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Die Entwicklung serieller Strukturen. Von den sakral-kultischen Frühformen bis hin zur heutigen Fernsehserie

Title: Die Entwicklung serieller Strukturen. Von den sakral-kultischen Frühformen bis hin zur heutigen Fernsehserie

Term Paper , 1999 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christiane Bayer (Author)

Communications - Miscellaneous
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Abstract

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Wurzeln des Seriellen nachzugehen, die unterschiedlichen Ausprägungen in der jeweiligen Zeit anhand von Beispielen anschaulich zu machen und dadurch ein abgerundetes Bild von der Entstehung serieller Formen zu vermitteln. Zu diesem Zwecke wird die Thematik chronologisch erarbeitet und den unterschiedlichen Medien nach untergliedert. Die Ergebnisse der Literaturrecherche sind kompakt wiedergegeben. Die vorliegende Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der behandelte Zeitraum stellt weder den Beginn noch das Ende der Serialität in Kultur und Medien dar.

Serielle Strukturen existieren, seit die kulturelle Produktion die Menschheitsentwicklung begleitet. Dazu gehören Rituale, Kulthandlungen oder Zeremonien, die die Zeit „von den kulturellen Anfängen etwa 40.000 bis zur Blütezeit der ersten Hochkulturen ca. 2.500 vor unserer Zeitrechnung“ (Faulstich 199: 32) prägten. Der vorliegende Text bietet einen Überblick über die Entwicklung serieller Strukturen von den sakral-kultischen Frühformen bis hin zur heutigen Fernsehserie. Möglicherweise schärfen gerade die kleinen, im Alltag oft nebensächlich erscheinenden Beispiele den Blick dafür, wie sehr unser Leben von seriellen Formen bestimmt ist.

Serielle Strukturen machen den Alltag des Menschen überschaubar und berechenbar. Inmitten der Unwägbarkeiten des Lebens besteht offensichtlich das Bedürfnis nach bestimmten Fixpunkten, die in ihrer zuverlässigen Wiederkehr das Gefühl von Bekanntem und Vertrautem vermitteln. Die (Medien-)Geschichte zeigt, dass „auch zu Zeiten also, als Serialität in ihrer modernen Form noch nicht möglich war, (...) bereits das Bedürfnis nach einer Parallelisierung des Lebens durch eine zweite, fiktionale Erfahrungswelt“ (Giesenfeld 1994: 3) existierte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1. Die Begriffe „Serie“ und „Serialität“

2.2. Zyklische und lineare Serialität

3. Die Wurzeln des Seriellen

3.1. Serielle Frühformen sakral-kultischen Ursprungs

3.2. Der christliche Kalender

3.3. Mittelalterliche Frömmigkeitspraxis

4. Theater

4.1. Karren- und Prozessionstheater

4.2. Commedia dell`arte

4.3. Entwicklung des Berufsschauspielertums

4.4. Serien im Theater unserer Zeit

5. Literatur

5.1. Die ersten Kalender

5.2. Die periodische Presse

5.3. Romane und Zeitschriften

6. Kino

6.1. Das Kaiser-Panorama

6.2. Die Stummfilme

6.3. Kino der Nachkriegszeit

7. Schallplatte und Kassette

7.1. Entwicklung der Tonträger

7.2. Serielle Strukturen bei Schallplatte und Kassette

8. Hörfunk

8.1. Serialität im Hörfunk

8.2. Weitere Entwicklung

9. Fernsehen

9.1. Die Fernsehserie

9.2. Das Serielle des Programms

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den historischen Wurzeln des Seriellen nachzugehen und dessen Ausprägungen über verschiedene Epochen und Medien hinweg aufzuzeigen, um ein grundlegendes Verständnis für die Entwicklung serieller Formen zu vermitteln. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei darauf, wie sich serielle Strukturen – von sakral-kultischen Anfängen bis hin zum modernen Fernsehprogramm – als notwendiges und ordnendes Element im menschlichen Alltag etabliert haben.

  • Historische Herleitung serieller Strukturen von sakralen Ritualen bis zur Moderne
  • Differenzierung zwischen zyklischer und linearer Serialität
  • Analyse der Serialität in verschiedenen Medien (Theater, Literatur, Kino, Tonträger, Hörfunk)
  • Die Fernsehserie als zeitgenössische Ausprägung und deren gesellschaftliche Funktion
  • Psychologische Bedeutung von Serialität für die Alltagsstrukturierung

Auszug aus dem Buch

1.2. Zyklische und lineare Serialität

Um die Serialität in ihren unterschiedlichen Formen und Ausprägungen genau analysieren und verstehen zu können, müssen grundsätzlich zwei Arten seriellen Erzählens unterschieden werden: die zyklische (unendliche) und die lineare (geschichtlich- finale) Serialität. Grundlage dieser Differenzierung ist das Zeitsystem, in dem wir leben. Bei dessen Entstehung entwickelte sich eine Kombination aus beiden Modellen, die sich in unserem gesamten Lebensrhythmus und Zeitbewußtsein fest verankert haben. Die zyklischen Modelle „lehnten sich an die Bewegungen von Sonne und Mond an (Tag, Monat, Jahr) oder entstanden durch religiöse und soziale Vereinbarung (Woche)“ (Maier, 1991, S. 21). Des weiteren entstanden lineare Zeitordnungen, „die längere Abläufe (Ären, Perioden) umfaßten und aus denen im Lauf der Zeit die Vorstellung einer unumkehrbaren Geschehensfolge (Geschichte) erwuchs“ (Maier, 1991, S. 21). Ihre maßgebliche Prägung erfuhr diese Zeitordnung in den Anfängen der christlichen Zeitrechnung und ist im großen und ganzen unverändert geblieben. Dadurch „sind bis heute im (...) Kalender natürliche und geschichtliche Ordnung ineinander verschränkt (...)“ (Maier, 1991, S. 21).

Am Beispiel der Fernsehserie läßt sich die Strukturbildung beider Zeitmodelle besonders deutlich machen: „Da gibt es zyklische Serien (Typ Columbo), bei welchen die Reihenfolge der Einzelteile beliebig ist, weil der Protagonist und dessen Ambiente nicht altern. Und da gibt es lineare Serien (Typ Dallas), wo die Protagonisten gemeinsam altern, einen unumkehrbaren Geschichtsprozeß durchmachen und wo deshalb die Einzelteile der Folge nicht vertauschbar sind“ (Giesenfeld (Hrsg.), 1994, S.13).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Ziel der Arbeit, den Ursprung serieller Strukturen chronologisch über verschiedene Epochen und Medien hinweg nachzuzeichnen.

2. Definitionen: Hier werden grundlegende Begriffe der Serialität sowie die theoretische Unterscheidung zwischen zyklischer und linearer Zeitwahrnehmung eingeführt.

3. Die Wurzeln des Seriellen: Dieses Kapitel verortet die Anfänge seriellen Erzählens in sakral-kultischen Frühformen wie dem christlichen Kalender und religiösen Riten.

4. Theater: Es wird untersucht, wie serielle Elemente wie Masken und Rollenfixierungen im Theater entstanden und die Entwicklung des Berufsschauspielertums beeinflussten.

5. Literatur: Dieses Kapitel beleuchtet den Einzug der Serialität in die Literatur durch Buchdruck, Kalender und die periodische Presse.

6. Kino: Es wird analysiert, wie das Kino durch Guckkästen, Stummfilmserien und Kinostarkult serielle Traditionen fortsetzte und transformierte.

7. Schallplatte und Kassette: Hier liegt der Fokus auf der technischen Entwicklung von Tonträgern und wie diese Hörspielserien als neues serielles Format etablierten.

8. Hörfunk: Dieses Kapitel zeigt die Bedeutung des Radios als Vorläufer und Wegbereiter für Fernsehserien und die Etablierung täglicher Sendeformate.

9. Fernsehen: Die abschließende Analyse widmet sich der Fernsehserie als populärster Form der Serialität und dem seriell strukturierten Gesamtprogramm.

10. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass serielle Strukturen als ordnende Elemente tief im menschlichen Alltagsbedürfnis nach Berechenbarkeit verwurzelt sind.

Schlüsselwörter

Serialität, Serie, Fernsehserie, Medienwissenschaft, Zeitstruktur, zyklische Serialität, lineare Serialität, Kulturgeschichte, Rezeption, Medienentwicklung, Hörspiel, Alltagsstruktur, Rollenverteilung, Cliff-hanger, Medienrealität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die verschiedenen Ausprägungen serieller Strukturen in Medien und Kultur, von ihren sakralen Ursprüngen bis hin zum heutigen Fernsehen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Zeitstruktur (zyklisch/linear), der Bedeutung von Ritualen, der Entwicklung von Theatertraditionen, Literaturformaten, Film, Tonträgern, Hörfunk und schließlich dem Fernsehen als seriell geprägtem Leitmedium.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Serialität keine moderne Erfindung ist, sondern ein tief in der Menschheitsgeschichte verwurzeltes Bedürfnis nach Ordnung, Orientierung und Parallelisierung des Alltags bedient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen chronologischen und medienspezifischen Ansatz, bei dem theoretische Definitionen anhand zahlreicher historischer und medienwissenschaftlicher Beispiele veranschaulicht werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Entstehung und Transformation serieller Formen innerhalb spezifischer Medien wie Theater, Presse, Kino, Hörfunk und TV.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Serialität, zyklische und lineare Erzählweisen, Medienrealität, Rezeptionsrhythmus sowie die soziokulturelle Bedeutung von Beständigkeit und Wiederkehr.

Wie unterscheidet sich die zyklische von der linearen Serialität im TV-Kontext?

Zyklische Serien, wie das Beispiel „Columbo“, zeichnen sich durch austauschbare Folgen aus, da die Protagonisten nicht altern. Lineare Serien, wie „Dallas“, erzählen eine fortlaufende, unumkehrbare Geschichte, in der sich Charaktere weiterentwickeln.

Warum ist das Fernsehen laut Autor besonders relevant für die Serialität?

Das Fernsehen ist laut Autor nicht nur selbst seriell in seinem Aufbau (Programmschemata), sondern dient als Orientierungshilfe im Alltag, da die tägliche Wiederkehr vertrauter Formate Sicherheit und Struktur vermittelt.

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Details

Title
Die Entwicklung serieller Strukturen. Von den sakral-kultischen Frühformen bis hin zur heutigen Fernsehserie
College
University of Leipzig
Grade
1,0
Author
Christiane Bayer (Author)
Publication Year
1999
Pages
24
Catalog Number
V43280
ISBN (eBook)
9783638411172
ISBN (Book)
9783638684545
Language
German
Tags
Entwicklung Strukturen Frühformen Fernsehserie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Bayer (Author), 1999, Die Entwicklung serieller Strukturen. Von den sakral-kultischen Frühformen bis hin zur heutigen Fernsehserie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43280
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