Ausgehend von der demographischen Entwicklung die in den nächsten Jahren auf uns zukommen wird, stellt sich die derzeitige Finanzierungsform der vorherrschenden Sozialsysteme, in nationaler als auch in internationaler Betrachtung in deren Tragfähigkeit in Frage. Während aber über finanzielle Knappheiten und motivationale Probleme, die mit dem Wohlfahrtsstaat einhergehen, seit seinem Entstehen gestritten wird, sind sich Kritiker und Protagonisten des Wohlfahrtsstaates darin einig, dass die Krise, in der sich der Sozialstaat befindet, diesmal weiter ausgreift.
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt beim Vergleich der Pensionssysteme der drei Länder Großbritannien, Schweden und Österreich. Es wird aufgezeigt, wie unterschiedlich die Sozialsysteme sind: Schweden mit seiner Universalität und ihren umfangreichen Leistungen für die Allgemeinheit, Großbritannien mit seinen Versicherungsleistungen die einen konservativen Wohlfahrtsstaat gleichen aber in der Höhe der Leistungen eher dem Liberalen Typ zugerechnet werden kann und Österreich mit seinem Umlageverfahren, dass Gesundheitsleistungen für alle Versicherten ermöglicht und Geldleistungen nach Beitragshöhe gewährt.
Welche Vor- und Nachteile können im vorherrschendem Sozialsystem identifiziert werden und können die daraus gewonnenen Erkenntnisse auch im internationalen Vergleich standhalten? Welche Maßnahmen können gesetzt werden, dass der österreichische Wohlfahrtsstaat auch zukünftig den Umfang der derzeitigen Leistungen erbringen kann?
Mittels Literaturrecherche werden verschiedene Studien und Werke definiert, welche darauffolgend nach hermeneutischer Methode bearbeitet werden. Die daraus abzuleitenden Erkenntnisse können Möglichkeiten für eine künftige Adaption des derzeitigen Systems abbilden.
Schlüsselbegriffe: Demographischer Wandel, Sozialsysteme, Volkswirtschaft, Wirtschaft
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsfragen
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.3 Methode
2 Begriffsdefinition
2.1 Der Wohlfahrtstaat
2.1.1 Der liberale Wohlfahrtsstaat
2.1.2 Der konservative Wohlfahrtsstaat
2.1.3 Der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat
2.2 Generationenvertrag
2.3 Bundeszuschuss
2.4 Umlageverfahren
2.5 Kapitaldeckungsverfahren
2.6 Gesundheitssysteme
2.6.1 Bismarck Modell
2.6.2 Beveridge Modell
2.6.3 Markt Modell
3 Die Vergangenheit des österr. Sozialsystem
4 Das österr. Sozialsystem im internationalen Vergleich
4.1 Das österreichische Sozialsystem
4.1.1 Das Gesundheitssystem
4.1.2 Arbeitslosigkeit
4.1.3 Das Pensionssystem
4.2 Das britische Sozialsystem
4.2.1 Geschichtliche Entwicklung
4.2.2 Das Gesundheitssystem
4.2.3 Arbeitslosigkeit
4.2.4 Pensionssystem
4.3 Das schwedische Sozialsystem
4.3.1 Geschichtliche Entwicklung
4.3.2 Gegenwärtige Struktur
4.3.3 Gesundheitssystem
4.3.4 Das Pensionssystem
4.3.5 Arbeitslosigkeit
5 Der Demographische Wandel
6 Strukturanpassungen und mögliches Einsparungspotential
7 Ein Weg der sich abzeichnet
8 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Tragfähigkeit der derzeitigen Finanzierungsmodelle von Sozialsystemen im Kontext des demographischen Wandels. Dabei wird analysiert, wie Österreich, Großbritannien und Schweden die Herausforderungen der Altersvorsorge bewältigen und welche Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Leistungsfähigkeit des österreichischen Sozialstaats beitragen können.
- Vergleich der Pensionssysteme in Österreich, Großbritannien und Schweden
- Analyse der demographischen Auswirkungen auf das Sozialsystem
- Identifikation von Einsparungspotentialen und Reformmöglichkeiten
- Untersuchung der Bedeutung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge
- Bewertung verschiedener Finanzierungsmodelle für die Zukunft
Auszug aus dem Buch
Die Vergangenheit des österr. Sozialsystem
Die Entwicklung des österreichischen Sozialsystems hat eine lange Geschichte und reicht bis zur Jahrtausendwende zurück. Die ersten Vorreiter der Altersvorsorge für die bäuerliche Bevölkerung war das Ausgedinge (Hofmarcher & Rack, 2006). Sie stellten eine vertragliche Vereinbarung dar, in dem der bisherige Eigentümer Herrschaft und Eigentum an dem landwirtschaftlichen Betrieb überträgt und sich zugleich zur Sicherung des Lebensunterhalt fort dauernde Leistungen aus dem Grundstück, eine Wohnung auf dem Hof, Dienstleistungen und laufende Geldleistungen zusichern lässt (Dennerlein, B., (2008) Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Altenteil, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/926/altenteil-v9.html.
Im städtischen Bereich mussten selbstständige Handwerker bis an ihr Lebensende ihre Tätigkeit ausführen oder in ein Armenhaus übersiedeln, da es eine vergleichbare Lösung wie dem Ausgedinge nicht bestand. Für die wohlhabenderen Handwerker gab es die Möglichkeit, sich in ein Bürgerspital einzukaufen (Wagner, 2002 zitiert in Hofmarcher & Rack, 2006). In weiterer Folge gab es auch die Möglichkeit in einen Zunftladen einzuzahlen. Aufgrund des Zusammenbruches zünftischer Organisationsformen entstanden Sparkassen und private Versicherungsvereine, sowie private Fürsorge- und Wohltätigkeitsvereine. Der Zweck des Sparkassenwesens war es, Rücklagen für Notzeiten aufzubauen (Sandgruber, 1978, S. 130f.).
Die Versorgungseinrichtungen der Bergarbeiter gelten als Genossenschaft des Bergrechts als älteste Form der Versorgungseinrichtungen. Aufgrund der solidarischen Beitragsleistung zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen wurde seitens des Gesetzgebers eine Risikogemeinschaft anerkannt. Der Gründungsgedanke war, anfallende Kosten für Krankenbehandlungen zu übernehmen und Kosten für Invalidität aber auch bei Todesfällen zu decken (Hofmarcher et al, 2006, S.16).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des demographischen Wandels und dessen Auswirkungen auf die Tragfähigkeit der Sozialsysteme, insbesondere in Österreich.
2 Begriffsdefinition: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Wohlfahrtsstaat, Generationenvertrag, Umlageverfahren und verschiedene Gesundheitssysteme definiert.
3 Die Vergangenheit des österr. Sozialsystem: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der sozialen Absicherung in Österreich von den Anfängen in der bäuerlichen Bevölkerung bis hin zu den ersten gesetzlichen Pensionsregelungen nach.
4 Das österr. Sozialsystem im internationalen Vergleich: Hier erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Sozialsysteme von Österreich, Großbritannien und Schweden unter Berücksichtigung von Gesundheit, Arbeitslosigkeit und Pensionen.
5 Der Demographische Wandel: Das Kapitel erläutert die demographische Entwicklung, die veränderte Altersstruktur und die damit verbundene Belastung für den Generationenvertrag.
6 Strukturanpassungen und mögliches Einsparungspotential: Es werden Reformmöglichkeiten zur Sicherung der Finanzierbarkeit des Pensionssystems diskutiert, wie etwa die Anpassung des Pensionsalters und die Einbeziehung der Beamten in das allgemeine System.
7 Ein Weg der sich abzeichnet: Dieses Kapitel zieht Schlussfolgerungen aus dem internationalen Vergleich und diskutiert notwendige Reformschritte für die Zukunft des österreichischen Sozialstaats.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und die Notwendigkeit zeitnaher politischer Reformen zur langfristigen Sicherung der Altersvorsorge betont.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Sozialsysteme, Österreich, Großbritannien, Schweden, Pensionssystem, Wohlfahrtsstaat, Umlageverfahren, Finanzierung, Altersvorsorge, Generationenvertrag, Gesundheitssystem, Reform, Arbeitsmarkt, Wirtschaftswachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Finanzierung von Sozialsystemen im Kontext des demographischen Wandels und vergleicht dabei die Modelle von Österreich, Großbritannien und Schweden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Pensionssysteme, die Gesundheitsversorgung, die Finanzierungsmodelle sowie die Auswirkungen der demographischen Alterung der Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Maßnahmen für eine künftige Adaption und langfristige Finanzierbarkeit des österreichischen Sozialsystems aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autor verwendet eine hermeneutische Methode basierend auf einer umfassenden Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken.
Was ist der Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, die aktuellen Strukturen der genannten Länder sowie die spezifischen finanziellen Herausforderungen für die Pensionssysteme.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie demographischer Wandel, Pensionssysteme, Wohlfahrtsstaat und Generationenvertrag charakterisieren.
Wie unterscheidet sich das schwedische System vom österreichischen?
Schweden nutzt einen längeren Durchrechnungszeitraum der gesamten Erwerbslaufzeit und kein fixiertes gesetzliches Pensionsalter, was Anreize für eine längere Erwerbstätigkeit schafft.
Welchen Einfluss hat die Flüchtlingsmigration auf die demographische Problematik?
Die Arbeit bewertet die Einwanderung aufgrund des Bevölkerungszuwachses und der Integration in den Arbeitsmarkt als grundsätzlich positiv für die langfristige Sicherung der Sozialsysteme.
Welche Rolle spielt die betriebliche Altersvorsorge im britischen Modell?
In Großbritannien hat die betriebliche Vorsorge einen sehr hohen Stellenwert, da die staatliche Grundrente ein eher niedriges Niveau aufweist und die Eigenverantwortung gestärkt wird.
Was ist der „Königsweg“ zur Anpassung des Pensionssystems?
Laut den zitierten Experten ist der Anstieg des gesetzlichen Ruhealters der entscheidende Schritt, um das Pensionssystem an die steigende Lebenserwartung anzupassen.
- Citation du texte
- Thomas Windhager (Auteur), 2018, Die Finanzierung des Sozialsystems. Der Weg aus der Vergangenheit in die Zukunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432968