Die Problematik der Übersetzbarkeit von Tautologien am Beispiel der französischen Sprache


Hausarbeit, 2015

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Problematik der Übersetzbarkeit von Tautologien
2.1 Eine kurze Einführung in die Thematik der Tautologien
2.2 Bestehende Positionen zur Übersetzungsproblematik

3. Eine empirische Untersuchung zur Übersetzungsproblematik von Tautologien
3.1 Methodisches Vorgehen - Planung und Durchführung des Fragebogens
3.2 Analyse und Interpretation der Ergebnisse

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang (Fragebogen)

1. Einleitung

Oft benutzt man im Alltag, sei es bewusst oder unbewusst, Ausdrücke wie Krieg ist Krieg oder Spiel ist Spiel. Hierbei handelt es sich um so genannte tautologische Ausdrücke. Die vorliegende Arbeit, die im Rahmen des Seminars zur deskriptiven Sprachwissenschaft, mit Blick auf die Implikaturentheorie nach Paul Grice und diversenanderen Relevanztheorie Konzepten, wie zum Beispiel die Neo-Grice'sche Theorie von Horn und Levinson geschrieben wurde, befasst sich mit der Thematik der Tautologien.

Tautologien sind in der Sprachwissenschaft Aussagen, die in jeder möglichen Situation wahr sind. Es ergeben sich für die oben benannten Beispiele Krieg ist Krieg oder Spiel ist Spiel verschiedene Interpretationsansätze, die es zu differenzieren undauszuwerten gilt, obgleich nach Grice eine Tautologie aufgrund des vermeintlichfehlenden Informationsgehalts gegen eine der Konversationsmaxime verstößt - die Maxime der Quantität (vgl. Grice 1975: 41f.). So gehen sowohl Ward und Hirschberg(1991) als auch Autenrieth (1997) unter Anderem von verschiedenen Formen von Tautologien aus, so zum Beispiel spricht man bei den obigen Beispielen von sogenannten „Äquativen“, die der Form a ist a folgen (vgl. Meibauer 2008: 441). Ichwerde meinen Fokus auf das Problem der Übersetzbarkeit von Tautologien legen,welches in der Literatur oft angedeutet wird, obgleich andere Aspekte wie zum Beispieldie Verbindung von Tautologien mit verschiedenen Illokutionen wie Beleidigungen oder Vorwürfen oder Tiefentautologien ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Diese sindjedoch aufgrund der Vorgaben bezüglich des Umfangs der Arbeit, zunächstauszuklammern.

Diese Arbeit verdeutlicht am Beispiel der französischen Sprache die Problematiken, die sich beim Übersetzen von Tautologien in anderen Sprachen ergebenkönnen und wird dabei alle dafür relevanten Aspekte miteinbeziehen, so zum Beispielgrammatikalische Phänomene wie das Fehlen des unbestimmten Artikels im Plural im Deutschen, der in der französischen Sprache jedoch mit dem unbestimmten Artikel des ausgedrückt wird.

Um auf diese Problematiken genauer eingehen zu können, wird im Fokus dieser Arbeit vor allem ein selbst erstellter Fragebogen stehen, der vier Beispiele für Tautologien beinhaltet und sowohl an deutsche, als auch französische Muttersprachlergerichtet ist. Hierfür wird der Fragebogen sowohl in deutscher, als auch in französischer Sprache verfasst, um der jeweiligen Sprachgruppe optimale Voraussetzungen zuantworten zu ermöglichen und mögliche Verständnisprobleme bereits im Vorfeld zuvermeiden.

Ziel ist es herauszuarbeiten, wie die Befragten Beispiele wie Krieg ist Krieg, dasfranzösische Äquivalent dazu wäre la guerre, c'est la guerre, in ihrer Spracheinterpretieren und ob es eventuell Gemeinsamkeiten oder Unterschiede bei der Interpretation gibt. In einem weiteren Teil dieser Arbeit werden mögliche Ursachen und Folgen dieser Problematik genauer beleuchtet, indem ebenfalls Bezug auf die aktuelle Forschungsliteratur genommen wird, denn bereits bei der Übersetzung selbst können Probleme auftreten, die sich auf die spätere Interpretation der tautologischen Ausdrückeauswirken können.

2. Die Problematik der Übersetzbarkeit von Tautologien

2.1 Eine kurze Einführung in die Thematik der Tautologien

Das linguistische Interesse an Tautologien lässt sich in erster Linie auf Gricezurückführen, der sich in seinem Werk Logic and Conversation mit diesem Themaauseinandersetzt, wobei er annimmt, dass „solche Sätze bezüglich ihres semantischen Gehalts nicht informativ sind und ihre Bedeutung somit aufgrund eines Verstoßes gegendie erste Quantitätsmaxime […] zustandekommt“ (Autenrieth 1997 :12). In der neueren Forschungsliteratur zu dieser Thematik gibt es zahlreiche Alternativen zu diesem Forschungsansatz, so zum Beispiel vertritt unter Anderem Wierzbicka die Auffassung,„dass die Bedeutung tautologischer Sätze völlig unabhängig von pragmatischen Interpretationsmechanismen zu erklären ist“ (Autenrieth 1997:12).

Tautologische Ausdrücke treten in unterschiedlicher syntaktischer Form auf, sozum Beispiel gibt es Tautologien wie Uni ist Uni, die dem Prinzip a = a folgen und als„Äquative“ bezeichnet werden (vgl. Meibauer 2008:41). Diese Form der Tautologieeignet sich in besonderem Maße dafür, zu zeigen „inwiefern andersartige zumsemantischen Gehalt gehörende Informationen als die im klassischen Sinnwahrheitsfunktional erfaßbaren für die Interpretation eine Rolle spielen können“(Autenrieth 1997:19). Aus diesem Grund werde ich mich bei meiner empirischen Forschung hauptsächlich auf diese Form der Tautologie beschränken, um zuuntersuchen, inwiefern bei der Übersetzung dieses Tautologientyps Probleme auftreten können, die eventuell die Interpretation derselbigen beeinflussen.

2.2 Bestehende Positionen zur Übersetzungsproblematik

Tautologische Ausdrücke im Deutschen sind feststehende Ausdrücke, die man nicht 1:1in andere Sprachen übersetzen kann. So lassen sich zum Beispiel deutsche Tautologienauch nicht 1:1 ins Französische übersetzen. Aufgrund dieser Annahme kann man andieser Stelle von einer Problematik der Übersetzbarkeit von tautologischen Ausdrückensprechen. Hierbei spielen vor allem mitunter die Syntax und die grammatikalischen Strukturen eine wesentliche Rolle, denn gilt es vor allem die tautologischen Ausdrückeaus dem Deutschen so zu übersetzen, dass die französische Übersetzung die gleichengrammatikalischen Strukturen vorweisen, wie die deutsche Tautologie. So lässt sichsicherstellen, dass die französischen Muttersprachler ansatzweise die gleichen Voraussetzungen haben, die ausgewählten Ausdrücke zu interpretieren, obgleich es sichim Französischen lediglich um reine Übersetzungen handelt, was die Interpretation der Ausdrücke ohnehin erschwert. Den französischen Muttersprachlern sind die meisten derdeutschen Tautologien als feststehende Ausdrücke nicht bekannt.

Unter Anderem befassen sich auch Meibauer oder Wierzbicka mit dem Problemder Übersetzbarkeit von Tautologien. Wierzbicka geht davon aus, dass die Bedeutungvon Tautologien wie Krieg ist Krieg „[...] nicht durch universal wirkende Interpretationsmechanismen zustande [kommt], sondern [..] einzelsprachlich festgelegt[wird]“ (Autenrieth 1997: 16). Sie erläutert, dass eine Übertragung solchertautologischen Ausdrücke in andere Sprachen nicht möglich sei beziehungsweise wennes möglich sei, häufig mit dem Verlust von Implikaturen verbunden ist. Zudem würdenbestimmte tautologische Ausdrücke in anderen Sprachen, so auch im Französischen, ineinem anderen Bedeutungskontext verwendet werden (Wierzbicka 1987: 96). Ward und Hirschberg gehen von einer grundsätzlichen Problematik wörtlicher Übersetzungen aus,denn diese würden mit einem Bedeutungsverlust oder mit einer Bedeutungsveränderungeinhergehen (vgl. Ward/Hirschberg 1990: 509). Auch Meibauer geht davon aus, dasssich manche der tautologischen Konstruktionen definitiv nicht einfach in andere Sprachen 1:1 übertragen lassen, da sie sprachspezifisch gebraucht werden (vgl.Meibauer 2008: 443).

Auf Basis dieser Annahme möchte ich am Beispiel der französischen Sprache untersuchen inwiefern sich dieses Problem der Übersetzbarkeit der Tautologien tatsächlich auf die Interpretation derselbigen auswirkt und führe in Anbetracht dessen eine kurze empirische Untersuchung in Form eines Fragebogens durch, der sich sowohl an deutsche, als auch französische Muttersprachler richtet.

3. Eine empirische Untersuchung zur Übersetzungsproblematik von Tautologien

3.1 Methodisches Vorgehen - Aufbau und Durchführung des Fragebogens

Um herauszuarbeiten, welche Problematiken beim Übersetzen von Tautologien in eineandere Sprache entstehen können, steht im Fokus dieser Arbeit ein Fragebogen, derverschiedene Beispiele für Tautologien beinhaltet und sowohl an deutsche, als auchfranzösische Muttersprachler gerichtet ist mit dem Ziel eventuelle Gemeinsamkeitenund Unterschiede bei der Interpretation dieser tautologischen Ausdrücke zwischen denbeiden Sprachen herauszufiltern. Bereits bei der Planung des Fragebogens musstenverschiedene Aspekte berücksichtigt werden, obgleich es aufgrund der Vorgabenbezüglich des Umfangs der Arbeit nicht möglich ist, alle relevanten Aspektemiteinzubeziehen.

Zunächst sollte der Fragebogen, um eventuelle Verständnisprobleme bereits im Vorfeld zu vermeiden, in der jeweiligen Muttersprache der Befragten verfasst sein.Zudem sollte bei der Planung des Fragebogens berücksichtigt werden, dass die Beispiele klar und deutlich formuliert sind und keinen Raum für Missverständnissebieten. Bereits bei der Übersetzung selbst können Probleme auftreten, die die Befragtenbei der Interpretation der Beispiele beeinflussen könnten. So zum Beispiel sollten die indeutscher Sprache verfassten Tautologien vor allem bestmöglich und durch adäquates Vokabular ins Französische übersetzt werden, um so sicherzustellen, dass beide Sprachgruppen die gleichen Voraussetzungen haben, um diese zu interpretieren.

Zudem sollte die Syntax und die Grammatik der tautologischen Ausdrücke auchin beiden Sprachen identisch sein, obgleich es diesbezüglich in grammatikalischer Hinsicht bereits bei der Übersetzung selbst zu Problemen kommen könnte. Der fehlendeunbestimmte Artikel im Plural des Deutschen wird generell im Französischen mit dem Artikel des übersetzt, doch kann man bei der Übersetzung nicht auf diese Art und Weisevorgehen. Der erste tautologische Ausdruck Krieg ist Krieg zum Beispiel lässt sich ins Französische nur mit einem passenden Artikel übersetzen.

[...]

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Details

Titel
Die Problematik der Übersetzbarkeit von Tautologien am Beispiel der französischen Sprache
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Fachbereich 05 Philosophie und Philologie Deutsches Institut)
Veranstaltung
SDES Einführung in die Relevanztheorie
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V431048
ISBN (eBook)
9783668750517
ISBN (Buch)
9783668750524
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tautologien, Relevanztheorie, Paul Grice
Arbeit zitieren
M.Ed. Christopher Domke (Autor), 2015, Die Problematik der Übersetzbarkeit von Tautologien am Beispiel der französischen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431048

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