Bernard Williams Utilitarismus Kritik


Seminararbeit, 2015

17 Seiten, Note: 2,3

Esteban Ensenador (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Utilitarismus

3 Arten des Utilitarismus
3.1 Handlungs-Utilitarismus
3.2 Regel-Utilitarismus

4 Bernard Williams – Kritik am Utilitarismus
4.2 Alienation
4.1 Die Tendenz zur Selbstzerstörung
4.2 Kritik am Präzedenzfall

5 Differenzierter Utilitarismus

6 Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit soll die Kritik an den Utilitarismus von Bernard Williams darstellen. Dabei soll in erster Linie aufgezeigt werden, inwiefern Williams Kritik auf bestimmte Bereiche des utilitaristischen Konzepts zutreffen. Desweiteren sollen Gegenpositionen von Peter Singer, Bernward Gesang und R. Jay Wallace kritisch gegenüber gestellt werden, um mit dem Lösungsvorschlag R. Jay Wallace zu schließen.

2 Utilitarismus

Der Utilitarismus (lat. Utilitas = Nutzen) wird zumeist mit dem Leitspruch das ‚größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl‘ hervorbringen zu wollen, bezeichnet. Als Maxime ausgedrückt formuliert Otfried Höffe das Nützlichkeitsprinzip des Utilitarismus folgendermaßen:

„Handle so, dass die Folgen deiner Handlung bzw. Handlungsregel für das Wohlergehen aller Betroffenen optimal sind“ (Höffe 2008, S. 11)

Der Utilitarismus ist eines der bekanntesten Konzepte der normativen, empiristischen Ethik, in der moralisches Handeln als solches definiert wird, dass aus einer Handlung eine Handlungskonsequenz entspringt, die das größtmögliche Wohlbefinden bzw. das größtmögliche Glück aller Beteiligten dieser Handlung hervorbringt und gleichzeitig Schaden bzw. Leid vermeidet. Trotzdessen, dass der Utilitarismus viele verschiedene Anhänger hat, die diese vermeintliche Ethik teilweise unterschiedlich begründen, ausbauen und verändern, steht sie auf 4 Prinzipien als Grundpfeiler:

1. „Konsequenzenprinzip: Die moralische Beurteilung von Handlungen erfolgt ausschließlich auf Grund der zu erwartenden Handlungsfolgen, Konsequenzen oder Auswirkungen.
2. Utilitätsprinzip: Kriterium ist der Nutzen, die Utilität der Handlungskonsequenzen für die Verwirklichung des in sich Guten.
3. Hedonismusprinzip: Das in sich Gute besteht hedonistisch in der Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse und Interessen, also in der Lust, der Freude, dem (hedonistisch verstandenen) Glück und in der Vermeidung von Unlust, Schmerz und Leid.
4. Sozialprinzip: Im moralischen Kalkül geht es nicht bloß um das Glück des Handelnden selbst, sondern um das Glück aller von der Handlung Betroffenen, um das »größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl« (Bentham, Formel schon bei Helvétius) und letztlich um den sozialen Nutzen aller Menschen überhaupt.“ (Wildfeuer 2003: Utilitarismus, philosophie-wörterbuch.de)

Der Utilitarismus ist aufgrund der Konzentration auf die Konsequenzen einer Handlung, also in erster Linie das Hervorrufen von Glück, eine teleologische Ethik. Insofern das Ziel einer Handlung diesen angestrebten Nutzen zur Folge hat, ist die Methodik / das Mittel, wie dieses Ziel erreicht wurde, insofern es den utilitaristischen Prinzipien treu ist, irrelevant. Eine direkte Gegenposition zu dieser Haltung nahm Immanuel Kant mit seiner deontologischen Moral des kategorischen Imperativs ein, in der das moralisch gute Motiv einer Handlung im Mittelpunkt steht und weniger dessen Folgen.

Die rationale Berechnung (und damit auch Bewertung) einer Handlung nach dem Utilitarismus ist der Ideologie größter vermeintlicher Gewinn. Die offensichtlichsten Vorteile sind die praktische, objektive Nachvollziehbarkeit, sowie die Emanzipation des Individuums gegenüber Institutionen, den eigenen Traditionen respektive Wertvorstellungen bzw. dem Gewissen und der Religion. Der Utilitarismus soll als Gesellschaftsnorm gelten, deren Ansatz es ist, „verbindliche Normen mit wissenschaftlichen Mitteln zu begründen, das heißt zumindest ohne eine letzte Berufung auf politische und religiöse Autoritäten.“ (Höffe 2008, S. 8) Dass diese Argumente für den Utilitarismus auch gegen diesen arbeiten können, wird später vertieft.

3 Arten des Utilitarismus

Grundsätzlich ist der Utilitarismus in zwei Lager zu unterteilen: dem ‚Handlungs-Utilitarismus‘ und dem ‚Regel-Utilitarismus‘. Die Unterschiede bzw. die Problematik beider Formen sollen im Nachfolgenden behandelt werden.

Desweiteren gibt es Unterscheidungen nach direktem Ziel des Nutzens. Hier ist der ‚Egoistische Utilitarismus‘, der das Erreichen des größtmöglichen Glücks für das Subjekt selbst im Vordergrund hat, mit dem ‚Altruistischen Utilitarismus‘, bei dem das Wohlbefinden der direkten sozialen Umgebung eines Individuums als Ziel der Handlungen im Mittelpunkt steht, sowie mit dem ‚Sozialen Utilitarismus‘, in dem das Hervorrufen des größten Glücks der Gemeinschaft, bzw. aller Betroffenen einer Handlung (somit also die größtmögliche Zahl), als oberster Zweck dient, zu differenzieren. Desweiteren ist dem Glück jedes Einzelnen genau gleich viel Wert beizumessen, sodass jeder im Streben nach Glück gleichberechtigt ist. Die Summe des Glücks jedweder Person ist das Gesamtglück.

3.1 Handlungs-Utilitarismus

Der Handlungs-Utilitarismus ist das Fundament bzw. das grundlegendste Konzept der utilitaristischen Nutzen-Kosten-Gegenüberstellung (das Glück als Nutzen und das Leid/Unglück als Kosten) von Handlungen. Bei Moralfragen werden hierbei individuelle Handlungen für sich bewertet und beurteilt. Im Vordergrund steht somit also die Erzeugung des größten Glücks bzw. der gesellschaftlichen Nützlichkeit pro einzelne Handlung.

Laut Bernard Williams eröffnen sich hier jedoch Probleme:

- Verschiedene Handlungen erzeugen auch unter unterschiedlichen Umständen eine Abweichung in ihrer Nützlichkeit. Da das Erreichen des Glückes für jedes Subjekt die gleiche Wertigkeit in ihrem Bestreben nach eben jenem hat, kommt es, unter Berücksichtigung unterschiedlicher subjektiver Einflüsse, zu Variablen, die in der Berechnung der möglichen Handlung(en) mit in Betracht gezogen werden müssen. Hierdurch entsteht auf der einen Seite eine Unsicherheit (evtl. sogar eine im utilitaristischen Sinne ungewollte Gehemmtheit), da nicht jeder Mensch des Anderen Verhältnisse kennen kann, und auf der anderen Seite eine Handlung mit Erwartungsdiskrepanz. Zudem benötigt eine solche Abwägung der Möglichkeiten Zeit und kann somit „zu einer psychologischen Disposition führen, durch die utilitaristisch wünschenswerte Dinge, wie z. B. entschlossenes Handeln, u.U. faktisch unmöglich gemacht werden.“ (Williams 1978, S. 102)

- Die utilitaristische Kalkulation (und die daraufhin nachfolgende Tat) beherbergt daneben auch die Wahrscheinlichkeit, dass uns eine Handlung moralisch nicht korrekt erscheint.

- Desweiteren wird im Handlungs-Utilitarismus nicht auf Kontroversen eingegangen, die ein Subjekt möglicherweise mit sich selbst arrangieren muss, bspw. das Einhalten von Versprechen. Die damit beabsichtigte oder auch unbeabsichtigte Missachtung könnte somit zum (unweigerlichen und womöglich im ersten Moment unbemerkten) Verlust von Glück für die jeweilige Person und eventuell sogar desjenigen führen, dem das Versprechen galt (womit dieser gegebenenfalls sogar ebenfalls ein Teil der Berechnung werden muss). Hierbei sei angemerkt, dass Gefühle, die aus utilitaristischer Sicht irrational sind (z.B. ein schlechtes Gewissen oder Vorurteile) aus der Berechnung des Nutzens herausgenommen werden müssen, da sie aus utilitaristische Perspektive irrational sind. (vgl. Williams 1979, S. 65)

3.2 Regel-Utilitarismus

Der Regel-Utilitarismus versucht den eben genannten Problemen des Handlungs-Utilitarismus aus dem Weg zu gehen bzw. diese zu lösen. Das Prinzip ist somit fundamentaler angesiedelt, da eine Handlung auch dann moralisch gut ist, insofern sie, wie der Name vermuten lässt, einer Handlungsregel folgt, die wiederum selbst die Maxime ‚größtmögliches Glück für die größtmögliche Zahl‘ (also der Maximierung des Gesamtglücks) zur Konsequenz hat.

Der Unterschied zum Handlungs-Utilitarismus ist demzufolge, dass eine Tat, die nicht auf das größtmögliche Glück für alle Beteiligten abzielt, auch dann utilitaristisch für richtig gehalten wird, insofern sie, im Sinne einer Handlungsregel, den maximal möglichen Nutzen im Vergleich zu den alternativ möglichen Taten produziert. Schlechte Handlungen dagegen sind im Regel-Utilitarismus so definiert, dass eine Handlung, die mehrfach (oder besser ‚regelmäßig‘) zur Anwendung kommt und Unlust bzw. Unglück hervorbringt, als utilitaristisch schlechte Handlung deklariert wird. Generell wird eine autoritative Tat, aus der sich eine Handlungsregel ableiten lässt ‚Präzedenzfall‘ genannt. Die Nachteile eines solchen programmatischen Falles wird im Nachfolgenden noch behandelt werden.

4 Bernard Williams – Kritik am Utilitarismus

Bernard Williams Kritik am Utilitarismus bezieht sich auf verschiedene Aspekte der utilitaristischen Ideologie, wobei er auch Lösungsaspekte für unterschiedliche Probleme in Betracht zieht, dessen Verwirklichungen allerdings den Urprinzipien des Utilitarismus entgegenstehen und diesen an sich entfremden würde. Für Williams ist es jedoch offensichtlich, dass ein arithmetisches Konzept, welches auf einer rein rationalen Nutzen-Kosten-Rechnung basiert und in dem die Menschlichkeit an sich vernachlässigt, eine neue Form der Gesellschaft entstehen bzw. eine ideale Welt bestehen müsste, nicht funktionieren kann und die theoretischen Prinzipien des Utilitarismus moralische Probleme aufweisen, die nur schwer, wenn nicht sogar unmöglich, mit der (heutigen) Gesellschaft in Einklang zu bringen sind.

4.2 Alienation

Ein Hauptaspekt Williams Kritik ist die, durch den Utilitarismus erzwungene, Veränderung der Persönlichkeit bzw. einer Art Alienation. Die Tatsache, dass eine Handlung objektiv respektive unpersönlich berechnet werden müsste, ist für Williams eine Entfremdung der Menschlichkeit, da von jeglicher persönlichen Beziehung des Handelnden zu anderen handlungsbeteiligten Personen abgesehen werden müsste. Die Unpersönlichkeit liegt darin, dass, durch das gleichberechtigte Streben nach Glück jeder einzelnen Person, vom Eigeninteresse Abstand genommen werden muss, da jegliches subjektive Streben nach Glück seine gleichwertige Legitimität besitzt.

Williams kritisiert, dass eine Handlung, bspw. aufgrund einer nahen Beziehung zu einer anderen Person (bspw. bei der Liebe) vom Akteur nicht im Voraus, aufgrund einer rein rationalen Regel, beurteilt werden kann, insofern ein bestimmter Fall eintritt, der ihn vor die Wahl stellt auf der einen Seite logisch-rational (und somit utilitaristisch richtig zu handeln) oder seine Handlung abhängig von seinem Eigeninteresse zu machen, d. h. intuitiv nach seinem Gefühl zu handeln.

„[…] one reaches the necessity that such things as deep attachments to other persons will express themselves in the world in ways which cannot at the same time embody the impartial view[…].“ (Williams 1981, S. 18)

Die Kritik richtet sich also im Grunde gegen den nicht desiderablen Gedankengang, dass ein Handelnder erst darüber nachdenkt, in welcher Situation er sich gerade in diesem Moment befindet und was in einer solchen Situation gemacht werden sollte, da dies gegen die menschliche Natur geht, Dingen, zu denen wir eine persönliche Bindung haben, den Rücken zu kehren nur um vermeintlich (oder besser ‚vorschriftsmäßig‘) moralisch zu handeln.

Michael Stocker, der die Meinung vertritt, dass Beziehungen zu anderen Menschen in der modernen Moralphilosophie keine Beachtung mehr finden, kritisiert eben diese wie folgt:

“The defect of these theories in regard to love […] is […] that they do not value the beloved. […] [M]odern ethical theories would prevent each of us from loving, caring for, and valuing our general values or ourself – as opposed to loving, caring for, and valuing our general values or ourself-qua-producer-or-possessor-of-general-values.” (Stocker 1976, S. 459 f.)

Stocker geht hier also noch einen Schritt weiter als Williams und stellt klar, dass die Abstrahierung von persönlichen Bindungen ein Problem der gesamten modernen Moralphilosophie ist; nicht nur des Utilitarismus. Im Vergleich zu Williams sieht Stocker die Entfremdung der Menschlichkeit eher sogar als Zerteilung des Menschen selbst (‚fragmentation‘). Letzterer vermutet, dass Akteure, die im Zwiespalt zu ihrem Eigeninteresse handeln, einer Art Persönlichkeitsspaltung unterliegen werden, die er als ‚moralische Schizophrenie‘ bezeichnet und dessen Folgen ein disharmonisches Leben sind.

„One mark of a good life is a harmony between one’s motives and one’s reasons, values, justifications. Not to be moved by what one values – what one believes good, nice, right, beautiful, and so on – bespeaks a malady of the spirit. Such a malady, or such maladies, can properly be called ‘moral schizophrenia’ – for they are a split between one’s motives and one’s reasons.” (Stocker 1976, S. 484)

Ein radikaler Befürworter des Utilitarismus ist dagegen Peter Singer, für den persönliche Beziehungen keine Rolle spielen. Er geht in seinem Werk „Hunger, Wohlstand und Moral“ von zwei Annahmen aus:

1. Tod und Leiden sind schlecht;
2. Es ist moralisch, wenn man Leid verhindert, insofern es in unserer Macht steht und man nichts gleichwertig moralisches opfern muss. (vgl. Singer 2007, S. 39)

Laut Singer geht es somit ausschließlich um die Maximierung des Gesamtglücks unter allen Umständen, außer der Opferung etwas Vergleichbarem. Geht man nun, diesem Ansatz folgend, von unserer momentanen Weltsituation aus, in der Hunger, Krieg und Naturkatastrophen in vielen Ländern eine existenzielle Rolle spielen, während der Rest von den Auswirkungen weitestgehend verschont bleibt, müssten die verschonten Menschen alles dafür tun, um den Leidenden zu helfen, selbst, wenn es für die Handelnden heißen würde, dass sie in Armut leben müssten, insofern nur den Opfern geholfen werden würde, die ansonsten sterben oder deren Existenz mehr bedroht wäre als die der Akteure. Dass diese Überzeugung in einer nicht idealen Welt, also einer Welt, in der es keine Katastrophen gibt und beinahe ein Gleichgewicht an Gesamtglück existiert, nicht funktionieren kann, ist Singer bewusst. Ihm zufolge liegt dies jedoch nicht am Utilitarismus, sondern an dem gesellschaftlichen Verhalten. (vgl. Singer 2007, S. 46)

Als Verteidiger des Utilitarismus gilt ebenso Bernward Gesang, der in seinem Text „Muss der Utilitarist wie ein Heiliger leben?“ versucht, im Gegensatz zu Peter Singer, einen humanen Utilitarismus zu schaffen, der persönliche Beziehungen und das Eigeninteresse als essentiell für das Wohlbefinden, und in Folge dessen auch für das Glücklich sein, sieht. Es ist dementsprechend unumgänglich sich auch um sich selbst zu kümmern und die Bedingungen zu erfüllen, die uns für uns selbst glücklich machen. Persönliche Planungsfreiheit, Beziehungen zu pflegen und all das zu tun, was uns in einer Gesellschaft auch zu einem Teil einer solchen macht, sind Punkte, die für Gesang eine Art Pflicht sind; nicht nur sich selbst gegenüber. Wäre durchgehend das subjektive Glücksempfinden gehemmt, hätte dies natürlich auch Folgen für die Allgemeinheit, da am Ende alle unglücklich wären. Die Maximierung des Gesamtglücks wäre daraufhin fehlgeschlagen, da das Glück bestenfalls nur verteilt worden wäre, aber nicht durch die richtigen Handlungen hervorgerufen (vgl. Gesang 2003, S. 111-112).

Im direkten Vergleich hierzu ist Singer der Überzeugung, dass es unmoralisch wäre, eigene Bedürfnisse bzw. das Eigeninteresse zu pflegen und zu genießen, während andere Menschen auf der Welt leiden.

Man müsste sich nun allerdings fragen, inwiefern der Utilitarismus nach diesen Überlegungen real überhaupt anwendbar wäre. Denn letzten Endes ist die Bereitschaft sich selbst einzuschränken (ob radikal nach Singer oder auch nur teilweise nach Gesang), um anderen zu helfen, nichts, was wirklich als allgemein-akzeptierte Bedingung für die Gesamtbevölkerung durchsetzbar ist. Inwieweit die soziale Ungleichheit zu beheben ist und in welchem Maße sich eine Art ‚Wohltätigkeitspflicht‘ auf die generelle Hilfsbereitschaft (und die damit verbundene Hervorrufung von Glück) auswirkt, kann im Grunde nur empirisch erforscht werden.

4.1 Die Tendenz zur Selbstzerstörung

„Als Versuch, zu einem Utilitarismus ohne gleichsam unbehauene Kanten zu kommen, scheint mir der Regelutilitarismus ein Fehlschlag zu sein – ein Vermittlungsversuch, der auf allzu brüchigem logischem Boden steht.“ (Williams 1986, S. 107)

Williams ist sich bewusst, dass der Utilitarismus anfällig für verschiedene Arten der Kritik ist. Trotzdessen gibt es Argumente, die das utilitaristische Konzept attraktiv erscheinen lässt und die auf den ersten Blick als erstrebenswerte Ziele angesehen werden können:

1. Die utilitaristische Denkweise ist nicht-transzendent. Dies hat, laut Williams, den Vorteil, dass die Moral nicht auf religiösen Überzeugungen aufgebaut ist.
2. Das Hervorbringen von Glück für die Allgemeinheit bzw. der Mehrheit, steht im Mittelpunkt des Utilitarismus. Dass sich jeder Mensch auf irgendeine Art und Weise nach Glück sehnt, steht außer Frage.
3. Moralische Fragen werden berechnet und abhängig von den empirischen Folgen ausgemacht.
4. Um der unangenehmen Situation zu entgehen sich für eine Handlung entscheiden zu müssen, bei der „zwei legitime Ansprüche einander entgegenstehen“ (Williams 1986, S. 96) ist es von Vorteil, dass der Utilitarismus eine Art Währung einführt - sogenannte ‚Glückseinheiten‘ – die sich miteinander vergleichen und in Folge dessen unterschiedlich bewerten lassen. (vgl. Williams 1986, S. 94-96)

Wie bereits erwähnt ist die Attraktivität dieser Vorzüge im ersten Moment nicht anzweifelbar und selbst Williams ist der Meinung, dass Punkt 1 (vor allem die Emanzipation vom Christentum) durchaus vernünftig ist. Dennoch ergeben sich Probleme, die die eben genannten vermeintlichen Vorteile der utilitaristischen Denkweise zum Einsturz bringen können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Bernard Williams Utilitarismus Kritik
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V432454
ISBN (eBook)
9783668744806
ISBN (Buch)
9783668744813
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Utilitarismus, Bernard Williams, Grundlagen der Ethik, Utilitarismuskritik, Bernward Gesang, Peter Singer, R. Jay Wallace
Arbeit zitieren
Esteban Ensenador (Autor), 2015, Bernard Williams Utilitarismus Kritik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432454

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