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Wiederaneignung entfremdeter Zeit. Ein Lösungsansatz für die Krise der Zeiterfahrung?

Title: Wiederaneignung entfremdeter Zeit. Ein Lösungsansatz für die Krise der Zeiterfahrung?

Term Paper , 2015 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rosa Goldfuss (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Thema der Zeit als sozialem Phänomen, als eine sich verändernde Dynamik auseinander, welche zu einer Krise der Zeiterfahrung in spätmodernen Gesellschaften geführt hat. Auf Grundlage der Annahme einer vom Menschen entfremdeten Zeit wird die Wiederaneignung der eigenen Zeit als Lösungsansatz für die Krise der Zeiterfahrung untersucht. Im Zentrum steht die Frage, ob die Krise der Zeiterfahrung durch eine Wiederaneignung der Zeit eventuell lösbar ist und wie diese Wiederaneignung der Zeit erreichbar ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeit und Zeiterfahrung

2.1 Zeit als Erfahrungsdimension

2.2 Gesellschaftlichkeit von Zeiterfahrung

2.3 Entwicklungen von Zeiterfahrung

3. Die Krise der Zeiterfahrung

4. Entfremdung

4.1 Entfremdung nach Marx

4.2 Entfremdung von der Zeit

5. Wiederaneignung entfremdeter Zeit

5.1 Überwindung der Entfremdung

5.2 Momente nichtentfremdeter Zeit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Zeit als sozial geformte Dynamik und analysiert, inwieweit die in spätmodernen Gesellschaften weit verbreitete Krise der Zeiterfahrung durch eine bewusste Wiederaneignung der eigenen Zeit überwunden werden kann.

  • Die theoretische Verknüpfung von Zeit und menschlicher Erfahrung.
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Strukturen auf die individuelle Zeiterfahrung.
  • Die Analyse der Entfremdung im kapitalistischen Kontext nach Marx und Rosa.
  • Resonanz als Gegenkonzept zur Entfremdung und als Weg zu einem guten Leben.

Auszug aus dem Buch

4.2 Entfremdung von der Zeit

Rosa führt die Überlegungen Marx’ zur Entfremdung des Menschen in einer kapitalistischen Gesellschaft weiter für die Menschen der spätmodernen kapitalistischen Gesellschaft aus. Unter Betrachtung der menschlichen Zeiterfahrung kommt er hierbei zur Theorie einer „Entfremdung von der Zeit“(Rosa 2014:122). Schon in früheren Ausführungen kam Rosa zu der Annahme, dass Zeit durch den technischen Fortschritt zwar quantitativ gewonnen wird, den Menschen jedoch nicht mehr qualitativ verfügbar scheint:

„Wir schaffen daher technisch gesehen die optimalen Voraussetzungen für ein genuin entschleunigtes Leben, in dem Zeit kein knappes Gut mehr und Muße im Überfluß vorhanden ist - dennoch scheinen wir die gewonnene Zeit nicht zu 'haben', nicht wirklich über sie zu verfügen“(Rosa 1999: 390).

Zeit scheint durch die Beschleunigung derselbigen verloren und vom Menschen entfremdet. Rosa erläutert das „subjektive Zeitparadoxon“(Rosa 2014: 136), nach welchem erlebte und erinnerte Zeit sich „gleichsam umgekehrt proportional zueinander“(Rosa 2014: 136) verhalten. Demnach ruft kurzweiliges Zeiterleben eine lange Zeit der Erinnerung hervor. Rosa macht dies mit dem Beispiel einer Reise deutlich: Der Mensch erlebt intensive und zusammenhängende Ereignisse. Während für ihn die Zeit dabei schnell vergeht, bleibt die Erinnerung an diese Erlebnisse lange bestehen (Rosa 2014: 136). Langwieriges Zeiterleben ruft hingegen eine kurze Zeit der Erinnerung daran hervor. Hier nennt der Autor das Beispiel eines Autostaus, welcher quantitativ lange Zeit andauert, jedoch zu keiner bleibenden Erinnerung führt. Nun erweitert er diese Verbindungen von Zeiterfahrung und Erinnerung um eine neue Form, welche Rosa als präsent in der spätmodernen Gesellschaft sieht: das „kurz/kurz-Muster“(Rosa 2014: 137). Dieses Modell beschreibt gewissermaßen eine „Inversion der Zeiterfahrung“(Rosa 2014: 138), eine „entsinnlicht(e)“(Rosa 2014: 138) zeitliche Erfahrung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Problemstellung der Zeit als soziales Phänomen und definiert das Ziel der Untersuchung bezüglich der Wiederaneignung von Zeit.

2. Zeit und Zeiterfahrung: Das Kapitel beleuchtet Zeit als universelle Erfahrungsdimension, die historisch und gesellschaftlich durch soziale Prozesse geformt wird.

3. Die Krise der Zeiterfahrung: Es wird analysiert, warum Menschen in spätmodernen Gesellschaften ihre Zeit als entfremdet empfinden und wie Beschleunigungsprozesse dieses Gefühl verstärken.

4. Entfremdung: Hier werden die marxistische Theorie der Arbeitsentfremdung und Rosas Konzept der Entfremdung von der Zeit als Kernhindernis für ein gutes Leben verknüpft.

5. Wiederaneignung entfremdeter Zeit: Der Abschnitt diskutiert Lösungsansätze wie die Konzentration auf Geist und Kunst sowie das Resonanzkonzept, um Momente nichtentfremdeter Zeit zu finden.

6. Fazit: Das Kapitel resümiert, dass Resonanz und Achtsamkeit zwar keine Utopie der vollständigen Entfremdungsfreiheit bieten, aber individuelle Wege zur besseren Gestaltung der Zeiterfahrung aufzeigen.

Schlüsselwörter

Zeit, Zeiterfahrung, Entfremdung, Beschleunigung, Spätmoderne, Resonanz, Soziologie, Lebensqualität, Kapitalismus, Arbeit, Anthropologie, Zeitkultur, Subjektivität, Bewusstsein, Soziale Zeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der soziologischen und ethnologischen Betrachtung von Zeit als ein vom Menschen erfahrenes soziales Phänomen, das sich in der modernen Gesellschaft in einer Krise befindet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Zeitbewusstseins, die Dynamik der Beschleunigung, das Phänomen der Entfremdung in kapitalistischen Strukturen und die Suche nach dem guten Leben.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu erörtern, ob und wie eine Wiederaneignung der eigenen Zeit möglich ist, um die wahrgenommene Krise der Zeiterfahrung zu bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse soziologischer und philosophischer Konzepte (u.a. von Rainer Zoll, Hartmut Rosa, Karl Marx und Norbert Elias) basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Vordergrund?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehung der Zeiterfahrung, die Analyse der Krisensymptome der Moderne und die theoretische Fundierung von Entfremdungsprozessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Zeiterfahrung, Entfremdung, Beschleunigung und Resonanz zusammenfassen.

Was ist das "subjektive Zeitparadoxon" nach Rosa?

Es beschreibt, dass kurzweiliges, aber intensives Zeiterleben meist zu längeren Erinnerungen führt, während langwierige, aber dekontextualisierte Erlebnisse kaum Erinnerungswert besitzen.

Was versteht Rosa unter dem "kurz/kurz-Muster"?

Dieses Muster beschreibt eine dekontextualisierte Form der Erfahrung, bei der Erlebnisse (z.B. Fernsehen) zwar kurzweilig sind, aber keinen Bezug zum eigenen Leben haben und somit schnell wieder vergessen werden.

Wie definiert der Autor Resonanz als Lösung?

Resonanz bedeutet für Rosa ein Zustand, in dem das Subjekt mit seiner sozialen Welt, der Natur und der Arbeit in einen wechselseitigen, lebendigen Austausch tritt, anstatt nur passiv unter der Zeit zu leiden.

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Details

Title
Wiederaneignung entfremdeter Zeit. Ein Lösungsansatz für die Krise der Zeiterfahrung?
College
University of Leipzig
Grade
1,3
Author
Rosa Goldfuss (Author)
Publication Year
2015
Pages
15
Catalog Number
V432590
ISBN (eBook)
9783668746312
ISBN (Book)
9783668746329
Language
German
Tags
Krise der Zeiterfahrung Entfremdung Marx Hartmud Rosa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rosa Goldfuss (Author), 2015, Wiederaneignung entfremdeter Zeit. Ein Lösungsansatz für die Krise der Zeiterfahrung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432590
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