Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik

Macht nach Hannah Arendt und Max Weber. Vergleich der Machtbegriffe

Titel: Macht nach Hannah Arendt und Max Weber. Vergleich der Machtbegriffe

Hausarbeit , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maurice Schmidt (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Neben Machiavelli und Hobbes beschäftigten sich auch viele andere bedeutende Politikwissenschaftler, wie Foucault, Gramsci, Marx oder eben auch Hannah Arendt und Max Weber im Laufe ihrer Arbeit mit dem Begriff der Macht und erarbeiteten dabei unterschiedliche Machtmodelle und -definitionen. Macht selbst ist ein inhärent wichtiger Begriff in der Politikwissenschaft und wird kontrovers diskutiert. Jedoch wird bei der Verwendung des Ausdruckes in einem Kontext meist nicht weiter benannt, auf welches Machtmodell sich der Autor bezieht, dies kann schnell zu Irritationen führen.
Auch Max Weber formuliert in seinen Arbeiten ein vertikal gedachtes Herrschafts- und Machtmodell ähnlich wie Hobbes. Hannah Arendt hingegen lehnt Macht als Dominanz verstanden Begriff, wie gleich zu Beginn des zweiten Kapitels von Macht und Gewalt von 1970 nachzulesen ist, ab. Sie distanziert sich von Webers Vorstellungen von Macht und (Staats-)Gewalt.
„Wenigstens in einem Punkt herrscht über die Macht Klarheit: man kann grundverschiedener Ansicht sein, worum es sich bei ihr überhaupt handelt und wie sie festzustellen ist.“ (Lukes 1983) Treffender hätte Lukes es kaum beschreiben können. Aus diesem und den oben genannten Gründen erscheint ein Vergleich der beiden Autoren als sinnvoll und die vorliegende wissenschaftliche Arbeit diskutiert zwei moderne Machttheorien von Hannah Arendt und Max Weber, um die Frage zu klären, welche Perspektiven von Macht erschlossen werden und inwieweit sich die beiden Theorien gegenseitig ausschließen oder sich sogar ergänzen.
Zunächst werde ich die einzelnen Konzepte getrennt voneinander analysieren, beginnend mit Max Webers Vorstellung von Macht und Herrschaft und nachfolgend mit der Auseinandersetzung der Begriffe Macht und Gewalt von Hannah Arendt. Diese Reihenfolge erhält seinen Sinn, durch die chronologische Reihenfolge der Publikationen beider Ideen und den Bezug Arendts auf Weber in ihrem Buch Macht und Gewalt. Schlussendlich werde ich eine Zusammenführung in Form einer Gegenüberstellung versuchen, um deutlich die beiden Positionen und erschlossenen Perspektiven herausstellen zu können, ehe ich zu meinem Fazit komme.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Max Webers Theorie von Macht und Herrschaft

2.1 Macht als Durchsetzung des eigenen Willens auch gegen Widerstreben

2.2 Legitimation von Herrschaft und Herrschaftsverbände

3. Hannah Arendts Definition von Macht und Gewalt

3.1 Differenzierung synonym verwendeter Begriffe

3.2 Verortung des Politischen/der Macht

3.3 Macht im politischen System

4. Vergleich

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht vergleichend die Machtbegriffe von Max Weber und Hannah Arendt, um die theoretischen Unterschiede, Gemeinsamkeiten sowie mögliche komplementäre Perspektiven innerhalb der Politikwissenschaft herauszuarbeiten.

  • Vergleich der Machtmodelle von Max Weber und Hannah Arendt
  • Analyse von Max Webers Theorie der Herrschaft und Legitimation
  • Untersuchung von Hannah Arendts Unterscheidung zwischen Macht und Gewalt
  • Charakterisierung von Macht als asymmetrisches versus symmetrisches Phänomen
  • Gegenüberstellung von transitiver und intransitiver Macht nach Gerhard Göhler

Auszug aus dem Buch

3.1 Differenzierung synonym verwendeter Begriffe

Hannah Arendt war zeitlebens eine Außenseiterin, ob als Frau in einer Männer dominierten Welt oder als Jüdin im Nazi-Deutschland der 30er Jahre oder später als Immigrantin in Frankreich bzw. den Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Umstände wirkten sich auch nachdrücklich auf ihre Arbeiten aus.

Hannah Arendt, geboren am 14. Oktober 1906 bei Hannover, studierte neben Philosophie und Theologie auch Griechisch und promovierte 1928 bei Karl Jaspers in Heidelberg. 1933 begann ihre Flucht über Paris in die USA, in denen sie seit 1941 lebte. Es folgten Professuren in New York und Chicago und beispielsweise die Veröffentlichungen der Werke vita activa oder vom tätigen Leben (1960) oder Macht und Gewalt (1970), ehe sie am 4. Dezember 1975 in New York starb. (Lebendiges Museum Online: 2017b)

Hannah Arendt beschäftigte sich intensiver mit den Begriffen der Macht und der Gewalt, vor dem Hintergrund der weltweiten Studentenunruhen, dem Vietnamkrieg und dem Rassenkonflikt in den USA. Auf Grund dieser Ereignisse und der Tatsache, dass Arendt der Meinung war, dass die Begriffe bis dahin zu wenig im Fokus der Sozialwissenschaften standen, ging 1969 schließlich der Essay Macht und Gewalt im Original On Violence hervor.

In diesem Essay fordert sie eine schärfere Trennung, der teilweise synonym verwendeten Begriffe der Stärke, Autorität, Kraft, Macht und Gewalt. Aus dieser Differenzierung wird auch der Begriff der Macht ein klarerer, denn Stärke ist eine individuelle Eigenschaft, die einem Einzelnen zu kommt. Der einzelne Starke ist nie mächtig und einer Gruppe mit Macht stets unterlegen. Kraft sollte den Naturkräften vorbehalten sein und metaphorisch zur Beschreibung von gesellschaftlichen Bewegungen genutzt werden. Die Autorität kann eine Eigenschaft einer einzelnen Person, als auch einem Amt zugehören. Sie ist definiert durch die fraglose Anerkennung derer, denen Gehorsam abverlangt wird, wofür es weder Zwang noch Überredung bedarf. (vgl. Arendt 2015: 44-47) Dagegen entspringt laut Arendt:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit leitet in das Thema Macht ein, stellt die Relevanz der Begriffsdefinitionen dar und skizziert das methodische Vorgehen für den Vergleich der Theorien von Weber und Arendt.

2. Max Webers Theorie von Macht und Herrschaft: Dieses Kapitel expliziert Webers soziologische Definition von Macht als Durchsetzung des eigenen Willens und untersucht die drei Typen legitimer Herrschaft.

3. Hannah Arendts Definition von Macht und Gewalt: Das Kapitel analysiert Arendts Differenzierung der Machtbegriffe, ihre Verortung des Politischen im öffentlichen Raum und ihre Abgrenzung von Macht und Gewalt.

4. Vergleich: Es findet eine direkte Gegenüberstellung der theoretischen Ansätze statt, wobei Konzepte wie Symmetrie/Asymmetrie und die Kategorien von Göhler zur Klärung der Machtdimensionen herangezogen werden.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, die zeigt, dass sich die Theorien von Weber und Arendt nicht ausschließen, sondern als komplementäre Perspektiven auf Macht verstanden werden können.

Schlüsselwörter

Macht, Herrschaft, Hannah Arendt, Max Weber, Gewalt, Legitimation, politisches Handeln, Soziologie, Politische Theorie, Power over, Power to, transitive Macht, intransitive Macht, soziale Beziehung, Konsens.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem theoretischen Vergleich der unterschiedlichen Machtbegriffe von Max Weber und Hannah Arendt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Definition von Macht als asymmetrische Durchsetzungskraft versus konsensuales Handeln sowie die Frage der Legitimität von Herrschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Perspektiven von Macht bei Weber und Arendt zu klären und zu untersuchen, ob sich diese Theorien gegenseitig ausschließen oder ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der die Konzepte beider Autoren getrennt analysiert und anschließend in einer Gegenüberstellung synthetisiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Webers Herrschaftstheorie und anschließend Arendts Begriff von Macht und Gewalt detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Macht, Herrschaft, Legitimation, Gewalt, Power over, Power to sowie transitive und intransitive Macht.

Wie unterscheidet Weber Macht von Herrschaft?

Weber definiert Macht als jede Chance, den eigenen Willen gegen Widerstreben durchzusetzen, während Herrschaft zusätzlich die Komponente der Legitimität und Gehorsamsbereitschaft erfordert.

Warum bezeichnet Arendt Macht als eine Eigenschaft der Gruppe?

Für Arendt entsteht Macht erst durch das gemeinschaftliche Handeln und Sprechen von Menschen im öffentlichen Raum; sie ist daher kein individueller Besitz, sondern an das Bestehen der Gruppe gebunden.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Macht nach Hannah Arendt und Max Weber. Vergleich der Machtbegriffe
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,3
Autor
Maurice Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V430951
ISBN (eBook)
9783668751866
ISBN (Buch)
9783668751873
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Macht Vergleich Arendt Hanna Max Weber Machtdefinition Machtvergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maurice Schmidt (Autor:in), 2017, Macht nach Hannah Arendt und Max Weber. Vergleich der Machtbegriffe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430951
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum