Das biomedizinische Krankheitsbild und das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell

Eine Kritik hinsichtlich ihrer Bedeutung für die soziale Altenarbeit am Beispiel von Depression im Alter


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einblick in die soziale Altenarbeit

2. Definition Depression
2.1 Depression im Alter

3. Das biomedizinische Krankheitsbild und das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell und ihre Bedeutung für die soziale Altenarbeit
3.1 Das biomedizinische Krankheitbild
3.1.1 Das biomedizinische Krankheitsbild und Altersdepression
3.1.2 Kritik am Modell aus der Perspektive der sozialen Altenarbeit
3.2 Das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell
3.2.1 Das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell und Depression im Alter
3.2.2 Kritik am Modell aus Perspektive der sozialen Arbeit

4. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einblick in die soziale Altenarbeit

Ohne Zweifel stellt die soziale Altenarbeit einen stetig wachsenden Teilbereich der sozialen Arbeit dar, geschuldet unter anderem dem demographischen Wandel (vgl. Woog 2006, S. 15). Insbesondere die stationäre Altenarbeit, ausgeübt von Sozialarbeitern, bedarf einer stetigen Hinterfragung ihrer Umsetzung, denn die Menschen, die in den stationären Bereich eines Pflege- oder Altenwohnheims eintreten, werden immer älter während ihre Verweildauer im Schnitt nicht einmal zwei Jahre beträgt (vgl. Schweppe 2005, S. 340). Das und der „Anstalts- und Verwahrcharakter“ (Schweppe 2005, S. 340), neben eingeschränkten persönlichen Rechten, Bevormundung und anderen Bedingungen, die das Individuum in seiner Entfaltung einschränken, tragen zu einem suboptimalen Entwicklungsumfeld für das Individuum bei und können zur Verschlechterung des Allgemeinzustandes führen. Aber es scheint als läge der Fokus der Betreuung der Patienten zu oft rein auf der medizinischen Versorgung. „Der kranke Körper steht im Mittelpunkt, der durch die Einseitigkeit der Medizin als bloße Angelegenheit des Körpers und als Funktionsstörung betrachtet wird“ (Schweppe 2005, S. 340). Natürlich ist es schwierig für den einzelnen, sei es ein Arzt oder ein Pfleger oder auch Psychotherapeut, mehr als die oft essentiellen Notwendigkeiten an Bedürfnissen alter Menschen zu sehen und sie zu erfüllen. Die Aufrechterhaltung eines objektiv passablen Gesamtzustandes nimmt oft ihren ganzen Handlungsspielraum und verfügbare Zeit in Anspruch. Dies verdeutlichen auch die etwa 3% der Konsilanforderungen (hier: Anforderung von zusätzlicher Beratung durch einen Psychologen/Psychotherapeut bezüglich eines Falls) für stationär aufgenommene Patienten, der tatsächliche Bedarf läge bei rund 30% (vgl. Arolt et al. 2011, S. 402). Dasselbe Bild zeigt sich auch in den anderen Formen aus der Perspektive der Sozialarbeit. Auch alte Menschen, die nicht auf Pflege angewiesen oder Unterstützung in ihrem Alltag benötigen werden oft nur unter Fokus auf die rein körperlichen Gebrechen betrachtet und behandelt. Hierbei wird neben der sozialen auch die psychische Komponente oft gänzlich außer Acht gelassen. Dieses Behandlungsspektrum um eine soziale Ebene zu erweitern soll eine Aufgabe der sozialen Altenhilfe sein. Dies gilt auch für den Bereich der klinischen Sozialarbeit.

In der nachfolgenden Arbeit sollen zwei gängige Krankheitsmodelle des Gesundheitssystems vorgestellt und aus Perspektive der sozialen Arbeit bewertet werden. Dies geschieht am Beispiel einer Depression im Alter. Der Begriff Depression wird laut der WHO Definition verwendet und nicht weiter in die verschiedenen Unterkategorien aufgeschlüsselt.

Der Redundanz dieser Aussage zum Trotz: Diese Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die im Folgenden genannten Berufs- Gruppen- und/ oder Personenbezeichnungen schließen jeweils auch die weibliche Form mit ein. Um den Lesefluss zu verbessern wird von einer genderneutralen Ausdrucksweise abgesehen.

2. Definition Depression

Laut WHO ist eine Depression eine „weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann“ (WHO 2018). Sie kann in verschiedenen Schweregraden auftreten, länger andauern oder rezidivierend auftreten. Je nach Ausprägung und Beeinträchtigung des Individuums ist eine medikamentöse oder gesprächstherapeutische Behandlung angebracht. Schwere Formen der Depression können im Suizid des Betroffenen enden (vgl. WHO 2018).

2.1 Depression im Alter

„Keine Kunst ist’s Alt zu werden, Kunst ist’s es zu ertragen“

– J.W. v. Goethe

Für viele Menschen ist Alter eine Lebensspanne auf die sie hinarbeiten. Dort angekommen, realisieren sich jedoch nicht immer ihre Erwartungen von einem erfüllten und selbstbestimmten Lebensabend. Was kommt nach der Vollzeitbeschäftigung, nach dem Gefühl gebraucht zu werden? Nicht immer ist ein soziales Umfeld zum Auffangen vorhanden und die Tage erscheinen plötzlich lang und leer. Mannigfaltige Faktoren können das Entstehen einer Depression im Alter begünstigen: Soziale Isolation durch Wegfall des gewohnten Alltags, Altersarmut, Verlust von Angehörigen und Freunden durch Tod (Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit) körperliche Gebrechen bis hin zur starken körperlichen Eingeschränktheit und Pflegebedürftigkeit (und mangelnde Akzeptanz derselben) sind nur einige davon. Auch Komorbidität (mit anderen psychischen, im Alter auch oft somatischen Erkrankungen) ist hier ein großes Stichwort. So begünstigt beispielsweise das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit das Auftreten einer Depression und umgekehrt (Albus, 2011). Neben Demenz ist Depression die häufigste psychische Erkrankung im Alter. Bei etwa 23% der über 70jährigen liegen psychische Erkrankungen vor, davon seien mindestens 40% behandlungsbedürftig. Auch „steigt die Suizidrate mit zunehmendem Alter deutlich an“ (Haupt, Vollmar 2008, S. 519).

Die nachfolgende Grafik (Abb.1) vom statistischen Bundesamt zeigt die Anteile der stationären Krankenhausaufenthalte verschiedener Altersgruppen in Deutschland im Jahr 2000 und 2015.

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das biomedizinische Krankheitsbild und das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell
Untertitel
Eine Kritik hinsichtlich ihrer Bedeutung für die soziale Altenarbeit am Beispiel von Depression im Alter
Hochschule
Hochschule München  (FK 11 Soziales)
Veranstaltung
Grundlagen Gesundheitswissenschaften
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V433192
ISBN (eBook)
9783668754843
ISBN (Buch)
9783668754850
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bio-psycho-soziales Modell Depression Soziale Arbeit
Arbeit zitieren
Katharina Kreutzer (Autor), 2017, Das biomedizinische Krankheitsbild und das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433192

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