Auswirkungen des Onlinehandels auf Kurier-, Express- und Paketdienste


Seminararbeit, 2018
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

II Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung

2. Einteilung und Abgrenzung von KEP
2.1 Kurierdienste
2.2 Expressdienste
2.3 Paketdienste

3. Grundlagen des Onlinehandels
3.1 Definition und Abgrenzung
3.2 Entwicklung des Onlinehandels

4. Auswirkungen des Onlinehandels auf KEP
4.1 Aktuelle Entwicklungen
4.2 Entwicklung im B2B und B2C Bereich
4.3 Entwicklungen auf der »letzten Meile«
4.4 Auswirkungen des zunehmenden Wettbewerbs

5. Schlussbemerkung

6. Literaturverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis

Abb. 4.1: Anteil der Teilsegmente am KEP-Gesamtumsatz

Abb. 4.2: Sendungsvolumen der KEP-Dienste im Vergleich zum Umsatz des Onlinehandels in Mrd

II Tabellenverzeichnis

Tabelle 3.1: Übersicht elektronischer Geschäftsbeziehungen

Tabelle 3.2: Phasen des Onlinehandels

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

In der DACH-Region (Anm. Deutschland-Österreich-Schweiz) nutzen rund 85 Millionen Menschen das World Wide Web. Das sind 87 % der Bevölkerung.1 Das Einkaufen über das Internet nimmt stetig zu: kauften im Jahr 2009 noch 33,5 Mio. Konsumenten online, sind es 2015 schon 47 Mio.2 Bereits heute macht der Onlinehandel deutlich über 10 % des gesamten Handelsvolumens in Europa aus.3 Gemessen am gesamtdeutschen Umsatzvolumen des Non Food-Einzelhandels entfallen 13,7 % auf den Onlinehandels.4 Diese Zahlen lassen auf eine hohe Bedeutsamkeit schließen. Neue Kundenorientierung im Onlinehandel stellen neue Herausforderungen für verschiedene Branchen dar.5 Auch die Logistikbranche darf eine stetige Umsatzsteigerung in den letzten Jahren verzeichnen. Im Vergleich mit anderen Branchen ist es im Besonderen die KEP (Kurier-, Express- und Paketdienste)-Branche, welche mit einer Wachstumsrate von 3,7 % p. a. heraussticht, womit sie über dem Wachstum des gesamten Logistikmarktes (durchschnittlich rund 2,6 % p. a.) liegt.6 Der KEP-Markt wächst auch insbesondere durch die zunehmende Wichtigkeit des Onlinehandel und der damit zusammenhängenden immer kleinteiliger werdenden Sendungsstrukturen.7 Besonders auf der sogenannten letzten Meile entstehen für die KEP-Betriebe neue Herausforderungen, die in dieser Arbeit beschrieben werden.

1.2 Zielsetzung

Zunächst werden Kurier-, Express-, und Paketdienste definiert und abgegrenzt. Anschließend wird der Onlinehandel näher beschrieben und auf Entwicklungen eingegangen. Ziel ist es, einen Überblick über die Bedeutung und Entwicklung der KEP-Branche, im Speziellen im Hinblick auf die Herausforderungen auf der letzten Meile, im Kontext steigender Nachfrage am Onlinehandel zu bekommen und Korrelationen zu erkennen. In der Arbeit wird zwischen den Terminologien E-Commerce, Onlinehandel, elektronische Handel und Internethandel nicht unterschieden.

2. Einteilung und Abgrenzung von KEP

Im Folgenden wird der KEP-Markt nach Kille definiert und Teilsegmente näher beschrieben.

Der KEP-Markt beinhaltet die Teilmärkte der Kurier-, Express- und Paketdienste. Nicht dazu gehören reine Briefdienste, Mailing-, Zeitschriften- und Zeitungsdienste, wobei allerdings von einigen Experten das “KEP”-Kürzel heute auch als Markt für “Kurier-, Express- und Postdienste” definiert wird, womit dann Briefpost und Mail-Logistik - aufgrund von zunehmenden Überschneidungen zum KEP-Markt - einbezogen werden. Anbieter von Kurier- , Express-, und Paketdiensten transportieren hauptsächlich Sendungen mit relativ geringem Gewicht (von ca. 2 kg bis ca. 31 kg) und Volumen. Durch diese Restriktionen bezüglich Maß und Gewicht wird eine hohe Standardisierung in der Abwicklung möglich, sodass der Umschlag und die Sortierung der Transportobjekte einfach zu (teil)automatisieren sind. Damit gelingt es den KEP-Diensten, Sendungen zuverlässig, in kurzer Zeit (24-Stunden-, 48- Stundenservice, Same-Day- bzw. Over-Night-Delivery) und zugleich mit hoher Wirtschaftlichkeit zu befördern. Der KEP-Markt zeichnet sich also durch geringere durchschnittliche Sendungsgrößen und/oder kürzere, oft garantierte Laufzeiten aus. Von ihm abzugrenzen sind deshalb größere, terminkritischere Sendungen. Diese werden eher dem allgemeinen Stückgutverkehr (bspw. Paletten, Kisten, Anlagenteile, Kabel-, Papier- oder Blechrollen) zugeordnet.8

Dienstleistungsmerkmale von Kurier-, Express- und Paketdiensten unterscheiden sich hinsichtlich der

-ƒ Art und des Gewichts der Sendung,
- der Laufzeit des Transportes undƒ
- der Preisstruktur.

Zusätzlich Zeichnen sich KEP-Unternehmen aus durch einen individuellen Kundenservice bzgl. Schnelligkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.9

Die Auftraggeber der KEP-Branche setzen sich hauptsächlich zusammen aus:

-ƒ Versandhandels- und Direktvertriebsunternehmen (sie liefern „Business-to-Consumer (B2C)“ und „Business-to-Business (B2B)“.
ƒ- Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Dienstleistungen (die kleine Sendungen von Materialien, Ersatzteilen oder Dokumenten vornehmen).
ƒ- Privatpersonen, die ihre Pakete von „Consumer-to-Consumer (C2C)“ verschicken. KEP-Dienste gelten als Innovationstreiber in der Logistik. Durch Tracking und Tracing (Verfolgung, Rückverfolgung) können Dienstleister und Kunden nachvollziehen, zu welchem Zeitpunkt sich die Sendung an welchem Ort befindet.10

Die Abgrenzung des KEP-Marktes gestaltet sich sehr komplex. Gründe dafür sind eine hohe Dynamik der Marktentwicklung - sowohl auf der Unternehmens- als auch auf der Produktseite -, keine rechtliche Definition der Begriffe und zunehmend neue im Zusammenhang mit dem Onlinehandel entwickelte Geschäftsmodelle.411

Zur genaueren Abgrenzung werden die Kurier,- Express- und Paketdienste im Folgenden näher definiert.

2.1 Kurierdienste

Charakterisiert werden Kurierdienste durch das individuelle Abholen und Zustellen, sowie den individuell begleiteten Transport von Sendungen im Direktverkehr. Kurierdienste sichern die Auslieferung im nationalen Bereich für den selben Tag bzw. für den Folgetag bis 10:00 Uhr zu. Im Vergleich zu den anderen hier beschriebenen Diensten befördern Kurierdienste kleine, leichtgewichtige Sendungen (im Durchschnitt 1,5 Kilogramm).12 Geprägt ist das Marktsegment von wenigen auch international tätigen Großunternehmen, aber auch vielen kleinen, häufig regional tätigen Einzelunternehmen. Des Weiteren lassen sich Kurierdienste in lokal tätige “City-Kuriere” per Fahrrad, regional und national arbeitende PKW- und Transporter-Kuriere und die international tätigen großen Unternehmen mit weltweiten land- und luftbasierten Netzwerken unterscheiden. Typische Sendungen sind Ersatzteile, Dokumente, Datenträger, hochempflindliche Kleinteile oder Muster, welche sich auch außerhalb der genannten Gewichtsgrenze bewegen können.13

2.2 Expressdienste

Anders als bei Kurierdiensten sind bei von Expressdiensten transportierte Güter keine Gewichts- und Maßbeschränkungen definiert. Einzelsendungen werden nicht im Direktverkehr, sondern hauptsächlich systemgeführt im Sammelverkehr distribuiert. Kundenbedürfnisse werden z.B. dadurch berücksichtigt, dass Expressdienste die Zustellung vor einer bestimmten Uhrzeit garantieren.14 Durch diese Gemeinsamkeit mit Kurierdiensten kann man diese zwei Teilmärkte von den Paketdiensten abgrenzen.

2.3 Paketdienste

Das Leistungsspektrum der Paketdienste umfasst den Transport von volumenmäßig beschränkten, in Paketform verpackte Kleingütern. In der Regel werden Pakete bis 31,5 kg über Nacht transportiert.15 Es steht im Paketbereich nicht die individuelle Abwicklung von Einzelsendungen im Fokus, sondern vielmehr der hoch standardisierte, massenhafte und systemgestützte Transport von Kleingut. Die Laufzeiten sind bei Paketdiensten nicht garantiert. Die Regellaufzeit eines Pakets liegt national bei ein bis zwei Tagen, international bei rund einer Woche. Fest vereinbarte Zustellzeiten existieren im Standard-Paketsegment nicht. Produktions- und Kostenvorteile gegenüber klassischen Speditionen erreichen Paketdienste vor allem durch hohe Anforderungen an Einheitlichkeit und Maße der Packstücke, Gewichtsbeschränkung und hohen Automatisierungsgrad in der Produktion.16 Die Pakete laufen über Umschlagzentren (Dallas, Frankfurt, London) mit größtmöglicher Automatisierung. Informationen über den momentanen Standort des Pakets garantiert ein Sendungsverfolgungssystem im Internet (seit 1997). Paketdienste sind ein Untersegment der Expressdienste.17

3. Grundlagen des Onlinehandels

3.1 Definition und Abgrenzung

E-Commerce bezeichnet eine Integration von innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Umsetzung bzw. Abwicklung von operativen und strategischen Aufgaben im Absatzbereich. Nach Kollmann stellt der E-Commerce einen Teil des E-Business dar, der den Kauf und Verkauf von Waren und Leistungen an Endkunden (Konsumenten) über elektronische Verbindungen umfasst18. Im engeren Sinne umfasst der elektronische Handel die über das Internet abgewickelten Geschäftsbeziehungen zwischen Internethändlern und Internetnachfragern.19 Als Leistungsanbieter und Leistungsnachfrager können sowohl Unternehmen (Business), öffentliche Institutionen (Administration), sowie private Konsumenten (Consumer) auftreten. Wichtig dabei ist, dass die elektronische Geschäftsbeziehung einen Mehrwert (in Form eines monetären oder immateriellen Beitrags) schafft. Durch die Gruppierung von Marktteilnehmern in Business, Administration und Consumer lassen sich insgesamt neun Geschäftsbeziehungen definieren.20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3.1: Übersicht elektronischer Geschäftsbeziehungen21

3.2 Entwicklung des Onlinehandels

Die Entwicklung des Onlinehandels und deren Geschäftsfelder lassen sich bis heute in sechs unterschiedliche Phasen einteilen, von denen die letzten drei Phasen bis heute andauern und sich überlagern.22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3.2: Phasen des Onlinehandels23

Im Folgenden werden die einzelnen Phasen nach Heinemann24 näher definiert.

Start-/Anfangsphase:

Die meisten heutigen Top-10 E-Commerce-Plattformen wurden in dieser Phase gegründet. Der Aufbau von Know-How und Ressourcen, das Akquirieren von Traffic, sowie „Trial & Error“ zeichnen die Frühzeit des Onlinehandels aus.

Phase der Vergleichsportale/Suchmaschinen:

Vorreiter in dieser Phase waren Yahoo, Expedia oder Shopping.com. Diese Pioniere mussten sich in weiterer Folge von Google und Booking.com überholen lassen, da sie besser in der Lage waren die Folgephasen zu adaptieren. Auch der Start der Produktsuchen, -rankings, -filter und -bewertung fällt in diese Zeit.

Phase der Optimierung und Skalierung:

Diese Phase dauert bis heute an. Maßgeblich beeinflusst von neuen Service-Providern begann in dieser Zeit der Professionalisierung und Skalierung. Shop-Optimierungen durch verbesserter Usability und UX (User Experience) folgten.

Phase des Web 2.0 und der Mitgliedschaften:

Diese Phase dauert bis heute an. Hier startet die Entwicklung von statischen Websites hin zu dynamischen Websites und damit den Beginn des neuen Online-Handels. Vor allem Communities und Mitgliedschaften zeichnen diese Zeit aus.

Phase des Mobile Commerce:

Diese Phase dauert bis heute an. Mobile optimierte Websites gelten als Standard. Vor allem Amazon und e Bay engagieren sich seit Erfindung des Smartphones sehr stark hinsichtlich des Mobile-Commerce. „Mobile First“, also die im Programmierungsprozess bewusste Herangehensweise von Entwicklern, alle Überlegungen hinsichtlich der Websiteentwicklung am mobilen Endgerät aus zu machen, prägt diese Zeit außerdem.

Phase des Omnichanneling:

Diese Phase dauert bis heute an. Das Omnichanneling, also die parallele Nutzung aller Informations- und Einkaufskanäle, wird vor allem von stationären Händlern im englischsprachigen Raum umgesetzt. Das Einkaufsverhalten von Nutzern wird vor allem von mobilem Internet und Smartphones in Verbindung mit Social Media revolutioniert. Das teilen von Informationen zum Aufenthaltsort befördern diese Entwicklung und lässt neue Location- based Services entstehen.

[...]


1 Vgl. Heinemann 2018: 1.

2 Statistisches Bundesamt 2016: o.S.

3 Vgl. Heinemann 2017: 2.

4 IFH Institut für Handelsforschung Gmb H 2017: 4.

5 Vgl. Heinemann 2017: 8.

6 Vgl. Esser/Kurte 2016: 21.

7 Vgl. Kille 2012: 267.

8 Vgl. Kille 2012: 263-265.

9 Vgl. Cardeneo 2008: 782f.

10 Vgl. Kille 2012: 269.

11 Vgl. Manner-Romberg et al. 2017: 20.

12 Vgl. Vahrenkamp et al. 2012: 147.

13 Vgl. Kille 2012: 264.

14 Vgl. Thomas 2008: 782.

15 Vgl. Cardeneo 2008: 147.

16 Vgl. Kille 2012: 264f.

17 Vgl. Fortmann/Kallweit 2007: 161-164.

18 Vgl. Kollmann 2011: 136f.

19 Vgl. Schenk 2002: 25.

20 Vgl. Meier/Stormer 2012: 2f.

21 Eigene Darstellung in Anlehnung an Meier/Stormer 2012: 3.

22 Vgl. Heinemann 2017: 35f.

23 Eigene Darstellung in Anlehnung an Heinemann 2017: 35f.

24 Vgl. Heinemann 2017: 36.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen des Onlinehandels auf Kurier-, Express- und Paketdienste
Hochschule
Hochschule RheinMain
Veranstaltung
Unternehmensführung II Seminar
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V432466
ISBN (eBook)
9783668744721
ISBN (Buch)
9783668744738
Dateigröße
729 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Onlinehandel Unternehmensführung KEP Logistik E-Commerce E-Business
Arbeit zitieren
Matthias Wagner (Autor), 2018, Auswirkungen des Onlinehandels auf Kurier-, Express- und Paketdienste, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432466

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