„The fear factor is what is driving prices higher and that is something that is out of the hands of OPEC members“
Abdulla bin Hamad al – Attiyaa, Energieminister von Katar,
Financial Times, 03.06.2004, S.13
Kann die OPEC heute in Form eines Stabilisierungsankers den Ölmarkt beruhigen? Wenn nicht – darf man dann bei einem Kartell ohne Einfluss überhaupt noch von einem solchen sprechen? Wenn doch – kann ein Kartell dann auch gleichzeitig als Stabilisierungsanker auftreten?
Um dies näher zu betrachten, wird die OPEC zunächst im Rahmen ihres geschichtlichen Hintergrunds vorgestellt. Anschließend wird untersucht, welchen Markteinfluss die OPEC geltend machen kann. Denn ohne Einfluss erscheint sowohl die Rolle des Stabilisierungsankers als auch die des Kartells in einem fragwürdigen Licht. Im letzten Kapitel werden schließlich die Determinanten und Voraussetzungen für einen „Stabilisierungsanker“ oder ein Kartell festgelegt, um dann zu klären welche Rolle(n) die OPEC spielt(en).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte und Hintergründe der OPEC
2.1 Hintergründe
2.2 Gründung
2.3 Intention der OPEC
2.4 Chronologie besonderer Ereignisse
3. Einfluss und Ölpreisfaktoren
3.1 Die OPEC
3.2 Non – OPEC Staaten
3.3 Sonstige Einflussfaktoren
3.3.1 Rent - Seeking
3.3.2 Terrorismus, Politische Instabilität und Naturgewalten
3.4 Der Einfluss der OPEC – Resümee
4. Stabilisierungsanker oder Kartell?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Rolle der OPEC als potenzieller Stabilisierungsanker oder Kartell auf dem internationalen Ölmarkt. Dabei wird untersucht, inwieweit die Organisation trotz ihrer schwindenden Marktmacht und interner Herausforderungen in der Lage ist, den Ölpreis zu beeinflussen oder Marktstabilität zu gewährleisten.
- Historische Entwicklung der Erdölindustrie und OPEC-Gründung
- Angebots- und Nachfragefaktoren auf dem globalen Ölmarkt
- Marktmacht und Produktionskapazitäten der OPEC vs. Non-OPEC-Staaten
- Phänomene wie "Rent-Seeking" und politische Instabilitäten
- Einfluss von geopolitischen Risiken auf die Preisbildung
Auszug aus dem Buch
2.1 Hintergründe
Die Geschichte der Öl-Industrie beginnt 1870 in den USA mit der Gründung der Standard Oil Company (später Exxon) durch John D. Rockefeller1. Bis zu seiner Zerschlagung Anfang des 20. Jh. hatte der von Rockefeller aufgebaute Öl-Konzern ca. 50 Jahre lang eine Monopolstellung.2 Nach der Zerschlagung entstanden mit der Erschließung der Erdölvorkommen im Nahen Osten auch andere, neue Gesellschaften die kurz vor dem 1. Weltkrieg ein Kartell aus sieben verschiedenen Ölunternehmen3 bildeten, welche unter dem Namen „Die sieben Schwestern“4 bekannt wurden. Zu dieser Gruppe gehörten: Standard Oil (später Exxon), Mobil Oil, Gulf Oil, Texaco, Socal, BP und Royal Dutch Shell.
Dieses Kartell dominierte die Industrie bis Mitte der 50er Jahre.5 Um 1920 wuchs die Bedeutung der Erdölförderung im Nahen Osten, obwohl der Produktionsschwerpunkt zunächst nach wie vor in den Vereinigten Staaten lag. „Die sieben Schwestern“ konnten ihre Position bis Anfang der 30er Jahre infolge verschiedener Abkommen weiter ausbauen und festigen weil den Förderländern aufgrund unzureichender Souveränität im Rahmen der Konzessionsverhandlungen kein Mitspracherecht eingeräumt wurde6 - sie waren „eher Verwaltungsapparate der Großmächte“7 als selbständige Regierungen. Sowohl die Vertreter der Ölkonzerne, als auch die Protektorats bzw. Kolonialvertretungen beeinflussten hier maßgeblich die Ausgestaltung der Konzessionsverträge.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die zentrale Fragestellung, ob die OPEC als Marktstabilisator oder als Kartell fungiert und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Geschichte und Hintergründe der OPEC: Dieses Kapitel behandelt die historischen Ursprünge der Erdölindustrie, die Dominanz der "sieben Schwestern" und die darauffolgende Gründung sowie Zielsetzung der OPEC.
3. Einfluss und Ölpreisfaktoren: Hier werden die Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage, der Einfluss von Non-OPEC-Staaten sowie weitere destabilisierende Faktoren wie Rent-Seeking und politische Krisen analysiert.
4. Stabilisierungsanker oder Kartell?: Das Fazit bewertet die OPEC basierend auf theoretischen Definitionen und kommt zu dem Schluss, dass sie eher kartellähnliche Strukturen aufweist als die Rolle eines wirksamen Stabilisierungsankers auszufüllen.
Schlüsselwörter
OPEC, Ölmarkt, Erdölproduktion, Kartell, Marktstabilisierung, Preisbildung, Angebot, Nachfrage, Rent-Seeking, Geopolitik, Rohöl, Förderländer, Weltmarktanteil, Versorgungssicherheit, Energiepolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische und ökonomische Rolle der OPEC und hinterfragt, ob die Organisation ihre Funktion als Preisstabilisator erfüllen kann oder primär als Kartell agiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Geschichte der Ölindustrie, die Marktmacht der OPEC im Vergleich zu Non-OPEC-Staaten, die Preisbildungsmechanismen am Ölmarkt sowie der Einfluss externer Krisen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die aktuelle Marktsituation der OPEC zu bewerten und zu klären, ob sie als Stabilisierungsanker oder als Kartell bezeichnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Marktdaten sowie ökonomischen Definitionen von Kartellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, eine detaillierte Analyse der Ölpreisfaktoren und die kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Rolle der OPEC im Wettbewerb.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind OPEC, Ölmarkt, Kartell, Marktstabilisierung, Preisbildung, Angebot, Nachfrage, Geopolitik und Versorgungssicherheit.
Wie bewertet der Autor den Begriff "Rent-Seeking" im Kontext der OPEC?
Der Autor definiert "Rent-Seeking" als ein Verhalten, bei dem einzelne OPEC-Mitglieder offiziell Mengenkürzungen zustimmen, um die Preise hochzuhalten, intern aber mehr fördern, um ihre eigenen Erträge auf Kosten der Kartellgemeinschaft zu maximieren.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Rolle der OPEC?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die OPEC aufgrund ihrer schwindenden Durchsetzungskraft bei der Preissteuerung derzeit kaum als wirksamer Stabilisierungsanker fungieren kann, jedoch aufgrund ihrer Strukturen als Kartell einzuordnen ist.
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- Alexander Klein (Author), 2005, Die OPEC: Stabilisierungsanker oder Kartell?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43170