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Streitigkeiten um den Marner als literarische Fehde oder als persönlich motivierter Streit zwischen den beteiligten Sangspruchdichtern?

Title: Streitigkeiten um den Marner als literarische Fehde oder als persönlich motivierter Streit zwischen den beteiligten Sangspruchdichtern?

Term Paper , 2015 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.Ed. Christopher Domke (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Auseinandersetzungen der Sangspruchdichter um den Marner. An diesen Auseinandersetzungen sind mehrere Dichter beteiligt, wobei ein Dichter, nämlich der Marner selbst, im Vordergrund dieses Dichterwettstreits steht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Streitigkeiten um den Marner als literarische Fehde oder als persönlich motivierter Streit zwischen den beteiligten Sangspruchdichtern

2.1 Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen der Sangspruchdichter um den Marner

2.2 Textanalyse zu Reinmar von Zweters „Ich quam geriten in ein lant“

2.3 Reaktion des Marners auf Reinmars Lügenspruch

2.4 Textanalyse zu Rumelants „Des wazzers müchte lihte“

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, ob die Auseinandersetzungen der Sangspruchdichter um den „Marner“ als rein literarische Fehde zu verstehen sind oder ob ihnen ein persönlich motivierter Streit zugrunde liegt, der durch gezielte Polemik geprägt war.

  • Analyse der rhetorischen Strategien und polemischen Äußerungen in den Sangsprüchen.
  • Untersuchung der Intertextualität und der Bezugnahmen zwischen den Dichtern.
  • Bewertung der Rolle des Publikums und der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Fahrenden.
  • Vergleich der künstlerischen Positionierungen von Marner, Reinmar von Zweter und Rumelant von Sachsen.
  • Hinterfragung der Authentizität der Dichterfehde als inszeniertes literarisches Spiel.

Auszug aus dem Buch

2.2 Textanalyse zu Reinmar von Zweters „Ich quam geriten in ein lant“

In seinem wohl berühmtesten Lügenspruch „Ich quam geriten in ein lant“ zeigt Reinmar anschaulich, dass Dichtung auch bei völliger beziehungsweise weitgehender Sinnfreiheit dem Leser beziehungsweise Hörer ästhetisches Vergnügen bereiten kann. Das lyrische Ich reitet auf einer blauen Gans in eine fiktiv konstruierte Fantasiewelt, in der sich wunderliche aventiuren offenbaren. Die in den folgenden Versen beschriebenen Gegebenheiten werden wie eine schlichte Wahrheit erzählt, jedoch umgesetzt in einer Kette von Adynata. Die Bilder des Unmöglichen werden erst am Ende als offensichtliche Fiktion enttarnt, wenn Reinmar sagt: „ist daz wâr, sô naet ein esel hüben“. Reinmar erklärt mit dieser Spruchdichtung gewissermaßen, „wie Lügen funktionieren“, indem er die Rollen der einzelnen Tiere „austauscht“. Der für die Hörer und Leser unterhaltsame Spruch wird so - beabsichtigt oder nicht - Ausgangspunkt des im Folgenden zu analysierenden Dichterwettstreits.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der mittelalterlichen Dichterfehden ein und stellt den Marner sowie den Kontext der literarischen Auseinandersetzungen vor.

2. Streitigkeiten um den Marner als literarische Fehde oder als persönlich motivierter Streit zwischen den beteiligten Sangspruchdichtern: Dieses Hauptkapitel analysiert die verschiedenen Positionen der Dichter und untersucht, inwiefern die polemischen Angriffe als persönliche Affronts oder als literarische Inszenierung zu werten sind.

2.1 Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen der Sangspruchdichter um den Marner: Es wird dargelegt, welche Texte als Auslöser für den Dichterwettstreit fungierten und welche Dichter an der Debatte beteiligt waren.

2.2 Textanalyse zu Reinmar von Zweters „Ich quam geriten in ein lant“: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Untersuchung der Struktur und Intention des berühmten Lügenspruchs von Reinmar von Zweter.

2.3 Reaktion des Marners auf Reinmars Lügenspruch: Hier wird der Gegenangriff des Marners analysiert, insbesondere hinsichtlich seiner rhetorischen Mittel, Drohungen und moralischen Vorwürfe.

2.4 Textanalyse zu Rumelants „Des wazzers müchte lihte“: Diese Analyse befasst sich mit Rumelants Beitrag, der eine scheinbar neutrale, aber dennoch kritische Perspektive auf den Marner einnimmt.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei der Fehde um eine gezielte Inszenierung handelte.

Schlüsselwörter

Marner, Sangspruchdichtung, Dichterfehde, Reinmar von Zweter, Rumelant von Sachsen, Polemik, Dichterwettstreit, Lügenspruch, Mittelalter, Intertextualität, Minnesang, Literarische Fehde, Adynata, Spruchdichtung, performative Situation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den literarischen und persönlichen Konflikten zwischen Sangspruchdichtern des 13. Jahrhunderts, fokussiert auf die Person des „Marners“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen literarischer Fehde und persönlichem Streit, die Rolle der Polemik in der Sangspruchdichtung sowie die künstlerische Selbstinszenierung der Dichter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die überlieferten Streitigkeiten der Dichter als echte persönliche Auseinandersetzungen oder als kalkuliertes literarisches Spiel zur Unterhaltung des Publikums zu interpretieren sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine exemplarische Textanalyse der relevanten Sangsprüche durchgeführt, ergänzt durch eine Auseinandersetzung mit der gängigen Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Texte von Reinmar von Zweter, dem Marner und Rumelant von Sachsen in ihren gegenseitigen Bezugnahmen und ihrer polemischen Qualität analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben den zentralen Figuren (Marner, Reinmar, Rumelant) sind „Dichterfehde“, „Polemik“, „Sangspruchdichtung“ und „Intertextualität“ die wesentlichen Begriffe.

Welche Rolle spielt die „blaue Gans“ in der Argumentation?

Sie dient als Beispiel für das Adynaton in Reinmar von Zweters Lügenspruch, welches als Ausgangspunkt für die spätere Eskalation der Fehde fungiert.

Warum wird dem Aspekt der „Schulbildung“ des Marners Aufmerksamkeit geschenkt?

Dies unterstreicht seine hohe Position in der damaligen Dichterlandschaft und macht seine Angriffe sowie die Angriffe auf ihn durch andere Dichter als Wettbewerb um Anerkennung und Könnerschaft interpretierbar.

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Details

Title
Streitigkeiten um den Marner als literarische Fehde oder als persönlich motivierter Streit zwischen den beteiligten Sangspruchdichtern?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Fachbereich 05: Philosophie und Philologie – Deutsches Institut)
Course
Seminar: SFAL – Dichterfehden
Grade
2,0
Author
M.Ed. Christopher Domke (Author)
Publication Year
2015
Pages
11
Catalog Number
V431052
ISBN (eBook)
9783668740822
ISBN (Book)
9783668740839
Language
German
Tags
Marner Literarische Fehde Dichterfehde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.Ed. Christopher Domke (Author), 2015, Streitigkeiten um den Marner als literarische Fehde oder als persönlich motivierter Streit zwischen den beteiligten Sangspruchdichtern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431052
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