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Die hierarchische Geschlechterdifferenz unter dem Blickpunkt von Männlichkeiten in der Globalisierung

Title: Die hierarchische Geschlechterdifferenz unter dem Blickpunkt von Männlichkeiten in der Globalisierung

Term Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Uta Winter (Author)

Psychology - Social Psychology
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Besonders im 20. und 21. Jahrhundert wuchs vor allem in den westlichen Industrieländern auf allen Gesellschaftsebenen das Bedürfnis nach der Frage einer Chancengleichheit von Männern und Frauen und auch verschiedenen sozialen Schichten, welche im Zusammenhang mit den globalen, wirtschaftlichen Entwicklungen seine Legitimation erfuhr und weiterhin erfährt. Die aktuelle wirtschaftliche Hauptströmung, der kapitalistisch ausgerichtete Neoliberalismus, wird als „Ära der Globalisierung“ betitelt.

Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff des Neoliberalismus, der in aller Munde ist, und sich so schwer auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner bringen lässt?

Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage erscheinen die Mechanismen der kapitalistischen Entgrenzung entscheidend, die mittels globaler Netzwerke eine Verdichtung und Expansion ökonomisch ausgerichteter Handlungsräume forcieren, welche gleichzeitig (national-) politische Handlungsräume einengen. Die Ideologie und Praxis des Neoliberalismus ist Bestandteil konstruierter gesellschaftlicher und staatlicher Wirklichkeit mit mittelbarer und unmittelbarer Auswirkung auf die Bewältigung des Alltags der in den Staatsgebilden lebenden Menschen. Das bedeutet, dass die globale Vernetzung der Welt bestehende national lokalisierte soziale und wirtschaftliche Ordnungen infiltriert und verändert.
Die Wirkungsmechanismen des marktfundamentalistischen und aggressiv monetaristischen Neoliberalismus sind eng mit maskulinistischen Prinzipien verquickt.

Die gesellschaftlichen Bedingungen und Dynamiken werden in diesem Artikel unter dem Blickpunkt auf die hierarchische Geschlechterdifferenz unter der scheinbaren Gleichstellung im Neoliberalismus kritisch hinterfragt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstruktionsdimensionen von Männlichkeiten

2.1. Interaktion von Geschlecht

2.2. Männliche Körperlichkeit und Globalisierung

3. Die Veränderung traditioneller Männlichkeit im Neoliberalismus

3.1. Konsequenz

4. Das Individuum zwischen Anerkennung und Selbstbehauptung

5. Die Bedeutung männlicher Gewalt im Rahmen der Globalisierung

6. Fazit und weiterführende Fragestellung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die hierarchische Geschlechterdifferenz im Kontext der Globalisierung und des Neoliberalismus mit einem Fokus auf die Konstruktion von Männlichkeiten. Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen individuellen Lebenswelten und globalen, gesellschaftlichen Machtstrukturen zu analysieren und zu hinterfragen, wie sich tradierte Männlichkeitsbilder unter dem Einfluss ökonomischer Umbrüche verändern und durch welche Mechanismen Macht und Gewalt in diesem Spannungsfeld konstituiert werden.

  • Konstruktionsdimensionen von Männlichkeiten im gesellschaftlichen Wandel
  • Wechselwirkung zwischen individueller Anerkennung und Selbstbehauptung
  • Einfluss neoliberaler Strukturen auf traditionelle Geschlechterrollen
  • Bedeutung männlicher Gewalt als Bewältigungsprinzip in der Globalisierung
  • Die Rolle der Psychoanalyse für das Verständnis von Machtkonstellationen

Auszug aus dem Buch

2.2. Männliche Körperlichkeit und Globalisierung

„Die alltägliche Lebensführung wird durch vergeschlechtliche Prozesse in ein geordnetes Verhältnis zum Schauplatz der Reproduktionsarbeit gebracht, der durch körperliche Strukturen und Prozesse menschlicher Reproduktion definiert wird.“ Körperliche „Ausdruckshandlungen“ wie beispielsweise das Gebären von Kindern, sexuelle Erregung und Geschlechtsverkehr, oder die Pflege und das Erziehen von Kindern, werden auf der Basis hierarchischer Geschlechterdifferenz in den Körpern konstituiert. Gefühle, Handlungen und menschliche Konfigurationen überhaupt werden in den Strukturen vergechlechtlicher Prozesse geregelt. Einerseits schöpfen Individuen dabei aus den ihnen vermittelten Konzepten und gestalten andererseits Geschlechterverhältnisse mit. Obwohl sich hier, wie bereits oben erwähnt, die Frage stellt, inwieweit ein von der Gesellschaft geprägtes Individuum selbständig und individuell aktiv handelt. Eigenständiges, der eigenen Persönlichkeit entsprechendes Handeln beinhaltet jedenfalls eine intensive Selbstreflexion.

Trotz dieses Einwurfes kann man von unterschiedlichen Ausprägungen und Konzepten von sich verändernden Männlichkeiten in einer Gesellschaft sprechen. Denn Männlichkeiten werden den Individuen nicht schablonenartig aufoktroyiert, sondern bilden sich auch unter der aktiven Mitgestaltung der beteiligten Individuen heraus und verändern sich in den dynamischen Strukturen von Zeitgeistern und historischen Wandlungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale kapitalistische Entwicklung und den Neoliberalismus als Rahmenbedingungen, die bestehende Geschlechterordnungen infiltrieren und die hierarchische Konstruktion von Männlichkeit maßgeblich mitgestalten.

2. Konstruktionsdimensionen von Männlichkeiten: Dieses Kapitel analysiert, wie physiologische Unterschiede soziokulturell zu Geschlechterhierarchien überhöht werden und wie insbesondere die männliche Körperlichkeit in den Prozess der gesellschaftlichen Machtkonstitution eingebettet ist.

3. Die Veränderung traditioneller Männlichkeit im Neoliberalismus: Es wird untersucht, wie neoliberale Wirtschaftslogiken das tradierte männliche Ernährerideal untergraben und zu einer neuen, ästhetisierten Form der maskulinen Narzissmus-Kultur führen.

4. Das Individuum zwischen Anerkennung und Selbstbehauptung: Unter Rückgriff auf psychoanalytische Theorien wird das Spannungsfeld zwischen dem Bedürfnis nach Anerkennung und dem Streben nach Selbstbehauptung als zentrale Triebfeder für Macht- und Herrschaftsverhältnisse beleuchtet.

5. Die Bedeutung männlicher Gewalt im Rahmen der Globalisierung: Hier wird Gewalt als ein Bewältigungsmechanismus für Männer interpretiert, deren hegemoniale Position durch den sozioökonomischen Wandel ins Wanken gerät.

6. Fazit und weiterführende Fragestellung: Das Fazit stellt fest, dass Globalisierung und Neoliberalisierung keine homogenen Prozesse sind und plädiert für eine differenzierte Untersuchung der komplexen, ineinandergreifenden sozialen Ebenen bei der Konfiguration von Männlichkeiten.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Neoliberalismus, Männlichkeiten, Geschlechterdifferenz, Machtausübung, Identität, Körperlichkeit, Sozialisation, Narzissmus, Gewalt, Anerkennung, Selbstbehauptung, Patriarchat, Strukturwandel, Herrschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen globalen ökonomischen Prozessen (Globalisierung, Neoliberalismus) und der sozialen Konstruktion von Männlichkeit sowie der damit verbundenen hierarchischen Geschlechterordnung.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Konstruktion von Geschlechteridentitäten, die Bedeutung der männlichen Körperlichkeit, die Auswirkungen des Neoliberalismus auf traditionelle Männlichkeitsbilder und die Funktion von Gewalt als Instrument zur Identitätsbewältigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Schnittstelle zwischen gesellschaftlichen Machtstrukturen (Makroebene) und individuellen psychischen Konstruktionsprozessen (Mikroebene) zu beleuchten, um die Entstehung von Machtgefällen und Gewalt in der modernen Gesellschaft zu verstehen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische Theorien (u.a. Goffman, Connell) mit psychoanalytischen Ansätzen (u.a. Freud, Benjamin) kombiniert, um gesellschaftliche Dynamiken kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Konstruktionsdimensionen von Männlichkeiten, der Transformation traditioneller Männlichkeit unter dem Neoliberalismus, der Dynamik zwischen Anerkennung und Selbstbehauptung sowie der Rolle männlicher Gewalt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Globalisierung, Neoliberalismus, Männlichkeit, Macht, Gewalt, Geschlechterdifferenz, Identität und Narzissmus.

Wie unterscheidet sich die Arbeit von rein biologischen Erklärungsmodellen?

Die Arbeit lehnt rein biologische Erklärungen für männliches Verhalten ab und argumentiert stattdessen, dass Männlichkeit eine soziale und politische Konstruktion ist, die in historischen und wirtschaftlichen Kontexten ständig neu verhandelt wird.

Inwiefern spielt der Begriff des „Narzissmus“ eine zentrale Rolle?

Der Narzissmus wird als eine Barriere zur Überwindung des Selbst interpretiert, die in einer Konfliktspirale aus emotionaler Abhängigkeit und dem Wunsch nach absoluter Kontrolle mündet, was wiederum Machtverhältnisse stabilisiert.

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Details

Title
Die hierarchische Geschlechterdifferenz unter dem Blickpunkt von Männlichkeiten in der Globalisierung
College
LMU Munich  (Department Psychologie - Sozialpsychologie)
Grade
1
Author
Uta Winter (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V43152
ISBN (eBook)
9783638410212
ISBN (Book)
9783638656993
Language
German
Tags
Geschlechterdifferenz Blickpunkt Männlichkeiten Globalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Uta Winter (Author), 2005, Die hierarchische Geschlechterdifferenz unter dem Blickpunkt von Männlichkeiten in der Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43152
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