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Konzepte multilateraler, regionaler Kooperationen in Osteuropa

Title: Konzepte multilateraler, regionaler Kooperationen in Osteuropa

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kathrin Woltering (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Der fortschreitende Prozess der europäischen Integration hat dazu geführt, dass in vielen Politikfeldern die europäische – supranationale – Ebene Entscheidungskompetenzen besitzt und der Nationalstaat im Hinblick auf eine subnationale Ebene eine „Zwischenfunktion“ einnimmt. Wenn in einem größer werdenden Europa wesentliche Entscheidungen auf der supranationalen Ebene getroffen werden, stellt sich schnell die Frage, ob sie den tatsächlichen nationalen und regionalen Gegebenheiten entsprechen. Dabei rücken die Regionen der Mitgliedstaaten näher ins Blickfeld, die bereits eng mit der Lebenswirklichkeit verbunden sind und deren Bürger sich mit der Region besser identifizieren können als mit einer supranationalen, europäischen Entscheidungsebene. Um Probleme in den Regionen besser bewältigen zu können, begannen einige Regionen sich über die Grenzen hinweg kooperativ zusammen zuschließen und gemeinsame Strategien und Lösungen zu entwickeln.

Im Hinblick auf die Osterweiterung der Europäischen Union und die Transformationsprozesse in den alten Staaten des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) können regionale Kooperationen auch im davon unmittelbar betroffenen Teil Europas beobachtet werden. Unterschiedliche Ziele werden verfolgt, da es nicht nur um Lösungen akuter Probleme (v.a. im Transformationsprozess), sondern für einige Staaten auch um die Vorbereitung auf einen möglichen Beitritt zur Europäischen Union geht.

In dieser Arbeit steht eine Darstellung dieser Kooperationen im Vordergrund: Wer nimmt an ihnen Teil? Welche Ziele werden verfolgt? Wie ist die jeweilige Kooperation verfasst, bzw. welche institutionellen Strukturen konnten eingerichtet werden? Sofern es möglich ist, sollen nachfolgend Ergebnisse, Probleme und Zukunftsperspektiven dieser Kooperationen aufgezeigt werden.

Im Anschluss an eine Definition des Begriffes „Region“ (Kapitel 1) wird in Kapitel 2 zunächst geklärt, von welchen Formen multilateraler, transnationaler und interregionaler Kooperationen allgemein auszugehen ist. Nach einer Darstellung der Motivationen, Ziele und Aufgaben im Rahmen einer solchen Zusammenarbeit werden im folgenden Kapitel Organisationsmerkmale und Kernprobleme dargestellt. Da in dieser Arbeit ein besonderer Schwerpunkt auf Kooperationen in Mittel- und Osteuropa gesetzt wird, soll am Ende des dritten Kapitels die interregionale Zusammenarbeit im Gebiet der Europäischen Union kurz beschrieben werden.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsdefinition „Region“

2. Konzepte multilateraler, regionaler Zusammenarbeit

2.1 Definition multilateraler und transnationaler Kooperationen

2.2 Ziele und Motive multilateraler, transnationaler Kooperationen

2.3 Aufgaben der Kooperationen

3. Organisation der Kooperationen und grundsätzliche Probleme der interregionalen Zusammenarbeit

3.1 Allgemeine Organisationsmerkmale

3.2 Kernprobleme der multilateralen, transnationalen Kooperation

3.3 Multilaterale Kooperationen in der Europäischen Gemeinschaft/ Europäischen Union

4. Beispiele multilateraler, transnationaler, interregionaler Kooperation in Mittel- und Osteuropa

4.1 Rat der Ostsee- Anrainerstaaten (CBSS)

4.2 Euro-arktischer Barentsee-Rat (BEAC)

4.3 Zentraleuropäische Initiative (CEI)

4.4 Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (BSCEO)

4.5 Baltische Freihandelszone (BFTA)

4.6 Zentraleuropäische Freihandelszone (CEFTA)

4.7 Europäische Freihandelszone (EFTA) als Gegenüberstellung zur CEFTA

4.8 Überblick über die vorgestellten Kooperationen

5. Zukunftsperspektiven der Kooperationen in Mittel- und Osteuropa

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Konzepte, Ziele und institutionellen Rahmenbedingungen multilateraler und transnationaler Kooperationen in Europa mit einem speziellen Fokus auf Mittel- und Osteuropa. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Effektivität dieser regionalen Zusammenschlüsse im Hinblick auf den Integrationsprozess in die Europäische Union sowie der Förderung von Stabilität und wirtschaftlicher Kooperation in einer historisch komplexen Region.

  • Grundlagen der Regionaldefinition im europäischen Kontext.
  • Strukturen und Kernprobleme interregionaler Zusammenarbeit.
  • Analyse spezifischer Kooperationsmodelle wie CBSS, BEAC, CEI, BSCEO, BFTA und CEFTA.
  • Vergleich der osteuropäischen Ansätze mit der westeuropäischen EFTA.
  • Zukunftsperspektiven und Erfolgsfaktoren für regionale Stabilitätsanker.

Auszug aus dem Buch

4.6 Zentraleuropäische Freihandelszone (CEFTA)

Die vier Visegrád-Staaten, Ungarn, Polen, Tschechien (ab 1993) und die Slowakei (ab 1993) begründeten 1992 die Zentraleuropäische Freihandelszone (CEFTA), die ab März 1993 in Kraft trat. Die CEFTA entstand auf Anregung der Europäischen Union und in Anlehnung an die Europäische Freihandelszone (EFTA). Nachdem sich die CEFTA zu einem offenen Zusammenschluss von Staaten erklärte, traten 1996 Slowenien, 1997 Rumänien und 1999 Bulgarien als weitere Mitgliedstaaten der Kooperation bei. Ein Beitritt zur CEFTA ist an drei Voraussetzungen geknüpft. Der Aufnahmekandidat muss einen Europa-Vertrag mit der Europäischen Union abgeschlossen haben, der World Trade Organization (WTO) angehören, mit jedem CEFTA-Staat ein bilaterales Handelsabkommen geschlossen haben.

Zunächst zielten die Gründungsstaaten der CEFTA darauf ab, sich hinsichtlich eines EU-Beitritts handelspolitisch auf die Eingliederung in die westeuropäischen Strukturen vorzubereiten. Zudem versprachen sie sich sowohl finanzielle als auch technische Unterstützung durch die Europäische Union bei der Verbesserung der Infrastruktur für eine regionale Zusammenarbeit (vgl. Meier 2000, S.19). Im Hinblick auf positive Effekte der CEFTA für die Mitgliedsländer selbst sollten der Rückgang bilateraler Warenumsätze aufgehalten und ein Wachstum des Handels initiiert und forciert werden, so dass die gleichen Handelsbedingungen untereinander vereinbart wurden, die auch gegenüber Handelspartnern der Europäischen Union gelten. Die CEFTA-Länder durchlaufen im Hinblick auf ihre Handelstätigkeiten einen Prozess der Umorientierung auf den Raum der Europäischen Union, der auch den gesamten mitteleuropäischen Raum erfasst hat. Die Handelsstruktur dieser Länder unterscheidet sich jedoch noch stark von jener der meisten EU-Mitgliedstaaten und ähnelt eher der Handelsstruktur anderer mitteleuropäischer Nicht – EU - Staaten (vgl. Beyer 1999, S.541).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt den Prozess der europäischen Integration und die zunehmende Bedeutung subnationaler Kooperationen im Hinblick auf die EU-Osterweiterung.

1. Begriffsdefinition „Region“: Erläutert die theoretischen Herausforderungen der Regionaldefinition, insbesondere die Unterscheidung zwischen normativen, funktionalen und analytischen Regionen.

2. Konzepte multilateraler, regionaler Zusammenarbeit: Definiert transnationale Netzwerke und analysiert die politischen sowie wirtschaftlichen Motive und Aufgaben hinter diesen Zusammenschlüssen.

3. Organisation der Kooperationen und grundsätzliche Probleme der interregionalen Zusammenarbeit: Beleuchtet institutionelle Strukturen sowie rechtliche und sozioökonomische Hindernisse, die eine effiziente interregionale Zusammenarbeit erschweren können.

4. Beispiele multilateraler, transnationaler, interregionaler Kooperation in Mittel- und Osteuropa: Bietet eine detaillierte Untersuchung konkreter Organisationen wie CBSS, BEAC, CEI, BSCEO, BFTA und CEFTA inklusive deren Ziele und institutioneller Ausgestaltung.

5. Zukunftsperspektiven der Kooperationen in Mittel- und Osteuropa: Diskutiert das Potenzial und die Erfolgsaussichten der behandelten Kooperationen unter Berücksichtigung von Homogenität, Institutionalisierung und Finanzierung.

Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Kooperationen als Mittel zur Vorbereitung auf den EU-Beitritt oder zur Friedenssicherung.

Schlüsselwörter

Europäische Integration, Regionen, Multilaterale Kooperation, Transnationale Zusammenarbeit, EU-Osterweiterung, Transformationsprozesse, Freihandelszone, Wirtschaftsregion, Institutionelle Strukturen, Stabilitätsanker, CEFTA, CBSS, CEI, BFTA, BSCEO

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der multilateralen und regionalen Kooperation in Europa mit einem spezifischen Fokus auf Mittel- und Osteuropa im Kontext der europäischen Integration.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themenfelder sind die Definition des Begriffs „Region“, die Motive für transnationale Zusammenarbeit, institutionelle Organisationsformen sowie die Analyse spezifischer Kooperationsbündnisse wie die CEFTA oder der Ostsee-Rat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Ziele, Strukturen und Probleme bestehender regionaler Kooperationen in Mittel- und Osteuropa aufzuzeigen und deren Beitrag zum europäischen Einigungsprozess zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer deskriptiven Darstellung und vergleichenden Analyse von Kooperationsmodellen und deren institutionellen Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse allgemeiner Organisationsmerkmale und Probleme sowie eine detaillierte fallstudienbasierte Darstellung sechs verschiedener Kooperationsformen in Mittel- und Osteuropa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie europäische Integration, transnationale Zusammenarbeit, Freihandelszone, Transformationsprozesse und regionale Kooperation charakterisiert.

Welche Rolle spielt das „RGW-Trauma“ für die CEFTA?

Das „RGW-Trauma“ beschreibt die historische Abneigung der Mitgliedstaaten gegen eine zu intensive institutionelle Einbindung oder überstaatliche Steuerung, die als Grund für die bewusst schwache institutionelle Ausstattung der CEFTA angeführt wird.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „Stabilitätsankern“ und EU-orientierten Kooperationen wichtig?

Die Unterscheidung hilft zu verstehen, ob eine Kooperation primär dazu dient, Beitrittsvorbereitungen zur EU zu treffen (wie CEFTA/BFTA) oder ob sie vorrangig der politischen Konfliktverhinderung in instabilen Zonen (wie BSCEO/BEAC) dient.

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Details

Title
Konzepte multilateraler, regionaler Kooperationen in Osteuropa
College
University of Osnabrück  (Fachbereich Geographie)
Course
Hauptseminar: Regionen und regionale Zusammenarbeit in Europa
Grade
1,0
Author
Kathrin Woltering (Author)
Publication Year
2001
Pages
34
Catalog Number
V4310
ISBN (eBook)
9783638126731
Language
German
Tags
EU Osterweiterung Regionen Kooperationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Woltering (Author), 2001, Konzepte multilateraler, regionaler Kooperationen in Osteuropa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4310
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