YouTuber/YouTuberinnen sind aus dem Alltag vieler Jugendlicher kaum wegzudenken. Ihre Videos werden millionenfach angeklickt, sie professionalisieren und monetarisieren ihre Arbeit. Eine logische Schlussfolgerung ist es, YouTuber/YouTuberinnen auch in der Forschung als Medienfiguren anzusehen. Deshalb kann auch das Forschungsfeld um parasoziale Interaktion und Beziehung, das sich in der Vergangenheit mit verschiedenen Medienfiguren beschäftigt hat, nicht länger auf die Betrachtung der YouTuber/YouTuberinnen verzichten.
In dieser Arbeit wird mithilfe einer standardisierten Online-Befragung die parasoziale Beziehung zwischen YouTubern/YouTuberinnen und ihrem Publikum nachgewiesen. Außerdem wird die Intensität der parasozialen Beziehung hinsichtlich relevanter Merkmale der Zuschauer/Zuschauerinnen untersucht. Die Arbeit wird dazu einen Überblick über das Forschungsfeld geben und im empirischen Teil bestehende Forschungsergebnisse in Bezug zu YouTubern/YouTuberinnen als neue Medienfiguren setzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Abgrenzung des Forschungsthemas
1.2. Relevanz des Themas
1.3. Ziel der Bachelorarbeit
1.4. Forschungsfrage
2. Theoretische Grundlagen 1: Parasoziale Interaktion und Beziehung
2.1. Parasoziale Interaktion
2.2. Parasoziale Beziehung
2.3. Medienfiguren und „Personae“
2.4. Rezipienten/Rezipientinnen
2.5. Aktueller Forschungsstand
2.6. Weitere parasoziale Phänomene
3. Theoretische Grundlagen 2: YouTube und seine Nutzer/Nutzerinnen
3.1. Begriffsdefinition YouTuber/YouTuberin
3.2. Videoinhalte
3.3. Deutschsprachige YouTuber/YouTuberinnen
3.4. Zuschauer/Zuschauerinnen
4. Methodisches Vorgehen
4.1. Standardisierte Online-Befragung
4.2. Fragebogendesign
4.3. Feldzugang
5. Befundspräsentation
5.1. Stichprobenbeschreibung
5.2. Parasoziale Beziehung zu YouTubern/YouTuberinnen
5.3. Parasoziale Beziehung und Rezipientenmerkmale
5.4. Parasoziale Beziehung und Videogenre
6. Diskussion
6.1. Limitation der Studie
6.2. Feldzugang
6.3. Befragungsergebnisse
6.4. YouTube als Forschungsgegenstand
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die parasoziale Beziehung zwischen deutschsprachigen YouTubern und ihrem Publikum. Das primäre Ziel ist es, das Phänomen parasozialer Beziehungen auf die neue Medienfigur des YouTubers zu übertragen und die Intensität dieser Bindung mittels einer standardisierten Online-Befragung bei Jugendlichen zu analysieren.
- Parasoziale Interaktion und Beziehung im Kontext digitaler Medien
- Charakteristika von YouTube als Plattform und der YouTuber als Medienfiguren
- Empirische Analyse der Intensität parasozialer Beziehungen
- Einflussfaktoren wie Alter, Bildungsstand und Nutzungshäufigkeit
- Untersuchung verschiedener Videogenres und deren Wirkung auf die Bindungsintensität
Auszug aus dem Buch
1.1. Abgrenzung des Forschungsthemas
Die Aufmerksamkeit, die YouTuber/YouTuberinnen in Deutschland täglich von ihren Zuschauern entgegengebracht wird, scheint stetig zu wachsen und wird von diesen, da sie sich zu großen Teilen als Berühmtheiten oder Stars sehen, nicht selten kritisiert. So beschreibt der YouTuber Felix von der Laden, bekannt als Dner (Kanalname), die Situation wie folgt:
„Ich möchte kein Teeniestar sein der Fangirls hat, die ihn vergöttern [...]. Das bin ich nicht, das will ich nicht, dass kann ich nicht. Ich fühle mich nicht wohl in dieser Rolle [...]. Bitte vergöttert mich nicht, bitte behandelt mich nicht wie einen Teeniestar, wie ein Idol oder sonstiges. Ich bin nur ein ganz normaler Typ hier der Videos macht für euch [...] und ich möchte nicht auf ein hohes Ross gestellt werden [...]“ (Von der Laden 2015, Min. 18:05-18:50).
Auch YouTuber/YouTuberinnen, die deutlich weniger Abonnenten als Von der Laden (2,7 Mio Abonnenten auf YouTube, Stand: 12.07.2016) aufweisen, sehen sich mit dem Problem konfrontiert. Die YouTuberin kitthey (Kanalname), die von rund 530.000 Abonnenten/Abonnentinnen verfolgt wird (Stand: 12.07.2016), spricht das Thema in einem Video an:
„Wenn es eine Sache gibt, mit der ich echt nicht klar komme, dann ist es auf einen Thron gesetzt zu werden. [...] ich habe schon immer gesagt ich mag das nicht auf der Straße Fotos zu machen. Ich mag es nicht bewundert oder irgendeiner Art angehimmelt zu werden, als etwas Besonderes betrachtet zu werden, weil ich das meiner Meinung nach einfach bin. [...] In solchen Momenten fühle ich mich einfach unwohl, weil ich mir denke ‚Hey du, du der mir grade gegenüber steht bist genauso wie ich‘.“ (kitthey 2016, Min. 0:02-0:41).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, grenzt es von klassischen „Star-Beziehungen“ ab und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der parasozialen Bindung zu YouTubern.
2. Theoretische Grundlagen 1: Parasoziale Interaktion und Beziehung: Hier werden die wissenschaftlichen Kernkonzepte der parasozialen Interaktion und Beziehung sowie deren Anwendung auf Medienfiguren und Rezipienten erläutert.
3. Theoretische Grundlagen 2: YouTube und seine Nutzer/Nutzerinnen: Dieses Kapitel beleuchtet die Videoplattform YouTube, definiert den Begriff YouTuber und beschreibt die Struktur der Videoinhalte sowie die Zielgruppe der Zuschauer.
4. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt die Konzeption der Online-Befragung, das Design des Fragebogens und die methodische Herangehensweise an den Feldzugang.
5. Befundspräsentation: Hier werden die Ergebnisse der empirischen Studie vorgestellt, inklusive der Stichprobenbeschreibung und der statistischen Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
6. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, Limitationen der Studie aufgezeigt und YouTube als Forschungsgegenstand einer abschließenden Würdigung unterzogen.
7. Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert den weiteren Forschungsbedarf in einer sich wandelnden Medienlandschaft.
Schlüsselwörter
Parasoziale Interaktion, Parasoziale Beziehung, YouTube, YouTuber, Medienfiguren, Online-Befragung, Rezipienten, Videogenres, Medienpsychologie, Identifikation, Nutzerverhalten, Mediennutzung, Jugendliche, Kommunikation, Social Media
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen parasozialer Beziehungen zwischen Zuschauern und deutschsprachigen YouTubern, um zu verstehen, wie Jugendliche diese neuen Medienfiguren wahrnehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die parasoziale Interaktion (PSI) und Beziehung (PSB), die Charakteristika der Plattform YouTube sowie die Analyse von Rezipientenmerkmalen und Inhalten.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist der Nachweis der Existenz parasozialer Beziehungen auf YouTube und die Analyse der Intensität dieser Bindungen bei verschiedenen Zuschauer- und Inhaltsgruppen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin wählte eine standardisierte Online-Befragung, um quantitative Daten über das Nutzungsverhalten und die Einstellung zu YouTubern zu erheben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben den theoretischen Grundlagen zu PSI und YouTube enthält der Hauptteil die methodische Beschreibung, die Auswertung der Umfragedaten und eine kritische Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem parasoziale Beziehung, YouTube, YouTuber, Medienfiguren, Online-Befragung und Rezipientenverhalten.
Wie unterscheidet sich die parasoziale Beziehung zu YouTubern von der zu TV-Stars?
Die Arbeit zeigt, dass YouTube-Nutzer die Interaktion als "auf Augenhöhe" empfinden und YouTuber sich selbst oft explizit gegen eine "Star-Rolle" abgrenzen.
Welchen Einfluss hat das Videogenre auf die parasoziale Bindung?
Die Untersuchung ergab signifikante Unterschiede in der Intensität der Bindung je nach Genre, wobei beispielsweise das Genre "Beautyvideos" eine eigene Dynamik im Vergleich zu anderen Formaten aufweist.
- Arbeit zitieren
- Laura Heissenbüttel (Autor:in), 2016, "Ich bin nicht Eure Freundin". Parasoziale Interaktion und Beziehung auf YouTube, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433133