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Peter Handkes Publikumsbeschimpfung. Wie ein Sprechstück (fast) zur Performance wurde

Title: Peter Handkes Publikumsbeschimpfung. Wie ein Sprechstück (fast) zur Performance wurde

Term Paper , 2016 , 25 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: B.A. Jennifer Schulte (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Arbeit versucht nachzuvollziehen, inwieweit Peter Handkes Uraufführung der Publikumsbeschimpfung im Jahr 1966 bereits als erster Schritt in Richtung Performance-Kunst gelten könnte.

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Inhaltsverzeichnis

1 Die Schwelle zwischen Bühne und Zuschauerraum

2 Theatergeschichte ab 1900

2.1 Retheatralisierung und Desillusionierung

2.2 Sprache als Medium

2.3 Performativierung und Postdramatik

3 Peter Handkes Poetik

3.1 Sprachkritik

3.2 Literatur- und Theaterkritik

3.3 Rezeptionsästhetik in den Sprechstücken

4 Uraufführung Publikumsbeschimpfung 1966

4.1 Inszenierung Vs Aufführung des Stücks

4.2 Zuschauer-Schauspieler Beziehung/Interaktion

4.2.1 Provokation der Zuschauer

4.2.2 Reaktionen der Schauspieler

4.2.3 Zuschauer stürmen Bühne

4.3 Bruch der Theaterillusion

4.4 Publikumsbeschimpfung als Postdramatischer Gründungstext

5 Der Zuschauer als Provokateur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Uraufführung von Peter Handkes Stück "Publikumsbeschimpfung" (1966) hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Entwicklung des postdramatischen Theaters und analysiert, inwieweit das Stück performative Elemente enthält, die eine aktive Interaktion des Publikums provozierten oder herausforderten.

  • Theatergeschichtliche Einordnung ab 1900 (Retheatralisierung, Performativität)
  • Analyse der Poetik und Sprachkritik von Peter Handke
  • Untersuchung der Uraufführung unter Regie von Claus Peymann
  • Interaktion zwischen Schauspielern und Zuschauern als Bruch der Theaterillusion
  • Einordnung der Publikumsbeschimpfung als postdramatischer Gründungstext

Auszug aus dem Buch

4.2.3 Zuschauer stürmen Bühne

Zur Hälfte des Stücks sind die Zuschauer schon so aggressiv, dass die Abhandlung über das Stehen und Sitzen im Theater eine Unruhe auslöst. Die Sprecher müssen hier pausieren. (Pub, 38: 30) Die Zwischenrufe werden lauter und drei Zuschauer stehen auf und versuchen direkt mit den Sprechern zu interagieren: „Jetzt reagiert doch mal!“ (Pub, 38:44) Während die Sprecher versuchen den Text fortzusetzen, bewegen sich die stehenden Zuschauer auf die Bühne zu. „Komm, jetzt gehen wir vor auf die Bühne … spielen wir mal weiter … jetzt spielt das Publikum hier mal mit … komm.“ (Pub, 39:12) Das Publikum feuert die vier Personen an und sie gehen auf die Bühne, wo die Schauspieler Gesten machen, dass die Zuschauer die Bühne verlassen sollten. (vgl. Pub, 39:34) Wenige Sekunden später ist Peymann auf der Bühne (vgl. Pub, 39:39) und begleitet einen nach dem anderen herunter in den Zuschauerraum.

Der letzte Zuschauer wird regelrecht geschoben. (Pub, 40:02) Nach diesem Vorfall besprechen Peymann und die vier Akteure das weiter vorgehen und aus dem Publikum tönen Pfui-Rufe und Pfeifen. (vgl. Pub, 40:10) Ab Minute 40:39 wird weitergespielt und die Rufe aus dem Publikum werden ignoriert. Dann hört man Zuschauer, die zum Leise sein ermahnen (vgl. Pub, 41:02) und es wird wieder ruhiger im Publikum. Der Satz: „Sie würden sich mit Ihrer Eigenschaft als bloßer Zuschauer nicht abfinden“, löst noch einmal Gelächter und Klatschen aus und man vernimmt: „Damit sie uns runterschmeißen.“ (Pub, 41:42) Ab Min 41:50 wird es wieder ruhiger. Es könnte es sein, dass die Zuschauer davon ausgegangen sind, dass eine Interaktion gewünscht ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Schwelle zwischen Bühne und Zuschauerraum: Einführung in die Thematik der Auflösung der Grenze zwischen Bühne und Publikum anhand von Beispielen aus der Performancekunst und der Theatergeschichte.

2 Theatergeschichte ab 1900: Theoretische Untersuchung der Strömungen von Retheatralisierung und Desillusionierung sowie der Performativierung, die das moderne Theater prägten.

3 Peter Handkes Poetik: Analyse von Handkes sprachkritischen Ansätzen und seinem Anspruch an ein neues Theaterverständnis jenseits traditioneller mimetischer Repräsentation.

4 Uraufführung Publikumsbeschimpfung 1966: Detaillierte Betrachtung der Inszenierung durch Claus Peymann, der Interaktion mit dem Publikum und des Bruchs der klassischen Theaterillusion.

5 Der Zuschauer als Provokateur: Abschließende Synthese über die Rolle der Zuschauer bei der Uraufführung und die Einordnung des Stücks in den Kontext des postdramatischen Theaters.

Schlüsselwörter

Publikumsbeschimpfung, Peter Handke, Postdramatik, Performativität, Theatergeschichte, Sprechstück, Theaterillusion, Claus Peymann, Rezeptionsästhetik, Zuschauerinteraktion, Sprachkritik, Sprechakt, Metadrama, Uraufführung, Theateravantgarde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Uraufführung von Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung" und untersucht, wie dieses Sprechstück die Grenzen des traditionellen Theaters durchbrach und den Zuschauer in eine neue Rolle zwang.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte des Theaters ab 1900, die spezifische Poetik Handkes, die Rolle der Sprache als Medium und die Dynamik zwischen Schauspielern und Publikum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, warum die Uraufführung zur Eskalation führte und ob das Stück tatsächlich als performative Aufführung zur Aktivierung des Publikums gedacht war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primär- und Sekundärliteratur, ergänzt um die Auswertung von Aufzeichnungen der Uraufführung, um die theatrale Praxis der 1960er Jahre zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Theatergeschichte, Poetik), die Analyse der Uraufführung mit Fokus auf die Interaktion von Akteuren und Publikum sowie die Einordnung als Gründungstext der Postdramatik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Publikumsbeschimpfung, Postdramatik, Performativität, Sprachkritik und die Auflösung der Theaterillusion.

Warum wird die Aufführung von 1966 als "Postdramatischer Gründungstext" bezeichnet?

Weil das Stück das Ende der klassischen, handlungszentrierten Illusion einläutet und Sprache selbst zur Handlung auf einer Metaebene macht, was für nachfolgende postdramatische Formen wegweisend wurde.

Welche Rolle spielte Claus Peymann bei der Uraufführung?

Peymann inszenierte das Stück und legte durch seine Regie (inklusive der Behandlung von Störungen durch das Publikum) fest, wie die Sprecher auf die Reaktionen aus dem Zuschauerraum reagieren sollten.

Wie reagierte das Publikum konkret auf die Uraufführung?

Die Zuschauer reagierten irritiert und teilweise aggressiv, was in Zwischenrufen, Versuchen, die Schauspieler zur Interaktion zu bewegen, und schließlich sogar darin gipfelte, dass Zuschauer die Bühne stürmten.

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Details

Title
Peter Handkes Publikumsbeschimpfung. Wie ein Sprechstück (fast) zur Performance wurde
College
University of Regensburg
Grade
2,3
Author
B.A. Jennifer Schulte (Author)
Publication Year
2016
Pages
25
Catalog Number
V432922
ISBN (eBook)
9783668751583
ISBN (Book)
9783668751590
Language
German
Tags
peter handkes publikumsbeschimpfung sprechstück performance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Jennifer Schulte (Author), 2016, Peter Handkes Publikumsbeschimpfung. Wie ein Sprechstück (fast) zur Performance wurde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432922
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