Lehrwerke und Lernmaterialien im sozialwissenschaftlichen Unterricht

Analyse unterschiedlicher Schulbücher für den sozialwissenschaftlichen Unterricht


Hausarbeit, 2014

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Aufbau des Lehrwerks
1.1. Positive Aspekte
1.2. Negative Aspekte

2. Unterrichtsentwur
2.1. Formalia
2.2. Sachanalyse
2.3. Reihenkontext
2.4. Thema und Ziele der Doppelstunde
2.5. Didaktische und methodische Überlegungen und Begründungen der Sequenz
2.6. Verlaufsplan der Stunde
2.7. Didaktische und methodische Überlegungen und Begründungen der Doppelstunde

3. Fazit zur Arbeit mit dem ausgewählten Lehrwerk

4. Seiten im Buch

1.Einführung: Aufbau des Lehrwerks

Das vorliegende Lehrwerk „Politik & Co.“ - Politik/Wirtschaft für das Gymnasium, Band eins für die Jahrgangsstufen 5 und 6, herausgegeben von Hartwig Riedel, bearbeitet von Tim Engartner, Alexandra Labusch, Bettina Lösch, Erik Müller, Stephan Podes, Hartwig Riedel und Martina Tschirner, erschienen im Buchners Verlag, Bamberg 2010 ist die zweite Auflage des Buchs. Es wurde anhand des Kernlehrplans für die Fächer Politik Wirtschaft und Sozialwissenschaften, für das Bundesland Nordrhein-Westfalen entwickelt und sieht vor, die vier Grundkompetenzen des Unterrichtsfachs (Methodenkompetenz, Sachkompetenz, Urteilskompetenz, Handlungskompetenz) mit seinen Inhalten abzudecken und bei den Schülerinnen und Schülern zu fördern.

1.1. Positive Aspekte

Das Lehrbuch weist einige positive Aspekte auf. Unter anderem orientiert es sich in seinem Themen am Kernlehrplan des vorgesehenen Landes, was Lehrenden die Unterrichtsplanung mit nur einem Lehrwerk ermöglicht. Da das Buch sich zusätzlich andie Grundkompetenzen sozialwissenschaftlichen, beziehungsweise politischen Unterrichtshält und diese konstruktiv bei den Lernenden fördern will, kann durch bedachten Umgangmit dem Lehrwerk und einer kompetenten Klassenführung bei den Schülerinnen und Schülern schon in den fünften Klasse begonnen werden wirtschaftliche und politische Mündigkeit zu fördern, die im Alltag und der Zukunft der Jugendlichen eine große Bedeutung hat. Nur mit einem gewissen Grundwissen in den Bereichen Wirtschaft, Politikund Gesellschaft gelingt es Jugendlichen und Erwachsenen sich aktiv amgesellschaftlichen Leben und dessen Entwicklung zu beteiligen. Das Buch ist durch einegroße Farbvielfalt in den Überschriften der Ober-Themen, durch eine Vielzahl an Bildern,in Form von Fotos, Logos, Tabellen und Karikaturen für Lernende im jungen Alterattraktiv gestaltet. Durch kurze Texte und hierzu erklärende Begriffs-Einschübe an den Buchseiten (vgl. u.a. S. 74, 105, 117) gelingt es Kindern nach und nach mit Fachbegriffenkenntlich gemacht zu werden und mit diesen zu arbeiten. Ein weiterer positiver Aspekthierzu sind das „kleine Politiklexikon“ und das Register (S. 180ff), die den Lernenden Hilfestellung leisten wenn sie Begriffe nicht verstehen, oder zu einem bestimmten Thema Informationen suchen. Zum Lernen für Tests oder Klassenarbeiten sind die „Was wirwissen“- und „Was wir können“- Seiten, die am Ende jedes Kapitels zu finden sind, geeignet, die zusammenfassen, was man zum jeweiligen Thema gelernt hat und abschließende Aufgaben zu dessen Überprüfung stellen. (Vgl. u.a. S. 48f, 92f) Zu diesen Seiten findet sich auf der letzten Buchseite (S. 186) auch immer die passende Lösung,sodass man sich als Lernender bei der Selbstreflexion seiner Lösung zu einer Aufgabe, anetwas Bestätigendem orientieren kann. Als Ausblick und Einführung in neue Themen,findet sich zu Beginn eines solchen jeweils eine Doppelseite (vgl. z.B. S. 50f), auf der kurzund präzise dargestellt wird,worum es beim neuen Thema geht und zudem stichpunktartig;welche Kompetenzen man am Ende des jeweiligen Kapitels erlangt haben sollte. Dies in Verbindung mit den anschaulichen Fotos auf der Doppelseite, motiviert die Schüler Innenmit dem neuen Themenbereich zu arbeiten, denn sie wissen hierdurch von Beginn anworauf sie sich fokussieren müssen (z.B. „Wichtige Medien kennen und deren Merkmalenennen“, S. 51). Außerdem gibt es auf diesen Einführungsseiten stets ein bis zwei Aufgaben, welche das Thema in den Alltag der Kinder einbetten. (z.B.: „Welches Mediumist für dich das Wichtigste? Bringe die abgebildeten Medien [Fotos auf der Nebenseite] ineine Reihenfolge.“, S. 51) So funktioniert Motivation, denn nicht nur die Einbettung in den Alltag der Kinder, sondern auch die einfache Aufgabenstellung, ermöglichen es jedem Lernenden mitzuarbeiten und sich für das neue Kapitel vorzubereiten. Aufgabenstellungenwerden im Buch in farblich hinterlegten Kästen hervorgehoben, sodass keine zusätzliche Arbeit notwendig ist, um sich im Buch zu orientieren und zwischen Informationstext und Aufgabe zu unterscheiden. Arbeit mit verschiedenen Textformen, seien es informative Texte, Fallbeispiele zum jeweiligen Thema, oder darstellende Diagramme inunterschiedlichster Form, machen den Unterricht flexibel und abwechslungsreich, die am Seitenrand eingefügten „Lesehilfe[n]“ (vgl. u.a. S. 71) ermöglichen auch Schüler Innen, diemit Diagrammen und Tabellen nicht optimal klarkommen, die Entschlüsselung solcher Grafiken. Insgesamt hat das Buch einen moderne, kompetenzorientierten undmotivierenden Aufbau.

1.2. Negative Aspekte

Am Buch sind nur wenige negative Aspekte zu verzeichnen. Dazu gehört aber vor allem,dass die einzelnen Kapitel einen relativ unterschiedlichen Umfang haben. So sind Kapitel Eins „Wir entdecken Politik und Wirtschaft“, als auch Kapitel Sieben „Wirtschaft und Umwelt“ mit jeweils unter zehn Seiten sehr kurz gehalten, wohin gegen das zweite Kapitel„Mitgestaltung in Schule und Gemeinde“ mit dreißig Seiten sehr ausführlich behandeltwird. Sicherlich ist dies auch aus dem Grund so gestaltet, weil letzteres Thema für zehn bis zwölfjährige Schüler Innen interessanter ist, als das Thema „Wirtschaft“, aber die Unterschiede sind doch enorm. Nicht gelungen finde ich außerdem, dass manche Seiten so viele Fotos, Grafiken und Texteinschübe („Lesehilfe“, Begriffserklärungen) an den Seiten haben (S.84f, 116f). Dadurch kann die Aufmerksamkeit bei den Lernenden leicht zu den bunten Grafiken abschweifen und der Text steht nicht mehr im Fokus. Die Seiten wirken leicht unübersichtlich und insgesamt „zu voll“. Gerade solche Schüler Innen, die das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom haben, werden auf solchen Buchseiten schnell abgelenkt und von der Konzentration auf nur eine dieser vielen Quellen überfordert sein. Ansonsten sind keine negativen Aspekte zu finden.

2.Unterrichtsentwurf

2.1. Formalia

Schulform: Realschule

Bundesland: Nordrhein-Westfalen Fach: Sozialwissenschaften Jahrgang: Klasse 6

Lehrwerk: Politik & Co. Band 1

Unterrichtszeit: Doppelstunde (90 Minuten) Themenbereich: Gesellschaft

Reihenthema: „Zusammen mit anderen leben“ Im Buch: Kapitel 4, Seite 80 bis 107

2.2. Sachanalyse

Jeder Mensch ist abhängig von der Gesellschaft in der er lebt. Zu dieser Gesellschaftgehören die Eltern, gegebenenfalls Geschwister, Großeltern und die weitere Familie,Freunde, Bekannte aus dem Sportverein oder dem Chor/Orchester, Klassenkameraden -und Kameradinnen, aber auch Lehrer und Lehrerinnen, Betreuer und Kursleiter bei Ferienfreizeiten und Hobbies, oder auch die Verkäuferin, bei der man jeden Morgen sein Frühstück kauft. Andere Menschen machen unser Leben erst zu dem, was es ist und ohnediese Menschen, die man oft als selbstverständlich ansieht, wären uns bestimmte Dinge im Alltag nicht mehr möglich. Ohne die Trainer beim Fußball kann man nicht trainieren, ohnedie Lehrer Innen lernt man in der Schule nichts neues, ohne Freunde könnte man nachmittags vieles nicht unternehmen, wie zum Beispiel Rollenspiele, bestimmte Sportarten, oder das Singen im Chor. Selbstverständlich gibt es in diesenzwischenmenschlichen Beziehungen teilweise Meinungsverschiedenheiten und Konflikte,denn jeder Mensch hat eine eigene Meinung und Einstellung zu bestimmten Themen. Ein Konflikt muss aber nicht immer zu Streit ausarten, sondern kann auch konstruktiv gelöstwerden. Hierzu gibt es bestimmte Regeln, die wenn man sie befolgt, oftmals eine rasche Lösung für einen Konflikt bieten. Eine dieser Regeln ist das Ausreden lassen. Man zeigtdem anderen so seinen Respekt und räumt Missverständnisse aus dem Weg. Wenn einsolcher Konflikt zwischen mehreren Menschen stattfindet, also eine ganze Gruppe betrifft,wie zum Beispiel im Klassenverband, oder im Sportverein, kann es oft zu Zugehörigkeit-Zwang, oder Gruppendruck kommen, der bewirkt, dass man sich, teilweise auchunbewusst, unterordnet und die Einstellung der großen Gruppe zu einem Thema annimmt,die man zuvor nicht annähernd vertreten hat. In solchen Gruppen ist es auch möglich, dassbestimmte Rollenklischees bedient werden. So gibt es beispielsweise in einigen Kinderfilmen und Kinderbüchern (vgl. Disneys gro ß e Pause, die Schl ü mpfe, die Kinder von Bullerb ü usw. ) bestimmte Rollen in einer Gruppe. Oftmals gibt es das Genie bzw. den„Streber“, einen minder intelligenten Mitläufer, den Schwarm, der überall beliebt ist, einen Clown, der nichts ernst nimmt und ständig Witze macht und zu guter Letzt den mutigen Helden und Anführer einer Gruppe. Kinder ordnen sich dadurch unbewusst selbst in solche Gruppen ein und vermitteln sich selbst und dadurch auch anderen, dass sie die Rolle einessolchen „Rollenklischee-Teilnehmers“ darstellen. Es ist bedeutsam sich in andere Rollenhineinzuversetzen, um zu erkennen, dass man keine einzige Rolle ist, sondern ein Mensch,der viele Facetten bedient.

Das menschliche Zusammenleben findet an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Rangordnungen (Familen-Oberhaupt Vater vs. Jüngstes Kind, Rektor vs. Schüler In) und Zusammensetzungen statt und unterscheidet sich je nach Kultur (Religion und Kontinent),Wohnort (Großstadt vs. Landleben) , finanziellen Mitteln (Wohlhabend vs. Armut), Größedes sozialen Umfelds und Erziehungsform (z.B. Laissé faire Erziehung). Daher gibt esauch innerhalb der Familie verschiedene Rollenklischees die durch den Wandel der Zeit Entwicklungen durchgemacht haben. In der modernen Welt gibt es nicht mehr nur noch dietraditionelle Familie, in der Vater und Mutter verheiratet sind und mit den leiblichen,gemeinsamen Kindern und einem Hund im Reihenhaus im Neubaugebiet leben, wo der Vater ganztags im Büro arbeitet und die Mutter den Haushalt macht und sich um die Kinder kümmert, sondern auch sogenannte Patchwork-Familien, die zusammengesetzt sind aus einem Paar, das in zweiter Ehe zusammenlebt, wo Kinder aus ersten Ehen mitgebrachtwerden und eine „neue“ zweite Familie entsteht. Viele junge Eltern studieren aber nebender Kindererziehung noch und leben dann in Wohngemeinschaften, oftmals haben dortmehrere Parteien Kinder, die zusammen wie Geschwister aufwachsen. Es gibt Homosexuelle Lebensgemeinschaften, die teilweise Kinder adoptieren, Familien mitgemeinsamen Kindern, deren Eltern aber nicht verheiratet sind und viele weitere Formen.Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig diese Formen zu kennen und als normalanzusehen. Dadurch können Vorurteile vermieden werden und kein Kind, das nichttraditionell aufwächst, denkt es müsse sich dafür rechtfertigen, oder gar schämen.

Durch Migration leben in Deutschland viele Ausländer, größtenteils aus der Türkei, Italien,Polen, oder Russland. Die Kinder dieser Migranten wachsen in anderen Kulturen, mitanderen Wertvorstellungen auf und müssen sich teilweise für ihre Einstellung und Meinungzu religiösen oder kulturellen Themen erklären. Deswegen grenzen sie sich manchmal vonden deutschen Kindern ab und bleiben unter sich, weil sie dort verstanden werden. Das zubehandelnde Thema schließt ein, das Leben in zwei unterschiedlichen Kulturen zuverstehen und zu tolerieren, damit Integration schon im Kindesalter funktioniert und Ausländer nicht als Randgruppe behandelt, oder bezeichnet werden, sondern als Teil der Gesellschaft. Ebenso gilt dies für behinderte Menschen. Da der Begriff „behindert“mittlerweile als Schimpfwort benutzt wird und dadurch eine beleidigende Konnotationhervorruft, gibt es direkt Vorurteile wenn ein behindertes Kind in die Klasse kommt, oder Teil einer Gruppe (Ferienfreizeit, Hobby etc.) wird. Diese Menschen wollen aber ebensoangesehen werden, wie ihre gesunden Mitmenschen und sträuben sich gegen Mitleid, oderargwöhnische Blicke. Das Thema Behinderungen sollte im jungen Jugendalter in der Schule erklärt werden, damit Lernende erkennen, Menschen mit körperlicher, odergeistiger Einschränkung anzunehmen, wie sie selbst angenommen werden möchten undum Berührungsängste aus dem Weg zu räumen. Auch alte Menschen, vor allem Großeltern,sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft und des persönlichen Umfelds. Sie können von den Jüngsten der Gesellschaft bsp. Den Umgang mit neuer Technik lernen, aber auch Kinderkönnen von Senioren lernen. Nicht nur Tätigkeiten wie Backen, Stricken, oder Kartenspielen, sondern auch Details über Geschichte, vor allem zum zweiten Weltkrieg, der DDRetc. gehören zur Allgemeinbildung und können von Menschen, die all das miterlebt haben,am lebhaftesten und wahrheitsgetreusten übermittelt werden.

[...]


Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Lehrwerke und Lernmaterialien im sozialwissenschaftlichen Unterricht
Untertitel
Analyse unterschiedlicher Schulbücher für den sozialwissenschaftlichen Unterricht
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Lehrwerke und Lernmaterialien im Sozialwissenschaftlichen Unterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V430970
ISBN (eBook)
9783668747869
ISBN (Buch)
9783668747876
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialwissenschaften, Sowi, SW, Unterricht, Lehrwerk, Lernen, Material, Unterrichtsmaterial, Schule, Buch, Schulbuch, Eignung, POlitik, Wirtschaft, Gesellschaft, geeignet, lehramt
Arbeit zitieren
Anna-Lea Fischer (Autor), 2014, Lehrwerke und Lernmaterialien im sozialwissenschaftlichen Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430970

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