Diese Arbeit widmet sich der Fragestellung, inwiefern die Perspektivität der Figuren Kafkas ihnen noch die Möglichkeit lässt, sichere Aussagen zu treffen oder wie zweifelhaft doch ihr gesamtes Weltwissen ist. Zu diesem Zweck bietet sich die Analyse zweier Texte an, nämlich der kurzen Erzählung „Auf der Galerie“ und des Kapitels „Im Dom“ aus dem Romanfragment „Der Prozess“, weil diese die Standortgebundenheit und die Wahrnehmungsgrenzen ihrer Protagonisten in hohem Maße und auf unterschiedliche Weisen zum Gegenstand haben.
Ein weiterer Vorteil dieser Auswahl ist, dass sie sowohl Kafkas Kurzprosa als auch eines der Romanfragmente und damit ein differenzierteres Spektrum seines Gesamtwerks berücksichtigt. Es ist nicht die Absicht der vorliegenden Abhandlung, die Vielzahl der bestehenden Deutungen der behandelten Texte pauschal zu verwerfen, vielmehr soll eine ihrer strukturellen Grundlagen beleuchtet werden, die andere Interpretationen stützen oder auch widerlegen kann.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kafkas Figuren zwischen Wahrnehmung und Wahrheit
- Auf der Galerie
- Im Dom
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert zwei Texte von Franz Kafka, "Auf der Galerie" und "Im Dom" aus dem Romanfragment "Der Prozess", um zu untersuchen, inwiefern die Perspektivität der Figuren ihnen sichere Aussagen über ihre Umwelt ermöglicht oder ob ihr Weltwissen durch ihre beschränkte Wahrnehmung verzerrt wird.
- Die Rolle der Wahrnehmung in Kafkas Werken
- Die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Wahrheit in den Texten
- Die Auswirkungen der Standortgebundenheit auf die Figuren
- Die Interpretation von Kafkas Texten im Kontext der Perspektivität
- Die Analyse der formalen und inhaltlichen Aspekte der Texte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Wahrnehmung in Kafkas Werken ein und erläutert den Forschungsstand zu diesem Thema. Sie stellt die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit dar und definiert zentrale Begriffe wie "Wahrheit" und "Wahrnehmung" im Kontext der fiktiven Welt der Texte.
Das Kapitel "Auf der Galerie" analysiert die Erzählung aus der Sicht eines Galeriebesuchers und untersucht, ob die Wahrnehmung des Protagonisten der Wahrheit entspricht. Es analysiert die Struktur des Textes und die formalen und inhaltlichen Merkmale, um den Wahrheitsgehalt der Eindrücke des Galeriebesuchers zu beurteilen.
Schlüsselwörter
Franz Kafka, Wahrnehmung, Wahrheit, Perspektivität, Standortgebundenheit, Figuren, "Auf der Galerie", "Im Dom", "Der Prozess", Kurzgeschichte, Romanfragment, Erzählperspektive, Deutungsansätze.
Häufig gestellte Fragen
Können Kafkas Figuren sicheres Wissen über ihre Welt erlangen?
Die Arbeit untersucht, wie die eingeschränkte Perspektivität der Figuren dazu führt, dass ihr Weltwissen oft zweifelhaft und verzerrt bleibt.
Welche Texte von Kafka werden analysiert?
Analysiert werden die Erzählung „Auf der Galerie“ und das Kapitel „Im Dom“ aus dem Romanfragment „Der Prozess“.
Was bedeutet „Standortgebundenheit“ bei Kafka?
Es beschreibt die physische und psychische Position einer Figur, die ihre Wahrnehmungsgrenzen definiert und eine objektive Wahrheit verhindert.
Welche Diskrepanz besteht in „Auf der Galerie“?
Die Arbeit untersucht den Gegensatz zwischen dem schönen Schein der Zirkuswelt und der möglicherweise grausamen Realität dahinter.
Wie beeinflusst die Erzählperspektive das Verständnis der Wahrheit?
Durch die Analyse der formalen Struktur zeigt die Arbeit, wie Kafka durch perspektivisches Erzählen die Unterscheidung zwischen Wahn und Wirklichkeit erschwert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Zwischen Wahrnehmung und Wahrheit. Eine Untersuchung über die Perspektivität bei Kafkas Figuren und deren Möglichkeit, sicheres Wissen über ihre Welt zu erwerben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431622