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Max Horkheimers Ringen um die Wahrheit. Die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit

Title: Max Horkheimers Ringen um die Wahrheit. Die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit

Scientific Essay , 1990 , 10 Pages

Autor:in: Dr. Amos Schmidt (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Das Interesse an der Wahrheit zu fördern, ist ein Grundanliegen Max Horkheimers. Ihren Ausdruck findet seine hohe Wertschätzung der Wahrheit in seiner Kennzeichnung der Philosophie als systematisches Nachdenken über die Wahrheit. Mit dieser Bestimmung der Philosophie reiht sich seine Position ein in die große Tradition europäischer Philosophie, die das Ziel verfolgte, mit begrifflicher Klarheit in das Wesen der Wahrheit vorzudringen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Horkheimers Ansatz in der Wahrheitsthematik: Die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit

2. Die Unabgeschlossenheit der Wahrheit

3. Wahrheit und Interesse

4. Gott und die Wahrheit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wahrheitsverständnis im philosophischen Denken von Max Horkheimer und analysiert, wie sich sein Ansatz im Spannungsfeld zwischen objektiver Wahrheit, gesellschaftlicher Praxis, dem pragmatistischen Wahrheitsbegriff und der metaphysischen Frage nach Gott entwickelt hat.

  • Die aristotelisch geprägte Bestimmung der Wahrheit als Übereinstimmung von Urteil und Sachverhalt.
  • Die prinzipielle Unabschließbarkeit des Erkenntnisprozesses in der Kritischen Theorie.
  • Das Verhältnis von Wahrheit und gesellschaftlichem Interesse sowie die Kritik an der wertfreien Wissenschaft.
  • Die untrennbare Verbindung zwischen der Idee der Wahrheit und der metaphysischen Voraussetzung Gottes.

Auszug aus dem Buch

1. Horkheimers Ansatz in der Wahrheitsthematik: Die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit

Zu wissen, dass eine Sache ist bzw. nicht ist, wird seit alters her als Wahrheit bezeichnet. Fällt also die Wahrheit mit dem Seienden zusammen? Aristoteles sagt: "Zu sagen, dass das Seiende ist und das Nichtseiende nicht ist, ist wahr"2. Demgemäß betrifft die Wahrheit nicht das Seiende selbst, sondern ist auf die Aussage (Urteil) über das Seiende bezogen. Näherhin wird mit Aristoteles die Wahrheit im Denken gefasst, das sich in der Aussage manifestiert. Deutlich heißt es bei Aristoteles: "Das Wahre und das Falsche liegt nicht in den Dingen…, sondern im Denken"3. Dieser aristotelische Gedanke, dass die Wahrheit im Denken der Dinge liegt, ist für Horkheimer bestimmend. Er bringt wie Aristoteles die Wahrheit in Beziehung zu dem aussagenden Logos. Wahr und Falsch sind für ihn keine Eigenschaften der Dinge selbst. Eine solche ontologische Wahrheit, wie sie Thomas v. Aquin in der platonisch-augustinischen Tradition lehrt, wonach den Dingen selbst Wahrheit zukommt, indem z. B. die res naturales auf einen sie konstituieren den göttlichen Intellekt hingeordnet sind und in Hinsicht auf ihn, in dem sich die Idee der eigentümlichen Natur eines jeden Dinges findet, wahr sind, ist Horkheimer zutiefst fremd. Für ihn sind stattdessen im Anschluss an Aristoteles wahr und falsch "unterscheidbare Eigenschaften theoretischer Gebilde"4. Das aber bedeutet: Wahr und Falsch betreffen ausschließlich Gedanken, Urteile, Sätze und drücken ihr Verhältnis zu dem Gegenstand aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Horkheimers Ansatz in der Wahrheitsthematik: Die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit: Dieses Kapitel erläutert Horkheimers Festhalten an einem logischen Wahrheitsbegriff nach Aristoteles, der Wahrheit als Übereinstimmung von Urteil und Sachverhalt versteht und gegen subjektivistische oder pragmatistische Deutungen abgrenzt.

2. Die Unabgeschlossenheit der Wahrheit: Hier wird dargelegt, dass menschliche Erkenntnis für Horkheimer als ein unabgeschlossener, fragmentarischer Prozess zu verstehen ist, der sich in einer ins Unendliche fortschreitenden Annäherung an die Realität vollzieht.

3. Wahrheit und Interesse: Dieses Kapitel behandelt die kritische Auseinandersetzung Horkheimers mit dem Postulat der wertfreien Wissenschaft und zeigt auf, dass Erkenntnis untrennbar mit einem "richtigen Interesse" an der gesellschaftlichen Veränderung verbunden ist.

4. Gott und die Wahrheit: Abschließend wird Horkheimers Spätwerk beleuchtet, in dem er die These vertritt, dass der Begriff der Wahrheit ohne den Glauben an ein Absolutes bzw. ohne theologische Voraussetzung in sich zusammenbricht.

Schlüsselwörter

Max Horkheimer, Kritische Theorie, Wahrheitsbegriff, Aristoteles, Erkenntnistheorie, Logik, Pragmatismus, Objektivität, Gesellschaftstheorie, Dialektik, Erkenntnisprozess, Werturteilsfreiheit, Metaphysik, Gott, Transzendenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das philosophische Ringen Max Horkheimers um den Begriff der Wahrheit und analysiert, wie er diesen von seinen frühen Schriften bis zum Spätwerk definiert und modifiziert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Objektivität der Wahrheit, die Unabschließbarkeit des Erkenntnisprozesses, das Verhältnis von Theorie und Praxis (Interesse) sowie die metaphysische Dimension der Wahrheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Wahrheitsverständnis Horkheimers herauszuarbeiten und zu prüfen, welche erkenntnistheoretischen und metaphysischen Voraussetzungen seinem Denken zugrunde liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-hermeneutische Analyse der Texte Horkheimers, wobei sie seine Aussagen in den Kontext der Philosophiegeschichte (u.a. Aristoteles, Hegel, Schopenhauer, Augustinus) stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des logischen Wahrheitsbegriffs, die Dialektik der Erkenntnis, die Funktion des gesellschaftlichen Interesses für die Wissenschaft und die notwendige Verknüpfung von Wahrheit und Theologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kritische Theorie, Objektivität, Unabgeschlossenheit, Erkenntnisinteresse und die metaphysische Notwendigkeit Gottes für den Wahrheitsbegriff.

Wie bewertet Horkheimer das Verhältnis von Wahrheit und Erfolg im Pragmatismus?

Horkheimer lehnt den Pragmatismus ab, da Erfolg oder Nützlichkeit für ihn keine hinreichenden Kriterien für die Wahrheit einer Theorie darstellen; Wahrheit muss sich vielmehr an der Struktur der Wirklichkeit messen lassen.

Warum hält der späte Horkheimer den Glauben an Gott für relevant?

Horkheimer argumentiert im Spätwerk, dass ohne eine "letzte Instanz" oder ein Absolutes der logische Unterschied zwischen wahr und falsch seine Grundlage verliert und der Wahrheitsbegriff sinnlos wird.

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Details

Title
Max Horkheimers Ringen um die Wahrheit. Die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit
College
University of Trier  (Theologische Fakultät Trier)
Author
Dr. Amos Schmidt (Author)
Publication Year
1990
Pages
10
Catalog Number
V432059
ISBN (eBook)
9783668743267
ISBN (Book)
9783668743274
Language
German
Tags
Absolutheit und Objektivität der Wahrheit Wahrheit und Interesse Werturteilsstreit Pragmatistisches Wahrheitsverständis Unabgeschlossenheit der Wahrheit Gott und die Wahrheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Amos Schmidt (Author), 1990, Max Horkheimers Ringen um die Wahrheit. Die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432059
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