Aristoteles: Die vier Gründe des Seienden


Hausarbeit, 2001

8 Seiten, Note: 1-

Anonym


Leseprobe

Die vier Gründe des Seienden

(Aristoteles: Physik Buch II Kap. 1 bis 3 / Metaphysik Buch V Kap. 2)

In dem II. Buch, Kapitel 1 bis 3 der Physik behandelt Aristoteles die vier Gründe des Seienden.

Zunächst unterscheidet Aristoteles zwischen Dingen, die von Natur aus da sind, wie etwa Tiere und Pflanzen aber auch einfache Körper wie Erde, Feuer, Luft, Wasser und den Dingen, die auf andere Ursachen zurückzuführen sind. Diesen Gegenständen von Natur aus sei zu eigen, daß sie „in sich selbst einen Anfang von Veränderung und Bestand“[1]haben. Diese Veränderungen könnten Ortsbewegungen, Wachsen und Vergehen oder Eigenschaftsveränderungen sein. Veränderungen würden diesen Gegenständen also nicht von außen aufgezwungen werden, sondern würden auf einem innewohnenden Antrieb beruhen.

Den Dingen von Natur, dieNaturbeschaffenheit haben,stellt Aristoteleskunstgemäß hergestellte Dinge, wie etwa Haus, Liege und Kleid entgegen, die keinen Drang zur Veränderung in sich tragen würden. Diese Dingen würden allenfallsnebenbeiden Drang von Veränderung in sich tragen, insofern, daß sie aus Dingen bestehen oder Dinge enthalten, die diesen Drang in sich tragen würden. Denn Nichts, was hergestellt sei „enthält ja in sich den Anfangsgrund seiner Herstellung“.[2]Der Grund für ihre Herstellung liege also nicht in diesen Dingen selbst, sondern werde von außen an sie herangetragen.

Naturbeschaffenhei,als innewohnende Ursache von Bewegung und Ruhe an den Dingen habe alles, was in sich die Möglichkeit zur selbständigen Veränderung trage, und sei etwasZugrundeliegendesund komme nur an Zugrundeliegendem vor.

Naturgemäßodervon Natur ausnennt Aristoteles die Eigenschaften der Dinge, die ihnen innewohnen, wie etwa dem Feuer der Auftrieb nach oben innewohnt.

Im Gegensatz zu der Existenz von Naturbeschaffenheit, die offensichtlich sei, werde dieNaturanlagebei einigen Denkern als das „erste in einem jeden Vorfindliche“[3], was nicht offensichtlich sein müsse, bestimmt. Als Beispiel führt Aristoteles die Beweisführung des Antiphon an: Grübe man eine Liege in die Erde ein und würde im Zuge der Verrottung ein Keim aus der Liege sprießen, so würde niemals eine Liege daraus entstehen, sondern nur Holz. So sei das eigentliche Wesen des künstlichen Gebildes Liege, deren Bestimmtheit „Liege“ ihm nur nebenbei zukäme, das, was sicherhalte, nämlich Holz.

Das überdauernde Element bzw. Elemente sei die Naturbeschafenheit und das Wesen des Gegenstandes.

So hätten einige Denker versucht, ein Element oder mehrere Elemente als die Naturbeschaffenheit des Gegebenen zu bestimmen, wie etwa Feuer, Luft, Wasser oder Erde. Alles Sein sei nur ein Zustand eine Anordnung oder ein Ereignis dieser zugrunde liegenden unveränderlichen Elemente bzw. Elements.

Hiermit ist die Stoffursache bestimmt als das, was den Dingen, die die Fähigkeit zum Wandel in sich haben, zugrunde liegt, und was sie überdauert.

Als zweite Möglichkeit, vonNaturbeschaffenheitzu sprechen, führt Aristoteles die Form eines Dings, das die Fähigkeit zum Wandel in sich trägt, an.

Zur Bestimmung der Form müsse das Ding seine endgültige Gestalt erreicht haben. Es reiche nicht, wenn es nur der Möglichkeit nach ist, wie etwa ein halbfertiges Haus, da es (noch) kein eigenes bestimmbares Wesen habe.

Als Formursache bestimmt Aristoteles die Gestalt eines Dings, die es uns als eben solches erkennen läßt und die sich allenfalls in Gedanken von ihm ablösen läßt.

So werde Naturbeschaffenheit zum einen als stoffliche Grundlage und zum anderen als Gestalt aufgefaßt.

Die Form seiim höheren MaßeNaturbeschaffenheit, als der Stoff, aus dem ein Ding besteht, da es erst zu einem Bestimmten werde, und als solches benannt werden könne, wenn es seine (vollendete) Zweckform erreicht habe.

[...]


[1]Physik, 192b 14 f.

[2]Physik, 192b 26

[3]Physik, 193a 16 f.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Aristoteles: Die vier Gründe des Seienden
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1-
Jahr
2001
Seiten
8
Katalognummer
V43118
ISBN (eBook)
9783638409919
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aristoteles, Gründe, Seienden
Arbeit zitieren
Anonym, 2001, Aristoteles: Die vier Gründe des Seienden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43118

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