Die Probleme der Messung der nachhaltigen Entwicklung (Erfassung von Umweltnutzungskosten)


Hausarbeit, 2000

15 Seiten, Note: 2

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Vom Problem der Messung der Nachhaltigen Entwicklung zur Erfassung von Umweltnutzungskosten

I. Indikatoren zur Wohlstandsmessung

II. Erfassung von Veränderungen des Zustandes der Umwelt

III. Grundprinzipien der Bewertung von Umweltnutzungskosten

IV. Schritte in Richtung auf ein Ökoinlandsprodukt

V. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

0. Vom Problem der Nachhaltigen Entwicklung zur Erfassung von Umweltnutzungskosten

Die Aufgabenstellung, die Probleme der Messung der nachhaltigen Entwicklung zu analysieren und sie erörternd darzustellen lässt, sich sicherlich auf mannigfaltige Art und Weise angehen. Eine denkbare Annäherung an dieses Thema wäre der Versuch, alle politischen, wirtschaftlichen und privaten Aktivitäten aufzuzeigen, die unternommen wurden, die natürliche Umwelt im Sinne der Nachhaltigkeit zu schonen, um dann die Effizienz dieser Aktivitäten zu untersuchen. Diese Vorgehensweise würde, wenn man sie in der erforderlichen Gründlichkeit bearbeiten würde, den Rahmen dieser Hausarbeit bei weitem überschreiten.

Diese Ausarbeitung des Referates zu o.g. Thema vom 27.11.1996 im Rahmen einer interdisziplinären Veranstaltung der Wirtschaftswissenschaften setzt an einem anderen Punkt an. Es wird versucht, nach der Einordnung des Einflusses von Umweltfaktoren auf den Wohlstand, aufzuzeigen, wie Umweltveränderungen in monetäre Größen gefasst werden könnten, um sie mit dem wirtschaftlichen Indikator, dem Bruttosozialprodukt zu verbinden. Eine solche Verbindung soll dazu dienen, Wachstum neu zu definieren. So wurden bisher beziehungsweise werden der Verbrauch natürlicher Ressourcen und die Erschöpfung des natürlichen Kapitals nicht als Verluste verbucht, sondern im Gegenteil, als Einkommen. Der Konsum -beziehungsweise der Missbrauch- der natürlichen Ressourcen trägt so formal zum Bruttosozialprodukt bei. Sobald aber die Nutzung der natürlichen Umwelt in einer Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Kostenfaktor auftreten würde, und so als Verringerung des Wohlstandes wahrgenommen werden würde, würde die Aufmerksamkeit, durch das Bestreben den Wohlstand zu erhalten oder zu mehren, auf alternative, umweltschonendere Produktionsmöglichkeiten gelenkt. Das Prinzip der Nachhaltigkeit, die natürliche Umwelt für künftige Generationen zu erhalten, erhielte eine zentrale Bedeutung, da sich der der Grad der Nachhaltigen Entwicklung in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung widerspiegeln würde, in der Weise, dass sich einerseits der Verbrauch von natürlichen Ressourcen und die Abgabe von Giftstoffen als Kostenfaktor niederschlagen würden, und andererseits Wiederherstellungsmaßnahmen als Investition verbucht werden würden. Möglichkeiten einer solchen Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung werden in dieser Arbeit, hauptsächlich in Anlehnung an den neuen Club-of-Rome-Bericht von Wouter van Dieren (Hg.), versucht aufzuzeigen.

I. Indikatoren zur Wohlstandsmessung

Obwohl Wirtschaftswissenschaftler immer wieder bestätigen, dass das Bruttosozialprodukt nie dafür bestimmt war, als Maß für Wohlstand zu dienen, wurde und wird es oft als gesamtwirtschaftlicher Indikator für den Wohlstand und den Fortschritt einer Gesellschaft verwendet. Einer der Gründe für diese übermäßige Betonung der ökonomischen Aspekte, die sich in dem Bruttosozialprodukt widerspiegeln, um den Entwicklungsgrad einer Gesellschaft zu messen besteht darin, dass alles was über den Markt gehandelt wird, relativ leicht gemessen werden kann und dass es eine klare Maßeinheit gibt, nämlich Geld. Anhand des erwirtschafteten Bruttosozialproduktes einer Gesellschaft wird der Wohlstand ihrer Mitglieder abgeleitet. Die Schlussfolgerung ist einfach: je höher das Bruttosozialprodukt einer Gesellschaft ist, um so besser geht es ihren Mitgliedern.[1]

Wesentlich schwerer zu berechnen ist hingegen all das, was nicht über den Markt gehandelt wird, aber vielleicht einen noch stärkeren Einfluss auf den Wohlstand der Mitglieder einer Gesellschaft hat als die ökonomischen Faktoren. So stellt der neue „Index der menschlichen Entwicklung“ dem Bruttosozialprodukt andere Faktoren zur Seite: Volksgesundheit, Lebenserwartung, Alphabetismus, Grundrechte, politische Mitsprache und individuell verfügbare Kaufkraft.[2]

E. Lutz und A. Steer beschreiben vier zusätzliche Informationsbündel, die erforderlich sind, um annähernd das menschliche Wohlbefinden zu beurteilen:

Erstens, soziale, politische und geistige Aspekte, zu denen Faktoren wie die politische Freiheit, die Verbreitung von Kriminalität und Gewalt und Benachteiligungen von Rasse und Geschlecht zählen.

Zweitens, Humanressourcen, wie beispielsweise die Kindersterblichkeit, das Bildungsniveau und die Zugangsmöglichkeiten zu medizinischen Einrichtungen der Mitglieder einer Gesellschaft.

Drittens, Ungleichheit und Armut wie schichtspezifische Einkommens- und Ausgabenmuster.

Viertens, Umweltfaktoren, zu denen unter anderem die Abnahme landwirtschaftlicher Nutzflächen, natürlicher Lebensräume und Luftverschmutzung zählen.

Die Nachfrage nach erweiterten Indikatoren zur Wohlstandsmessung hat sich insbesondere seit der UNCED-Konferenz in Rio de Janeiro 1992 beträchtlich erhöht. Die Schlüsselrolle dieser Indikatoren sowie die des Ökosozialproduktes zur Messung von Fortschritten auf dem Weg zur Nachhaltigkeit wurde zu einem integralen Element im Aktionsplan der „Agenda 21“ erklärt, der Haupterrungenschaft der damaligen Weltgipfelkonferenz.

„Die üblicherweise verwendeten Indikatoren geben keine hinreichende Auskunft über die nachhaltige Entwicklung. Es ist daher erforderlich, SDIs [Sustainable Development Indicators ] zu entwickeln, die eine solide Basis für politische Entscheidungen auf allen Ebenen bieten und die somit zu einer sich selbst regulierenden Nachhaltigkeit integrierter Umwelt- und Entwicklungssysteme beitragen“ ( UNCED 1992a, Aktionsplan S.3 ).

Solange Umweltgrößen im Bewusstsein der Menschen allerdings nicht als knappe Güter betrachtet werden, sondern als gegebene Größen, auf die beliebig zurückgegriffen werden kann hat die Umwelt zumindest im Bewusstsein keinen sonderlichen Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen.

[...]


[1] vgl. Lutz / Steer 1993, S. 20 f.

[2] vgl. Michelsen 1992, S. 39

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Probleme der Messung der nachhaltigen Entwicklung (Erfassung von Umweltnutzungskosten)
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2
Jahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V43172
ISBN (eBook)
9783638410373
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Probleme, Messung, Entwicklung, Umweltnutzungskosten)
Arbeit zitieren
Anonym, 2000, Die Probleme der Messung der nachhaltigen Entwicklung (Erfassung von Umweltnutzungskosten), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43172

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