Effekte des Freihandels auf die Umwelt


Seminararbeit, 2016

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Hinführung zum Thema dieser Seminararbeit
1.1 Vereinbarkeit von zunehmender Internationalisierung des Handels und Umweltschutz.
1.2 Zielstellung der Seminararbeit

2 Ökonomische Folgen des Freien Handels auf die Umwelt
2.1 Begriffliche Einordnung
2.1.1 scale, technique und composition - Effekt
2.1.2 Komparativer Vorteil
2.1.3 Pollution Haven Hypothese und Pollution Haven Effekt
2.2 Abgrenzung zu bisherigen Forschungen
2.3 Theorie nach Antweiler et al. (1998)
2.3.1 Grundmodell unter Einbezug der Offenheit zum Handel
2.3.2 Erläuterung der aus dem Modell folgenden Behauptungen
2.4 Theorie und Empirie
2.4.1 Schwefeldioxid als der Messung zugrundeliegender Schadstoff
2.4.2 Überprüfung der Konsistenz anhand der Messwerte

3 Fazit und Ausblick für zukünftige Forschung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Eigene Darstellung der vier größten Export- und Importnationen im Jahr 2015 weltweit in Anlehnung an die Darstellung von (statista, Die 20 größten Exportländer weltweit. 2016) und (statista, Die 20 größten Importländer weltweit, 2016)

Abbildung 2 Eigene Darstellung der Zusammenhänge zwischen Offenheit und komparativen Vorteilen auf den Grad der Umweltverschmutzung nach (Antweiler et al, 1998, pp. 12-

Abbildung 3 Ausschnitt aus Tabelle 3: Isolating Trade's Effect: A Second Step (Antweiler et al, 1998, p 33)

1 Hinführung zum Thema dieser Seminararbeit "Is Free Trade Goodfor the Environment ?״

1.1 Vereinbarkeit von Umweltschutz und zunehmender Internationalisierung des Handels

Benjamin Franklin, bekannt für seine Beteiligung an der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, war der Auffassung, dass Freier Handel nützlich für jeden sein könnte und prägte die Aussage "No nation was ever ruined by trade [...]" (Benjamin Franklin, 1839, p. 80). Doch kann man wirklich von einer Allgemeingültigkeit dieser Aussage ausgehen? Welche Konsequenzen könnte eine zunehmende Verflechtung der internationalen Wirtschaft für unterschiedliche Ländertypen mit sich bringen? Gegenwärtig füllen Güter, die eine Reise über große Strecken des Globus vollzogen haben, zahlreiche Supermarktregale. Der Endverbraucher wird sich in diesem Moment even­tuell die Frage stellen, welche Faktoren eine Produktion im Ausland recht­fertigen und ob Freier Handel einen Nutzen für alle Beteiligten aufweisen kann. Messbar ist, dass die absoluten Zahlen der Exporte und Importe (Bun­deszentrale für politische Bildung, 2015) angestiegen sind. Die Abbildung stellt die vier größten Export- und Importnationen im Jahr 2015 dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Eigene Darstellung der vier größten Export- und Importnationen im Jahr 2015 weltweit in Anlehnung an die Darstellung von (statista, Die 20 größten Exportländer weltweit, 2016) und (statista, Die 20 größten Importländer weltweit, 2016)

Mithilfe der roten Farbe wurden die Importe weltweit, bezogen auf die vier größten Importländer 2015, in Milliarden US Dollar angegeben. Größte Im­portnationen waren demnach die Vereinigten Staaten von Amerika, mit 2.307.95 Milliarden US Dollar, gefolgt von China und Deutschland. Blau wurden entsprechend die Exporte gekennzeichnet. 2015 führte China mit 2.274.95 Milliarden US Dollar diese Rangliste gefolgt von den Vereinigten Staaten und Deutschland an. Nach diesen drei Export- und Importnationen folgt Japan, hier ist jedoch bereits eine beachtliche Differenz in Milliarden US Dollar erkennbar. In Zeiten von Freihandelsabkommen gewinnen inter­nationale Handelspartner immer mehr an Bedeutung und es existiert eine Vielzahl von Handelsbeziehungen weltweit. Unter anderem sind auch Han­delsbeziehungen zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern vor- zufmden (World Trade Organization, 2016). Betrachtet man die Entwick­lung Chinas, eines Entwicklungslandes (Bundesministerium für Wirtschaft­liehe Zusammenarbeit und Entwicklung), kann man durchaus die Besorgnis einiger Nationen nachvollziehen, da "[d]as enorme Wirtschaftswachstum [...] zu [einer] enorme[n] Belastung und Zerstörung der Umwelt geführt [hat], [...] [K]eine einzige Stadt erfüllte 2015 den von der WHO empföhle- nen Grenzwert." (Auswärtiges Amt, 2016). Diese drastischen Zahlen, die den Grad der Luftverschmutzung dokumentieren, zeigen deutlich, dass nachhaltige Wirtschaft dort noch nicht vorherrscht. Inwieweit Freier Handel gut für die Umwelt ist, soll daher noch weiter in den Fokus gerückt werden.

1.2 Zielstellung der Seminararbeit

Im Rahmen der Seminararbeit soll dargestellt werden, welche Effekte sich durch den Freihandel ergeben, wie sich diese Effekte messen lassen sowie Zusammenwirken und letztlich, welche Auswirkungen der Handel auf die (Umwelt) - Verschmutzung hat. Insbesondere soll auch geprüft werden, ob eine Differenzierung zwischen Entwicklungsländern und entwickelten Län­dern anhand der jeweiligen Ländereigenschaften erforderlich ist.

2 Ökonomische Folgen des Freien Handels auf die Umwelt

Forschungen belegen, dass eine offene Ausrichtung des Handels mit der Umweltqualität in Verbindung gebracht werden kann. Frühere Untersu­chungen, dieses Thema betreffend, konnten bislang keine signifikante Be­Ziehung zwischen Freihandel und dem Grad der (Umwelt) -Verschmutzung herstellen. Oftmals erhält das Thema Freihandel eine negative Konnotation. Die Autoren Antweiler, Copeland und Taylor nehmen in ihrem Paper jedoch eine konträre Position ein und stellen eine positive Beziehung dar (Antweiler et al, 1998, p. 1).

2.1 Begriffliche Einordnung

2.1.1 scale, technique und composition - Effekt

Um den gesamten Effekt der Zunahme des Freihandels auf die Umwelt bes­ser nachvollziehen zu können, nehmen die Autoren Antweiler et al. eine Zerlegung in Teilkomponenten vor (Antweiler et al., 1998, p. 2). Ihre For­schung dominieren dabei drei Effekte, die sowohl positive, als auch negati­ve Auswirkungen auf den Grad der (Umwelt) - Verschmutzung darstellen und die durch unterschiedliche Ländereigenschaften hervorgerufen werden. Der durch die Offenheit zum Handel erzeugte 'scale' - Effekt beschreibt ei­nen Größeneffekt, der den Grad der Verschmutzung durch eine 'schmutzige­re' Produktion noch weiter ansteigen lässt. Der 'technique' - Effekt reflek­tiert eine 'sauberere' Produktion. Diese wird durch zunehmende Forderun­gen nach erhöhter Umweltqualität aufgrund eines höheren Einkommens angetrieben und lässt die Verschmutzung sinken. Der 'composition' - Effekt wirkt sich positiv oder negativ auf die Verschmutzung aus, je nachdem, ob ein 'schmutziges' oder 'sauberes' Gut produziert wird. Die Entscheidung be­züglich der Güterproduktion wird hier aufgrund komparativer Vorteile ge­troffen (Antweiler etai., 1998, pp. 6-18).

2.1.2 Komparativer Vorteil

Eine Aussage zu komparativen Vorteilen formuliert erstmals Adam Smith: "If a foreign country can supply US with a commodity cheaper than we our­selves can make it, better buy it of them with some part of the produce of our own industry employed in a way in which we have some advantage" (Adam Smith, 1904, p. 29). Smith bezieht sich auf absolute Kostenvorteile und geht davon aus, dass "der Außenhandelsgewinn [...] dann am größten [ist], wenn sich jedes Land auf die Produktion derjenigen Güter speziali­siert, die es am preiswertesten herstellen kann (Bundeszentrale für politische Bildung, 2013). Ricardo liefert einen klassischen Erklärungsansatz, der rela­tive komparative Kostenvorteile in den Fokus rückt. Der Handel zweier Länder ist demnach selbst dann sinnvoll, wenn jedes Land sich auf die Pro­dukte beschränkt, bei denen es relative Vorteile aufweist (Gabler Wirt­Schaftslexikon, 2016). Antweiler et al. gehen im folgenden davon aus, dass komparative Vorteile von der jeweiligen Faktorausstattung eines Landes und dem Einkommenslevel bestimmt werden (Antweiler et al., 1998, pp. 16-18).

2.1.3 Pollution Haven Hypothese und Pollution Haven Effekt

Pollution Haven beschreibt die Besorgnis vieler Globalisierungskritiker, dass durch die zunehmende Internationalisierung des Handels, die Produkti­on von umweit - und verschmutzungsintensiven Gütern verstärkt in Regio­nen mit geringen Umweltschutzauflagen ausgelagert wird. Zu unterscheiden sind die Pollution Haven Hypothese und der Pollution Haven Effekt (Levin­son and Taylor, 2004, pp. 1-3). Durch die Produktionsverlagerung werden in Ländern, in denen Umweltpolitik noch wenig Beachtung findet, verstärkt "verschmutzende" Güter produziert. Hieraus könnte nicht nur eine regionale Zunahme der Verschmutzungen, sondern insgesamt betrachtet, auch eine Zunahme der globalen Umweltverschmutzung resultieren. Die Pollution Haven Hypothese ist eine Bedingung des Pollution Haven Effektes. Diese Hypothese drückt aus, dass arme Länder bei vorherrschender schwacher Umweltpolitik zu 'Verschmutzungshäfen', oder eben 'Pollution Haven' wer­den. "Der Pollution-Haven-Effekt auf der anderen Seite besagt, dass (bei gleichbleibender Offenheit der Länder) durch eine Verschärfung der Um­Weitpolitik in einem Land Rückwirkungen auf die Handels- und Ausland­sinvestitionsströme zu erwarten sind" (CES info Group Munich). Ist das Ausmaß der Umweltpolitik nicht relevant für die Handels Ströme, entsteht auch kein Pollution Haven Effekt durch Handelsliberalisierung.

2.2 Abgrenzung zu bisherigen Forschungen

Die Vorgehensweise der Autoren Antweiler, Copeland und Taylor in ihrem Paper 'ís Free Trade Good for the Environment (1998)' weist gegenüber bisherigen Forschungen drei neuartige Annahmen auf. Erstens ist es für ihre Untersuchungen essentiell notwendig, dass die Verfasser zwischen negati­ven Umweltauswirkungen, den 'scale' - Effekten, und positiven Auswirkun­gen auf die Umwelt, den 'technique' - Effekten, unterscheiden können. Diese Differenzierung ist wichtig, da die Effekte Rückschlüsse auf die Ursachen der jeweiligen Verschmutzung eines Landes ermöglichen und beispielswei­se ein negativer Gesamteffekt durchaus eine positive Komponente aufwei­sen kann, die jedoch von einem negativen Teileffekt überlagert wird. Des­weiteren muss eine Methode die Auswirkungen auf die Verschmutzungs­konzentrationen durch die von der Liberalisierung des Handels hervorgeru­fenen Veränderungen der Zusammensetzung des Outputs identifizieren können. Die im ersten Teil der Arbeit unter 2.1.2 vorgestellten Erklärungs­ansätze vermitteln, dass Offenheit zum Handel diese Zusammensetzung hinsichtlich des jeweiligen komparativen Vorteils verändert. Eine Difieren- zierung zwischen reichen und armen Ländern erscheint daher angesichts der unterschiedlichen ländertypischen Gegebenheiten als sinnvoll. Abschlie­ßend ist eine Unterscheidung aufgrund von Einkommensänderungen durch zunehmende Offenheit, gegenüber den Veränderungen durch Kapitalanhäu­fung oder technologische Entwicklung notwendig. Diese Faktoren begüns­tigen entweder eine 'verschmutzungs-intensive' Produktion oder aber eine 'nicht-verschmutzungsintensive' Produktion von Gütern und beeinflussen somit den Grad der Umweltverschmutzung (Antweiler et al., 1998, pp. 2-4). Um signifikante Erkenntnisse über die aus der Handelsliberalisierung resul­tierenden Umweltauswirkungen zu gewinnen, muss es also möglich sein, diesen "composition" - Effekt zu messen. Detaillierte Einblicke sind hier ebenfalls von großer Bedeutung, da nur so festgestellt werden kann, ob Ein­kommenszuwächse lediglich das Ergebnis eines 'dreckigeren Produktions­programmes', technologischer Weiterbildung, beziehungsweise anderer Fak­toren darstellen, oder aber wirklich eine Verbesserung der Umweltqualität durch den Handel aufweisen könnten. (Antweiler et al., 1998, pp. 4-5). Schlussfolgernd ist positiv anzumerken, dass Antweiler et al. Veränderun­gen des Regelwerks und der Faktorausstattung in ihrem Modell zulassen. Man kann annehmen, dass ein höheres Einkommen dazu führt, dass mehr Wert auf Umweltstandards gelegt wird. Wären die Modellannahmen fix, könnten daraus wiederum falsche Schlüsse gezogen werden, welche die Realität falsch abbilden (Antweiler et al, 1998, p. 4).

2.3 Theorie nach Antweiler etai (1998)

Die Autoren haben ein Modell entwickelt, dass den Einfluss der durch Han­del hervorgerufenen Verschmutzung auf die drei Basiseffekte "scale, technique [und] composition" (Antweiler et al, 1998, p. 1) aufteilt, um den totalen Effekt besser nachvollziehen zu können. Antweiler et al. (1998, p. 2) stellen hierbei die Hypothese auf, dass "if trade liberalization raises GDP per person by 1%, then pollution concentrations fall by about 1%". Ihre Un­tersuchungen anhand von Schwefeldioxidmessungen unterstützen diese These, dass, falls die Liberalisierung des Handels eine l%ige Zunahme des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf bewirkt, die Verschmutzungs­konzentrationen um ungefähr 1% sinken würden. Dieser These kann man entnehmen, dass die Verfasser von einem positiven Zusammenspiel bezüg- lieh Freien Handels und daraus resultierenden Einkommenserhöhungen und der Umwelt ausgehen.

2.3.1 Grundmodell unter Einbeziehung der Offenheit zum Handel

Die von Antweiler et al. präsentierte Vorgehens weise stützt sich auf die Annahme, dass jede wirtschaftliche Bewegung 'scale', 'technique' und 'composition' - Effekte zur Folge hat. Die folgende Gleichung lässt im Ver­gleich zu den in ihrem Paper 'ís Free Trade Good for the Environment' vor­erst aufgeführten Ausführungen, ohne Handelsliberalisierung, Veränderun­gen der Handelsbarrieren und Weltmarktpreise zu. Diese Abänderung erst macht es somit möglich, ökonomische Rückschlüsse über die Umweltquali- tat durch zunehmende Offenheit zum Handel zu ziehen.

z = Y!Š + γ2Κ- γ3ΐ — γ4Ν-γ5δ + YePw +Υ7β (2.3.1)

Die Formel (2.3.1) beschreibt das Zusammenwirken verschiedener Fakto­ren, die den Grad der Verschmutzungsemissionen ž bestimmen. Der Akzent

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Effekte des Freihandels auf die Umwelt
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V432888
ISBN (eBook)
9783668763500
ISBN (Buch)
9783668763517
Dateigröße
910 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
effekte, freihandels, umwelt
Arbeit zitieren
Fabienne Kiesel (Autor:in), 2016, Effekte des Freihandels auf die Umwelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432888

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