Stress und Belastungen im Lehrerberuf und deren Folgen


Term Paper, 2017
19 Pages, Grade: 2,0

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Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung

2. Die Problematik Stress
2.1 Stress – Was ist das?
2.2 Die Reaktion des Körpers auf Stress
2.3 Das Transaktionale Stressmodell

3. Lehrer – ein anspruchsvoller Beruf
3.1 Anforderungen im Lehrberuf
3.2 Belastungen im Lehrerberuf

4. Belastungsreaktionen und / oder - folgen
4.1 Die Innere Kündigung
4.2 Das Burnout Syndrom

5. Fazit

6. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Zusammenfassung

Das Thema Belastung und Beanspruchung hat einen sehr hohen Stellenwert im Lehrerinnen und Lehrerberuf eingenommen. Zahlreiche Studien und Zeitungsartikel bestätigen dies. Belastung ist eng mit Stress verbunden. Das Thema Stress und Belastung in Bezug auf den pädagogischen Lehrberuf ist Kernpunkt der vorliegenden Hausarbeit. Jeder Mensch geht anders mit Stress um. Daher wird am Anfang dieser Arbeit die Problematik Stress näher betrachtet. Der Übergang zum transaktionalen Stressmodell nach Lazarus soll darstellen, dass verschiedene Bewältigungsmechanismen in der Stressverarbeitung eine wesentliche Rolle spielen. Der Lehrerinnen und Lehrerberuf mit seinen Anforderungen und Belastungen wird dargestellt. Wenn die Anforderungen steigen, die Belastung nicht mehr zu bewältigen ist, dann droht Gefahr zu erkranken.

1. Einleitung

Wenn es um die Frage geht, was die Aufgaben eines Lehrers oder einer Lehrerin sind können die Antworten nicht unterschiedlicher sein. Nicht zu vergessen ist, dass der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder Lehreinnen und Lehrer vor vielen Jahren als „Faule Säcke“ bezeichnet hat (Perger, 1995).

Die Realität sieht aber anders aus. Sind Lehrerinnen und Lehrer bei weitem keine „Dauerurlauber“ oder „Faule Säcke“. Zahlreiche Studien und diverse Zeitungsartikel bestätigen, dass der Lehrerberuf physisch und psychisch enorm belastend ist. So lautete die Titelschrift der Süddeutsche Zeitung im November 2014 „Höllenjob Lehrer“.

Belastung wird automatisch mit Stress verbunden. Hat das Phänomen Stress einen wichtigen Bestand in unserem Alltag, fehlt er auch am Arbeitsplatz Schule nicht.

Im 2. Kapitel wird das Phänomen Stress näher betrachtet. Es soll dargestellt werden was Stress überhaupt ist und was es in unseren Körper verursachen kann. Das Transaktionale Stressmodell gibt einen Einblick, in wieweit Bewältigungsstrategien bei der Stressverarbeitung eine Rolle spielen.

Vom besonderen Interesse ist das 3. Kapitel. Dort wird der Lehrerinnen und Lehrerberuf genauer betrachtet. Was sollten Lehrerinnen und Lehrer möglichst für Anforderungen erfüllen? Und was ist es, was den Beruf letztendlich häufig unattraktiv dastehen lässt?

Der Psychiater und Internist Prof. Dr. Joachim Bauer kam im Jahre 2009 nach einer von ihm durchgeführten Studie zu dem Schluss, dass 20 bis 30% aller Lehrerinnen und Lehrer an einer stressbedingten Gesundheitsstörung leiden.

Daher ist es auch kein Wunder, dass die Zahlen der Dienstunfähigkeit und Frühpensionierung im Lehrerberuf sehr hoch sind (Schaarschmidt, 2005). Zwei für den Lehrerinnen und Lehrerberuf typischen Erkrankungen werden im letzten Kapitel vorgestellt.

Im vorliegenden Teil der Hausarbeit werden Begriffe wie „Lehrer“ oder „Schüler geschlechtsneutral verwendet. Beide Geschlechter werden dabei miteingeschlossen.

Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch, dass die Arbeit sich auf Lehrer an allgemeinbildenden Schulen bezieht, nicht auf Berufsschullehrer, Volkshochschullehrer, Tanzlehrer oder Schwimmlehrer.

2. Die Problematik Stress

2.1 Stress – Was ist das?

Den Stressbegriff führte der österreichisch-kanadische Arzt und Biochemiker Hans Selye (1907-1982) in die Medizin ein. Selye gilt als Vater der modernen Stressforschung. Er bezeichnete damit die Auswirkungen von Belastungen auf lebende Körper. In umfangreichen Tierexperimenten und Beobachtungen am Menschen stellte er fest, dass der Organismus auf unterschiedliche Belastungen und Störungen immer mit gleichen körperlichen Veränderungen antwortete. Es besteht kein Zweifel mehr daran, dass Stress zu den gefährlichsten gesundheitlichen Risikofaktoren zählt, mit denen Menschen in unserer heutigen Gesellschaft konfrontiert sind (Kaluza, 2007).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte Stress sogar zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts.

Aber nicht nur Stress am Arbeitsplatz ist zu einem häufigen Thema geworden. Stress in der Schule, Stress im Privatleben oder Stress im Freundeskreis beherrschen oft unseren Alltag. Häufig ist es auch die Kombination aus allem die unzumutbar werden kann. „Ich bin im Stress.“ sind häufig genannte wie gehörte Antworten auf die Frage nach dem Befinden. Und manchmal dient der Hinweis „Ich bin im Stress!“ auch dazu eigenes Fehlverhalten sich selbst und anderen gegenüber zu entschuldigen und einer kritischen Auseinandersetzung mit sich und anderen aus dem Weg zu gehen (Kaluza, 2007).

Grundsätzlich unterscheidet man krank machenden Stress (Dis-Stress) von positivem Stress (Eu Stress).Dis-Stress bedeutet, wenn über einen längeren Zeitraum die Situation im beruflichen und/oder privaten Leben als belastend erlebt wird und diese mit den eigenen körperlichen Ressourcen nicht bewältigt werden kann. Während Eu-Stress als Herausforderung gesehen wird und erfolgreich bewältigt wird (Ittel & Raufelder, 2009).

Ausgelöst wird Stress durch die sogenannten Stressoren. Neben Leistungsstressoren und physikalischen Stressoren wie beispielsweise Lärm, Kälte, Temperaturschwankungen und Hunger spielen soziale Stressoren, also Anforderungen, die im zwischenmenschlichen Kontakt entstehen eine besondere Rolle. Ungelöste Konflikte (wie oben bereits erläutert), Auseinandersetzungen mit anderen Menschen, Konkurrenzsituationen können Beispiele für zwischenmenschliche Stressoren darstellen. Auch psychische Stressoren sollten nicht vergessen werden. Häufiger Zeitdruck, Überforderung und auch Unterforderung können in einem Menschen Stress auslösen (Kretschmann, 2008).

Das Stresserleben ist umso stärker, je höher die Anforderungen im Verhältnis zur eigenen Leistungsbereitschaft eingeschätzt werden.

2.2 Die Reaktion des Körpers auf Stress

„Stressschäden gibt es seit langem, sie sind keine Erfindung der letzten Jahrzehnte. Der Leibeigene im 14. Jahrhundert war Stress ausgesetzt, ebenso wie ein Workaholic des 21. Jahrhunderts, der sich auch nach dem zweiten Herzinfarkt voll in die Arbeit stürzt“ (Litzcke & Schuh, 2010, S.43).

So ist der Arzt und Krebsexperte Dr. Leonard Coldwell (2015) zu dem Schluss gekommen, dass Stress die Hauptursache aller Krankheiten sei.

In den international gültigen Klassifikationssystemen psychischer Störungen ICD (International Classification of Diseases) und DSM (Diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen) stellen Stress und stressauslösende Symptome keine eigenen Störungsdiagnosen dar (Heinrichs, Stächele & Domes, 2015).

Jeder Mensch erlebt Stress anders, trotz alledem sind viele physische und psychische Erkrankungen auf diesem Phänomen zurückzuführen (siehe Kapitel 4).

Bei der Stressreaktion handelt es sich um eine weitreichende Reaktion, an der alle körperlichen Funktionen und Systeme beteiligt sind – Atmung, Herz-Kreislauf, Stoffwechsel und Muskulatur. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat jeder Mensch die typischen Stresszeichen schon einmal wahrgenommen. Das Herz schlägt bis zum Hals, die Hände zittern und sind schweißig, der Mund ist trocken und unser Körper hat das Gefühl einer kaum erträglichen Unruhe. Ist der Körper diesen Belastungen häufig ausgesetzt, spricht man von Dauerstress oder chronischen Stress (Franke, 2012).

2.3 Das Transaktionale Stressmodell

Das transaktionale Stressmodell wurde von den amerikanischen Psychologen Richard Lazarus in den 50er und 60er entwickelt. In diesem Modell, wird Stress als eine Art Transaktion verstanden, zwischen der Umwelt und der Person. Dies wiederrum führt zu einer Analyse zwischen beiden. Diese Beziehung wird durch kognitive Bewertungsprozesse beeinflusst. Einen großen Platz, nimmt dabei die Persönlichkeit jeder einzelnen Person ein und die Einstellung zu den vorhandenen Situationen. Lazarus unterscheidet drei Formen der Bewertung: die primäre Bewertung, die sekundäre Bewertung und die Neubewertung (siehe Abbildung 1). Bei der primären Bewertung wird eine Situation hinsichtlich ihrer Bedeutung für das persönliche Wohlergehen eingestuft und es wird festgestellt ob die Situation für den Körper und den Menschen unwichtig oder gefährlich sein kann. Belastende Situationen können Bedrohungen, Verluste oder sehr heftige Auseinandersetzungen sein. Sollte die Situation belastend eingestuft werden, dann überdenkt die Person ihre Möglichkeiten sie zu bewältigen. Mehrere Strategien aus verschiedenen Bewältigungsmöglichkeiten werden dann gewählt. Die Phase der Sichtung und Auswahl von Bewältigungsmöglichkeiten wird von Lazarus als sekundäre Bewertung bezeichnet. Die letzte Phase, bezeichnet Lazarus als Neubewertung, weil er der Meinung ist, dass durch die Bewältigungsmöglichkeiten die Sicht der Dinge von jedem Individuum neu bewertet wird. Die Theorie von Lazarus wurde und wird immer häufiger als Ausgangsmodell zur Untersuchung von Lehrerstress verwendet (Lazarus, 1995; Lazarus & Folkman, 1984 in Rothland, 2013).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das transaktionale Stressmodell nach Lazarus

Folgendes Fallbeispiel soll das transaktionale Modell in Bezug auf dem Stress im Lehrerberuf verdeutlichten:

Ein Lehrer übernimmt eine neue große Klasse und soll dort einen für ihn fachfremden Unterricht abhalten. Der Lehrer könnte die Situation positiv betrachten, und das Ganze als Herausforderung sehen, das wäre die primäre Betrachtung. Er könnte sich sagen: „Da kann ich noch eine Menge dazu lernen und viel für meine weitere Laufbahn mitnehmen.“

Er könnte aber auch sehr negativ dem Ganzen gegenüber eingestellt sein und sich innerlich einreden, dass er diese Anforderung nicht gewachsen ist. Das wäre dann die potenzielle Bedrohung. In diesem Fall würde das Stressmodell in Aktion treten. In der Phase der Bewertung versucht der Lehrer nämlich abzuschätzen, ob er genügend Ressourcen hat, um mit den Stressor umzugehen. Diese Ressourcen können in der Persönlichkeit des Lehrers selbst liegen oder von außen kommen. Zum Beispiel in dem er andere Kollegen um Hilfe bittet. Aufgrund dieser Ressourcenabschätzung wird die Situation neu bewertet.

Sollte diese Situation so gemeistert werden, anhand der Bewältigungsmöglichkeiten, erleidet der Lehrer kaum oder wenig Stress. Fühlt er sich aber dauerhaft durch diese neue Aufgabe eine Klasse zu übernehmen und dann auch in einem anderen für ihn fremden Unterrichtsfach zu unterrichten, so ist er dauerhaft chronischen Stress ausgesetzt und droht zu erkranken.

3. Lehrer – ein anspruchsvoller Beruf

3.1 Anforderungen im Lehrberuf

„Der Pädagoge stellt den Menschen in den Mittelpunkt seines beruflichen Selbstverständnisses“ (Hagemann, 2009, S.11). Das Zitat bestätigt das der Lehrer mit seiner ganzen Persönlichkeit gefordert ist.

Bei weitem ist es heutzutage nicht genug, dass ein Lehrer seinen Unterrichtsstoff einwandfrei und didaktisch gut rüberbringt. Häufig liegen die Probleme in anderen Bereichen. Besonders die emotionalen und sozial-kommunikativen Anforderungen sind es, die sich als schwer erfüllbar zeigen. Daher wird von Lehrenden häufig ein empathisches und partnerschaftliches Verhalten erwartet. Durchsetzungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und ein hoher Anspruch an die eigene Arbeit darf nicht fehlen (Schaarschmidt, 2005).

Sie stehen vor der großen Herausforderung Schüler dazu zu bewegen sich aktiv mit Themen auseinanderzusetzen die sie sich nicht freiwillig entschieden haben. Zu vergessen ist nicht, dass eine hohe Flexibilität im Lehrerberuf häufig voraussetzt wird (Wild & Möller, 2015).

3.2 Belastungen im Lehrerberuf

Wie zu Beginn der Einleitung bereits erwähnt, bestätigen Studien ein für Lehrer hohes Beanspruchungserleben.

Nehmen Lehrer mit ihrer hohen Verantwortung doch täglich mehrere und durchaus unterschiedliche Rollen ein. Gelten sie zum einen als Wissensvermittler und Erzieher, sind sie im weiteren Sinne auch Lernorganisator, Medienexperte und nicht zu vergessen wie in vielen sozialen Berufen Freund und Helfer (Klippert; 2006).

Uwe Schaarschmidt ist ein deutscher Psychologe und mittlerweile emeritierter Professor. Eine große Bedeutung seiner wissenschaftlichen Arbeit galt der Lehrergesundheit. Sehr große Beachtung und Anerkennung erlangte seine „Potsdamer Studie zur Lehrerbelastung“. Ziel der Studie war es belastende Faktoren im Schuldienst aufzuzeigen und Vorschläge zur Bewältigung zu sammeln.

Er wies drei Quellen der Lehrerbelastung nach:

- das Verhalten schwieriger Schüler
- die Klassenstärke und
- die Anzahl der zu unterrichtenden Stunden. (Klippert, 2006 zitiert nach Schaarschmidt, 2004).

Insgesamt lief die Studie über einen Zeitraum von 6 Jahren, rund 16.000 Lehrer nahmen teil. Schaarschmidt kam zu dem Schluss, dass kein anderer Beruf so viele kritische Beanspruchungsverhältnisse aufweist wie der Lehrerberuf (Schaarschmidt, 2005).

Vor allen zu große Klassen können zu einem enormen Belastungs- und Stressfaktor für Lehrkräfte werden, wenn die Zahl der verhaltensauffälligen Schüler steigt, die Lernmotivation sinkt und ein unerträglicher Lärmpegel entsteht. Immer mehr Schüler tendieren dazu, den Unterricht massiv zu stören oder zu behindern (Klippert, 2006; zitiert nach Hillert, 2004).

Die Pausen tragen im Lehreralltag häufig nicht zur Entspannung bei. Gespräche im Kollegium oder mit Schülern füllen sie meistens aus. Vorkommen kann es auch das noch ganz schnell letzte Vorbereitungen für die nächste Unterrichtsstunde getroffen werden (Schaarschmidt, 2005).

Ein weiteres prägendes Merkmal und Belastungsfaktor für diesen Beruf ist der Wechsel zwischen zwei Arbeitsplätzen. Ist es doch so, dass die Arbeit nach Feierabend zu Hause häufig noch lange weitergeht. Das Korrigieren und Bewerten von Leistungsnachweisen, die Vorbereitung des Unterrichtes, das Führen von Gesprächen mit Eltern oder Erziehungsberechtigten, Planung von Projekten sind häufig Dinge die außerhalb der Schule auf Lehrer zukommen und erledigt werden müssen. Das Ganze muss vorher sorgfältig geplant werden. Gerade dieses „zu Hause arbeiten“ bedeutet niemals richtig Feierabend zu haben (Kretschmann, 2008).

Zu bedenken ist, dass es bei vielen Lehrern auch noch was Anderes gibt, als der Arbeitsplatz Schule und was dahintersteckt. Familie, Freunde und Hobbys möchten und müssen auch unter einen Hut gebracht werden.

Vergessen darf nicht werden, dass jeder Lehrer Belastungen anders wahr und auch anders verarbeitet beziehungsweise ausgleicht (siehe Abbildung 1 – transaktionales Stressmodell). Gibt es aber Probleme bei der Bewältigung dieses doch sehr verantwortungsvollen Berufes und seinen Aufgaben läuft man Gefahr in eine Spirale des chronischen Stresses zu geraten der zur Erkrankung führen kann.

4. Belastungsreaktionen und / oder - folgen

4.1 Die Innere Kündigung

„Der Begriff der Inneren Kündigung (IK) bezeichnet den motivationalen Rückzug (Disengagement) von der (beruflichen) Verantwortung und vom Engagement einschließlich der Einschränkung der Tätigkeit auf das Notwendigste“ (Schmitz & Jehle, 2013 in Rothland, 2013, S. 156).

Innere Kündigung hat seinen Ursprung nicht in der Psychologie, sondern in der Managementlehre (Litzcke & Schuh, 2010).

Im Gegensatz zur Kündigung wird bei einer inneren Kündigung das Arbeitsverhältnis nicht aufgelöst oder beendet, aber die Erbringung von Arbeitsleistungen wird nur noch bis zu ein bestimmtes Mindestmaß erfüllt. Die betroffenen Lehrkräfte haben innerlich abgeschlossen und bringen keine Eigeninitiative mehr mit in ihre Arbeit.

Die Arbeit wird nur noch durchgeführt, um das notwendige Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.

Für den wie im Kapitel 3 belastenden und anspruchsvollen Beruf ein Einschnitt, unter den viele Angehörige im Berufsfeld Schule zu leiden haben und der weitreichende Konsequenzen mit sich ziehen kann.

Die Lehrenden halten sich nur noch an die Regelarbeitszeit, es kann sogar vorkommen, dass sie den Unterricht an manchen Tagen früher beenden oder die Pause hinauszögern um sich eigenen persönlichen Sachen zu widmen.

Die Schüler werden nicht mehr über den Unterricht hinaus gefördert. Störungen im Unterricht werden akzeptiert, es wird nicht mehr eingegriffen. Lehrende haben dann häufig die Einstellung: „Es ist mir egal.“ Vertretungsstunden werden abgelehnt mit der Meinung: „Das geht mich nichts mehr an.“ Schüler müssen sehr lange auf die Korrekturen ihrer Klausuren oder Leistungskontrollen warten (Schmitz & Jehle, 2013 in Rothland 2013).

Die Folgen der inneren Kündigung sind häufig krankheitsbedingte Frühpensionierungen, Altersteilzeit oder ein freiwilliges Ausscheiden aus dem Schuldienst. Der Anteil der vorzeitigen Frühpensionierungen an der Gesamtzahl der jährlichen Ruhestandseintritte von Lehrkräften liegt seit Mitte der 1990er Jahre durchweg zwischen 50 und 60 Prozent (Klippert, 2006; zitiert nach Weber, 2004, S.24).

4.2 Das Burnout Syndrom

Der Begriff Burnout kommt aus dem englischen und bedeutet übersetzt ausbrennen. Vergleichen kann man es, mit dem Ausbrennen einer Kerze oder das Löschen eines Lichtes. Es beschreibt einen psycho-physischen Erschöpfungszustand. Der amerikanische Psychoanalytiker Herbert Freudenberger führte den Begriff 1974 in die Psychologie ein. Er beobachtete übermäßig viele Belastungsreaktionen bei Mitarbeitern in sozialen Berufen. Mittlerweile ist Burnout in über 60 Berufs- und Personengruppen beschrieben worden, die meisten Veröffentlichungen liegen im Lehrerberuf (Käser & Wasch; zitiert nach Burisch 2006, S.24).

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Details

Title
Stress und Belastungen im Lehrerberuf und deren Folgen
Grade
2,0
Author
Year
2017
Pages
19
Catalog Number
V432210
ISBN (eBook)
9783668758506
ISBN (Book)
9783668758513
File size
3459 KB
Language
German
Tags
stress, belastungen, lehrerberuf, folgen
Quote paper
Marcella Thamm (Author), 2017, Stress und Belastungen im Lehrerberuf und deren Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432210

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