institut für Kunstwissenschaft)
Course
Ästhetik des Schreckens – Geschmacksurteile und Wertmaßstäbe
Grade
1,0
Author
Lena Röttger (Author)
Publication Year
2015
Pages
29
Catalog Number
V430811
ISBN (eBook)
9783668777545
ISBN (Book)
9783668777552
Language
German
Tags
Ästhetik Geschmacksurteile Schön Hässlich Magersucht Pro Ana Krankheit Tod Feminismus Religion Patriarchat Laurie Penny Freiheit Wertmaßstab
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Röttger (Author), 2015, Magersucht. Zur Verurteilung des Hässlichen anhand des Phänomens PRO ANA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430811
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