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Umsetzung der MaK

Aufbau, Ablauf, Gestaltungsmöglichkeiten sowie die Umsetzung in die Praxis

Title: Umsetzung der MaK

Seminar Paper , 2005 , 36 Pages , Grade: 1,0 (95 FP)

Autor:in: Jens-Oliver Schünzel (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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„(...)Die Regelwerke für das Bankgeschäft, etwa die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft, [werden] immer enger gezogen. Hier werde tief in die Geschäftspolitik und –struktur der Institute eingegriffen“1, Dietrich Hoppenstedt (Präsident des DSGV) zu den aktuellen intensiveren Prüfungen der BaFin. Banken nehmen als Finanzintermediär zwischen den Kapitalgebern sowie Kapitalnehmern eine besondere Stellung ein.2 Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Transformation und Bereitstellung von finanziellen Mitteln für die gesamte Wirtschaft.3 Fallen Kredite aus oder werden Anleihen nicht zurückgezahlt, können die Kreditinstitute selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten bzw. im schlimmsten Fall in Insolvenz gehen. Daraus ergeben sich externe Effekte für Dritte, indem zum einem die Schäden durch die Anleger selbst oder sonstige Sicherungseinrichtungen getragen werden müssen. Zum anderem kann durch diese Störungen die Stabilität der gesamten Volkswirtschaft gefährdet werden.4

Zur Verhinderung solcher Situationen unterliegen die Banken gemäß § 6 KWG einer eigenen sektorspezifischen Aufsicht - der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)5, die die ordnungsgemäße Abwicklung von Bankgeschäften überwacht und befugt ist, Maßnahmen zu ergreifen, um u.a. die Sicherheit der den Banken anvertrauten Vermögenswerte zu gewährleisten. Die zur Ausübung der Aufsicht aufgestellten Vorgaben waren bis Mitte der 90er Jahre eher quantitativ und betrafen die Bank im Allgemeinen und weniger das Kreditgeschäft.6 Die neuen Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK) stellen ein Bestandteil einer neuen, mehr qualitativ ausgerichteten Bankenaufsicht dar. Das o.g. Zitat zeigt, dass dieser Ansatzwechsel der Aufsichtsorgane auch bei den Kreditinstituten Veränderungen auslöst.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen diese Aspekte beleuchtet werden, indem zuerst nach einer Einordnung (Kap. 2) die einzelnen Bestandteile der MaK (Kap. 3) dargestellt werden. Diese umfassen eine Vielzahl von Regeln, so dass als Auswahl besonders die Auswirkungen der MaK auf die innere Organisation der Kreditinstitute einschließlich möglicher Probleme (Kap. 4) aufgezeigt werden, bevor dann abschließend eine Betrachtung der zeitlichen und praktischen Umsetzung der MaK (Kap. 5) erfolgt.

1 Handelsblatt Nr. 175 vom 09.09.2004, S. 25.

2 Vgl. hierzu Hartmann-Wendels et al (1998), S. 2-4.

3 Vgl. hierzu Süchting und Paul (1998), S. 455f.

4 Vgl. hierzu Hannemann et al (2003), S. 2.

5 Seit Mai 2002 BaFin vorher Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BaKred).

6 Vgl. hierzu Schumacher et al (2002), S. 306.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einordnung der MaK in das qualitative System der Bankenaufsicht

3 Darstellung der MaK

3.1 Übersicht

3.2 Allgemeine Anforderungen

3.3 Aufbau- und Ablauforganisation

3.4 Risikoklassifikation und Risikomanagement

4 Veränderungen in der Organisation der Kreditinstitute

4.1 Ausgestaltungsmöglichkeiten

4.2 Auswirkungen und Probleme

5 Die Umsetzung in der Praxis

5.1 Überprüfung der zeitlichen Einhaltung

5.2 Vorgehensweise und das Modell K

5.3 Softwarelösungen

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Auswirkungen der "Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft" (MaK) auf die interne Organisation und die praktischen Prozesse deutscher Kreditinstitute zu untersuchen und dabei den Anpassungsbedarf sowie Herausforderungen bei der Implementierung zu analysieren.

  • Einordnung der MaK in das regulatorische Umfeld der Bankenaufsicht
  • Anforderungen an Aufbau- und Ablauforganisation sowie Risikomanagement
  • Organisatorische Veränderungen durch Funktionstrennung und Votierungsprinzipien
  • Praktische Implementierungsmodelle (z. B. Modell K) und Softwarelösungen
  • Herausforderungen bei der Umsetzung und Folgen für die Bankenpraxis

Auszug aus dem Buch

3.3 Aufbau- und Ablauforganisation

In einem erheblichen Umfang beschäftigt sich die MaK mit der Organisation des Kreditgeschäfts. Dabei werden zum einem spezielle Anforderungen an die Struktur des Bereichs und zum anderem Regeln für die Behandlung bzw. Durchführung der Kreditarrangements aufgestellt.39

Innerhalb des Aufbaus des Kreditgeschäfts ist eine klare Trennung in einen Bereich Markt, der das Geschäft initiiert, und in den Bereich Marktfolge, der eine vom Markt unabhängige Begutachtung vornimmt, bis in die Vorstandsebene vorgesehen.40 Diese Abgrenzung soll sowohl funktional als auch aufbauorganisatorisch erfolgen und auch für den Vertretungsfall gelten. Dabei ist mit funktionaler Trennung die Verteilung von sich ausschließenden Aufgaben auf mehrere Köpfe bei Beibehaltung des Vier-Augen-Prinzip gemeint. Nach einer aufbauorganisatorischen Trennung sind dann mehrere unabhängige Abteilungen für die bisherigen Aufgaben zuständig. 41 Die Begriffe Markt und Marktfolge sind nicht mit eindeutigen Arbeitsinhalten belegt worden und daher nicht als Trennung in Vertrieb und Sachbearbeitung zu verstehen. Nur die Überwachung der Risiken auf Portfolioebene und die Bewertung risikorelevanter Sicherheiten hat ausschließlich im Bereich Marktfolge zu erfolgen. 42

Diese Trennung ist eng mit der Kreditentscheidung verbunden, da für diese nun zwei übereinstimmende Voten aus Markt sowie Marktfolge notwendig sind,43 wobei ein Votum eine positives oder negatives schriftlich dargelegtes Urteil zu einem vorliegenden Kredit darstellt (vgl. Abb. A4).44 Von dieser Regel wurden aber auch Ausnahmen formuliert, denn bei risikoarmen Geschäften reicht ein Votum, und es besteht keine Pflicht der funktionalen Trennung, wobei die BaFin dafür nicht explizit Kriterien aufgestellt hat, sondern nur Beispiele wie die Geschäftsinitiierung durch Handelsvertreter oder das standardisierte Privatkundengeschäft benennt.45

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die regulatorische Verschärfung im Bankensektor durch die Einführung der MaK als qualitative Bankenaufsicht und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2 Einordnung der MaK in das qualitative System der Bankenaufsicht: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext und die Notwendigkeit einer qualitativen Aufsicht, um Mängel in der internen Organisation von Banken zu adressieren.

3 Darstellung der MaK: Hier werden die inhaltlichen Kernanforderungen der MaK an das Kreditgeschäft, insbesondere hinsichtlich Aufbau- und Ablauforganisation sowie Risikomanagement, detailliert beschrieben.

4 Veränderungen in der Organisation der Kreditinstitute: Das Kapitel analysiert die notwendigen organisatorischen Anpassungen, wie die Funktionstrennung in Markt und Marktfolge, und diskutiert die daraus resultierenden Probleme.

5 Die Umsetzung in der Praxis: Hier wird der Status der praktischen Implementierung in Banken bewertet, wobei Konzepte wie das "Modell K" und unterstützende Softwarelösungen vorgestellt werden.

6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Resümee über die erreichten Strukturveränderungen und gibt einen Ausblick auf die Weiterentwicklung hin zu den MaRisk.

Schlüsselwörter

MaK, Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft, Bankenaufsicht, BaFin, Kreditrisikomanagement, Funktionstrennung, Marktfolge, Kreditprozess, Modell K, Risikotragfähigkeit, Compliance, Bankorganisation, Adressausfallrisiko, Kreditrisikocontrolling, Regulatorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den regulatorischen Anforderungen der "Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft" (MaK) und deren Umsetzung in deutschen Kreditinstituten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die qualitative Bankenaufsicht, die organisationale Neuordnung von Kreditprozessen, das Risikomanagement sowie die praktische Implementierung dieser Standards.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Anpassungsbedarf und die Auswirkungen der MaK auf die interne Organisation von Banken zu beleuchten und mögliche Probleme bei der Umsetzung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor führt eine Literaturanalyse durch und ergänzt diese durch eine empirische Untersuchung von 42 Geschäftsberichten sowie den Vergleich verschiedener Implementierungsmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die regulatorischen Anforderungen, die notwendige Funktionstrennung in Markt und Marktfolge, Eskalationsverfahren sowie praktische Ansätze zur Umsetzung und Softwareunterstützung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie MaK, Bankenaufsicht, Kreditrisikomanagement, Funktionstrennung und Bankorganisation charakterisiert.

Was besagt das im Text erwähnte Condorcet's Jury Theorem in Bezug auf die MaK?

Das Theorem wird genutzt, um die Problematik der "Vetomacht" der Marktfolge zu hinterfragen und zu verdeutlichen, dass eine einseitige Stimmgewichtung bei Kreditentscheidungen theoretisch zu Fehlentscheidungen führen kann.

Warum ist das "Modell K" für Sparkassen relevant?

Das "Modell K" ist ein vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband entwickeltes Konzept, das darauf abzielt, die Effizienz des Kreditgeschäfts zu steigern und gleichzeitig die Anforderungen der BaFin sowie von Basel II regulatorisch konform umzusetzen.

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Details

Title
Umsetzung der MaK
Subtitle
Aufbau, Ablauf, Gestaltungsmöglichkeiten sowie die Umsetzung in die Praxis
College
Martin Luther University  (Betriebswirtschaftslehre- Lehrstuhl für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre)
Course
SBWL-Seminar zum Bankmanagement
Grade
1,0 (95 FP)
Author
Jens-Oliver Schünzel (Author)
Publication Year
2005
Pages
36
Catalog Number
V43254
ISBN (eBook)
9783638410960
ISBN (Book)
9783638706520
Language
German
Tags
Umsetzung SBWL-Seminar Bankmanagement MaK Mindestanforderungen Risiko
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens-Oliver Schünzel (Author), 2005, Umsetzung der MaK, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43254
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