Analyse von Takashi Miikes Film "Audition"


Essay, 2016

8 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Ein Mann liegt gelähmt auf dem Boden, in seinem Bauch und unter seinen Augen stecken Akupunkturnadeln und ein Fuß wurde ihm mittels eines Drahtes abgetrennt. Ihm gegenüber, am Fuß der Treppe seines Hauses, liegt eine Frau mit gebrochenem Genick, die ihn unverwandt an-starrt. Mit dieser erschütternden Situation endete der Film „Audition“ (Originaltitel: ņdishon) desjapanischen Regisseurs Takashi Miike. Dabei hatte er noch vollkommen harmlos begonnen.In diesem Werk aus dem Jahr 1999 thematisierte Miike das Geschlechterverhältnis in seinem Heimatland Japan, mit den Mitteln des Dramas, des Thrillers und nicht zuletzt des Horrorfilms.„Audition“, welcher auf dem gleichnamigen Roman von Ryş Murakami (1997; dt. „Das Casting“)basiert, dürfte bis heute der bekannteste Film des Regisseurs sein, mit dem er sich einen Ruf als Skandalregisseur erwarb, ihm aber auch, zusammen mit dem Gangsterfilm „Dead Or Alive“ (OT:„Dead or Alive: Hanzaisha“) aus demselben Jahr, sowie der besonders kontrovers aufgenommenen Manga-Adaption „Ichi The Killer“ (OT: „Koroshiya Ichi“) aus dem Jahr 2001, zu seinem interna-tionalen Durchbruch verhalf.

Der Film erzählt, wie auch der Roman, die Geschichte des Dokumentarfilmers Shigeharu Aoyama(dargestellt vom in Japan bekannten Rocksänger und Schauspieler RyŇ Ishibashi), dessen Frau aneiner Krankheit stirbt, als sein Sohn noch ein Kleinkind ist. Sieben Jahre später drängt ihn der be-treffende Sohn Shigehiko, der sich mittlerweile in der Pubertät befindet, erneut zu heiraten. Shige-haru fasst schließlich diesen Entschluss und teilt ihn seinem Freund und Kollegen Yoshikawa mit,welcher vorschlägt, dass sie ein fingiertes Casting (die titelgebende Audition) zu einem Film veran-stalten könnten, bei dem Aoyama aus den Bewerberinnen seine Traumfrau wählen würde. Anfangsaufgrund von Gewissensbissen zögern, lässt sich Aoyama letztlich doch darauf ein. Seine Wahl fälltdabei schon vor dem eigentlichen Termin auf die unscheinbare Asami Yamazaki (dargestellt von Eihi Shiina), deren in ihrem Bewerbungsbogen geschilderte Lebensgeschichte als gescheiterte Bal-letttänzerin ihn sofort fasziniert. Beim Vorsprechen verliebt er sich dann endgültig in sie.

Dieses Vorsprechen ist die zentrale Szenerie des Films, in welcher Miikes Kritik am vorherrschen-den Geschlechterbild seines Heimatlandes deutlich wird. Yoshikawa und Aoyama sitzen rauchendund Kaffee trinkend an einem Tisch in einem kahlen weißen Raum, ihnen gegenüber nehmen dieaus den Tausenden Bewerberinnen für die Audition ausgewählten Frauen auf einem Metallstuhl Platz. Die Frauen sind den Blicken der Männer ausgeliefert, entblößen sich vor ihnen (einige sogarwortwörtlich) und werden im Grunde zu Objekten degradiert. Dies wird durch Schnitt, Ka-meraarbeit und Musik unterstrichen: die Männer sieht man in Nahaufnahme, die Frauen dagegenin der Halbtotalen. Damit nimmt die Kamera die Perspektive der Männer ein.1 Yoshikawa stelltdazu indiskrete und sehr private Fragen oder erteilt Kommandos an die Frauen, welchen diese sichfügen. Geschnitten ist diese Sequenz im Schuss-Gegenschuss-Prinzip und dazu ziemlich hektischund nicht in chronologischer Reihenfolge. So antwortet beispielsweise eine Frau auf eine Frage,die einer anderen gestellt wurde. Damit wird ihre Austauschbarkeit in den Augen der beiden Produ-zenten verdeutlicht. Die Sequenz ist dabei mit einem flotten musikalischen Thema unterlegt, dasihr einen komödiantischen Anschein verpasst und die für die Frauen demütigende Situation nochverharmlost. Dies entspricht der Haltung der Männer, welche sich über die sich teilweise unge-schickt anstellenden Kandidatinnen noch amüsieren. Dabei spielen sie mit den Träumen der Frau-en, nur um eine passende Partnerin für Aoyama zu finden. Die Sequenz wie auch den kompletten Film könnte man neben dieser Kritik am in der Gesellschaft allgegenwärtigen Sexismus auch alszynischen Kommentar zu den in den japanischen Medien allgegenwärtigen Castingshows und -gruppen, in deren Blütezeit die Produktion und Veröffentlichung des Films fiel, betrachten. Miikekritisiert somit auch die Casting-Industrie, welche „Menschen zu schnell verkäuflichen Waren macht“.2 Dies wird sogar in einem Dialog deutlich, den Yoshikawa und Aoyama vor dem Vorspre-chen führen, als letzterer aus den vielen zugesandten Bewerbungsbögen eine geringere Anzahl anpassenden Kandidatinnen heraussuchen soll und meint, er „fühle sich wie beim Autokauf“.Mit dem ersten Auftritt Asamis wird die Situation urplötzlich in ihr Gegenteil verkehrt. Die Musikist nicht mehr zu hören, statt schnellen Schnitten gibt es lange Einstellungen und auch die Kamera-perspektive hat sich verändert: nun werden die Männer, vor allem Aoyama, anstelle der Frau ins Visier genommen. An Aoyama wird dabei langsam herangezoomt, während Asami auf Yoshikawas Fragen knapp und sachlich antwortet. Er, der sich zuvor aus den Gesprächen mit den Frauen he-raushielt, verfällt nun in einen Monolog, in dem er Asami für ihr Durchhaltevermögen lobt. Wiederwird die Schuss-Gegenschuss-Methode eingesetzt, diesmal sind Mann und Frau aber beide in Nah-aufnahme zu sehen. Dabei ist es offensichtlich Asami, welche die Kontrolle über die Situation hat.Die Rollenverteilung in der Casting-Situation wird somit dekonstruiert.3

Aoyama scheint in Asami nun die ideale Partnerin gefunden zu haben. Trotz Yoshikawas Vorbehalten, der auf eigenartige Widersprüche in ihrem Lebenslauf gestoßen ist und dem sie schon während des Vorsprechens unheimlich war, ruft er sie schon bald darauf an und trifft sich mit ihr. War der Film bis dahin eher wie ein Liebesdrama mit erwähnten kurzen komödiantischen Momenten inszeniert, so beginnen ab der Szene, in der Aoyama nach ihrem ersten Treffen zum zweiten Mal bei Asami anruft und die bei etwa 40 Minuten datiert, langsam Horrorelemente aufzutreten, welche sich im weiteren Verlauf häufen werden.

Ab diesem Zeitpunkt wird der Zuschauer darüber gewahr, dass irgendetwas mit der schönen Asaminicht stimmt. Yoshikawa warnt Aoyama, rät ihm, nichts zu überstürzen und ringt ihm das Verspre-chen ab, sie nicht anzurufen, sondern stattdessen auf ihren Anruf zu warten. Zu Hause scheint erversucht, sie dennoch anzurufen, überlegt es sich dann aber anders und legt sich schlafen. Parallelzu ihm wird nun Asami geschnitten, die man in ihrer spärlich eingerichteten Wohnung auf dem Boden hocken sieht. Ihre langen schwarzen Haare hängen ihr ins Gesicht, das sie starr auf ihr Tele-fon gerichtet hat. Offensichtlich tut sie nichts anderes, als auf seinen Anruf zu warten. Am nächsten Tag sieht man ihn kurz nach Feierabend in seinem Büro sitzen, wo er, nachdem er eine Kolleginverabschiedete, sehr mit sich ringt. In einer interessant gestalteten Parallelmontage wird sein zurdamaligen Zeit modernes Tastentelefon gegen Asamis altmodisches schwarzes Wählscheibentele-fon geschnitten. Hier prallen offensichtlich zwei Welten aufeinander: Aoyama ist an seine Zeit an-gepasst, wogegen Asami in der Vergangenheit zu leben scheint, was auch ihr traditionell eingerich-tetes Tatami-Zimmer zeigt.4 Nun zeigt die Kamera einen Blick auf ihren Nacken aus der Vogelpers-pektive und anschließend einen Gesamteinblick in ihr Zimmer. Sie hockt nach wie vor völlig teil-nahmslos auf dem Boden und hat den Blick nach unten gerichtet, während ihre Haare ihr Gesichtvöllig verdecken. Aoyama schickt sich nun nach langem Überlegen an, sein Büro zu verlassen, wo-bei ihm die Kamera folgt, bleibt jedoch im letzten Moment stehen und macht kehrt. Als er bei ihranruft, sieht man Asami von Nahem, die beim Schrillen des Telefons langsam den Kopf hebt, wo-bei sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht abzeichnet, ihr Blick jedoch starr bleibt. Sie lässt ihn anschei-nend absichtlich lange warten, meldet sich am Telefon dann jedoch mit lieblicher Stimme und tutüberrascht. Während das Telefon noch klingelte, gab ein zusammengeschnürter Sack, der in ihrem Zimmer liegt, urplötzlich ein merkwürdiges Geräusch von sich und rollte durch den Raum. Einvollkommen unerwartet auftretender Schock, der den Zuschauer unvorbereitet trifft, dessen Kon-sequenzen jedoch zunächst ausbleiben. Ein Genrewechsel findet noch nicht statt, vielmehr wirdder ruhige, melancholische Ton des Films zunächst beibehalten und nur vereinzelte Schockmo- mente eingestreut, die diesen ersten Schock aufgreifen und langsam die narrative Logik des Films aufbrechen. Miike führt hier somit eine „Ästhetik des Schocks“ ein.5

Was sich in der Szene noch zeigte, ist eine Anlehnung an Geisterfilme, vor allem der 60er Jahre,die sich aus in der Edo-Zeit (1603-1868) entstandenen Geschichten speiste. Asamis eigentümliches Verhalten erinnert an die Geisterfrauen dieser Geschichten, welche als Ausgestoßene der Gesell-schaft in einem Zwischenreich dahinvegetieren und weder den Lebenden noch den Toten wirklichzugehörig sind.6 Auch optisch sind die Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen: ihre schlichte,weiße Kleidung, die in starkem Kontrast zu ihren schwarzen Haaren steht, lässt sie ebenfalls wieeinen Geist erscheinen - was übrigens in der Romanvorlage nicht vorkam und entweder eine Idee Miikes oder seines Drehbuchautoren Daisuke Tengan, dem Sohn des japanischen Nouvelle-Vague-Regisseurs ShŇhei Imamura, welcher Miike erst ins Filmgeschäft einführte, war. Zwar bestritt Mii-ke, dass „Audition“ ein Horrorfilm sei, die ästhetische und auch inhaltliche Anlehnung an die Geis-tergeschichten ist dennoch unverkennbar. Inhaltlich tritt der Bezug dadurch zustande, dass manals Zuschauer dem Hauptcharakter Wissen über das drohende Unheil voraus hat. Damit nimmtder Film eine ähnliche Wendung wie viele Erzählungen, in denen sich ein Mann in eine Geisterfrauverliebt. Als Zuschauer übernimmt man die Rolle eines Freundes, Familienmitgliedes oder Bekann-ten des Protagonisten, der die wahre Gestalt der Verführerin erblickt und ihn warnt - mit dem Un-terschied freilich, dass man selbst ihn nicht warnen kann.7 Mit Yoshikawa ist zwar durchaus einegewisse Gegenkraft vorhanden, dem bleibt Asamis wahre Natur aber ebenfalls verborgen und auf Aoyama ist sein Einfluss nur gering bzw. wendet sich dieser letztlich sogar von ihm ab.

Wie erwähnt behält der Film zunächst seinen melancholischen Ton bei. Aoyama und Asami treffensich nun ein zweites Mal, vertrauen sich mehr voneinander an und verlieben sich anscheinend auchstärker in den anderen. Wobei auch hier wieder unheimliche Elemente auftauchen, diesmal in Formirritierender Jump-Cuts. Die beiden sind zunächst in einem gut besuchten Lokal zu sehen und tau-schen sich über ihre Familien aus, wobei zwischen verschiedenen Kameraperspektiven hin- undhergeschnitten wird. Als Aoyama das Gespräch auf den Film lenkt, für den das Casting veranstaltetwurde und ihr offenbart, dass dieser womöglich nicht gedreht werden könne, ist das Lokal plötzlichleer, was aber keinem der beiden auffällt. Anscheinend ist vor dem Themenwechsel eine Menge Zeit vergangen. Während sie ihr Gespräch weiterführen, findet ein erneuter Jump-Cut statt. Nunbefinden sie sich in einem noblen Restaurant mit roten Wänden, in dem sie aber wesentlich isolier-ter als zuvor im Lokal von den anderen Gästen sitzen. Der Gesprächsfaden wird dabei nahtlos wei-tergeführt, zudem ist im Hintergrund ein ruhiges Klavierthema zu hören, das im Film auch späterim Zusammenhang mit Asami noch zu hören ist.

Aoyama und Asami begeben sich bald auf eine Urlaubsreise, bei der Aoyama vorhat, ihr einen Hei-ratsantrag zu machen. Als sie in ihrem Hotelzimmer angekommen sind, versucht der nervöse Aoya-ma zunächst, Vorschläge für die Gestaltung des weiteren Urlaubstages zu liefern. Asami ignoriertdies jedoch, entkleidet sich schweigend und legt sich ins Bett. Dabei zeigt sie ihm Narben an ihrem Oberschenkel und offenbart ihm, dass sie sich diese selbst zugefügt habe. Er solle alles über siewissen. Aoyama entkleidet sich nun ebenfalls und legt sich zu ihr - und es kommt zu einem weite-ren überraschenden harten Schnitt. Anstelle einer Liebesszene zwischen den beiden sieht man Ao-yama, der verwirrt alleine im Hotelzimmer erwacht. Die ruckartige Bewegung des Bettlakens, dieman bei diesem Szenenübergang sieht, verweist dabei auf den ersten Schockmoment, wobei diese Verbindung allein durch die körperliche Erinnerung des Zuschauers zustande kommt. Diese erste Wiederholung des zentralen Schockmoments dient dabei als Ausgangspunkt der narrativen Desintegration und zunehmenden Verrätselung des Films, die nun, nach einer Laufzeit von etwa einer Stunde, die zweite Hälfte des Films bestimmt.

Aoyama begibt sich nun auf die Suche nach Asami und bricht dabei mit Yoshikawa, der ihn verär-gert, als Aoyama bei ihm Hilfe holen will. Zuerst begibt er sich zur Adresse von Asamis Ballettschu-le, die sie ihm genannt hatte, findet dort jedoch nur ihren alten Lehrer vor, dem seine Füße fehlenund der, wie sich später herausstellt, ihr Stiefvater ist. Das Bild in dieser Szene ist von einem starken Braunstich geprägt und es werden ungewöhnliche Kameraperspektiven eingesetzt. Beispielsweiseblickt man von oben in einen Korb, der in der Ecke steht, in dem Räucherstäbchen brennen, waseine spätere Enthüllung vorwegnimmt. Anstatt auf Aoyamas Fragen zu antworten, fragt der Lehrerihn selbst nach seiner Beziehung zu Asami und befielt ihm dann, zu gehen. Als Nächstes sucht Ao-yama die Bar auf, in der Asami angeblich arbeitet, trifft dort jedoch nur einen Anwohner an, derihm erklärt, dass die Bar schon seit über einem Jahr geschlossen habe, weil die Besitzerin ermordetworden war. Ihre Leiche fand man zerstückelt vor, allerdings waren drei Finger, ein Ohr und eine Zunge übrig geblieben, als man sie wieder zusammensetzte. Als Aoyama zur Bar herunterblickt,sieht er vor seinem inneren Auge diese Körperteile auf dem Boden liegen und weicht entsetzt zu-rück. Die Horrorelemente drängen nun immer mehr in die Erzählung.

Dies zeigt sich auch in der folgenden Szene, bei der man sieht, wie Aoyamas Haushälterin sein Haus verlässt und danach eine Person, deren Identität zunächst nicht gelüftet wird, in dieses eindringt. Letzteres ist als extreme Point-of-View-Sequenz, die mit einer Handkamera gefilmt wurde, im Film realisiert worden. Dieser sogenannte „unclaimed point-of-view shot“, bei dem man als Zuschauer nicht weiß, aus wessen Perspektive man das Geschehen verfolgt, ist ein typisches Element des Horrorfilms.8 Die fremde Person entdeckt ein Foto von Aoyama und seiner Frau, stürmt danach, anscheinend rasend geworden, durchs Haus und fixiert eine Whiskeyflasche an. Wie sich später herausstellt, handelt es sich bei dieser Person um Asami.

Aoyama kommt nun resigniert zuhause an und nimmt etwas vom Whiskey zu sich. Dieser wurdemit einem lähmenden Mittel versetzt, das schon bald seine Wirkung zeigt. Aoyama verliert die Kontrolle über seinen Körper, doch bevor er auf dem Boden aufschlägt, beginnt eine vollkommensurreale Abfolge von Szenen, die fast sämtliche vorhergehenden Geschehnisse in einen anderen Zusammenhang stellt. So ist beispielsweise erneut das zweite Date von Aoyama und Asami zu se-hen, diesmal verläuft ihr Gespräch jedoch völlig anders. Bei der Restaurantszene ist plötzlich auch Aoyamas verstorbene Frau anwesend, die mit ihrem Sohn als Kleinkind und dessen Freundin aneinem benachbarten Tisch sitzt und ihrem Mann eindringlich sagt, dass er Asami nicht wählen sol-le. Dann findet sich Aoyama in Asamis Zimmer wieder, wo ihm Asami eindeutige Avancen macht,sich dann jedoch plötzlich in seine Kollegin verwandelt, deren Verhalten in den Büroszenen derersten Hälfte des Films darauf schließen ließ, dass sie in Aoyama verliebt war, dieser sie jedoch auf Abstand hielt bzw. ihre Empfindungen ihm gegenüber nicht einmal zu bemerken schien. Danachwird sie zur minderjährigen Freundin seines Sohnes, die ihn noch stärker bedrängt. Als er vor ihrzurückweicht, stolpert er über den Sack aus Asamis Zimmer, dessen Inhalt nun gelüftet wird: ausihm kriecht ein stöhnender nackter Mann, dem die Füße, ein Ohr, drei Finger und die Zunge ampu-tiert wurden. Aoyama weicht entsetzt, auch angesichts des Gestanks des Mannes, vor ihm zurückund hört, wie sich hinter ihm Asami in einen Hundenapf erbricht, den sie dem Mann vorsetzt, wel-cher sich gierig über den Inhalt des Napfes hermacht. Miike überführt die Ästhetik des Schockssomit in eine Ästhetik des Ekels.9

[...]


1 Vgl. Scherer, Elisabeth: Spuk der Frauenseele. Weibliche Geister im japanischen Film und ihre kulturhistorischen Ursprünge. Bielefeld: transcript Verlag 2011. S. 241

2 Ebd. S. 238

3 Ebd. S. 243

4 Ebd. S. 247

5 Vgl. Morsch, Thomas: Zur Ästhetik des Schocks. In: Medienästhetik des Films. Verkörperte Wahrnehmung und ästhetische Erfahrung im Kino. Hrsg. von Thomas Morsch. München: Wilhelm Fink Verlag 2008, S. 244

6 Vgl. Scherer, Elisabeth: Spuk der Frauenseele. Bielefeld: transcript Verlag 2011. S. 247

7 Ebd. S. 248

8 Vgl. Scherer, Elisabeth: „The hole that leads to hell“. Monströse Weiblichkeit in Filmen von Takashi Miike. In:FILM-Konzepte 34: Takashi Miike. Hrsg. von Tanja Prokić. München: Richard-Boorberg-Verlag 2014, S. 54

9 Vgl. Morsch, Thomas: Zur Ästhetik des Schocks. In: Medienästhetik des Films. Hrsg. von Thomas Morsch. München: Wilhelm Fink Verlag 2008, S. 247

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Analyse von Takashi Miikes Film "Audition"
Hochschule
Universität Regensburg  (Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur)
Veranstaltung
Angt und Horror in Film, Fernsehen und anderen Medien
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
8
Katalognummer
V432649
ISBN (eBook)
9783668749993
ISBN (Buch)
9783668750005
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, takashi, miikes, film, audition
Arbeit zitieren
Gabriel Rost (Autor:in), 2016, Analyse von Takashi Miikes Film "Audition", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432649

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Analyse von Takashi Miikes Film "Audition"



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden