In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich mit den Erziehungstheorien von Jean-Jacques Rousseau beschäftigen, anhand aktueller Praxisbeispiele deren Aktualität überprüfen und auf eventuelle Probleme bzw. fehlende Belehrung für die heutige Erziehung hinweisen.
Der Fokus soll dabei besonders auf die Moral, als Ziel der Erziehung und Bildung gelegt werden.
Für die Lehren des Rousseaus findet man viel begeisterte Anerkennung aber auch Skepsis und Kritik. Ihm ist es gelungen, in einem Zeitalter, in dem man die Kindheit nicht kannte, durch genaue Beobachtung und viel Nachdenken, Theorien und Praxisbeispiele über erfolgreiche Erziehung zu verfassen, die sich nicht den damals herrschenden Ansichten anschloss.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Themenauswahl
1.2 Darstellung der Position
2. Praxisbeispiele
2.1 Schilderung des Sachverhaltes und Problemanalyse
2.2 Problemanalyse
3. Kritische Abschlussreflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogischen Erziehungstheorien von Jean-Jacques Rousseau, um deren Aktualität anhand heutiger Praxisbeispiele kritisch zu hinterfragen und Probleme bei der Umsetzung in modernen Erziehungskontexten aufzuzeigen.
- Analyse von Rousseaus Bild vom Menschen und der Rolle der Moral in der Erziehung.
- Untersuchung des Konzepts der negativen und indirekten Erziehung.
- Bewertung der Anwendbarkeit Rousseauscher Prinzipien auf heutige schulische und gesellschaftliche Alltagssituationen.
- Reflexion über das Spannungsfeld zwischen idealisierter Theorie und pädagogischer Realität.
Auszug aus dem Buch
1.2 Darstellung der Position
Um Rousseaus Theorie besser zu verstehen möchte ich seine Position und seine Sicht vom Menschen, der Erziehung und Bildung kurz darstellen.
Seine Grundeinstellung ist, dass alles gut ist, „wie es aus den Händen des Schöpfers kommt“. (Rousseau 1978 S.9) Erst durch die Erziehung, von Natur, Mensch und Dinge, wird er zum Menschen. (vgl. Rousseau 1978 S.10) Nach seiner Vorstellung ist es lehrreich wenn Kinder eine negative und indirekte Erziehung in der Natur erhalten, denn dadurch werden sie nicht durch die allgemein verdorbene Menschheit und Kultur beeinflusst.
Nach Rousseau bringt es den meisten Nutzen, wenn Kinder „nur aus der Erfahrung lernen“ (Rousseau 1978 S.71) und von der Natur selbst erzogen werden, dabei tritt der Erzieher als Arrangeur in den Hintergrund und beeinflusst die Situationen ohne dabei Regeln, Gebote und daraus resultierender Tadel selbst anzuwenden oder Bestrafung zu gebrauchen. Die Bestrafung soll nach Rousseau, natürliche Folge böser Handlung sein und nicht vom Erzieher ausgehen. (vgl. Rousseau 1978 S. 81)
Die Sittenlehre für jedes Alter ist nach Rousseau „niemals jemanden etwas Böses zuzufügen.“ Alles andere, selbst „Gutes zu tun“, soll diesem Gebot untergeordnet sein. (Rousseau 1978 S. 86) In seinem Buch „Über die Ungleichheit“ erfahren wir viel über seine Ansicht zum Thema „Moral als Ziel der Erziehung und Bildung“. Rousseau behauptet, dass der Mensch im Naturzustand am meisten Mitleid empfindet. Er vergleicht den Menschen mit einem Tier, das umso mehr Mitleid empfindet „je inniger sich das zuschauende Tier mit dem leidenden Tier identifiziert.“ (Rousseau 1755 S.175) Erst das philosophische Denken und Abwägen der Sache bringt den Menschen zur Selbstliebe und dem überlegten nachdenken, ob und wie das jeweilige Mitleidsgefühl dem Eigenen schadet. Dabei unterscheidet er Selbstliebe und Eigenliebe, „Die Selbstliebe, die sich selbst genügt, ist zufrieden, [….] Die Eigenliebe aber stellt immer vergleiche und ist nie zufrieden.“ (Rousseau 1978 S. 213) Die zwischenmenschliche Leidenschaft der Selbstliebe, beherrscht die Gefühlswelt, und zeigt sich entweder in Sympathie oder Antipathie, Zu- oder Abneigung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, begründet die Wahl der Erziehungstheorien von Jean-Jacques Rousseau und definiert den Fokus auf die Moral als Erziehungsziel.
2. Praxisbeispiele: Hier wird die Theorie Rousseaus anhand konkreter Alltagssituationen wie dem Verhalten von Kindern im Schnee oder in schulischen Umfeldern auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüft.
3. Kritische Abschlussreflexion: Der Autor zieht ein Fazit über die Bedeutung von Rousseaus Ansätzen für das heutige Verständnis von Kindheit und erörtert die Notwendigkeit einer kritischen Anpassung seiner Thesen an die Moderne.
Schlüsselwörter
Jean-Jacques Rousseau, Erziehungstheorie, Moral, Bildung, Mitleid, Selbstliebe, indirekte Erziehung, Pädagogik, Kindheitsbild, Naturzustand, Ethik, Erzieherrolle, Selbstentdeckendes Lernen, Sozialisation, Lehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den pädagogischen Theorien von Jean-Jacques Rousseau, insbesondere mit seinem Verständnis von Moral als zentralem Ziel von Erziehung und Bildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören das Menschenbild Rousseaus, das Konzept der negativen Erziehung, die Rolle des Mitleids im Naturzustand sowie die Herausforderungen, diese theoretischen Ansätze in der heutigen Erziehungspraxis anzuwenden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Rousseaus theoretische Positionen darzustellen und deren Aktualität und Anwendbarkeit auf heutige pädagogische Probleme kritisch zu überprüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse der Werke Rousseaus und ergänzt diese durch eine kritische Reflexion und Verknüpfung mit aktuellen, praxisnahen Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Positionierung Rousseaus konkrete Praxisbeispiele (z.B. Erziehungssituationen) analysiert und die theoretischen Konzepte auf ihre Umsetzbarkeit und etwaige Defizite in der modernen Erziehung hin untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Rousseau, Erziehungstheorie, Moral, Mitleid, indirekte Erziehung und pädagogische Praxis.
Warum hält der Autor Rousseaus Lehre zwar für mutig, aber nicht vollständig zeitgemäß?
Der Autor argumentiert, dass während Rousseaus Betonung des selbstentdeckenden Lernens wegweisend war, seine Vorstellung einer Erziehung ohne direkte Führung in der modernen, komplexen Gesellschaft oft an praktische Grenzen stößt.
Wie bewertet der Autor den Widerspruch zwischen Rousseaus Pädagogik und seiner Biografie?
Der Autor äußert Skepsis gegenüber Rousseaus Schriften, da der Theoretiker seine eigenen Kinder im Findlingshaus abgab, was einen starken Kontrast zu seinen Idealen einer idealen Erziehung darstellt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Moral als Ziel von Erziehung. Erziehungstheorien nach Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431623