Tourismus auf Mallorca. Fluch oder Segen?

Ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen des Massentourismus für die Urlaubsregion


Facharbeit (Schule), 2018
20 Seiten, Note: 14

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeiner Massentourismus
2.1 Eigenschaften des Massentourismus
2.2 Auswirkungen des Massentourismus
2.2.1 Allgemeine ökologische Auswirkungen
2.2.2 Allgemeine soziale Auswirkungen
2.2.3 Allgemeine ökonomische Auswirkungen des Massentourismus

3. Warum Mallorca?
3.1 Naturräumliches Potenzial Mallorcas
3.1 Politisch-kulturelles Potenzial

4. Einblicke in den heutigen Massentourismus
4.1 Entstehung des Massentourismus auf Mallorca.
4.2 Der heutige Massentourismus auf Mallorca

5. Auswirkungen des Massentourismus auf Mallorca
5. Soziale Auswirkungen
5.2 Ökonomische Auswirkungen
5.3 Ökologische Auswirkungen

6. Fazit

7. Verzeichnis
7.1 Literarische Quellen
7.2 Internet Quellen
7.3 Videos

1. Einleitung

„Traumreisen zu Bestpreisen“[1] lautet einer von vielen Werbesprüchen für eine Reise auf die Balearische Insel Mallorca. Den eigentlichen Preis für diese billigen Angebote zahlen Einheimische und Natur. Eine Insel unter der schweren Last von Millionen Touristen aus zentral Europa und dem Rest der Welt. Und trotz überfüllter Strände, Hotels und Cafés boomt die Reisedestination wie nie zuvor.

Der explodierende Tourismus ist für Mallorca kein neues Phänomen. Seit fast 60 Jahren haust der Massentourismus nun auf der „Trauminsel“. Doch das Paradies kämpft schon seit dem Beginn seines Tourismus-Zeitalters in den 1960er Jahren mit zunehmenden Problemen. Nichts scheint gegen Millionen von Touristen anzukommen, welche sich selten in ihrem besten Licht zeigen. Möglichst günstig, unkompliziert und am besten „All-Inclusive“ soll es sein.

Die Mallorquiner haben genug. Sie fordern Respekt und ein besseres Benehmen der Touristen, doch die sind in der Überzahl. Tausende Demonstranten zogen im letzten Jahr durch die Straßen Palmas und protestierten gegen eins, ihre Touristen.

Als die Touristenzahlen Mitte der 2000er fielen, schien der „Spuk vorüber“. Doch mit zunehmenden Krisen im Nahen Osten und damit wegfallenden alternative Reiseziele wie die Türkei oder Ägypten, geriet Mallorca wieder ins Rampenlicht der Reisebüros. Heute besuchen die Insel so viele Touristen wie nie zuvor - der Wirtschaft gefällts, doch die Probleme wachsen. Es scheint so, als könne der Staat dem langsamen Untergang der traumhaften Insel nur zusehen – zu groß ist die Abhängigkeit vom Tourismus geworden.

In meiner Facharbeit bin ich auf die Auswirkungen, die der Massentourismus auf die mallorquinische Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft hat eingegangen. Zusätzlich möchte ich einen Einblick in die Entstehung des Massentourismus und dessen heutige Ausmaßen gewähren. Durch die intensive Beschäftigung mit meinem Thema konnte ich mein vorheriges Bild des klassischen „Mallorca = Saufen und Ballermann“ erweitern und bemerkte, wie sehr die Insel unter dem Tourismus leidet. Bei meiner Recherche fiel mir dann auf, dass nur sehr wenige konkrete und vor allem aktuelle Zahlen zum Tourismus auf Mallorca verfügbar sind. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass öffentliche Zahlen nur langsam von den statistischen Ämtern erstellet werden und auch daran, dass diese schwierig zu erfassen sind. Meine literarischen Quellen folgten diesem Schema, sodass ich meine Facharbeit auf viele Zeitungsartikel, die aktuellen Probleme genauer erfassen können, stütze.

2. Allgemeiner Massentourismus

2.1 Eigenschaften des Massentourismus

Der Begriff „Massentourismus“ beschreibt im Grunde nur ein hohes Vorkommen vieler Touristen an einem Urlaubsort. In Verbindung zum Massentourismus steht der organisierte Tourismus oder auch Pauschaltourismus, welcher seine ersten Anfänge in den 1940er Jahren findet, als Thomas Cook für eine Gruppe Arbeiter einen Vorreiter einer Pauschalreise mit beinhalteter Versorgung anbot[2]. Der Pauschaltourismus ist eine Form des Tourismus, die mit niedrigen Preisen viele Kunden anlocken und so ein hohes Aufkommen an Touristen ermöglicht. Für viele Touristen ist dieser Pauschaltourismus allerdings nicht nur wegen der niedrigen Preisen attraktiv. Denn eine Pauschalreise beinhaltet üblicherweise ein „Rund-Um-Sorglos-Paket“, sodass der Reisende keinen Faktor seines Urlaubes selber planen muss. Anfahrt, Flug, Unterkunft, Unternehmungen und Abreise werden vom Reiseveranstalter geplant – der Tourist muss sich nur noch für ein Paket entscheiden. Vorteile für den Reisenden sind: komfortable Reiseplanung, günstige Preise und die Bequemlichkeit am Reiseziel, da zum Beispiel durch Gruppenreisen seltener eine Sprachbarriere überwunden werden muss oder auch Ansprechpartner, die dieselbe Sprache sprechen vor Ort sind. Auch der Reiseveranstalter profitiert, da dieser durch eine hohe Nachfrage niedrigere Preise anbieten kann, um wiederum mehr Leute anzuwerben. Auch Preisverhandlungen mit Anbietern oder Hotels vor Ort sind vorstellbar.

2.2 Auswirkungen des Massentourismus

Es scheint wie eine Situation, bei der jeder profitiert. Doch der Begriff Massentourismus hat nicht ohne Grund eine negative Konnotation. Er hat viele negative Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft, und Bevölkerung.

2.2.1 Allgemeine ökologische Auswirkungen

Zunächst wird in Regionen, die unter dem Massentourismus leiden viel Platz durch Neubauten eingenommen. Desto mehr Touristen kommen, desto mehr Hotels müssen gebaut werden, um die Masse an Reisenden unterzubringen. Aber auch neue Straßen und, falls nicht vorhanden, internationale Flughäfen nehmen viel Grundfläche ein. Diese Landverbräuche beschädigen die Böden langfristig und machen sie unbrauchbar für Land- und Forstwirtschaft. Die neuerbaute Infrastruktur benötigt natürlich auch Energie, sodass der Staat mehr Energie produzieren muss. Dazu kommt, dass die Anreise meist mit dem Flieger verläuft: „81,6 Millionen Passagiere starteten 2014 von deutschen Flughäfen auf eine Reise, wie das Statistische Bundesamt berichtete.“[3]. Diese Faktoren wirken sich negativ auf die Energiebilanz der Urlaubsregion, aber auch auf das gesamte Welt-Klima aus. Ein weiterer negativer Einfluss auf die Umwelt ist das steigende Müllaufkommen in Urlaubsregionen. Für die Entsorgung des Mülls, der durch viele Touristen erzeugt wird, müssen neue Infrastrukturen eingerichtet werden. Der Staat muss reagieren, denn der Müll kann vor allem in Meeres-Regionen noch viel größere Schäden anrichten. Meeresverschmutzung sorgt für Massensterben von verschiedensten Arten. Von Naturschützern wird geschätzt, dass durch Plastik im Meer „Bis zu einer Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger sterben […]“[4]. Natürlich lassen sich diese Zahlen nicht nur auf den Massentourismus zurückverfolgen, aber er trägt definitiv dazu bei. Auch die erhöhten Lärmpegel in Urlaubsregionen dämmen lokale Vogelarten ein.[5]

2.2.2 Allgemeine soziale Auswirkungen

Lärm beeinträchtigt nicht nur die Tierwelt, sondern auch die Einheimischen eines Reiseziels. Ihre Lebensqualität wird durch den Lärm, aber auch durch einen Anstieg in Kriminalität stark beeinflusst, was sich unmittelbar auf den Massentourismus zurückführen lässt. Darüber hinaus kann es bei einer Fremdbestimmung durch zu viele Touristen zu einem Identitätsverlust der Einheimischen kommen. Sie fühlen sich nur noch wie eine Attraktion für Urlauber, deren Kultur künstlich zu Unterhaltungszwecken erhalten wird. Das Phänomen des Identitätsverlusts wird vor allem durch den Massentourismus gefördert, da die Zahl der Besucher häufig die Zahl der Einheimischen überschreitet, aber auch dauerhafte Zuwanderungen fördern diesen Umstand.

2.2.3 Allgemeine ökonomische Auswirkungen des Massentourismus

Überraschenderweise muss auch die Wirtschaft unter dem Massentourismus leiden. Man würde vielleicht vermuten, dass durch die vielen Touristen die Ökonomie eines Reiseziels heftig angekurbelt wird, allerdings lässt sich häufig ein sogenannter Devisenabfluss beobachten, bei dem nur Konzerne und Unternehmer profitieren. Devisenabfluss bedeutet, dass das eingenommene Geld nicht an dem Ort bleibt, an dem es eingenommen wurde, sondern ins Ausland abgeführt wird. Vor allem große Hotelketten leiten ihr Geld ins Ausland weiter, da sie das Geld an anderen Standpunkten brauchen oder Investoren im Ausland bezahlen. Durch den Devisenabfluss können die Bürger einer Urlaubsregion weniger von den Einnahmen des Tourismus profitieren. Darüber hinaus werden Arbeiter in Hotels und Restaurants meistens schlecht bezahlt; Gewinn durch den Tourismus machen also vornehmend Unternehmer. Da Touristen besser zahlen können, laufen Einheimische in Urlaubsregionen Gefahr, sich wegen ansteigender Lebenshaltungskosten und niedriger Löhne, ihr Leben in ihrer Herkunftsregion nicht mehr leisten zu können und umziehen müssen. Eine andere Gefahr, die durch den Massentourismus besteht ist, dass eine Region vom Tourismus abhängig wird und somit bei saisonalem Tourismus immer das Problem der Wirtschaftsschwankungen besteht. Vorstellbar ist auch, dass durch zu viele Touristen ein Ort an Attraktivität verliert, worunter dann die Einheimischen leiden müssen, da ihre ganze Wirtschaft und Infrastruktur auf den Tourismus spezialisiert ist.

3. Warum Mallorca?

Wenn man die beliebte Urlaubsregion betrachtet, fragt man sich wie es überhaupt zu aktuellen Zuständen kommen konnte und warum es die Insel Mallorca traf. Ich werde diesen Fragen auf den Grund kommen und versuchen einen Einblick über die Insel und ihren Tourismus zu gewähren.

3.1 Naturräumliches Potenzial Mallorcas

Mallorca ist eine von vier Inseln der spanischen Inselgruppe der Balearen im Mittelmeer. Von den Inseln Formentera, Ibiza, Menorca und Mallorca, ist Mallorca mit einer Fläche von 3603,7 km2 die größte Insel der Gruppierung und bietet somit den meisten Platz für den Tourismus. Ihre Hauptstadt Palma ist im Südwesten der Insel die größte Stadt. Die nächst gelegene Großstadt auf dem spanischen Festland ist Barcelona, mit einer Entfernung von circa 170 km. Das scheint aber nicht allzu wichtig zu sein, da Mallorca durch einen Internationalen Flughafen, der acht Kilometer vom Stadtzentrum Palmas entfernt liegt, sehr schnell von ganz Europa zu erreichen ist. Dieser ist sogar der dritt größte Flughafen Spaniens. Die nächst größeren Städte Mallorcas sind Santany im Süden, Manacor in Zentral-Mallorca, Arta im Norden und Soller im westlichen Gebirge. Die Amtssprachen Mallorcas sind Katalanisch und Spanisch, gesprochen wird ein Dialekt des Katalanischen, Mallorquinisch.

Natürlich spielt auch das Klima Mallorcas eine große Rolle für den Tourismus. Mit einer Lage von 2-3 Grad Ost und 39-40 Grad Nord, also grade noch in subtropischer Lage, sieht das Klima mit einer maximalen Durchschnitts-Temperatur von 24,6 Grad im August dementsprechend aus. Die jährlich Durschnitts-Temperatur Mallorcas beträgt 16,8 Grad Celsius, der gesamt Niederschlag liegt bei 453 mm jährlich. Der kälteste Monat ist Januar bei 10,2 Grad Celsius, somit beträgt die Temperaturdifferenz für das ganze Jahr 14,4 Grad Celsius.

[...]


[1] Google Anzeige des Reisevergleichportals „Check24“; https://urlaub.check24.de/reisen/spanien/mallorca 06.04.18

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Massentourismus

[3] http://www.spiegel.de/reise/deutschland/deutsche-fliegen-so-viel-wie-nie-griechenland-profitiert-a-1021678.html

[4] https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article113267974/Plastikpartikel-koennen-Menschen-schaden.html

[5] http://www.reisereport.net/bedeutung-des-massentourismus-fuer-mensch-und-umwelt/

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Tourismus auf Mallorca. Fluch oder Segen?
Untertitel
Ökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen des Massentourismus für die Urlaubsregion
Note
14
Autor
Jahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V431175
ISBN (eBook)
9783668741065
ISBN (Buch)
9783668741072
Dateigröße
705 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tourismus, mallorca, fluch, segen, ökonomische, auswirkungen, massentourismus, urlaubsregion
Arbeit zitieren
Liam Bosinius (Autor), 2018, Tourismus auf Mallorca. Fluch oder Segen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431175

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