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Etablierung der frankophonen Reformation Johannes Calvins in Genf und Auswirkungen auf die Stadt

Titel: Etablierung der frankophonen Reformation Johannes Calvins in Genf und Auswirkungen auf die Stadt

Seminararbeit , 2018 , 16 Seiten , Note: 6.0

Autor:in: Lino Gal (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit folgt der Fragestellung: Wie etablierte sich die frankophone Reformation unter Johannes Calvin in der Stadt Genf im 16. Jahrhundert und wie wirkte sie auf die Stadt?

Gerade der Genfer Reformation wird nachgesagt, dass sie die „strenge“ der drei Reformationen (Luther in Wittenberg, Zwingli in Zürich und Calvin in Genf) war. Der Fokus soll deshalb vor allem auf Johannes Calvin, seinem Wirken und seinem Einfluss auf die Stadt liegen. Dabei soll aufgezeigt werden, mit welchen sozialen und gesetzlichen Veränderungen die Bevölkerung Genfs konfrontiert war, wie sie diese annahm oder auch ablehnte und wie Calvin auf Widerstand reagierte. Auch wenn andere Reformatoren wie Guillaume Farel, Pierre Viret oder Calvins Nachfolger Théodore de Bèze einen unschätzbaren Beitrag zur Genfer Reformation beigetragen haben, so konzentriert sich diese Arbeit auf die Tätigkeit Calvins als Reformator und stellt ihn klar ins Zentrum.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

Erster Aufenthalt in Genf

Vor der Reformation

Zerwürfnis

Interim

Rückruf

Durchsetzung der Reformation

Libertiner, Servet und Sieg

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Etablierung und Auswirkung der frankophonen Reformation unter Johannes Calvin in der Stadt Genf im 16. Jahrhundert. Ziel ist es, den Einfluss Calvins als Reformator zu analysieren und aufzuzeigen, mit welchen sozialen sowie gesetzlichen Veränderungen die Bevölkerung konfrontiert war und wie diese auf die neuen Strukturen reagierte.

  • Johannes Calvins Wirken als Reformator in Genf
  • Soziale und gesetzliche Umgestaltung der Stadtgesellschaft
  • Konfliktlinien zwischen kirchlicher Ordnung und politischer Macht
  • Widerstände der Bevölkerung und Opposition (Libertiner)
  • Der Fall Michel Servet als Wendepunkt der Genfer Reformation

Auszug aus dem Buch

Durchsetzung der Reformation

Am 13. September 1541 betrat Calvin wieder den Ratssaal von Genf. Der einst Vertriebene wurde herzlich willkommen geheissen. Doch Calvin wusste um die Situation Genfs Bescheid, und wäre nicht zurückgekehrt, wenn nicht unter seinen Bedingungen. Noch am selben Tag forderte er eine geschriebene Kirchenordnung vom Rat – die „Ordonnances Ecclésiastiques“ – die Kirchlichen Ordonnanzen. Von einem Triumphzug wie im antiken Rom kann bei seiner Rückkehr aber keinesfalls die Rede sein. Gerade die Berner Bräuche wurden nur zögerlich abgeschafft, denn man war sich Berns Einfluss noch bewusst. „Es wäre äusserst wünschenswert, dass die Feier des heiligen Mahls Jesu Christi mindestens jeden Sonntag stattfände [...]. Wegen der noch grossen Schwachheit des Volkes würde aber die Gefahr bestehen, dass man dieses heilige und erhabene Geheimnis verachtet, wenn es zu oft gefeiert würde.“ Es scheint, als ob auch Calvin gelernt hat, dass ein Hirte seine Herde „langsam“ treiben muss und vermied es, Genf von heute auf morgen zum neuen Jerusalem umgestalten zu wollen. Doch auch alte Streitigkeiten über die Befugnisse von Staat und Kirche flammten erneut auf. Der Rat legte fest, dass die Pfarrer keine bürgerliche Rechtsbefugnis besitzen und nur in Absprache mit dem Rat Parteien strafen dürfen.

In seiner Kirchenordnung legt Calvin vier Ämter fest: Die Pastoren, die das Wort verkündigen und Sakramente spenden, die Doktoren, die in den Schulen sowie später auch die Pastoren unterrichteten, die Diakone, Verwalter der kirchlichen Stiftungen und Versorger der Armen und das Amt der Ältesten, der „Anciens“. Was die Polizei für den Staat ist, waren die Anciens für die Kirche. Zwölf Laien aus den Räten gewährleisteten die Einhaltung der religiösen und moralischen Vorschriften. Mit den Pastoren bildeten sie gemeinsam das „Konsistorium“. Immer donnerstags tagend, beriet es über die Verstösse gegen die Kirchenordnung und ergriff dementsprechende Massnahmen. Lag die rechtliche Strafgewalt zwar immer noch beim (kleinen) Rat, so erteile das Konsistorium doch Ausschlüsse vom Abendmahl und erkämpfte sich sogar das Recht zur Exkommunikation.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historische Ausgangslage der Genfer Reformation und Vorstellung der zentralen Fragestellung sowie der verwendeten Quellenbasis.

Hauptteil: Detaillierte Analyse des Wirkens Calvins, von seinem ersten Aufenthalt über das Interim in Strassburg bis zur systematischen Durchsetzung der Kirchenordnung in Genf.

Erster Aufenthalt in Genf: Darstellung der Ankunft Calvins in einer politisch instabilen Stadt und der ersten Versuche, die Reformation zu festigen.

Vor der Reformation: Historischer Rückblick auf die politische Situation Genfs unter dem Einfluss des Hauses Savoyen und des Bischofs vor dem Bruch mit der römischen Kirche.

Zerwürfnis: Schilderung der Spannungen zwischen der kirchlichen Obrigkeit und den städtischen Behörden, die schließlich zur Ausweisung Calvins führten.

Interim: Bericht über Calvins Aufenthalt in Strassburg, seine theologischen Weiterentwicklungen und die persönliche Entwicklung während der Exilzeit.

Rückruf: Analyse der gesellschaftlichen Missstände in Genf nach Calvins Vertreibung und des wachsenden Verlangens nach seiner Rückkehr.

Durchsetzung der Reformation: Untersuchung der Etablierung der Kirchlichen Ordonnanzen, der Einrichtung des Konsistoriums und der Umgestaltung des öffentlichen Lebens.

Libertiner, Servet und Sieg: Erörterung der politischen Widerstände durch die Libertiner sowie des Falls Michel Servet als zentrales Ereignis der Machtkonsolidierung.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der historischen Rolle Johannes Calvins und seines dauerhaften Einflusses auf die protestantische Lehre und Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Johannes Calvin, Genf, Reformation, Konsistorium, Kirchenordnung, Libertiner, Michel Servet, Protestantismus, Guillaume Farel, Glaubensbekenntnis, Sittenzucht, Theokratie, Reformierte Kirche, Abendmahlstreit, Stadtgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Etablierung der Reformation in Genf im 16. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Person und des Wirkens von Johannes Calvin.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Transformation des kirchlichen Lebens in Genf, die Rolle der Kirchenzucht, die politische Einmischung von Staat und Kirche sowie die Überwindung innerstädtischer Widerstände.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu erläutern, wie Calvin die Reformation in Genf etablierte und welche sozialen sowie gesetzlichen Veränderungen daraus für die Genfer Bevölkerung resultierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, bei der primäre Dokumente, Briefe und zeitgenössische Berichte sowie eine Auswahl relevanter Sekundärliteratur ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: Vom ersten Aufenthalt Calvins, über die Konflikte und das Exil, bis hin zum Rückruf und der rigorosen Umsetzung seiner Reformen durch Gremien wie das Konsistorium.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Genfer Reformation, Johannes Calvin, Konsistorium, Kirchenordnung, Sittenzucht und den Fall Servet maßgeblich geprägt.

Welche Rolle spielte das Konsistorium in Genfs Alltag?

Das Konsistorium fungierte als kirchliches Kontrollorgan, das über die Einhaltung religiöser und moralischer Vorschriften wachte und bei Verstößen disziplinarische Maßnahmen verhängte.

Warum wird der Fall Michel Servet als „schwarzer Tag“ bezeichnet?

Er markiert die erste Hinrichtung eines Protestanten durch eine protestantische Obrigkeit, was in der historischen Rezeption stark mit Calvins Ruf verknüpft ist.

Wie reagierte die Bevölkerung auf die strengen Regeln Calvins?

Die Reaktionen waren gespalten: Während ein Teil der Bevölkerung Calvins Ordnung begrüßte, formierte sich insbesondere unter patrizischen Kreisen (den sogenannten Libertinern) starker Widerstand.

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Details

Titel
Etablierung der frankophonen Reformation Johannes Calvins in Genf und Auswirkungen auf die Stadt
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
6.0
Autor
Lino Gal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V431678
ISBN (eBook)
9783668750197
ISBN (Buch)
9783668750203
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Calvin Genevan Reformation Religion Calvinismus Protestantismus Genf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lino Gal (Autor:in), 2018, Etablierung der frankophonen Reformation Johannes Calvins in Genf und Auswirkungen auf die Stadt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431678
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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