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Desertec. Neokolonialismus oder Entwicklungshilfe für Nordafrika?

Titel: Desertec. Neokolonialismus oder Entwicklungshilfe für Nordafrika?

Facharbeit (Schule) , 2018 , 28 Seiten , Note: 14

Autor:in: Michael Mauß (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Politische Geographie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Projekt Desertec umfasst die Produktion von Sonnenenergie durch Solathermiekraftwerke in den energiereichen Gebieten in Nordafrika und den anschließenden Transport über Gleichstromleitungen nach Europa. Doch ob die Investitionen von Europa in das strukturschwache Land aufgrund von zum Beispiel Trinkwasserentsalzungsanlagen oder das Schaffen neuer Arbeitsplätze als Entwicklungshilfe angesehen werden können ist fraglich. Besonders die Parallelitäten zum Kolonialismus des 16.-19. Jahrhunderts und das Hauptaugenmerk auf der Erzeugung von erneuerbarer Energie sprechen dem eher entgegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Desertec

2.1 Idee – Vision, Konzept und Pläne

2.2 Schlüsseltechnologien – notwendige technische Entwicklungen

2.3 Gescheitertes Projekt 2009 – Gründe

2.4 Aktueller Stand – Probleme, Fragen, Prototypen

3. Beurteilung des Projekts

3.1 Nachfrageländer – Entwicklungshilfe?

3.2 Anbieterländer – Neokolonialismus?

4. Fazit – Beantwortung der Leitfrage

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht kritisch das Megaprojekt „Desertec“ vor dem Hintergrund der Leitfrage, ob es sich dabei um eine Form der Entwicklungshilfe für Nordafrika handelt oder vielmehr neokolonialistische Strukturen bedient. Dabei wird analysiert, wie wirtschaftliche Interessen und machtpolitische Abhängigkeiten zwischen Europa und den nordafrikanischen Anrainerstaaten verwoben sind.

  • Vision, Konzept und technische Grundlagen von Desertec
  • Ursachen für das Scheitern des Projekts im Jahr 2009
  • Beurteilung potenzieller Entwicklungsimpulse durch Technologietransfer
  • Kritische Reflexion machtpolitischer und neokolonialer Aspekte
  • Verhältnis zwischen ökologischen Zielen und wirtschaftlichen Hegemonieansprüchen

Auszug aus dem Buch

3.2 Anbieterländer – Neokolonialismus?

Für eine Vielzahl von Menschen in Nordafrika wäre Desertec aufgrund der Entwicklungsmaßnahmen ein enormer Schritt in Richtung eines besseren Lebens. Doch die Frage bleibt, wie viel von dem ökonomischen Fortschritt in den wenig demokratisch regierten Staaten Nordafrikas bei dem ärmeren Teil der Bevölkerung ankommt.77 Würde die Spanne zwischen Arm und Reich noch größer werden, würden die Ziele der Entwicklungshilfsmaßnahmen verfehlt werden.

Die Organisatoren von Desertec sehen in der Entwicklungshilfe ausschließlich die wirtschaftlichen Aspekte im Land, die es zu verbessern gilt. Aus Sicht von Rogate Mshana ist eine Entwicklung nicht allein aus wirtschaftlichen Indikatoren ableitbar, weshalb er es vorzieht, die Entwicklung nach dem UNDP-Ansatz „HDI“ zu messen, da dort die drei Komponenten Lebenserwartung, Bildungsstufen und die Verfügbarkeit von Ressourcen für eine angemessene Lebensführung zusammengefasst werden.78 Diese einseitige Betrachtung ist ein Indiz für wirtschaftlichen Neokolonialismus durch Strukturanpassungsprogramme, welche von der westlichen Welt genutzt werden, um die Weltwirtschaft zu ihrem Vorteil zu gestalten. Dadurch werden nachweislich die schwächeren Länder und Regionen – wie bei Desertec Nordafrika – weiter in Armut und Verderben getrieben, was komplett gegen eine mögliche Entwicklungshilfe spricht.79

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Vision von Desertec ein, den europäischen Energiebedarf durch Solarstrom aus Nordafrika zu decken, und stellt die zentrale Leitfrage nach Neokolonialismus versus Entwicklungshilfe.

2. Desertec: Das Kapitel erläutert das Konzept der Solarthermie-Nutzung, die technischen Herausforderungen der Fernübertragung und analysiert die Gründe für das Scheitern der DII-Initiative im Jahr 2009 sowie den aktuellen Projektstatus.

3. Beurteilung des Projekts: Hier findet eine zweigeteilte Analyse statt: Einerseits werden Chancen für Nordafrika durch Infrastrukturausbau und Arbeitsplätze geprüft, andererseits wird der Verdacht auf neokolonialistische Strukturen und kulturelle Hegemonie durch externe Akteure diskutiert.

4. Fazit – Beantwortung der Leitfrage: Das Fazit stellt fest, dass Desertec zwar ein enormes Potenzial für die Energiewende bietet, die konkrete Umsetzung und die damit verbundenen Bedingungen jedoch stark neokolonialistische Züge aufweisen, was die Leitfrage in diese Richtung beantworten lässt.

Schlüsselwörter

Desertec, Neokolonialismus, Entwicklungshilfe, Nordafrika, Solarthermie, Energiewende, Grüne Transformation, wirtschaftliche Abhängigkeit, Hegemonie, MENA-Region, Klimaschutz, Stromversorgung, Technologietransfer, Kapitalismus, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Desertec-Projekt, welches durch Solarstromproduktion in Nordafrika zur Deckung des europäischen Energiebedarfs beitragen sollte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit technologischen Aspekten der Energieerzeugung, politischen Rahmenbedingungen in Nordafrika und der ethisch-ökonomischen Kritik an Großprojekten im globalen Süden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob Desertec als Form der Entwicklungshilfe für Nordafrika zu bewerten ist oder ob das Projekt neokolonialistische Tendenzen aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kritische Literatur- und Quellenanalyse angewandt, die auf Fachartikeln, Studien und Berichten basiert, um die Pro- und Kontra-Argumente gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Projektvorstellung, eine Analyse der Gründe für das Scheitern 2009 sowie eine differenzierte Beurteilung der Auswirkungen auf die Anrainerstaaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Projektnamen „Desertec“ sind die Begriffe Neokolonialismus, Entwicklungshilfe, Solarthermie und Energiewende entscheidend.

Warum wird Desertec mit dem Begriff des „Grünen Kapitalismus“ in Verbindung gebracht?

Der Autor argumentiert, dass ökologische Ziele unter dem Deckmantel des Umweltschutzes dazu genutzt werden, wirtschaftliche Machtstrukturen im globalen Süden zu festigen.

Welche Rolle spielen die Investoren und Institutionen wie die Weltbank?

Sie werden kritisch als Akteure betrachtet, die durch die Forderung nach Strukturanpassungsprogrammen eigene wirtschaftliche Interessen über die lokale Entwicklung stellen.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Desertec. Neokolonialismus oder Entwicklungshilfe für Nordafrika?
Note
14
Autor
Michael Mauß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
28
Katalognummer
V432966
ISBN (eBook)
9783668814981
ISBN (Buch)
9783668814998
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neokolonialismus Desertec Entwicklungshilfe Grüner Kapitalismus Kapitalismus Wüstenstrom kulturelle Hegemonie Solarthermie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Mauß (Autor:in), 2018, Desertec. Neokolonialismus oder Entwicklungshilfe für Nordafrika?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432966
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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