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Aussichten auf stabilen Frieden in Kolumbien? Internationale und nationale Bedingungen für einen erfolgreichen Friedensprozess

Title: Aussichten auf stabilen Frieden in Kolumbien? Internationale und nationale Bedingungen für einen erfolgreichen Friedensprozess

Seminar Paper , 2000 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Désirée Kleiner (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Kolumbien ist, schaut man die Ressourcenmenge, die demokratische Verfassung und die geringe Einwohnerdichte an ein Land, in dem die Gegebenheiten für einen dauerhaften Frieden gegeben sind. Doch die Realität sieht anders aus. Es herrscht seit Jahrzenten ein grausamer Bürgerkrieg. Kolumbien weist die höchste Mordrate der Welt auf. Seit den 90er Jahren werden jährlich 25.000 Menschen erschossen. Die Mordrate liegt damit fast zwanzigmal über der Deutschlands. Über die Ursachen dieses extrem hohen Gewaltniveaus wird in der Literatur heftigst diskutiert. Immer öfter wird von einer eigenen Gewaltkultur gesprochen. In dieser Arbeit sollen jedoch nicht die Ursachen des Konflikts thematisiert werden, sondern der Blick ist auf die Aussichten für eine Beendigung der Gewalt gerichtet.
Viele Menschen in Kolumbien sind des Kriegzustands müde, und so häufen sich in den letzten Jahren die Stimmen, die eine Beendigung der Gewalt und den Frieden fordern. Unter dem jetztigen Präsidenten, Andrés Pastrana, ist sodann auch ein Friedensprozess in Gang gekommen, dessen Erfolg oder Mißerfolg jedoch noch ungewiß ist.
Hier soll nun untersucht werden, ob die Bedingungen zur Einrichtung und Konsolidierung eines stabilen Friedens in Kolumbien überhaupt gegeben sind. Dies geschieht anhand der Bedingungen, die Krumwiede in seinem Buch über Regulierungsmöglichkeiten von Bürgerkriegen aufzählt. Wobei vom traditionellen Bürgerkriegsbegriff, der einen bewaffneten Konflikt zwischen den regulären Streitkräften und militärisch ausgerüsteten Gruppen oder Gliedstaaten bezeichnet, abgewichen werden muß. Fischer folgend, wird “die spezifisch kolumbianische Situation gewaltsamer Auseinandersetzung zwischen bewaffneten Organisationen und sozialen Gruppen [...]als Bürgerkrieg bezeichnet”, in der der Staat nicht mehr den alleinigen Referenzpunkt darstellt. Im Gegensatz zu Krumwiede definiert Fischer einen “modernen” Bürgerkrieg.
Bevor jedoch die Bedingungen besprochen werden können, ist es notwendig, kurz über das Konfliktgeschehen, die Hauptakteure und den Friedensprozess zu informieren.
Die Schlußfolgerungen sollen dann nochmals kurz die Ergebnisse zusammenfassen, einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung wagen und Vorschläge für die Einflußnahme externer Akteure vorstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. KONFLIKTGESCHICHTE UND KONFLIKTAKTEURE

2.1 DAS KONFLIKTGESCHEHEN

2.2 DIE HAUPTAKTEURE

2.3 DER FRIEDENSPROZESS

3. BEDINGUNGEN FÜR EINRICHTUNG UND KONSOLIDIERUNG EINES STABILEN FRIEDENS

3.1 ZUSTIMMUNG ALLER RELEVANTEN GEWALTAKTEURE ZUM FRIEDENSABKOMMEN

3.2 STAATLICHES GEWALTMONOPOL

3.3 RECHTSSTAATLICHE STRUKTUREN

3.4 GEWÄHRLEISTUNG DEMOKRATISCHER PARTIZIPATION

3.5 SOZIALE GERECHTIGKEIT?

3.6 KEIN VETO EINES WICHTIGEN EXTERNEN AKTEURS

4. SCHLUßFOLGERUNGEN

5. LITERATUR:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aussichten auf einen stabilen Frieden in Kolumbien unter der Präsidentschaft von Andrés Pastrana. Dabei wird analysiert, ob die notwendigen nationalen und internationalen Bedingungen für die Einrichtung und Konsolidierung eines Friedensprozesses in Anlehnung an Krumwiedes Kriterien der Bürgerkriegsregulierung gegeben sind.

  • Analyse des komplexen kolumbianischen Konfliktgefüges und seiner Hauptakteure.
  • Untersuchung der Rolle von Guerillagruppen, Paramilitärs und Drogenmafia im Friedensprozess.
  • Bewertung der staatlichen Kapazitäten hinsichtlich Gewaltmonopol und Rechtsstaatlichkeit.
  • Diskussion der Bedeutung externer Akteure wie den USA und der EU für den Friedensverlauf.
  • Reflektion über die Rolle von sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Partizipation.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Konfliktgeschehen

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen, die in Kolumbien in dieser Form schon seit dem kolumbianischen Bürgerkrieg (ab 1948) schwelen, lassen sich in drei verschiedene Typen einteilen. Zum ersten die sozialen und politischen Konflikte, die v.a. auf dem Land ausgetragen werden. Hierbei geht es in erster Linie um die Verteilung von Land und um die Nutzung von Bodenschätzen, wie z.B. Erdöl. Die verschiedenen Guerillagruppen vertreten die Interessen der armen Landbevölkerung sowie der städtischen Unterschichten. Die andere Seite, die Großgrundbesitzer, Bauern mit mittlerem Landbesitz und Wirtschaftsunternehmen, werden von paramilitärischen Organisationen vertreten.

Die zweite Ursache der vielen Toten ist der Konflikt zwischen den marginalisierten städtischen Unterschichten und den mestizischen und weißen Oberschichten. In der 50er Jahren setzte eine starke Urbanisierung ein, weil zunehmend Kleinbauern und Landarbeiter durch die Paramilitärs von ihrem Land vertrieben wurden und ihnen nur noch der Weg in die Städte blieb. Die Städte konnten jedoch nicht genug Arbeit bieten und der informelle Sektor, das Betteln und die Straffälligkeit nahm rasant zu. Bei den mittleren- und oberen Schichten löst dies Angstreaktionen aus. Soziale Säuberungen (limpieza social) in den armen Vierteln der größeren Städte sind nur eine, der dadurch ausgelösten Gewaltreaktionen.

Der dritte Konfliktherd ist der Konflikt zwischen dem organisierten Verbrechen, in Kolumbien v.a. in Verbindung mit Drogenhandel, und dem Staat. Diese Auseinandersetzung, die Ende der 80er begann, wird auch als “Drogenkrieg” bezeichnet. Die Drogenbosse/-kartelle schaffen sich den rechtsfreien Raum, den sie brauchen, mit Hilfe eigens dafür ausgebildeter, paramilitärischer Gruppen und bezahlter Killer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die gewaltsame Ausgangslage Kolumbiens und definiert den methodischen Rahmen, um die Aussichten auf einen dauerhaften Frieden zu untersuchen.

2. KONFLIKTGESCHICHTE UND KONFLIKTAKTEURE: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen der Gewalt, klassifiziert die zentralen Konfliktherde und stellt die involvierten Akteure wie Guerilla, Paramilitärs und Drogenmafia vor.

3. BEDINGUNGEN FÜR EINRICHTUNG UND KONSOLIDIERUNG EINES STABILEN FRIEDENS: Hier wird anhand von Krumwiedes Kriterien geprüft, inwieweit Faktoren wie das staatliche Gewaltmonopol, Rechtsstaatlichkeit und die Zustimmung der Akteure für den Friedensprozess erfüllt sind.

4. SCHLUßFOLGERUNGEN: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Erfolgsaussichten und formuliert Empfehlungen für das Eingreifen externer Akteure zur Unterstützung des Friedensprozesses.

5. LITERATUR:: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen, Fachzeitschriften und Internetressourcen auf, die zur Analyse der kolumbianischen Konfliktlage herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Kolumbien, Bürgerkrieg, Friedensprozess, FARC, ELN, Paramilitärs, Drogenhandel, Staatsgewalt, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Partizipation, Soziale Gerechtigkeit, Plan Kolumbien, Externe Akteure, Gewaltkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Erfolgsaussichten für einen stabilen Frieden in Kolumbien während der Ära von Präsident Andrés Pastrana vor dem Hintergrund eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen das komplexe Zusammenwirken von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren sowie die strukturellen Voraussetzungen, die für eine erfolgreiche Konfliktregulierung erforderlich sind.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Dokuments?

Es wird untersucht, ob die Bedingungen für die Einrichtung und Konsolidierung eines stabilen Friedens in Kolumbien aktuell gegeben sind, gemessen an Kriterien für die Regulierung von Bürgerkriegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse, die theoretische Bedingungen für die Friedenskonsolidierung von Krumwiede auf die spezifische Situation in Kolumbien anwendet.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Konfliktgeschichte mit ihren Akteuren (Guerilla, Militär, Drogenmafia) und eine detaillierte Prüfung von Gelingensbedingungen wie Gewaltmonopol, Justizreform und externem Einfluss.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Kolumbien, Friedensprozess, staatliches Gewaltmonopol, Guerilla, Paramilitarismus und die Rolle externer Akteure wie der USA.

Welche Rolle spielen die USA im kolumbianischen Friedensprozess laut Autor?

Der Autor stuft die USA als problematischen Akteur ein, da deren Interessen stark auf den Drogenkrieg und wirtschaftliche Vorteile fokussiert sind, was sie eher als "Konfliktdiktator" agieren lässt.

Warum wird die Einbeziehung der Paramilitärs als kritisch bewertet?

Die Nichteinbeziehung der Paramilitärs verhindert eine umfassende Befriedung, da diese als kriegsführende Partei existenzielle Interessen am Fortbestand des Konflikts haben.

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Details

Title
Aussichten auf stabilen Frieden in Kolumbien? Internationale und nationale Bedingungen für einen erfolgreichen Friedensprozess
College
University of Freiburg
Grade
1,3
Author
Désirée Kleiner (Author)
Publication Year
2000
Pages
19
Catalog Number
V43136
ISBN (eBook)
9783638410076
Language
German
Tags
Aussichten Frieden Kolumbien Internationale Bedingungen Friedensprozess
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Désirée Kleiner (Author), 2000, Aussichten auf stabilen Frieden in Kolumbien? Internationale und nationale Bedingungen für einen erfolgreichen Friedensprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43136
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