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Globaler und lokaler Islam. Islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen

Ein kritischer Einblick in das Projekt Islamunterricht

Title: Globaler und lokaler Islam. Islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen

Term Paper , 2015 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anna-Lea Fischer (Author)

Theology - Islamic theology
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In Deutschland leben derzeit rund vier Millionen Muslime. Das macht einen prozentualen Bevölkerungsanteil von etwa 4,89% aus. Eine genaue Zahl ist nicht bekannt, da deutsche Personalausweise die Konfessionszugehörigkeit des Islam nicht als solche-, sondern sie unter "sonstige" aufführt. Demnach lässt sich vermuten, dass die Zahl deutlich höher liegt als Schätzungen und Hochzählungen zufolge.

Viele von ihnen sind schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die mit ihren christlichen und konfessionslosen Mitschülern die Regelschulen im Land besuchen. An allen Schulformen, sei es die Grundschule, die weiterführenden Schulen, wie Haupt-, Real- und Gesamtschulen, als auch Gymnasien und Berufsschulen wird Religionsunterricht angeboten, für den ausgebildete, beziehungsweise studierte Fachlehrer eingestellt sind. Wo an Grundschulen meist evangelische und katholische Schüler gemeinsamen Religionsunterricht haben, ist an den weiterführenden Schulen der Unterricht meist in evangelischen und katholischen Religionsunterricht gefächert.

Für die Schülerinnen und Schüler, die nicht getauft sind, oder einer anderen Religion als dem Christentum angehören, hierzu gehören vor allem Muslime, aber auch in Deutschland derzeit weniger verbreitete Konfessionsangehörige, wie Juden, Buddhisten oder Hindus, wird der praktische Philosophie-Unterricht häufig als Alternative angeboten. Dort werden laut Lehrplänen Themen wie Ethik gelehrt, aber auch Einblicke in die großen Weltreligionen aufgezeigt. Viele Muslime besuchen außerhalb des regulären Schulunterrichts, an Wochenenden, den Koranunterricht, um sich mit ihrer Religion auseinander zu setzen.

Seit einigen Jahren gibt es nun bundesweit die Diskussion, ob und vor allen Dingen wie und wann, Islamunterricht, als neue Form von Religionsunterricht an deutschen Schulen, stattfinden kann und soll. Da das Thema sehr aktuell- und daher in den Medien stark vertreten ist und sich eine Vielzahl an komplexen Unterthemen anbietet, werde ich mich in dieser Arbeit darauf beschränken wie das Projekt Islamunterricht geplant und umgesetzt wird, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit dieser stattfinden kann, welche Hürden schon genommen, aber vor allen Dingen welche Herausforderungen noch überwunden werden müssen, damit sich das Projekt etabliert und welche Alternativen zu islamischem Religionsunterricht in Schulen denkbar sind. Zudem werde ich die Ergebnisse einer kurzen Umfrage vorstellen und diese hinsichtlich des Projekts analysieren.

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Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema

2. Islamunterricht in Deutschland

2.1. Was wird im Islamunterricht gelehrt und welche Ziele verfolgt er?

2.2. Wie verbreitet ist Islamunterricht in Schulen in Deutschland derzeit?

2.2.1. Wie wird das Projekt von Schulen und Ministerien geplant und umgesetzt?

2.2.2. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt - und welche Herausforderungen noch bewältigt werden, um das Projekt erfolgreich zu etablieren?

2.3. Welche Alternativen zu islamischem Religionsunterricht in Schulen sind denkbar?

3. Wie stehen Schüler und Eltern dem Projekt gegenüber? - Fragen, Antworten und Analyse

4. Fazit

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Stand und die Implementierung des islamischen Religionsunterrichts an Schulen in Deutschland unter Berücksichtigung der damit verbundenen Herausforderungen und gesellschaftlichen Perspektiven.

  • Analyse der inhaltlichen Ziele und Kompetenzen des islamischen Religionsunterrichts.
  • Untersuchung der organisatorischen Umsetzung und der rechtlichen Rahmenbedingungen.
  • Diskussion möglicher Alternativmodelle zum aktuellen Religionsunterricht.
  • Empirische Erhebung der Einstellungen von Schülern und Eltern gegenüber dem Projekt.
  • Reflexion der zukünftigen Entwicklung und der notwendigen strukturellen Voraussetzungen.

Auszug aus dem Buch

2.1. Was wird im Islamunterricht gelehrt und welche Ziele verfolgt er?

Das bereits 1973 diskutierte und geforderte Schulfach Islamunterricht, als Alternative zum christlichen Religionsunterricht findet im einundzwanzigsten Jahrhundert neues Interesse, weswegen es im nordrhein-westfälischen Schulgesetz, welches allen Schülerinnen und Schülern im Land das Recht auf Bildung zuspricht, aufgeführt ist. Dieses Bildungsrecht bezieht sich auch auf religiöse Bildung.

Laut dem Chefausbilder der nordrhein-westfälischen Islamlehrer, Mouhanad Khorchide, sollen muslimische Lernende im Islamunterricht „Barmherzigkeit“ lernen, denn diese ist der Kernpunkt der muslimischen Glaubensrichtung und von ihr gehen alle anderen Gebote und Verbote, als auch Werte und Normen aus, weswegen Barmherzigkeit erlernt werden muss, um alle weiteren Zweige des Islam zu ergründen.

Tatsächlich soll der Lernende sich mit Fragen auseinandersetzen, wie der Beziehung des Individuums zu Gott, als auch zu seinen Mitmenschen im Einzelnen und in der Gesellschaft und letzten Endes zu sich selbst. Der Name Allah als Gott soll ergründet werden, wie auch der Name und die Rolle des Propheten Muhammed. Für Grundschulen in Nordrhein-Westfalen gilt es, sich mit sechs ausformulierten Schwerpunkten zu beschäftigen. Hierzu zählen Allah als Gott, die heiligen Schriften und der Koran, die Gemeinschaft der Geschöpfe Allahs, die Gemeinschaft der Propheten, die Bedeutung des Glaubens im menschlichen Leben, als auch zuletzt Verantwortung zu übernehmen im Leben.

Demnach sollen die Schülerinnen und Schüler im Islamunterricht viele unterschiedliche Kompetenzen erlangen, die denen des katholischen, oder evangelischen Religionsunterricht in ihrer Wertigkeit gleichstehen. Alle Kompetenzen zu nennen, würde in seinem Umfang diese Arbeit sprengen, daher formuliere ich hier einige wenige, grundlegende Kompetenzen aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zum Thema: Einleitung in die demografische Situation muslimischer Schüler in Deutschland und Erläuterung der Relevanz des Islamunterrichts.

2. Islamunterricht in Deutschland: Erläuterung der inhaltlichen Ausrichtung sowie des aktuellen Verbreitungsgrades des Fachs unter Berücksichtigung politischer und struktureller Hürden.

3. Wie stehen Schüler und Eltern dem Projekt gegenüber? - Fragen, Antworten und Analyse: Darstellung und Auswertung einer quantitativen Umfrage zur Akzeptanz des islamischen Religionsunterrichts bei Betroffenen.

4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der aktuellen Situation und Prognose zur weiteren Etablierung des Projekts.

5. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Online-Quellen.

Schlüsselwörter

Islamunterricht, Religionsunterricht, Deutschland, Islam, Bildungspolitik, Lehrplan, Barmherzigkeit, religiöse Pluralität, Schulgesetz, Schülereinstellungen, Elternmeinung, interreligiöser Dialog, Identitätsbildung, Islamlehrer, Konfessionsgebundener Unterricht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Gestaltung des islamischen Religionsunterrichts an deutschen Schulen sowie der kritischen Auseinandersetzung mit dem Projekt.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Im Zentrum stehen die inhaltliche Zielsetzung des Unterrichts, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die organisatorischen Hürden in den Bundesländern sowie die Einstellungen der Bevölkerung dazu.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand des Projekts "Islamunterricht" zu geben, Schwierigkeiten bei der Umsetzung aufzuzeigen und durch eine Umfrage Erkenntnisse über die Akzeptanz zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer theoretischen Aufarbeitung der Rahmenlehrpläne und Gesetze wird eine quantitative Befragung (Fragebogen) unter Schülern und Eltern durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition des Faches, die Analyse der aktuellen Verbreitung, die Diskussion von Alternativmodellen und die Auswertung der empirischen Umfrage.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind religiöse Bildung, Schulpraxis, Islamunterricht, bildungspolitische Rahmenbedingungen und interkulturelle Toleranz.

Welche Herausforderungen bei der Etablierung werden identifiziert?

Die Arbeit identifiziert den Mangel an ausgebildetem Lehrpersonal, fehlende organisatorische Strukturen innerhalb der muslimischen Gemeinden und die Herausforderung, verfassungskonforme Lehrpläne zu erstellen.

Welche Einstellung zeigen die Befragten zum Religionsunterricht?

Die Umfrage zeigt ein differenziertes Bild mit einer Tendenz zum Mittelwert; während die Bedeutung religiöser Bildung für Kinder oft anerkannt wird, existieren bei der Frage nach dem "gemeinsamen Unterricht" für alle Religionen geteilte Meinungen.

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Details

Title
Globaler und lokaler Islam. Islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen
Subtitle
Ein kritischer Einblick in das Projekt Islamunterricht
College
University of Cologne  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Course
Globaler und lokaler Islam
Grade
2,0
Author
Anna-Lea Fischer (Author)
Publication Year
2015
Pages
16
Catalog Number
V430969
ISBN (eBook)
9783668738096
ISBN (Book)
9783668738102
Language
German
Tags
Islam Muslime Moslem Unterricht Religion Ethik Schule Deutschland Kritische Reflexion Projekt Islamunterricht Vergleich Christentum Konflikt KUltur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna-Lea Fischer (Author), 2015, Globaler und lokaler Islam. Islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430969
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