Die Abhandlung versteht sich als theoretische und praktische Hinführung zum Thema Lerntransfer. Dabei wird kritisch gefragt, was betriebliche Weiterbildung eigentlich ist, was sie dem Unternehmen bringen soll und ob das herkömmliche Angebot in Form von betrieblichen Inhouse-Seminaren den Ansprüchen an die Kompetenzentwicklung der Belegschaft genügt.
Die in der Lerntransferforschung entwickelten Ansätze eines erfolgreichen Theorie-Praxis-Transfers zeigen die verschiedenen Methoden und Instrumente der Lerntransferunterstützung auf. In dieser Arbeit wird anhand der praktischen Erprobung beziehungsweise anhand praktischer Beispiele aus dem Erfahrungsbereich des Autors aufgezeigt, wie die verschiedenen transferunterstützenden Methoden und Instrumente im Sinne einer erfolgreichen Kompetenzentwicklung angewendet werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Aspekte und aktueller Stand der Forschung
2.1 Begrifflichkeiten
2.1.1 Betriebliche Weiterbildung
2.1.2 Lerntransfer
2.1.3 Lernen und Lerntransfer
2.2 Lerntransfermodelle
2.2.1 Ergebnisbezogene Forschungsansätze
2.2.2 Prozessbezogene Forschungsansätze
2.3 Evaluation von Bildungsmaßnahmen
2.4 Zwischenbilanz
3 Die Transferunterstützung im betrieblichen Lern- und Anwendungskontext
3.1 Lerntransfermanagement und Kompetenzmanagement
3.2 Barrieren für den Lerntransfer
3.3 Lerntransfermaßnahmen - Die Förderung des Lerntransfers im Praxisalltag
3.3.1 Transferförderung vor Bildungsmaßnahmen
3.3.2 Transferförderung während Bildungsmaßnahmen
3.3.3 Transferförderung nach Bildungsmaßnahmen
3.4 Zwischenbilanz
4 Die Anwendung transferunterstützender Instrumente und Methoden in der Praxis
4.1 Praxisbeispiel 1: Adult basic life support and automated external defibrillation
4.1.1 Beschreibung des Weiterbildungskonzeptes
4.1.2 Mögliche Transferbarrieren
4.1.3 Angewendete transferunterstützende Maßnahmen im Lern- und Funktionsfeld
4.1.4 Kritische Betrachtung
4.2 Praxisbeispiel 2: Führungskräfteentwicklung
4.2.1 Beschreibung des Weiterbildungskonzeptes
4.2.2 Mögliche Transferbarrieren
4.2.3 Angewendete transferunterstützende Maßnahmen im Lern- und Funktionsfeld
4.2.4 Kritische Betrachtung
4.3 Zwischenbilanz
5 Fazit und Ausblick
5.1 Resümee
5.2 Die Bedeutung innovativer Lernmedien und Methoden für den Lerntransferprozess
5.3 Ausblick: Herausforderungen und Chancen für die Personalentwicklung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, theoretische Erkenntnisse der Lerntransferforschung und des Lerntransfermanagements in den praktischen Erfahrungskontext des Verfassers im Krankenhaussektor zu integrieren, um konkrete Anwendungsmöglichkeiten transferunterstützender Methoden kritisch zu prüfen und weiterzuentwickeln.
- Theoretische Grundlagen und Forschungsansätze zum Lerntransfer
- Barrieren und Erfolgsfaktoren für den Transfer von Wissen in die Praxis
- Strategien zur Transferförderung vor, während und nach Bildungsmaßnahmen
- Praxisnahe Anwendung transferunterstützender Instrumente am Beispiel medizinischer Notfalltrainings und Führungskräfteentwicklung
- Bedeutung innovativer Lernmedien und Methoden für den Transferprozess
Auszug aus dem Buch
4.1 Praxisbeispiel 1: Adult basic life support and automated external defibrillation
Der Begriff „Adult basic life support and automated external defibrillation“ - kurz BLS-D - subsumiert sämtliche Maßnahmen der Basis-Wiederbelebung beim akuten Herzstillstand Erwachsener unter Anwendung des externen halbautomatischen Defibrillators (vgl. Perkins et. al. 2015: 81).
Je nach Kontext bzw. Ort des Auffindens betroffener Personen innerhalb oder außerhalb des Krankenhauses werden diese lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des medizinischen Notfallteams samt Notarzt gesetzt, welcher anschließend die erweiterten Reanimationsmaßnahmen einleitet.
Aufgrund der Bedeutung dieser einfach zu erlernenden Reanimationsmaßnahmen wurden im Betrieb des Verfassers regelmäßige Trainings eingeführt, da gerade vom Gesundheitsfachpersonal eine professionelle Handlungsweise bei medizinischen Notfällen erwartet wird.
Da nur qualifizierte Mitarbeitende als Trainer in Frage kommen, müssen diese selbst ein Trainingsprogramm durchlaufen, welches sie anschließend befähigt, als Lehrende für BLS-D-Trainings zu wirken. Voraussetzung für die Teilnahme an solchen Trainerausbildungsprogrammen und somit für diese Lehrtätigkeit ist eine hinreichende Erfahrung in zumindest einem der Notfallbereiche Anästhesie, Notaufnahme oder Intensivmedizin. Im Erfahrungsbereich des Verfassers handelt es sich hierbei ausschließlich um Trainer aus dem Pflegebereich. Wie diese Trainings konzipiert sind, soll im nächsten Abschnitt thematisiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet das weit verbreitete Problem der mangelnden Umsetzung betrieblicher Weiterbildungsergebnisse und verdeutlicht die Notwendigkeit, Lerntransferforschung konsequent in die Personalentwicklungsstrategie einzubinden.
2 Theoretische Aspekte und aktueller Stand der Forschung: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Lerntransfers dargelegt, zentrale Begriffe expliziert sowie ergebnis- und prozessbezogene Transfermodelle zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit eingeführt.
3 Die Transferunterstützung im betrieblichen Lern- und Anwendungskontext: In diesem Kapitel werden Instrumente zur Transferförderung im Praxisalltag erörtert, indem die Beziehung zwischen Transfermanagement und Kompetenzentwicklung beleuchtet und relevante Transferbarrieren identifiziert werden.
4 Die Anwendung transferunterstützender Instrumente und Methoden in der Praxis: Dieses Kernstück der Arbeit überführt die wissenschaftlichen Erkenntnisse in den beruflichen Erfahrungskontext des Verfassers, indem praxisnahe Weiterbildungsmaßnahmen analysiert und kritisch reflektiert werden.
5 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion der Ergebnisse, einem Ausblick auf innovative Lernmedien sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Chancen für die Personalentwicklung.
Schlüsselwörter
Lerntransfer, betriebliche Weiterbildung, Personalentwicklung, Transfermanagement, Kompetenzentwicklung, Transferbarrieren, Trainingsdesign, Bildungsbedarfsanalyse, Lerntransfermodelle, Praxisbeispiel, Führungskräfteentwicklung, Gesundheitsbetriebe, Notfalltraining, Prozessbegleitung, formative Evaluation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung des Lerntransfers bei betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen, insbesondere in Krankenhäusern, und untersucht, wie erlerntes Wissen erfolgreich in die Arbeitspraxis integriert werden kann.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themenfelder umfassen Lerntransfermodelle, Transferbarrieren, die Bedeutung des Kompetenzmanagements sowie konkrete Maßnahmen zur Transferförderung vor, während und nach Bildungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse der Lerntransferforschung in den realen Erfahrungskontext des Autors zu integrieren, um die Anwendung transferfördernder Methoden kritisch zu prüfen und Handlungsempfehlungen für die Praxis zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse theoretischer Lerntransfermodelle und einer praxisorientierten Fallstudienanalyse zweier betriebsinterner Weiterbildungsprogramme im Krankenhauskontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 4) werden zwei spezifische Praxisbeispiele – ein Reanimationstraining (BLS-D) und ein Führungskräfteentwicklungsprojekt – detailliert beschrieben, ihre Transferhindernisse identifiziert und kritisch reflektiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Lerntransfer, Personalentwicklung, Kompetenzentwicklung, Transferbarrieren und betriebliche Weiterbildung charakterisieren.
Warum sind gerade Krankenhäuser als Fallbeispiele relevant?
Kliniken sind hochkomplexe Expertenorganisationen mit interdisziplinären Anforderungen, bei denen ein Scheitern des Lerntransfers nicht nur ökonomisch negativ ist, sondern auch Patientensicherheit und medizinische Qualität direkt beeinträchtigen kann.
Welche Rolle spielt die Führungskraft beim Lerntransfer?
Führungskräfte fungieren als zentrale Akteure im Transfermanagement, da sie durch ihre Unterstützung, das Schaffen von Anwendungsgelegenheiten und eine positive Fehlerkultur maßgeblich darüber entscheiden, ob neu erworbenes Wissen im Arbeitsalltag zur Anwendung kommt.
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- Christophorus Zoeschg (Author), 2017, Lerntransferförderung bei internen Weiterbildungen im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432209