Anlass zum Höhentraining waren die Olympischen Spiele 1968 in Mexico City in 2.240m Höhe, denn bei Ausdauersportarten über zwei Minuten wurde ein Leistungsrückgang von zwei bis acht Prozent festgestellt. Daher erkannte man, dass ein präventives Höhentraining eingesetzt werden muss um die Leistungsabnahme bei einem Wettkampf in der Höhe zu verhindern. Des Weiteren hat man festgestellt, dass solch ein Training aufgrund der Steigerung der sportlichen Ausdauerleistungsfähigkeit auch als Vorbereitung auf Leistungen im Flachland eingesetzt werden kann.
Aufgrund des in der Höhe herrschenden Sauerstoffmangels und der damit verbundenen Verringerung der Sauerstoffaufnahmekapazität des Blutes erzwingt das Höhentraining physiologische Anpassungserscheinungen des gesamten Organismus. Da das Blut somit einen niedrigeren Sauerstoffgehalt hat, kann folglich nicht mehr so viel Sauerstoff zu den Muskeln transportieren werden. Der Körper versucht dies zu kompensieren, indem er beispielsweise ein Hormon (Erythropoetin) ausschüttet das dazu führt, dass vermehrt rote Blutkörperchen gebildet werden, welche für den Transport von Sauerstoff zuständig sind. Ein Höhentraining hat allerdings nicht nur positive Auswirkungen auf den Organismus, wodurch der Sportler bzw. sein Körper ständig versuchen muss die negativen Effekte auszugleichen. Ein Beispiel dafür ist die Abnahme des Wassergehaltes in der Höhe, denn dadurch steigt der Hämatokrit, weswegen die Vermehrung der roten Blutkörperchen dem Körper wiederum zum Verhängnis wird. Durch den erhöhten Hämatokrit wird das Blut nämlich dickflüssig, was Thrombosen oder sogar Herzinfarkte zur Folge haben kann. Um sich die erhöhte Anzahl der roten Blutkörperchen trotzdem vorteilhaft zu machen, muss der Sportler viel trinken.
Das Höhentraining bringt noch viele weitere Trainingseffekte, wie die Steigerung des Atemminutenvolumens oder des Herzminutenvolumens mit sich. Solche physiologischen Wirksamkeiten können allerdings nur mit einem Training ab drei Wochen Dauer eintreten. Dabei ist es wichtig, dass man bestimmte trainingsmethodische Voraussetzungen beachtet, da diese die größte Bedeutung für den späteren sportlichen Erfolg haben. So muss man beispielsweise wissen, dass man in der Höhe zunächst die Belastungsintensität herunterschrauben muss, da es ansonsten zu einer erhöhten Laktatanhäufung kommt, die den Sportler folglich stark ermüden lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Physikalische Veränderungen in der Höhe
2.1. Luftdruck
2.2. Luftdichte
2.3. Sauerstoffpartialdruck
2.4. Umgebungstemperatur und Wasserdampfdruck
3. Anpassungsreaktionen des Körpers an die Höhe
3.1. Zunahme des Atemminutenvolumens
3.1.1. Säure-Basen-Haushalt
3.2. Zunahme des Herzminutenvolumens
3.3. Effekte des Blutes
3.3.1. Hämatokrit
3.3.2. Ist Höhentraining eine Form des Dopings?
3.4. Veränderungen innerhalb der Muskelzelle
4. Formen des Höhentrainings
5. Trainingsgestaltung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die physiologischen Auswirkungen von Höhentraining auf den menschlichen Organismus und bewertet dessen Nutzen für die Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit im Hinblick auf Wettkämpfe sowohl in der Höhe als auch im Flachland.
- Physikalische Veränderungen in der Höhe (Luftdruck, Luftdichte, Sauerstoffpartialdruck)
- Akute und chronische Anpassungsmechanismen des Körpers
- Blutphysiologische Effekte und die Problematik des Hämatokritwertes
- Veränderungen im zellulären Stoffwechsel der Muskulatur
- Methodische Konzepte des Höhentrainings und deren praktische Trainingsgestaltung
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Säure-Basen-Haushalt
Zunächst verbessert der Hyperventilationseffekt somit die in der Höhe verschlechterten O₂-Aufnahmebedingungen. Nichtsdestotrotz bringt dieser allerdings ungünstige Folgeerscheinungen bezüglich des Säure-Basen-Haushaltes mit sich.
Durch die vermehrte Abatmung von CO₂ ändert sich der Säuregrad des Blutes, da zugleich H+ Ionen entzogen werden. Daraufhin steigt der pH-Wert des Blutes (Blut nun alkalisch) und damit auch die Aufnahmefähigkeit des Hämoglobins für O₂, was anschließend zur Folge hat, dass die O₂-Abgabe aus dem Blut ins Gewebe erschwert ist. Solch eine, wie in Abbildung 4 zu sehen, mit zunehmender Höhe immer größer werdende Linksverschiebung der O₂-Bindungskurve wird als respiratorische Alkalose bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Anlass für Höhentraining sowie die grundlegenden physiologischen Reaktionen und Herausforderungen für den Sportler.
2. Physikalische Veränderungen in der Höhe: Erläutert die meteorologischen Bedingungen in großen Höhen wie sinkenden Luftdruck, abnehmende Luftdichte und den reduzierten Sauerstoffpartialdruck.
3. Anpassungsreaktionen des Körpers an die Höhe: Analysiert die komplexen körperlichen Reaktionen des Organismus, darunter Atmung, Herz-Kreislauf-System, Blutzusammensetzung und Stoffwechselprozesse.
4. Formen des Höhentrainings: Unterscheidet zwischen verschiedenen Konzepten wie "live high-train high", "live low-train high" und "live high-train low".
5. Trainingsgestaltung: Bietet einen Leitfaden für die praktische Durchführung, inklusive Akklimatisation, Trainingsphasen und Regenerationsanforderungen.
6. Fazit: Fasst zusammen, dass Höhentraining bei korrekter Durchführung eine effektive Methode zur Leistungssteigerung darstellt, jedoch eine sorgfältige gesundheitliche Überwachung erfordert.
Schlüsselwörter
Höhentraining, Sauerstoffmangel, Leistungssteigerung, Hypoxie, Erythropoetin, Hämatokrit, respiratorische Alkalose, Ausdauertraining, Akklimatisation, Herzminutenvolumen, Laktat, Trainingsgestaltung, Muskelzelle, Hämoglobin, Blutdoping.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Höhentraining als Methode zur Leistungssteigerung im Sport und analysiert die dabei ablaufenden physiologischen Anpassungsprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die physikalischen Bedingungen in der Höhe, die physiologischen Anpassungen des Körpers, verschiedene Trainingsformen sowie die praktische Trainingsplanung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Höhentraining sowohl als Vorbereitung für Wettkämpfe in der Höhe als auch im Flachland genutzt werden kann, unter Berücksichtigung methodischer Regeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse sportmedizinischer und trainingswissenschaftlicher Fachpublikationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung physikalischer Höhenfaktoren, die körpereigenen Anpassungsreaktionen (Atmung, Blut, Stoffwechsel), die verschiedenen Trainingskonzepte und die Phasen der Trainingsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Höhentraining, Hypoxie, Leistungssteigerung, Erythrozyten und Trainingsgestaltung definiert.
Warum ist das Trinken von großen Flüssigkeitsmengen beim Höhentraining so wichtig?
Aufgrund des sinkenden Wasserdampfdrucks in der Höhe steigt das Risiko der Austrocknung und Blutverdickung (Hämatokritanstieg), was zu gefährlichen Thrombosen führen kann.
Ist Höhentraining laut WADA als Doping anzusehen?
Nein, Höhentraining wird von der WADA nicht als Doping gewertet, da die Erhöhung der körpereigenen EPO-Ausschüttung eine natürliche Reaktion auf den Sauerstoffmangel darstellt.
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- Anonym (Autor:in), 2013, Leistungssteigerung durch Höhentraining, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432914