Erfolgsfaktoren von wissensbasierten Spin-off-Gründungen


Akademische Arbeit, 2017
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Erfolgsfaktoren von wissensbasierten Spin-off Gründungen
1.1. Eigenschaften von Academic Spin-offs
1.2. Erfolgsfaktoren Academic Spin-off
1.2.1. Gründer
1.2.2. Universität
1.2.3. Umwelt & Technologiebedingungen
1.3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kategorien der Einflussfaktoren für den Spin-off Erfolg 3

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Erfolgsfaktoren der Kategorie „Gründer“

Tabelle 2: Erfolgsfaktoren der Kategorie „Universität“

Tabelle 3: Erfolgsfaktoren der Kategorie „Umwelt & Technologiebedingungen“

1. Erfolgsfaktoren von wissensbasierten Spin-off Gründungen

1.1. Eigenschaften von Academic Spin-offs

Eine wissensbasierte Gründung liegt vor, wenn eine Person aus einer bestehenden Forschungsorganisation in ihr neu gegründetes Unternehmen wechselt. Dabei hat die Person das für die Gründung relevante Wissen (Ideen, Technologien oder Produkte)bereits bei der Tätigkeit innerhalb der Organisation erworben, wodurch ein Wissenstransfer zwischen Mutterorganisation und Spin-off stattfindet.1 Neben der Lizensierung stellt dies eine weitere Form dar, wie das im Rahmen der Tätigkeiten an Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen gewonnene Wissen kommerzialisiertwerden kann. Dabei liegt eine Spin-off Gründung auch vor, wenn formal nicht die Rechtean dem geistigen Eigentum der Mutterorganisation erworben wurden.2

Weiterhin zeichnen sich wissensbasierte Gründungen dadurch aus, dass sie sich im High-Tech Sektor ansiedeln und enormes Wachstumspotential besitzen. Gleichzeitig verläuft diese Form der Gründung deutlich erfolgreicher und weißt nicht nur größere Überlebenschancen als andere Gründungsformen auf, sondern auch höhere Chancen einer frühen Förderung durch Wagniskapitalgeber.3

Neben diesen Faktoren sorgen wissensbasierte Gründungen, durch ihre neuartige Beschaffenheit, für regionale und überregionale Strukturveränderungen und schaffenneue Arbeitsplätze. Zusätzlich ziehen die Gründungen von Spin-offs neue Unternehmenan, welche sich in der Region niederlassen. Auf diese Weise können ganze High-Tech-Cluster entstehen. Insgesamt kann so die Wettbewerbsfähigkeit des ganzen Landesgesteigert werden.4

Aufgrund der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung von akademischen Spin-offsversuchen Universitäten und Staat wissensbasierte Gründungen zu fördern. Dazuwerden an Universitäten vermehrt Entrepreneurship Institute gegründet, die diesen Prozess beschleunigen sollen. In diesem Zusammenhang konnte bestätigt werden, dassentsprechende Fördermaßnahmen tatsächlich zu einer höheren Dichte vonwissensbasierten Gründungen führen. Auch konnte herausgefunden werden, dass Universitäten langfristig höhere Einnahmen durch Anteile an Spin-off Gründungengenerieren können, als durch Lizensierung der entsprechenden Technologien.5 6

Meist stellt die Gründung eines akademischen Spin-offs eine große Herausforderung fürdie Gründer dar, da sie zwar exzellentes Wissen über ihren Forschungsbereich besitzen, jedoch meist nur wenig bis keine Kenntnis und Erfahrung, über die Vermarktung ihrer Forschungsergebnisse besitzen. Auch ist der Umstieg von Forschung auf Unternehmenswelt als schwierig anzusehen. Es müssen alle unternehmensspezifischen Vorgänge erlernt und an den Leistungsdruck der Wirtschaft gewöhnt werden.7

Damit eine Gründung trotz der zahlreichen Hindernisse erfolgreich verläuft, werden weiterführend Erfolgsfaktoren präsentiert, die anhand von erfolgreichen Spin-off Gründungen in empirischen Studien ermittelt wurden.

1.2. Erfolgsfaktoren Academic Spin-off

Im Zuge der steigenden Popularität von Start-ups, Spin-offs und BM hat sich das Augenmerk auch im Bereich der Forschung in diese Richtung entwickelt. Besonders imangloamerikanischen Raum findet sich eine Vielzahl von Autoren, die in diesem Bereichintensive Forschung betreiben. Folglich wurden zahlreiche Analysen und Studiendurchgeführt, die sich mit der Performance von akademischen Spin-off Gründungenbefassen.

Es konnten zahlreiche Erfolgsfaktoren identifiziert werden, die Spin-off Gründungenbegünstigen. Dafür sind in der Literatur zunächst Kriterien festgelegt worden, ab wanneine Gründung als erfolgreich anzusehen ist. Anhand der Kriterien lassen sich per Definition „erfolgreiche“ und „gescheiterte“ Gründungen gegenüberstellen und etwaige Erfolgsfaktoren identifizieren. Es gibt in der Fachliteratur unzählige Ansätze, um diese Einteilung vorzunehmen, was zu unterschiedlichen Bewertung hinsichtlich des Erfolgsoder Misserfolgs führen kann. Gemeinhin sind sich die Autoren aber darüber einig, dassdie ersten drei bis fünf Jahre ab der Gründung als besonders kritisch anzusehen sind undviele Unternehmen diesen Zeitraum nicht überstehen. Aus diesem Grund lassen sich nur Spin-offs als erfolgreich werten, die nach diesem Zeitraum noch existieren. Dies giltallgemeinhin als Minimalkriterium.

Viele Autoren führen die Wachstumsrate des jeweiligen Unternehmens als Bewertungskriterium an. Uneinigkeit herrscht dennoch über den konkreten Wert, der die Spin-offs in erfolgreich und nicht erfolgreich teilt. Weiterhin führt jeder Gründer andere Kriterien an, nach der sich Gründungen einteilen lassen. Dazu zählen Umsatzwachstum,Mitarbeiterzuwachs oder Marktanteile, um nur einige Beispiel zu nennen. Da diese Auffassungen stark variieren, kann nicht eindeutig festgelegt werden, ab wann einakademisches Spin-off als erfolgreich oder nicht angesehen werden kann.8

Trotz der Uneinigkeit können die Erfolgsfaktoren, die jeder Autor ermittelt hatzusammengeführt werden. So bestehen zwar in den Vorgehensweisen Unterschiede,jedoch wurden in allen Fällen klare Trennungen zwischen erfolgreichen undmisslungenen Gründungen vorgenommen. Somit ist es trotzdem möglich, Aussagen darüber zu treffen, was erfolgreiche Gründungen tendenziell von nicht erfolgreichen Gründungen unterscheidet.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kategorien der Einflussfaktoren für den Spin-off Erfolg

Wie in Abb. 4 ersichtlich, sind drei übergeordnete Kategorien ausgemacht worden, diemit dem Erfolg der Gründung in Verbindung stehen. Hierzu zählt der Gründer selbst, die Universität und die Umwelt- und Technologiebedingungen. Jede Kategorie ist anschließend in zwei weitere Unterkategorien aufgegliedert. Im Folgenden werden die einzelnen Kategorien detailliert präsentiert.10

1.2.1. Gründer

Der Gründer ist die erste Kategorie der Einflussfaktoren, und beeinflusst den Erfolg der Spin-off Gründung durch seine Person maßgeblich. In zahlreichen Studien kristallisiertensich Gründereigenschaften heraus, die sich teils erheblich auf den Unternehmenserfolgauswirken. Diese Eigenschaften lassen sich innerhalb dieser Kategorie weiter, in harteund weiche Faktoren (bzw. Hard-und Soft-Skills) unterteilen. Eine Übersicht der Faktorenwird in Tab. 3 gegeben.

Tabelle 1: Erfolgsfaktoren der Kategorie „Gründer“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Weiche Faktoren

Unter weichen Faktoren lassen sich vor allem Persönlichkeit, Überzeugung,Wertvorstellung etc. summieren. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass bisherdie nachfolgend aufgeführten Faktoren in der Literatur identifiziert werden konnten, aberviele weitere Faktoren denkbar sind. Dennoch bedeutet eine geringe Ausprägung einesoder mehrerer Faktoren bei einem Gründer nicht zwangsläufig den Misserfolg der Erfolgsfaktoren von wissensbasierten Spin-off Gründungen Gründung. Es wird lediglich dargestellt, welche Eigenschaften erfolgreiche Gründer tendenziell besitzen.11

Als weicher Faktor konnte insbesondere die Motivation des Gründers identifiziert werden.Dementsprechend sind die Beweggründe, die den Gründer zu der Entscheidung für eine Unternehmensgründung antreiben, von zentraler Bedeutung. Es wirkt sich positiv auf die Unternehmensentwicklung aus, wenn der Gründer aus dem Bedürfnis nach Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Führerschaft gründet. Weiterhin beeinflusst die Vorstellung von Karrierevorteilen und die Aussicht auf ein hohes Einkommen durch die Unternehmung sowie der Wunsch nach flachen Hierarchien die Gründung positiv.12

Auch wurde von verschiedenen Autoren festgestellt, dass erfolgreiche Gründerbesonders kreativ sind. Hierdurch besteht einerseits eine höhere Wahrscheinlichkeit,innovative Technologien zu entdecken, andererseits können in unsicheren Situationenmeist schnellere und bessere Lösungen gefunden sowie das Unternehmen schneller angeänderte Rahmenbedingungen angepasst werden. Dies wirkt sich erfolgsfördernd aufdie Gründung aus.13

Ferner weisen erfolgreichen Gründer ein hohes Maß an Ambiguitätstoleranz(Unsicherheitstoleranz) auf. Konkret bedeutet dies, dass sie unsichere Situationen nichtfürchten und Entscheidungen auf unvollständiger Informationsbasis treffen können. Als Beispiel lassen sich in diesem Kontext Investitionsentscheidungen anführen, die stets mitunvollständiger Information hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung getroffen werdenmüssen.14

Neben diesen Faktoren ist die Passion des Gründers von großer Bedeutung ist. Gründer,die von ihrer Idee überzeugt sind, sind deutlich erfolgreicher. Das bedeutet, dass dererfolgreiche Gründer aus eigenem Antrieb heraus bereit ist, ein Unternehmen zu gründenund nicht durch externe Faktoren dazu bewegt wird (bspw. Arbeitslosigkeit).15 16

Als weiterer Komponente, die einen erfolgreichen Gründer auszeichnet, konnte diesoziale Kompetenz ausgemacht werden. Entsprechend müssen Gründer ausreichendsoziale Kompetenz besitzen, um Kunden, Zulieferer und vor allem Kapitalgeber für sichzu gewinnen. Offenkundig wirkt sich dies positiv auf den Erfolg aus.17 Gleichzeitigbesitzen Gründer mit hoher sozialer Kompetenz ein größeres soziales Netzwerk, aufwelches sie zugreifen können, um Informationen, Feedback und Unterstützung für die Unternehmung zu erhalten.18

Auch konnte entdeckt werden, dass Gründer mit hoher sozialer Kompetenz ein Unternehmen oft mit anderen Personen zusammen gründen, wodurch mehr Ressourcenund ein größerer Pool an Fähigkeiten verfügbar sind. Dies steht in Verbindung mit einerhöheren Leistungsfähigkeit des Unternehmens.19 Neben den dargelegten weichen Faktoren, bestimmen auch harte Faktoren auch maßgeblich den Erfolg einer Spin-off Gründung.

Harte Faktoren

Zu den harten Faktoren zählen Eigenschaften, die von der Persönlichkeit des Gründersunabhängig sind, wie die Qualifikation, Erfahrung, und ähnliche.20 Die Bildung des Gründers beeinflusst den Erfolg der Gründung deutlich. In empirischen Studien konntenachgewiesen werden, dass Gründer mit einem Universitätsabschluss in Technologiebereichen signifikant erfolgreicher waren, als Gründer mit Universitätsabschluss in anderen Bereichen und Gründer ohne Abschluss.21 22

Ferner begünstigen Praxiserfahrungen in anderen Unternehmen den Erfolg der eigenen Unternehmung. Durch ihr breites Wissen sind die Gründer eher dazu in der Lage,attraktive Idee bzw. Gelegenheiten als solche wahrzunehmen und zu nutzen. In der Literatur wird dieser Typ Gründer als „Gründer mit hohem menschlichem Kapital“beschrieben.23 24

Dagegen kann den Forschungsergebnissen entnommen werden, dass demographische Faktoren wie Geschlecht, Alter, familiärer Hintergrund oder Konfession des Gründers keinen Einfluss auf den Erfolg eines Spin-offs haben. Allerdings haben diese Faktoren einen signifikanten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, ob eine Person überhaupt Gründer wird. Beispielsweise sind ca. 80% (2014) der Gründer in den USA männlich. In Deutschland sind es sogar 87% (2015).25 26 27

Zusammenfassend ist anzumerken, dass es keine allgemeingültige Kombination ausharten und weichen Faktoren gibt, die den perfekten Gründertypus ausmacht. Lediglichkonnte präsentiert werden, welche Faktoren empirisch wichtig erscheinen und zumindestin einer gewissen Ausprägung vorhanden sein müssen, um als Gründer erfolgreich zusein.

[...]


1 Vgl. Steinle und Schumann 2003, S. 166f

2 Vgl. Shane 2005, S. 11

3 Vgl. Shane 2005, S. 23ff

4 Vgl. Gupte 2007, S. 3f

5 Vgl. Festel 2013, S. 456

6 Vgl. Shane 2005, S. 32ff

7 Vgl. Roberts 1991, S. 199ff

8 Vgl. Gupte 2007, S. 16ff

9 Vgl. Helm und Mauroner 2007, S. 241f

10 Vgl. Nielsen 2015, S. 454

11 Vgl. Andrews und Higson 2008, S. 413f

12 Vgl. Bigliardi et al. 2013, S. 181f

13 Vgl. Cromie 2000, S. 20f

14 Vgl. Cromie 2000, S. 20

15 Vgl. Shane 2005, S. 152

16 Vgl. Preston 2001, S. 7f

17 Vgl. Lee und Tsang 2001, S. 589f

18 Vgl. Nielsen 2015, S. 458f

19 Vgl. Nielsen 2015, S. 459

20 Vgl. Andrews und Higson 2008, S. 413f

21 Vgl. Nielsen 2015, S. 454

22 Vgl. Unger et al. 2011, S. 354f

23 Vgl. Davidsson und Honig 2003, S. 7ff

24 Vgl. Shane 2007, S. 248ff

25 Vgl. Isfan und Moog 2003, S. 8ff

26 Vgl. Teare und Desmond 2015

27 Vgl. Ripsas und Tröger 2015, S. 5

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Erfolgsfaktoren von wissensbasierten Spin-off-Gründungen
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V431867
ISBN (eBook)
9783668747500
ISBN (Buch)
9783668747517
Dateigröße
636 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensgründung, Start-up, Spin-off, Faktoren, Gründung, Erfolg, Technologie
Arbeit zitieren
M. Sc. Wirtschaftsingenieur/Maschinenbau Jan-Bernd Sandkuhle (Autor), 2017, Erfolgsfaktoren von wissensbasierten Spin-off-Gründungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/431867

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