Zunächst gebe ich eine kleine Einführung in den Themenbereich Generationen. Es folgt ein Überblick zum Wandel von Familienfunktionen während der Zeit der Industrialisierung.
In dem Kapitel Intergenerationelle Beziehungen widme ich mich knapp der Familie heutzutage als Generationenkonstrukt und betrachte dann das Verhältnis von Großeltern und Enkeln aus beiden Perspektiven und unter vielerlei Gesichtspunkten. Auch auf die Rolle des demographischen Wandels und die Position der Eltern im Bezug auf Großeltern-Enkel- Beziehungen gehe ich anschließend ein.
Ziel meiner Arbeit ist es, ein grundsätzliches Verständnis für die historische Familienentwicklung zu vermitteln, aufzuzeigen, auf welche Arten und unter welchen Bedingungen Großeltern und Enkelkinder aufeinander Einfluss nehmen und so hoffentlich darzustellen, dass Großeltern eine überaus bedeutungsvolle Rolle für ihre Enkel einnehmen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Generationen
3 Funktionswandel der Familie
3.1 Die vorindustrielle Familie
3.2 Entdeckung der Kindheit
3.3 Entwicklung der Großeltern-Rolle
4 Intergenerationelle Beziehungen
4.1 Familiäre Generationenbeziehungen
4.2 Perspektive der Großeltern
4.2.1 Einflussfaktoren
4.2.2 Funktionen von Großeltern
4.2.3 Folgen gelebter Großelternschaft
4.2.4 Typologien
4.3 Perspektive der Enkel
4.3.1 Kontakt zu den Großeltern
4.3.2 Jugendzeit
4.3.3 Wahrnehmung der Großeltern
4.3.4 Hilfeleistungen
4.4 Demographischer Wandel
4.5 Die Rolle der Eltern für die Großeltern-Enkel-Beziehung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Großeltern für ihre Enkelkinder im familiären Kontext, um ein Verständnis für die historische Entwicklung und die gegenwärtigen Einflussfaktoren dieser Generationenbeziehung zu vermitteln und deren Relevanz aufzuzeigen.
- Historischer Wandel der Familie und der Großelternrolle
- Einflussfaktoren wie demographischer Wandel und räumliche Distanz
- Psychologische und soziale Funktionen der Großeltern
- Die Perspektiven von Großeltern und Enkeln auf ihre Beziehung
- Die vermittelnde Rolle der Eltern
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Typologien
Typologien sind eine verbreitete und beliebte Methode, um „Großelternschaft im Schnittpunkt von institutionellen Vorgaben und individueller Gestaltung zu charakterisieren“, beruhend auf „empirischen Generalisierungen und Einbezug von einer oder mehreren Beschreibungsdimensionen“.67
Zu den ältesten Typologien für Großeltern zählt die von Neugarten & Weinstein (1964):
• Formelle Großeltern (häufigster Typ) Stark an traditionellen Vorstellungen zur Großelternschaft orientiert; klare Abgrenzung zur Funktion der Eltern; zu den Enkeln keine ausgeprägte emotionale Beziehung
• Spaß und Vergnügen suchende Großeltern (zweithäufigster Typ) Autorität spielt keine Rolle; das gemeinsame Freizeitvergnügen steht im Vordergrund
• Distanzierte Großeltern Stehen dem Leben der Enkel fern; seltener Kontakt
• „Weise Ratgeber“ Hauptsächlich Großväter; geben mit patriarchalischer Haltung ihre Erfahrungen weiter, verstehen sich als Vermittler der Familiengeschichte
• „Ersatzeltern“ Hauptsächlich Großmütter; übernehmen die Betreuung und Erziehung der Enkelkinder68
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentation des Themas Großeltern-Enkel-Beziehung in der erziehungswissenschaftlichen Forschung und begründet die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Generationen: Dieses Kapitel erläutert den erziehungswissenschaftlichen Generationsbegriff unter Rückgriff auf Schleiermacher und Nohl sowie die Unterscheidung zwischen biologisch-genealogischen und historisch-genealogischen Ansätzen.
3 Funktionswandel der Familie: Es wird der Wandel der Familienfunktionen von der vorindustriellen Zeit über die Entdeckung der Kindheit bis hin zur modernen Entwicklung der Großeltern-Rolle analysiert.
4 Intergenerationelle Beziehungen: Dieses umfangreiche Kapitel untersucht das Spannungsfeld der Großeltern-Enkel-Beziehung aus beidseitiger Perspektive, unter Berücksichtigung von demographischen Veränderungen und der Mediatorenrolle der Eltern.
5 Fazit: Das Fazit bestätigt die Bedeutung von Großeltern als vielfältige Akteure im Familiengefüge und unterstreicht die Notwendigkeit, Großelternschaft als wertvolles, aber ungleich verteiltes Phänomen zu betrachten.
Schlüsselwörter
Großelternschaft, Enkelkinder, Generationenbeziehung, Funktionswandel der Familie, Familiäre Solidarität, Intergenerationeller Transfer, Demographischer Wandel, Erziehung, Kindheit, Sozialisation, Großelternrolle, Familienkonstellation, Generationen, Lebenswartung, Familienpsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Großeltern für ihre Enkelkinder im Kontext der heutigen Familiengestaltung und deren historischer Entwicklung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind der Funktionswandel der Familie, die Psychologie der Generationenbeziehungen, die verschiedenen Rollenbilder von Großeltern sowie der Einfluss des demographischen Wandels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die familiäre Entwicklung zu vermitteln und aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen Großeltern eine bedeutungsvolle Rolle für das Aufwachsen ihrer Enkel einnehmen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und die Analyse existierender soziologischer und erziehungswissenschaftlicher Studien zu Familienkonstellationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Generationen und Familie sowie eine detaillierte Betrachtung der wechselseitigen Beziehungen zwischen Großeltern und Enkeln aus verschiedenen Perspektiven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Großelternschaft, Generationenbeziehung, familiäre Solidarität, intergenerationeller Transfer und demographischer Wandel.
Was besagt die „intergenerational stake thesis“ im Text?
Diese These besagt, dass Großeltern ein stärkeres Interesse am Wohlergehen ihrer Enkel haben als die Enkelkinder an ihren Großeltern.
Welchen Einfluss haben Scheidung oder Trennung der Eltern auf die Großeltern-Enkel-Beziehung?
In Krisensituationen fungieren Großeltern häufig als finanzielle und emotionale Auffangstation und intensivieren in diesen Fällen oft den Kontakt zu ihren Enkelkindern.
- Arbeit zitieren
- Alexandra Schardt (Autor:in), 2016, Die Bedeutung von Großeltern für ihre Enkel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433150