Einführung der Lektion 15 und der drei-, zwei- und einendigen Adjektive der i-Deklination

Schulpraktische Übung Latein


Seminararbeit, 2010
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1 Bedingungsanalyse
1.1 Lerngruppenanalyse
1.2 Räumliche und Materielle Bedingungen

2 Sachanalyse
2.1 Cursus Lektion 15 – Neue Adjektive
2.2 Dreiendige Adjektive
2.3 Zweiendige und einendige Adjektive
2.4 Kongruenz

3 Didaktische Analyse
3.1 Einordnung in das Kerncurriculum
3.2 Didaktische Struktur
3.3 Lernziele
3.4 Didaktische Reserve

4 Methodische Analyse
4.1 Methodische Reihenfolge
4.2 Unterrichtsmethoden, Sozialformen und Medien

5 Geplanter Stundenverlauf

6 Reflexion der Unterrichtseinheit

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang
Arbeitsblatt
Tafelbild

1 Bedingungsanalyse

1.1 Lerngruppenanalyse:

Der Kurs besteht aus13 Schülern, davon 9 Jungen und 4 Mädchen. Er ist aus 4 Klassen zusammengesetzt und besteht aus den Lateinschülern, die Latein als 2. Fremdsprache belegen. Die Schüler belegen Latein als Hauptfach mit 4 Wochenstunden.

Die Leistungsbereitschaft des Kurses ist zufrieden stellend. Fast alle Schüler beteiligen sich aktiv am Unterricht, lediglich 4 Schüler zeigen nur geringe Leistungsbereitschaft. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Leistungsbereitschaft teilweise von der Tagesform und Uhrzeit abhängt. Die Schüler sind dienstags zur zweiten und dritten Stunde oft konzentrierter und aufmerksamer als Donnerstags zur fünften und sechsten Stunde. Hierbei muss besonders das Augenmerk auf die Motivation der Schüler gelegt werden.

Auffällig ist auch die Unterrichtsbeteiligung im Vergleich von Mädchen und Jungen. Die Jungen der Klasse sind aufgeweckt und nehmen regen Anteil am Unterricht, wobei die Mädchen sich sehr in Zurückhaltung üben.

Das Unterrichtsklima ist im Großen und Ganzen ganz gut. Sehr selten gibt es Nebentätigkeiten der Schüler wie aus dem Fenster schauen oder mit Mitschülern reden.

Die Schüler sind aufgrund der ersten Begegnung mit der ihnen unbekannten Sprache, sehr motiviert und haben eine positive Haltung zum Fach Latein.

Das Lehrer-Schülerverhältnis ist als locker und entspannt anzusehen. Die Schüler respektieren ihren Lehrer sehr und folgen dementsprechend gut dem Unterricht. Nur selten wird es laut. Besonders bei historischen Exkursen folgen die Schüler sehr intensiv und interessiert den Unterricht. Sie stellen viele Fragen und sind sehr aktiv an Diskussionen beteiligt.

1.2 Räumliche und Materielle Bedingungen:

Der Lateinunterricht dieses Kurses findet in Raum 24 im ersten Obergeschoss statt.

Die Tischordnung ist quadratisch in 4 Reihen mit jeweils 4 Tischen aufgeteilt. Getrennt durch einen Gang stehen jeweils an beiden Fensterseiten ein Tisch und in der Mitte des Raumes zwei Tische zusammen. Es haben somit 32 Schüler Platz, die frontal zur Tafel sitzen. Aufgrund dieser Tisch- und Sitzordnung ist den Schülern eine gute Sicht auf Tafel und Overheadprojektor garantiert.

Auch für die Anforderungen eines kommunikativen Unterrichts, beispielsweise für Diskussionen, ist der Raum aufgrund seiner Tischordnung gut geeignet.

Es stehen eine Kreidetafel zum Aufklappen und ein Overheadprojektor zur Verfügung. Darüber hinaus schmückt eine Weltkarte, die das Römische Reich um 100 v. Chr. darstellt, die hintere Wand des Raumes.

Als Lehrwerk für den Lateinunterricht wird das Lehrbuch „Cursus“ mit dazugehöriger Begleitgrammatik und Arbeitsheft bereitgestellt.

2 Sachanalyse

2.1 Cursus Lektion 15 – Neue Adjektive

Zu Beginn der Stunde wird in die Lektion 15 mit 25 neuen Vokabeln nach üblich-bekannter Vorgehensweise eingeführt.

Thema der neuen Lektion 15 ist die i-Deklination (Mischklasse) der Adjektive.

Dabei lernen die Schüler eine neue Deklinationsart von Adjektiven kennen und die Möglichkeit, dass diese Adjektive drei-zwei- und einendig sein können.

Die 3. Deklination zeigt, dass vokalische und konsonantische Stämme zu einer ziemlich einheitlich flektierten Klasse zusammengeflossen sind. Die Adjektive dieser Deklination zeigen das Bestreben, bis auf den Akk. Sg. auf – em und den Akk. Pl. auf – es (neben – is), sich nach der vokalischen Deklination auszugleichen, im Gegensatz zu den Substantiven.[1] Die meisten Kasusendungen aber stimmen mit denen der Konsonantischen Deklination überein. Den Stammauslaut –i haben diese Adjektive in folgenden Kasus bewahrt:

- -i im Ablativ Singular
- -ium im Genitiv Plural
- -ia im Nominativ und Akkusativ (Vokativ) Plural des Neutrums

2.2 Dreiendige Adjektive

Als dreiendig bezeichnet man diejenigen Adjektive, die im Nominativ/Vokativ Singular für jedes der drei Geschlechter eine eigene Endung haben (z.B. celer – celeris – celere).

Bei den dreiendigen Adjektiven der i- Deklination auf –r gehört das –e entweder zum Stamm oder es ist nur im Nominativ/Vokativ Singular des Maskulinum eingeschoben (z.B. acer – acris – acre; Stamm : acr-).[2] [3]

2.3 Zweiendige und einendige Adjektive

Als zweiendig bezeichnet man diejenigen Adjektive, bei denen das Maskulinum und das Femininum in den Endungen übereinstimmen ( z.B. omnis – omne).[4]

Als einendig bezeichnet man diejenigen Adjektive, bei denen die Deklination von Maskulinum, Femininum und Neutrum übereinstimmt (z.B. felix).[5] [6]

2.4 Kongruenz (Übereinstimmung)

Kongruenz ist die Übereinstimmung zwischen zwei Satzteilen in mindestens einer der vier Kategorien Kasus, Numerus, Genus und Person.[7] Satzteile kongruieren, wenn z. B. ein Prädikat sich in Person und Numerus nach seinem Subjekt richtet. Die Adjektive richten sich immer in Kasus, Numerus und Genus nach ihrem Bezugswort.

3 Didaktische Analyse

3.1 Einordnung in das Kerncurriculum:

Gemäß des Rahmenplans Latein für die Jahrgangsstufen 7-10, ist Latein als zweite Fremdsprache ab Klasse 7 konzipiert. In den Jahrgangstufen 7-9 steht besonders der Spracherwerb im Vordergrund. Die Schüler sollen „[...] eine Art des Sprachenlernens kennen [...].“[8] Im Bereich „Formen- und Satzlehre der lateinischen Sprache“ sind für die Jahrgangsstufen 7 und 8 folgende Inhalte und Ziele vorgegeben: „Deklination der Nomina; Kasuslehre; KNG- Kongruenz; [...].“[9] Das vertikale und horizontale Beherrschen von Deklinationen und Konjugationen ist also laut Rahmenplan ein erklärtes Ziel für die Jahrgansstufen 7 und 8. Hilfreich können „Symbole und graphische Darstellungen zur Verdeutlichung grammatischer Zusammenhänge [...]“[10] sein.

Des weiteren ergeben sich im Bereich „Wortschatz der lateinischen Sprache“ folgende Ziele und Inhalte: „Grundwortschatz; Wortbildung; Sach- und Bedeutungsfelder; [...].“[11] „Den Schülern werden Grundstrukturen von Sprache und Grammatik vermittelt, die für die deutsche Muttersprache und andere Fremdsprachen exemplarisch sind.“[12]

Im Bereich „Methodische Verfahren und Arbeitstechniken“ sind folgende Inhalte und Ziele im Rahmenplan Latein datiert: „Heftführung mit nachvollziehbaren Übersetzungen, Übungen, Wortschatzangaben, grammatischen Regeln; Methoden des Vokabellernens; Anlegen von übersichtlichen Schemata zur Deklination und Konjugation.“[13] Hierbei soll besonders das Gedächtnis geschult werden „durch die Arbeit am Wortschatz, am System verbaler und nominaler Formen und an den Regeln einer anders strukturierten Sprache.“ Auch die Ausdauer und Exaktheit bei der Arbeit am sprachlichen Detail, sowie die „Einordnung sprachlicher Phänomene in das jeweilige System“[14] sind erklärte Ziele des Lateinunterrichts in Klasse 7 und 8.

3.2 Didaktische Struktur:

Die Unterrichtseinheit gliedert sich didaktisch in folgende Abschnitte: (a) Motivation und Einführung der benötigten neuen Lernvokabeln der Lektion 15; (b) Reaktivierung und Wiederholung der bereits bekannten konsonantischen Deklination; (c) Einführung und Vergleichen mit der neuen Deklination der Mischklasse anhand eines vorgefertigten Arbeitsblattes, sowie das Einführen der drei-, zwei- und einendigen Adjektive der Mischklasse; (d) Systematisierung und Zusammenfassung des neu erlernten Stoffs; (e) Üben und Festigen anhand einer Selbstaufgabe aus dem Lehrbuch; (f) Ergebniskontrolle.

3.3 Lernziele:

Groblernziele:[15]

Die Schüler:

- erkennen neue Vokabeln (Lektion 15)
- kennen neue drei-, zwei- und einendige Adjektiven der i-Deklination (Mischklasse)

Feinlernziele:

Die Schüler erkennen:

- neue drei-, zwei- und einendige Adjektive der i-Deklination(Mischklasse) in allen drei Genera
- Unterschiede zur konsonantischen Deklination der Adjektive (Stammauslaut –i - im Ablativ Singular, -ium im Genitiv Plural und –ia im Nominativ und Akkusativ Plural des Neutrums)
- die Kongruenz (das Adjektiv muss in Kasus, Numerus und Genus mit seinem Bezugswort übereinstimmen)

Die Schüler erarbeiten:

- und wiederholen die a- und o-Deklination der Adjektive
- anhand eines vorgefertigten Schaubildes die i-Deklination der Adjektive in allen drei Genera
- neue Vokabeln

Die Schüler festigen:

- die neueingeführte i-Deklination der Adjektive anhand von Übungen aus dem Lehrbuch und Arbeitsheft
- die bereits bekannte a- und o- Deklination, sowie die konsonantische Deklination der Adjektive
- und übersetzen neue und bereits gelernte Vokabeln

3.4 Didaktische Reserve:

Angesichts des vorgenommenen Arbeitspensums erübrigt sich eine didaktische Reserve. Sollte dennoch am Ende der Stunde etwas Zeit übrig sein, kann sie zum Üben und Festigen des neuerarbeiteten Pensums und der Kongruenz anhand der Übung 5 aus dem Arbeitsheft auf Seite 33 genutzt werden.

[...]


[1] Vgl. HANS RUBENBAUER/JEAN BAPTIST HOFMAN, Lateinische Grammatik. Neu bearb. v. ROLF HEINE. Bamberg/ München: Buchner/ Lindauer/ Oldenbourg 12.korr. Auflage 1995. § 43

[2] Vgl HARTMUT GROSSER/PROF.DR.FRIEDRICH MAIER, cursus novus compactus. Grammatisches Beiheft A: Lektionen 1 bis 50. Hrsg. v. Dr. Karl Bayer. Bamberg/ München: Buchner/ Lindauer/ Oldenbourg 2. Auflage 1998. S. 81

[3] Im Genitiv, Dativ und Ablativ Singular und Plural haben diese Adjektive jedoch für alle drei Geschlechter nur eine Endung.

[4] Nur die Deklination des Neutrums hat in Nominativ, Akkusativ, Vokativ Singular und Plural eine eigene Endung.

[5] Vgl. HARTMUT GROSSER/PROF.DR.FRIEDRICH MAIER, cursus novus compactus. Grammatisches Beiheft A: Lektionen 1 bis 50. Hrsg. v. Dr. Karl Bayer. Bamberg/ München: Buchner/ Lindauer/ Oldenbourg 2. Auflage 1998. S. 82

[6] Eigene Endungen haben nur folgende Kasus des Neutrum: Akkusativ (wie Nominativ/Vokativ) Singular: -s (-x) und Nominativ, Akkusativ, Vokativ Plural -ia

[7] HERMANN MENGE, Lehrbuch der lateinischen Syntax und Semantik. Völlig neu bearb. v. THORSTEN BURKARD u. MARKUS SCHAUER. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2000. §. 251

[8] Vgl. Rahmenplan Latein, S. 14

[9] Vgl. Rahmenplan Latein, S. 26

[10] Vgl. Rahmenplan Latein, S. 17

[11] Vgl. Rahmenplan Latein, S. 26

[12] Vgl. Rahmenplan Latein, S. 17

[13] Vgl. Rahmenplan Latein, S. 27

[14] Vgl. Rahmenplan Latein, S. 20

[15] Für die Zuordnung der Lernziele zu den Kompetenzbereichen vgl. Rahmenplan Latein, S. 16-21.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Einführung der Lektion 15 und der drei-, zwei- und einendigen Adjektive der i-Deklination
Untertitel
Schulpraktische Übung Latein
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Altertumswissenschaften)
Veranstaltung
Schulpraktische Übung Latein
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V431661
ISBN (eBook)
9783668745872
ISBN (Buch)
9783668745889
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Latein, Schulpraktische Übung, Fachdidaktik, Adjektive der i-Deklination, Unterricht, Grammatik, Schule
Arbeit zitieren
Fanny Jasmund (Autor), 2010, Einführung der Lektion 15 und der drei-, zwei- und einendigen Adjektive der i-Deklination, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431661

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