Die OPEC: Stabilisierungsanker oder Kartell?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und Hintergründe der OPEC
2.1 Hintergründe
2.2 Gründung
2.3 Intention der OPEC
2.4 Chronologie besonderer Ereignisse

3. Einfluss und Ölpreisfaktoren
3.1 Die OPEC
3.2 Non – OPEC Staaten
3.3 Sonstige Einflussfaktoren
3.3.1 Rent - Seeking
3.3.2 Terrorismus, Politische Instabilität und Naturgewalten
3.4 Der Einfluss der OPEC – Resümee

4. Stabilisierungsanker oder Kartell?

Literaturverzeichnis

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anteil der Weltölproduktion und jährliche Veränderung von Non – OPEC Staaten an zwei ausgewählten Beispielen, S. 8.

Abbildung 2: Anteil Irak und Kuwait an der Weltölproduktion, S. 12.

1. Einleitung

„The fear factor is what is driving prices higher and that is something that is out of the hands of OPEC members“

Abdulla bin Hamad al – Attiyaa, Energieminister von Katar,

Financial Times, 03.06.2004, S.13

Kann die OPEC heute in Form eines Stabilisierungsankers den Ölmarkt beruhigen? Wenn nicht – darf man dann bei einem Kartell ohne Einfluss überhaupt noch von einem solchen sprechen? Wenn doch – kann ein Kartell dann auch gleichzeitig als Stabilisierungsanker auftreten?

Um dies näher zu betrachten, wird die OPEC zunächst im Rahmen ihres geschichtlichen Hintergrunds vorgestellt. Anschließend wird untersucht, welchen Markteinfluss die OPEC geltend machen kann. Denn ohne Einfluss erscheint sowohl die Rolle des Stabilisierungsankers als auch die des Kartells in einem fragwürdigen Licht. Im letzten Kapitel werden schließlich die Determinanten und Voraussetzungen für einen „Stabilisierungsanker“ oder ein Kartell festgelegt, um dann zu klären welche Rolle(n) die OPEC spielt(en).

2. Geschichte und Hintergründe der OPEC

2.1 Hintergründe

Die Geschichte der Öl-Industrie beginnt 1870 in den USA mit der Gründung der Standard Oil Company (später Exxon) durch John D. Rockefeller[1]. Bis zu seiner Zerschlagung Anfang des 20. Jh. hatte der von Rockefeller aufgebaute Öl-Konzern ca. 50 Jahre lang eine Monopolstellung.[2] Nach der Zerschlagung entstanden mit der Erschließung der Erdölvorkommen im Nahen Osten auch andere, neue Gesellschaften die kurz vor dem 1. Weltkrieg ein Kartell aus sieben verschiedenen Ölunternehmen[3] bildeten, welche unter dem Namen „Die sieben Schwestern[4] bekannt wurden. Zu dieser Gruppe gehörten: Standard Oil (später Exxon), Mobil Oil, Gulf Oil, Texaco, Socal, BP und Royal Dutch Shell.

Dieses Kartell dominierte die Industrie bis Mitte der 50er Jahre.[5] Um 1920 wuchs die Bedeutung der Erdölförderung im Nahen Osten, obwohl der Produktionsschwerpunkt zunächst nach wie vor in den Vereinigten Staaten lag. „Die sieben Schwestern“ konnten ihre Position bis Anfang der 30er Jahre infolge verschiedener Abkommen weiter ausbauen und festigen weil den Förderländern aufgrund unzureichender Souveränität im Rahmen der Konzessionsverhandlungen kein Mitspracherecht eingeräumt wurde[6] - sie waren „eher Verwaltungsapparate der Großmächte“[7] als selbständige Regierungen. Sowohl die Vertreter der Ölkonzerne, als auch die Protektorats- bzw. Kolonialvertretungen beeinflussten hier maßgeblich die Ausgestaltung der Konzessionsverträge. Dabei wurden die Förderländer nur durch einen Fixanteil bzw. durch fixe Konzessionsgebühren (Royalties) an den Gewinnen beteiligt aber insbesondere durch die Einführung des US-Basing –Point-Systems (Basispunktesystem[8]) benachteiligt, weil die Ölkonzerne dadurch Frachtgewinne realisieren konnten, welche aber wegen der fixen Konzessionsgebühren nicht anteilig an die Förderländer weitergegeben wurden. Deshalb setzten die Förderländer Anfang der 50er Jahre eine Modifikation der Gewinnbeteiligung durch, die ihnen neben den fixen Konzessionsgebühren auch einen variablen Teil der Gewinne sicherte.[9]

1959 verhängten die Vereinigten Staaten Importbeschränkungen gegen das, aufgrund der in Arabien deutlich geringeren Förderkosten, signifikant günstigere Nahost-Öl. Im Zuge dieser Ereignisse lenkten die o.g. Ölkonzerne das Ölangebot unter Inkaufnahme geringerer Preise nach Europa um. Als Konsequenz wurden die Rechnungspreise und damit auch die Einnahmen der Förderländer reduziert. Die Gewinneinbußen der „Sieben Schwestern“ wurden zunächst an die Nahost – Förderländer weitergegeben.[10] Aus Protest gegen diese Vorgehensweise fand eine erste Versammlung der Förderländer in Kairo, Ägypten statt. Sie forderten, dass ihnen die Ölkonzerne in Zukunft bei Preisentscheidungen vorab ein Mitbestimmungsrecht einräumten.[11]

2.2 Gründung

Die Konsequenz einer erneuten Reduzierung der Rechnungspreise durch die Ölkonzerne im August 1960 ohne Konsultierung der Förderländer war die Gründung der OPEC am 14. September 1960 in Bagdad, Irak um die nationalen Interessen zu schützen und die Öl-Quellen zu sichern.[12] Die Gründerstaaten waren Irak, Iran, Kuwait, Saudi Arabien und Venezuela. In den folgenden Jahren schlossen sich Katar (1961), Libyen (1962), Indonesien (1962), Algerien (1969), Vereinigte Arabische Emirate (1967) und Nigeria (1971) der OPEC an. Zwischenzeitlichen waren auch Ecuador (1973 – 1992) und Gabun (1975 – 1994) Mitglieder der OPEC. Die OPEC hatte ihren Hauptsitz bis 1965 in Genf, Schweiz. Seit 1965 ist der Hauptsitz der OPEC in Wien, Österreich.[13]

2.3 Intention der OPEC

Öl ist die Haupteinnahmequelle, der wichtigste Wirtschaftsfaktor und essentiell für die Entwicklung der OPEC-Staaten und seiner ca. 525 Mio. Einwohner.

Die Ziele der Organisation sind:

- Koordinierung und Zielbündelung der Förderpolitiken der OPEC- Staaten zur Wahrung der individuellen und kollektiven Interessen.

- Die Stabilisierung der internatonalen Ölmärkte zur Vermeidung nachteiliger Preisschwankungen.

- Sicherstellung der effizienten und zuverlässigen Versorgung der Nachfrageländer und angemessene Gewinne für Ölinvestoren und Förderländer.

[...]


[1] Vgl. Habibi (1985), S. 5ff.

[2] Vgl. Ukpanah (2002) S. 4.

[3] Vgl. Ukpanah (2002) S. 5.

[4] Habibi (1985) S. 6.

[5] Vgl. Ukpanah (2002) S. 6.

[6] Vgl. Habibi (1985), S. 8ff.

[7] Habibi (1985), S. 8.

[8] Vgl. Habibi (1985), S. 10.

[9] Vgl. Ukpanah (2002), S. 5.

[10] Vgl. Habibi (1985), S. 13.

[11] Vgl. Ukpanah (2002), S. 5.

[12] Vgl. Ukpanah (2002), S. 5.

[13] Vgl. www.opec.org./history

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die OPEC: Stabilisierungsanker oder Kartell?
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V43170
ISBN (eBook)
9783638410359
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
OPEC, Stabilisierungsanker, Kartell
Arbeit zitieren
Alexander Klein (Autor), 2005, Die OPEC: Stabilisierungsanker oder Kartell?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43170

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