In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema der Sozialraumorientierung. Im ersten Teil stelle ich den Begriff der Stadtteilbezogenen Arbeit nach Wolfgang Hinte vor. Ich habe mich an einem älteren Text von ihm orientiert, der den Stadtteilbezug hauptsächlich auf die Gemeinwesenarbeit bezieht und habe neuere Zitate von Hinte aus der schriftlichen Ausarbeitung zum Referat „Sozialraumorientierung gegenüber der Dominanz der Einzelfallhilfe“ von Björn Dölling und Tobias Sauer genutzt.
Im zweiten Teil stelle ich mit Hilfe des Stuttgarter Modells vor, wie in diesem Projekt die Sozialraumorientierung in die Praxis der Schulsozialarbeit umgesetzt wird. Danach möchte ich mich kritisch mit dem Begriff der Sozialraumorientierung auseinandersetzen und nutze dazu die wieder die Ausarbeitung von Björn Dölling und Tobias Sauer und zusätzlich die Abhandlung von Albert Krölls. Hervorgehen aus der Bearbeitung mit dem Text von Albert Krölls, stelle ich im vierten Teil seine Sichtweise der rechtlichen Zulässigkeit von Sozialraumbudgetierung vor. Nach dem ersten und dem zweiten Kapitel werde ich, der Übersicht halber, jeweils ein Zwischenfazit ziehen und die Arbeit mit einem Gesamtfazit abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE THEORIE DER SOZIALRAUMORIENTIERUNG AM BEISPIEL DER GEMEINWESENARBEIT NACH WOLFGANG HINTE
3. WIE SOZIALRAUMORIENTIERUNG UMGESETZT WERDEN SOLL? BEISPIELE AUS DEM STUTTGARTER MODELL
4. AUFBRUCH ZU NEUEN UFERN? KRITISCHE SICHT AUF DIE SOZIALRAUMORIENTIERUNG
5. DIE RECHTLICHEN GRUNDANFORDERUNGEN AN DIE SOZIALRAUMBUDGETIERUNG NACH ALBERT KRÖLLS
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit, beleuchtet dessen Umsetzung am Beispiel der Schulsozialarbeit im Stuttgarter Modell und bewertet kritisch die damit verbundenen ökonomischen und rechtlichen Implikationen, insbesondere im Hinblick auf Sozialraumbudgetierungen.
- Theoretische Grundlagen der Sozialraumorientierung nach Wolfgang Hinte
- Praktische Umsetzung in der Schulsozialarbeit (Stuttgarter Modell)
- Kritische Analyse von Sozialraumbudgetierungen als Kostensparinstrument
- Rechtliche Bewertung der Sozialraumbudgetierung nach Albert Krölls
- Konfliktverhältnis zwischen Einzelfallhilfe und sozialräumlichen Ansätzen
Auszug aus dem Buch
3. Wie Sozialraumorientierung umgesetzt werden soll? Beispiele aus dem Stuttgarter Modell
„Der Stuttgarter Gemeinderat beschloss 1998 ein auf drei Jahre terminiertes Modellvorhaben zu fördern und evaluieren zu lassen, in dem eine spezifische sozialraumverankerte Variante von Schulsozialarbeit erprobt werden sollte. In sprachlicher Hinsicht wurde versucht, den Begriff ‚Schulsozialarbeit‘, mit dem in Fachkreisen eine Vollzeitstelle an einer Schule verbunden wurde, zu vermeiden; deshalb firmierte diese Variante dann als ,Stuttgarter Modell‘ der Sozialarbeit an Hauptschulen. Mit diesem Vorhaben wurde von der Stadt an dem seit 1993 bestehenden Engagement im Bereich der engen Kooperation von Jugendhilfe und Schule angeknüpft und eine fachlich tragfähige Kompromisslösung zwischen der großen Nachfrage an Schulsozialarbeit und den begrenzten Jugendhilfemitteln getestet.“
Das Stuttgarter Modell paßte recht gut in den seit 1997 laufenden Umbau der Erziehungshilfen, der darauf abzielte „die angebotsorientierte Erziehungshilfe durch prozess- und nachfrageorientierte Praxis abzulösen und den gesamten Bereich der Hilfen zur Erziehung zu regionalisieren.“
Doch was sollte das Stuttgarter Modell von der herkömmlichen Schulsozialarbeit unterscheiden?
In einer Rahmenvereinbarung legten die Stuttgarter Jugendhilfeplanung und die Träger der Jugendhilfe die Ziele und Aufgaben der Sozialarbeit an Hauptschulen fest. Durch die Sozialarbeit sollte „die frühzeitige Wahrnehmung von Problemlagen und die Entwicklung gemeinsamer Handlungsschritte erreicht werden.“ Die Schulen sollten das System der Sozialarbeit besser kennenlernen und Hilfeleistungen frühzeitiger in Anspruch nehmen können. Gleichzeitig war das System Schule gefordert sich den Lebenslagen von Schülern und Eltern anzunehmen und sich ihrem Umfeld zu öffnen. Diese „Öffnung“ bedurfte einer intensiven Stadtteilorientierung der Schulen und der Einrichtungen der Jugendhilfe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Autorin legt die Zielsetzung ihrer Hausarbeit dar, welche eine theoretische Einführung in die Sozialraumorientierung mit einer Praxisanalyse des Stuttgarter Modells sowie einer kritischen rechtlichen und sozialpolitischen Reflexion verbindet.
2. DIE THEORIE DER SOZIALRAUMORIENTIERUNG AM BEISPIEL DER GEMEINWESENARBEIT NACH WOLFGANG HINTE: Dieses Kapitel erarbeitet die Kritik an der Spezialisierung in der Sozialen Arbeit und stellt Hintes Forderung nach einem Umdenken „vom Fall zum Feld“ vor.
3. WIE SOZIALRAUMORIENTIERUNG UMGESETZT WERDEN SOLL? BEISPIELE AUS DEM STUTTGARTER MODELL: Hier wird die praktische Umsetzung sozialraumorientierter Schulsozialarbeit im Stuttgarter Modell als Antwort auf Ressourcenknappheit und den Wunsch nach Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe detailliert.
4. AUFBRUCH ZU NEUEN UFERN? KRITISCHE SICHT AUF DIE SOZIALRAUMORIENTIERUNG: Dieser Abschnitt thematisiert die Kritik am Sozialraumbudget, das hier primär als Instrument zur Kostenreduzierung und nicht zur qualitativen Verbesserung gesehen wird.
5. DIE RECHTLICHEN GRUNDANFORDERUNGEN AN DIE SOZIALRAUMBUDGETIERUNG NACH ALBERT KRÖLLS: Auf Basis von Albert Krölls wird die rechtliche Zulässigkeit der Sozialraumbudgetierung geprüft, insbesondere im Hinblick auf Trägerpluralität, Wunsch- und Wahlrecht sowie verwaltungsverfahrensrechtliche Standards.
6. FAZIT: Die Autorin schließt mit der Einschätzung, dass Sozialraumorientierung oft mit Kostensparmaßnahmen verknüpft ist und ein künstlicher Konkurrenzkampf zwischen Einzelfallhilfe und sozialräumlichen Ansätzen besteht.
Schlüsselwörter
Sozialraumorientierung, Schulsozialarbeit, Stuttgarter Modell, Gemeinwesenarbeit, Jugendhilfe, Budgetierung, Einzelfallhilfe, Sozialraumbudget, Kostensparen, Trägerpluralität, Wunsch- und Wahlrecht, KJHG, Sozialpolitik, Soziale Arbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der Sozialraumorientierung, insbesondere in Abgrenzung zur traditionellen Einzelfallhilfe sowie deren Implementierung in der Schulsozialarbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Theorie der Sozialraumorientierung nach Wolfgang Hinte, die Praxisbeispiele des Stuttgarter Modells sowie die rechtliche und ökonomische Kritik an Sozialraumbudgetierungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Sozialraumorientierung nicht nur als fachliche Innovation, sondern kritisch als ein mit Budgetierungszwängen verbundenes Instrument der Sozialverwaltung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis ausgewählter Fachliteratur, Projektberichte und rechtlicher Analysen (insbesondere von Albert Krölls) eine diskursive Auseinandersetzung führt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine empirisch angelehnte Praxisbeschreibung anhand des Stuttgarter Modells und eine kritische Auseinandersetzung mit den rechtlichen sowie ökonomischen Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Sozialraumorientierung, Schulsozialarbeit, Stuttgarter Modell, Budgetierung, Jugendhilfe und Trägerpluralität sind die zentralen Begriffe.
Warum kritisiert die Autorin die „Clearing-Stellen-Funktion“ im Stuttgarter Modell?
Sie hinterfragt den Nutzen der frühzeitigen Stigmatisierung von Schülern durch Lehrkräfte und befürchtet eine rein effizienzorientierte Kontrolle statt einer echten pädagogischen Unterstützung.
Welches rechtliche Kernproblem sieht Albert Krölls in der Sozialraumbudgetierung?
Krölls sieht eine Gefährdung der Trägerpluralität sowie des gesetzlich verankerten Wunsch- und Wahlrechts der Leistungsberechtigten durch die Schaffung von Monopolstrukturen bei der Auftragsvergabe.
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- Wiebke Teichert (Author), 2004, Sozialraumorientierung: Die stadtteilbezogene Arbeit und das Stuttgarter Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43142