Zwei wichtige Ziele der Wirtschaftspolitik sind geringe Inflation und niedrige Arbeitslosigkeit. Beide Ziele stehen jedoch oft im Konflikt miteinander. Ein Modell, welches diesen Konflikt näher beschreibt ist die Phillips-Kurve. Diese Arbeit setzt sich mit der Thematik „Die Phillips-Kurve in USA, Kanada und UK“ auseinander. Das Ziel ist es die Frage zu beantworten, ob in den USA, Kanada und UK ein negativer Zusammenhang zwischen Inflationsrate und Arbeitslosenquote mithilfe des Modells der modernen Phillips-Kurve empirisch nachweisbar ist.
Zu Beginn wird die originäre Phillips-Kurve vorgestellt und ihre Entwicklung im Laufe der Zeit erläutert. Darauf folgt eine Beschreibung der für das Modell relevanten variablen Arbeitslosigkeit und Inflation. Im Anschluss wird die zu verwendende Regression, die Zeitreihenanalyse näher erläutert. Der nächste Punkt enthält die Durchführung der Regression und die Analyse der erhaltenen Daten. Zum Schluss werden die Erkenntnisse aus der Datenanalyse auf das Modell der modernen Phillips-Kurve bezogen und mit der Eingangsfrage verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen des empirischen Modells
3. Erhebung des Datensatzes
4. Das empirische Modell
5. Ergebnisse der Regressionsanalyse
6. Schlussfolgerung der empirischen Analyse
7. Anhang
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht empirisch, ob zwischen der Inflationsrate und der Arbeitslosenquote in den USA, Kanada und dem Vereinigten Königreich ein negativer Zusammenhang im Sinne der modernen Phillips-Kurve besteht. Dabei wird analysiert, inwieweit die Inflationserwartungen und Arbeitslosenraten die Preisentwicklung in diesen Volkswirtschaften erklären können.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Phillips-Kurve
- Modellbildung der modernen Phillips-Kurve unter Berücksichtigung von Inflationserwartungen
- Empirische Regressionsanalyse mittels Zeitreihendaten der OECD
- Methodische Prüfung auf Autokorrelation und Heteroskedastie
- Vergleichende Interpretation der Koeffizienten für USA, Kanada und UK
Auszug aus dem Buch
2. Theoretische Grundlagen des empirischen Modells
Die Phillips-Kurve beschäftigt sich mit den zwei grundlegenden Übeln moderner Volkswirtschaften, Inflation und Arbeitslosigkeit. Sie wurde nach dem britischen Volkswirtschaftler Alban William Phillips (*1914, †1975) benannt. In den Jahren 1861-1957 beobachtete er den Zusammenhang zwischen der Zuwachsrate der Nominallöhne und der Arbeitslosenquote in Großbritannien.
Abbildung 1 zeigt wie Phillips seine Theorie graphisch dargestellt hat. Auf der Y-Achse ist die Nominallohnsatzänderungsrate in Prozent angegeben und auf der X-Achse ist die Arbeitslosenquote in Prozent angegeben. Eine mögliche Erklärung für den Verlauf der Phillips-Kurve wie in Abbildung 1 ist die wechselnde Macht der Gewerkschaften. Dies bedeutet, dass bei einem hohen Beschäftigungsstand die Gewerkschaften eine höhere Verhandlungsmacht haben und daher auch höhere Löhne durchsetzen können. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit sinkt die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften wodurch keine Nominallohnsatzerhöhungen durchgesetzt werden. Eine reine Erhöhung der Nominallöhne führt aber nicht zu einer Senkung der Arbeitslosigkeit. Das Verhältnis ist somit nur einseitig.
Die Kritik an der Phillips Kurve, kein makroökonomisches Modell zugrunde gelegt zu haben, griffen die amerikanischen Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Merton Solow (*1924) und Paul Anthony Samuelson (*1915, †2009) in den sechziger Jahren auf. Sie trugen grundlegend zu der modifizierten Phillips-Kurve bei, welche die ursprüngliche Phillips-Kurve auf die Preisniveauänderungsrate bezieht. Mit der modifizierten Phillips-Kurve entstand die große wirtschaftliche Bedeutung des Modells. Sie zeigt, dass höhere Inflationsraten von geringeren Arbeitslosenquoten begleitet werden und vice versa. Somit herrscht ein Trade-off zwischen Inflationsrate und Arbeitslosenquote. Viele Regierungen hatten den Eindruck, dass eine Wahl zwischen hoher Arbeitslosigkeit und Inflation bestünde. Das man also die Arbeitslosigkeit senken könnte, wenn man dafür eine hohe Inflation in Kauf nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Forschungsfrage nach dem negativen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit in den USA, Kanada und UK im Kontext der modernen Phillips-Kurve.
2. Theoretische Grundlagen des empirischen Modells: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Phillips-Kurve von den ursprünglichen Beobachtungen Alban William Phillips' bis hin zur modernen, auf Erwartungshaltungen basierenden Theorie.
3. Erhebung des Datensatzes: Hier werden die verwendeten OECD-Daten für Inflationsraten und Arbeitslosenquoten der untersuchten Länder sowie die Kriterien für die Datenharmonisierung und den Betrachtungszeitraum beschrieben.
4. Das empirische Modell: Das Kapitel legt die methodische Vorgehensweise der Regressionsanalyse dar, definiert die Variablen und erläutert die Anwendung der Zeitreihenanalyse mittels Stata.
5. Ergebnisse der Regressionsanalyse: Hier werden die Ergebnisse der durchgeführten Regressionen präsentiert, einschließlich der Anpassungen durch robuste Standardfehler nach Newey/West.
6. Schlussfolgerung der empirischen Analyse: Das Fazit bewertet die Ergebnisse der Regression hinsichtlich ihrer statistischen Signifikanz und diskutiert, warum der modelltheoretisch erwartete Zusammenhang empirisch nicht in der postulierten Form bestätigt werden konnte.
7. Anhang: Der Anhang bietet eine detaillierte tabellarische Aufstellung der Rohdaten sowie vollständige Regressionsoutputs für die untersuchten Länder.
8. Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen, Datenportale und Definitionshilfen auf.
Schlüsselwörter
Phillips-Kurve, Inflation, Arbeitslosigkeit, Regressionsanalyse, Zeitreihenanalyse, Stata, Inflationserwartung, OECD, Stagflation, Angebotsschock, Newey-West, Konfidenzintervall, Bestimmtheitsmaß, Nominallohn, Wirtschaftspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die empirische Gültigkeit der Phillips-Kurve für die USA, Kanada und das Vereinigte Königreich im Zeitraum von 1984 bis 2014.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Analyse fokussiert sich auf das Verhältnis zwischen Inflationsraten und Arbeitslosenquoten unter Berücksichtigung von Inflationserwartungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob ein negativer Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit mithilfe des Modells der modernen Phillips-Kurve statistisch nachweisbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine ökonometrische Regressionsanalyse von Zeitreihen durchgeführt, wobei aufgrund von Autokorrelation robuste Standardfehler nach dem Verfahren von Newey und West zum Einsatz kommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung, die Datenerhebung aus OECD-Quellen, die Modellspezifikation und die Interpretation der Regressionsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Phillips-Kurve, Inflation, Arbeitslosigkeit, Regressionsanalyse und Inflationserwartungen.
Warum konnte der negative Zusammenhang im Modell nicht bestätigt werden?
Die P-Werte der Arbeitslosenquoten-Koeffizienten waren zu hoch, was bedeutet, dass die Ergebnisse statistisch nicht signifikant von Null verschieden sind.
Welche Rolle spielen Inflationserwartungen in diesem Modell?
Die moderne Phillips-Kurve setzt voraus, dass die Inflationserwartungen (hier die Inflation der Vorperiode) einen starken Einfluss auf die aktuelle Inflationsrate haben, was durch die Analyse bestätigt werden konnte.
Wie wurden die Daten für die Regression aufbereitet?
Die Rohdaten der OECD wurden in eine Zeitreihe umgewandelt, wobei eine Zeitvariable definiert und die Inflationsraten für die Erwartungsbildung um eine Periode verschoben wurden.
- Citar trabajo
- Christian Kreutzer (Autor), 2014, Die Phillips-Kurve in USA, Kanada und UK, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432904