Autogenes Training. Ein kurzer allgemeiner Überblick


Hausarbeit, 2018
6 Seiten, Note: 2,5

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Inhaltsverzeichnis

1. Herkunft des Autogenen Trainings

2. Qualifikation der Lehrenden

3. Das autogene Prinzip wahren

4. Wirkungsweise der Methode und wie sie zur Gelassenheit führt

5. Anwendung

6. Das autogene Training in der Jugend- und Heimerziehung

7. Literaturverzeichnis

1 Herkunft des Autogenen Trainings

Das autogene Training wurde in der Zeit von 1908 bis 1912 von einem Berliner Nervenarzt (Johannes Heinrich Schultz) entwickelt. Zu Beginn des Jahrhunderts sind aus der Hypnose zwei bedeutende Verfahren entstanden: Die Psychoanalyse 1923 von Sigmund Freud im Jahr 1923 und eine Methode der Autosuggestion von Johannes H. Schultz die er, im Jahre 1928, mit der Bezeichnung ,,Autogenes Training“ vorstellte (Schneider-Wohlfahrt/Wack, 1994; S. 93). Der Grundbaustein des autogenen Trainings wurde bereits 1912 gelegt. Schultz hatte wichtige Erkenntnisse aus der Hypnose-Forschung für seine Arbeit nutzen können. Die Hypnoseforschung hatte gezeigt das Versuchspersonen in der Lage waren sich selbst in Hypnose zu versetzen. Aus dieser Forschung ging auch die Erkenntnis hervor, dass die in Hypnose und in der Autosuggestion auftretende Entspannung mit einem Schwergefühl einhergeht. Nach dieser Anschauung müsste die intensive Vorstellung zu einem angenehmen Schwere und Wärmegefühls und somit zur organismischen Umschaltung – hier wechselt das vegetativen Nervensystems von der Leistungsausrichtung zur einer Ausrichtung der Erholung und Entspannung – führen (Schneider-Wohlfahrt/Wack, 1994 S. 94).

Die globale Verbreitung des autogenen Trainings hat zu einer Reihe von Abwandlungen der Originalmethode geführt.

2 Qualifikation der Lehrenden

Die meisten Anleitungen über autogenes Training enthalten Hinweise, dass das autogene Training nur unter ärztlicher Unterstütztung gelernt werden sollte. Als Begründung ist die organischtische Umschaltung zu nehnen, denn hier kann es zu Kreislauf-Störung oder ähnlichem kommen.

Neben Psychologen sind heute auch nichtakademische Anleiter für Autogenes Training tätig. Zum Beispiel bitet der Kneipp-Bund Bad Wörishofen regelmäßig Seminare zur Ausbildung nichtakademischer Autogenes-Training-Gruppenleiter an (vgl. Schneider-Wohlfahrt/Wack, 1994 S. 99).

3 Das autogene Prinzip wahren

Es gibt immens viele Angebote die unter der Bezeichnung ,,Autogenes Training“ laufen. Das reicht von dem Vertrieb von besprochenen Mediaträgern bis hin zu begleiteten Phantasiereisen. Hier sollten Übungsleiter darauf achten, dass das autogene Prinzip gewahrt wird. Denn nur so kann das Autogene Training wirklich erlernt und unabhängig von der Gruppe bzw. dem Gruppenleiter eigenständig und erfolgreich praktiziert werden.

4 Wirkungsweise der Methode und wie sie zur Gelassenheit führt

Im Autogenen Training erfolgt Entspannung durch eigene gedachte Befehle. Autogenes Training ist mehr als nur Entspannung. Es fördert die Harmonisierung der vegetativen Gesamteinstellung, die vom Übenden als tiefe innere Ruhe und Versunkenheit erlebt wird. Dabei wechselt das vegetative Nervensystem von einer Ausrichtung auf Leistung in eine Erholung und Regeneration fördernde Ausrichtung (Schneider-Wohlfahrt/Wack, 1994; S. 93; Z. 5-7). Der Übende erreicht einen im Zustand autogener Versunkenheit ein ,,schrittweise wachsendes Selbstvertrauen“ (G. Iversen, 1972, S. 207). Es führt auf diese Weise zu einer Stärkung des Ich-Bewusstseins.

Autogene Training ist eine nicht sprachliche Methode. Im autogenen versunkenen Zustand können wir sehr frühe Bereiche der seelischen Entwicklung erreichen. Der Übende kann also die Gesamtheit von Körper und Geist in tiefer Gelassenheit und Entspannung direkt erfahren (Schneider-Wohlfahrt/Wack, 1994; S. 95). Es geht also um ein einüben des Urvertrauens (vgl. G. Krapf, 1985, S. 268).

Das autogene Training ist zu einem wichtigen Bestandteil der Psychotherapie geworden, mit Hilfe des autogenen Training können größere Steine aus dem Weg der seelischen Entwicklung und der persönlichen Entfaltung geräumt werden. Einem ,,gesunden“ Menschen kann diese Methode der Autosuggestion den Weg der persönlichen Entwicklung freihalten und mögliche Hindernisse sowie Alltagskonflikte bewältigen. Als ein die Regenerationskräfte aktivierendes Verfahren eignet sich diese Methode besonders gut zur Vorbeugung und wird schon lange in der Gesundheitsbildung angeboten (vgl. Schneider-Wohlfahrt/Wack, 1994; S. 95). Das autogene Training hat sich besonders hilfreich im Stressmanagement bewiesen. Ein kurzes Verweilen in einem autogenen Versenkungszustand kann zur einem deutlich spürbaren Erholungseffekt führen. Schon kurze autogene Pausen kann eine längere Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag erreicht werden. Übende des autogenen Trainings sind im Alltag ruhiger und gelassener. Durch diese Gelassenheit und Distanz zu belastenden Dingen und Ereignissen des Alltags können Nervosität, Versagensängste und Blackouts vorgebeugt werden. Sowie die Konzentrierte Vorstellung von Wärme und Schwere zu einer körperlichen Entspannung führt, so können auch Ziele in der Lebensgestaltung und der persönlichen Entwicklung erfolgreicher angestrebt werden.

So schlägt Dietrich Langen zum Beispiel bei Menschen mit Durchsetzungsschwierigkeiten die Formel vor: ,,Ich gehe meinen Weg mit Mut, Sicherheit und Selbstvertrauen“ (D.Langen, 1992, S. 68). Allerdings sollten solche formelhaften Vorsatzbildungen nicht wie eine Rezept aus einem Kochbuch übernommen werden, sondern eventuell mit Unterstützung eines Therapeuten erarbeitet werden.

5 Anwendung

Autogenes Training wird meistens in Gruppen gelehrt. Die Gruppenatmosphäre wirkt sich günstig auf das Erleben der Technik aus, und der einzelne fühlt sich in seinem Tun durch die Erfahrungen der anderen Gruppenmietglieder unterstützt. Entgegen der Grundidee und Ausdrücklicher Anweisung von Johannes H. Schultz (Wikipedia) werden diese Formeln von vielen Übungsleitern vorgesprochen, allerdings gelangt so der einzelne die organismische Umschaltung schneller, als diese ohne das Vorsprechen der Fall wäre. Es ist also vor allem am Anfang auf das möglichst selbständige Üben größten Wert zu legen. Es sollte in möglichst Abgedunkelten, nicht kalten aber auch nicht zu warmen und ruhigen Räumen praktiziert werden. Es soll also dafür gesorgt werden, dass aussenstehende Reize, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten, ausgeschlossen sind.

Die Übenden durchlaufen mehrere Teile des Autogenen Trainings, welche auf einander aufbauen. Es sind:

1. Die Schwereübung (Muskelentspannung)
2. Die Wärmeübung (Gefäßentspannung)
3. Die Herzübung
4. Die Atemübung
5. Die Bauchübung
6. Die Kopfübung

Hierbei sollte die Übungsgruppe die erste Übung etwa zwei Wochen trainieren. Diese sollte dreimal täglich mit folgender Übungsformel ,,Der rechte/linke Arm ist ganz schwer“ einige Minuten konzentriert durchgeführt werden. Sobald die erste Übung realisiert wird schließt sich die zweite Übung an. Es folgen dann die einzelnen Organübungen, diesen wird meist weniger Zeit zugewandt. Schließlich werden alle Übungen in einer Übungseinheit nacheinander durchgeführt. Einzelne Übungen können nach belieben zeitlich ausgedehnt werden.

Jede autogene Übung wird durch ein ,,Zurücknehmen“, in dem man das gedankliche Kommando: ,,Arme fest! Tief atmen! Augen auf!“ beendet (vgl. Schneider-Wohlfahrt/Wack, 1994, S. 97-98).

D. Langen (1992) entwickelte eine Form des autogenen Trainings, welche sich auf die Schwereübung und die Wärmeübung beschränkt. Hier muss aber gesagt werden das diese ,,vereinfachte“ Form die Wirkungsweise des Trainings in keiner weise schmälert.

Die Methode nach W. Dogs (1983) unterscheidet sich von der Originalmethode vor allem dadurch das hier von der ersten Sitzung an immer alle Übungen auf einmal durchgeführt werden.

6 Das autogene Training in der Jugend- und Heimerziehung

Im dritten Kapitel wurde deutlich, dass die persönliche Entwicklung durch das autogenen Trainings positiv beeinflusst wird und da dem Klientel oft Steine in den Weg der persönlichen Entwicklung gelegt werden, können, meiner Meinung nach, die autogenen Übungen in der Heimerziehung sinnvoll sein. Gerade nach Heimfahrwochenenden kommen viele Heimbewohner gestresst zurück, hier können auch autogene Übungseinheiten für die Stressbewältigung nützlich sein. Der Übende erreicht einen im Zustand autogener Versunkenheit ein ,,schrittweise wachsendes Selbstvertrauen“ (G. Iversen, 1972, S. 207), dies kann gerade bei jüngeren Heimbewohnern förderlich sein, da diese oftmals ein geringes Selbstvertrauen haben. Da das autogene Training zu einem gewissen Maß Gelassenheit führt, können durch diese Gelassenheit die Heimbewohner besser Ziele in ihrer Lebensgestaltung erfolgreicher finden und anstreben. Diese Methode fördert eine Harmonisierung der vegetativen Gesamteinstellung, wie im dritten Kapitel bereits erläutert, und da Kinder und Jugendliche im Heim aber auch in der offenen Jugendarbeit oftmals eine etwas negative Gesamteinstellung haben kann das autogene Training sich nur positiv auswirken.

Zusammenfassend kann gesagt werden das aus dieser Methode der Autosuggestion sich nur positives Gewinnen lässt.

Daher bin ich der Meinung, dass das autogene Training in der Heimerziehung durchaus seinen Platz finden sollte, wenn das nicht schon in einigen Einrichtungen der Fall ist.

Wenn in der Jugend- und Heimerziehung das autogene Training eingesetzt wird muss darauf geachtet werden das die Teilnahme an solchen Sitzungen auf freiwilliger Basis geschieht, sonst leidet die Wirkung des autogenen Trainings.

7 Literaturverzeichnis

Iversen, Gerd: Die Bedeutung des Autogenen Trainings zur Selbstfindung, in: PpmP Psychotherapie Psychosomatik medizinische Psychologie 23, 1973.

Krapf, Günther: Das autogene Grundprinzip das Autogenen Trainings, in: Praxis der Psychotherapie und Psychosomatik, 1985.

Schneider-Wohlfahrt/Wack: Entspannt sein Energie haben – achtzehn Methoden der Körpererfahrung. Beck'sche Reihe, München 1994. https://de.wikipedia.org/wiki/Autogenes_Training; Besucht am 24.05.2018

Link zum Video auf YouTube: https://youtu.be/HDqRKaj6Q4g

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Details

Titel
Autogenes Training. Ein kurzer allgemeiner Überblick
Note
2,5
Autor
Jahr
2018
Seiten
6
Katalognummer
V433141
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
autogenes, training, überblick
Arbeit zitieren
Wolfgang Braun (Autor), 2018, Autogenes Training. Ein kurzer allgemeiner Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433141

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