Während sich jene löbliche Mentalität in Skandinavien als normatives Verhaltensmuster seit jeher durch den Enkulturationsprozess bildet, gewinnt Hygge seit diesem Winter auch in Deutschland vermehrt an Interesse, zeigt sich dort jedoch als Trend, der sich bislang besonders auf Wohneinrichtung und andere Formen alltäglicher Sachkultur auswirkt. So begegnen einem im Alltag vermehrt Artikel und Bücher zum Thema Hygge und Wohnen.
In der vorliegenden Arbeit geht es deshalb um die Erscheinungsform und Funktion von Hygge innerhalb der deutschen Möbelbranche.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Das Phänomen Hygge
2. Theoretischer Rahmen und Forschungsansätze
2.1 Kulturräumlicher Ansatz
2.2 Kulturhistorischer Ansatz
2.3 Kulturanthropologisches Vorgehen
3. Kulturphänomenologische Untersuchung
3.1 Fragestellung und Hypothesenbildung
3.2 Methodisches Vorgehen der Untersuchung
3.2.1 Vergleich des Wohntrends Hygge mit vorherigen deutschen Wohntrends
3.2.2 Vergleich der deutschen Mentalität zu Winterzeit mit der Mentalität zur Sommerzeit
3.3 Ethnologische Bewusstseinsforschung und Datenerhebung
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das dänische Phänomen „Hygge“ und dessen aktuelle Adaption als Einrichtungstrend in Deutschland, um zu klären, ob es sich um ein neues Phänomen handelt oder lediglich um eine Umbenennung etablierter winterlicher Verhaltensmuster der deutschen Kultur.
- Kultureller Bedeutungswandel von Hygge
- Integration in den deutschen Möbel- und Konsummarkt
- Vergleichende Analyse von Wohntrends und Wintermentalität
- Methodik der ethnologischen Bewusstseinsforschung
- Akkulturationsprozesse zwischen Dänemark und Deutschland
Auszug aus dem Buch
Stellt Hygge im Rahmen der deutschen Möbelbranche wirklich ein neues Phänomen da, oder ist es nur eine modischere Bezeichnung für die üblich winterliche Mentalität der Deutschen?
Ob es sich bei dem Phänomen „Hygge“ nun wirklich um einen Akkulturationsprozess handelt ist bislang unklar. Weshalb der deutsche Einrichtungstrend diesen Winter vorerst funktioniert, könnte vermutlich auch daran erklärt werden, dass sich die besinnliche, kalte Winterzeit seit jeher eignet um es sich mal „hyggelig zu machen.“ So sind das gemütliche, familiäre Beisammensein und die kuschelige Gestaltung der Wohnung, bei genauerer Betrachtung schon seit je Teil des deutschen Verhaltens während der Wintermonate. Auch der Pressemeldung der imm cologne zufolge weist Hygge dieselben Grundzüge wie vorherige Wohntrends auf und jener Rückzug ins private, hyggelige Heim könnte eine typische Reaktion der Menschen auf die unruhige, kalte Lebensweise der Globalisierung sein.
Um die Frage beantworten zu können, ob der aktuelle Wohnwunsch der Deutschen nach der dänischen Gemütlichkeit eventuell nur alter Wein in neuen Schläuchen ist und ob ein Zusammenhang zwischen dem Trend und der deutschen Wintermentalität besteht, müssten die folgenden zwei Vergleiche angestellt werden: 1. Vergleich des Wohntrends Hygge mit vorherigen deutschen Wohntrends im Winter. 2. Vergleich der deutschen Mentalität zu Winterzeit mit der Mentalität zur Sommerzeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Phänomen Hygge: Die Einleitung stellt Hygge als dänisches Lebensgefühl vor und skizziert dessen Aufstieg zum Wohntrend auf der Kölner Möbelmesse „imm cologne“.
2. Theoretischer Rahmen und Forschungsansätze: Dieses Kapitel erörtert verschiedene volkskundliche Ansätze, wie den kulturräumlichen oder kulturhistorischen Blick, um das Phänomen wissenschaftlich einzuordnen.
3. Kulturphänomenologische Untersuchung: Hier wird die zentrale Forschungsfrage formuliert und das methodische Vorgehen mittels Vergleichen und ethnologischer Bewusstseinsforschung detailliert dargelegt.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz des Phänomens zusammen und verknüpft die dänische Mentalität mit der globalen Glücksforschung.
Schlüsselwörter
Hygge, Volkskunde, Europäische Ethnologie, Wohntrend, Dänemark, Deutschland, Wintermentalität, Konsumgut, Akkulturation, Lebensweise, imm cologne, Sachkultur, Bewusstseinsforschung, Gemütlichkeit, Glücksphilosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Erfolg des dänischen Begriffs „Hygge“ als aktuellen Einrichtungstrend in Deutschland vor dem Hintergrund volkskundlicher Fragestellungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Akkulturationsprozess, die Untersuchung von Sachkultur in der Möbelbranche sowie der Vergleich von Wohntrends und saisonalen Mentalitäten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob Hygge ein tatsächlich neues Phänomen in der deutschen Wohnkultur darstellt oder nur eine neue Bezeichnung für bereits bestehende deutsche Wintergewohnheiten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin schlägt eine kulturphänomenologische Betrachtungsweise vor, die durch Vergleiche von Wohntrends und Datenerhebungen mittels qualitativer Interviews und teilnehmender Beobachtung ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der methodischen Aufarbeitung, insbesondere durch Vergleiche zwischen Sommer- und Wintermentalität sowie die Analyse von Bild- und Textquellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Hygge, Volkskunde, Wohntrend, Akkulturation, Wintermentalität und Glücksphilosophie sind die zentralen Begriffe.
Wie spielt die „imm cologne“ eine Rolle in der Untersuchung?
Die Messe dient als konkreter Ausgangspunkt der Beobachtung, da sie Hygge als internationalen Einrichtungstrend für den deutschen Markt identifiziert hat.
Warum wird Dänemark im Kontext der Glücksforschung erwähnt?
Dänemark dient als Referenzpunkt, da die dortige Lebensweise „Hygge“ offiziell in den nationalen Kulturkanon aufgenommen wurde und mit hohen Werten im „World-Happiness-Report“ korreliert.
- Arbeit zitieren
- Amelie Lauber (Autor:in), 2017, Das Phänomen Hygge in der deutschen Möbelbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431668