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Die Jugend aus entwicklungspsychologischer Sicht von Lev Wygotski und Erik H. Erikson

Title: Die Jugend aus entwicklungspsychologischer Sicht von Lev Wygotski und Erik H. Erikson

Seminar Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tina Trabold (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.
Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
Sokrates, gr. Philosoph, 470 – 399 v. Chr

„Die Jugend von heute“, stöhnen die Erwachsenen „sind laut, sind läppisch und immer gegen alles! Alles was wichtig ist, interessiert sie nicht.“ Diese Vorwürfe haben sich sicher alle Jugendgenerationen einmal anhören müssen, und durch die Jahre hinweg hat sich am Verhalten der Jugendlichen und an ihrer Wirkung auf die Umwelt nichts grundlegendes geändert. Sogar Sokrates bemängelte das Verhalten der Jugendlichen lange vor Christi Geburt. Es scheint also eine Tatsache zu sein, die jeden Jugendlichen, egal in welcher Kultur und in welchem Jahrzehnt, einmal betrifft. Einziger Unterschied könnte in der Ausprägung und in dem Inhalt der Diskussion mit den Eltern sein. Woher rührt dieses Erscheinen der Jugendlichen? Absicht? Trotz? Rebellion? Gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für das Wesen der Jugendlichen?

Der soziokulturelle Ansatz der Entwicklungspsychologie beschäftigt sich unter anderem auch mit dem Jugendalter und versucht die Entwicklung des Jugendlichen zu erklären.

Unterschiedliche Theoretiker haben unterschiedliche Herangehensweisen und Theorieinhalte. In dieser Arbeit werden die Ansichten von Lew Wygotski und Erik H. Erikson dargestellt. Zuerst werden beide Wissenschaftler mit ihren Ansätze kurz vorgestellt und verortet, bevor näher auf die Besonderheit des Jugendalters eingegangen wird. Hier wird jedoch der Schwerpunkt auf Interessensausbildung (Wygotski) und Identität (Erikson) gelegt, da beide Theorien in ihrer Ganzheit zu umfassend für die vorliegende Arbeit wären. Am Ende wird versucht die Unterschiede oder auch Gemeinsamkeiten der Theorien festzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lew Wygotski

2.1 Biographischer Abriss

2.2 Überblick über die Theorie

3. Erik Homburger Erikson

3.1 Biographischer Abriss

3.2 Überblick über die Theorie

4. Das Jugendalter

4.1 Interessensausbildung (nach Lew Wygotski)

4.2 Identität (nach Erik H. Erikson)

4.3 Beide Theorien im Vergleich

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Entwicklung im Jugendalter aus der entwicklungspsychologischen Perspektive von Lew Wygotski und Erik H. Erikson zu beleuchten und zentrale Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten ihrer Ansätze herauszuarbeiten.

  • Soziokultureller Ansatz der Entwicklungspsychologie
  • Interessensausbildung als Schlüssel der psychischen Entwicklung bei Wygotski
  • Identitätsbildung und psychosoziale Krise bei Erikson
  • Vergleichende Analyse der beiden Theorien hinsichtlich Jugendalter und Pädagogik
  • Bedeutung der Umweltfaktoren für den Reifungsprozess

Auszug aus dem Buch

4.1 Interessensausbildung (nach Lew Wygotski)

Für Wygotski liegt der Schlüssel zur psychischen Entwicklung in der Interessensausbildung. Interessen sind die ganzheitlichen Tendenzen, welche die Struktur der Gerichtetheit unserer Reaktionen bestimmen (vgl. WYGOTSKI, 1987, S.318). Die Ausbildung der Interessen bildet die Grundlage für die gesamte kulturelle und psychische Entwicklung des Jugendlichen. Wygotski bestätigt die These von Lewin, „dass die Interessen nicht ohne Bezug zum Entwicklungsprozess zu verstehen sind, und dass die Begriffe Wachstum, Krise und Reifung die Grundbegriffe für die Aufklärung dieser Problematik sind.“ (WYGOTSKI, 1987, S.327). Das Interesse wird in einer höheren Ebene zu einem bewussten Streben, das nicht mehr vergleichbar ist mit einem Trieb, der zu instinktivem Impulshandeln führt (vgl. WIGOTSKY, 1987, S.327).

Der Jugendliche erlebt tiefgreifende Änderungen seines Inneren. Die Interessensausbildung ist eine eigene Entwicklungslinie, die nichts mit der Entwicklung des Verhaltens zu tun hat. Auf schon bestehende Verhaltensmechanismen werden neue aufgebaut. Bei der Ausbildung der Interessen hingegen entstehen grundlegend neue. Diese Interessen sind der Antrieb, sich „zu verhalten“. Hierauf ist auch z.B. ein typischer Leistungsabfall in der Schule zurückzuführen. Der Jugendliche beherrscht bestehende Fertigkeiten, vor allem im schöpferischen Bereich schlechter. Wenn die Fertigkeit Grundlage eines neuen Interesses ist, wird der Jugendliche die Fertigkeit verändern und verbessern. Das Verhalten und die Interessen gehen in dieser Phase stark auseinander. Aus dem Wechselverhältnis kann man die Besonderheit der Entwicklung ableiten. In dieser Entwicklungsphase wird auch deutlich, dass die biologischen Bedürfnisse und die Interessen in Beziehung stehen, denn die vitalen Triebe sind Voraussetzung für den Interessenswandel beim Jugendlichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Jugendalters ein und verdeutlicht durch historische Zitate, dass die Wahrnehmung von Jugendlichen als rebellisch oder „problematisch“ ein zeitloses Phänomen darstellt.

2. Lew Wygotski: Dieses Kapitel gibt einen Abriss über das Leben Wygotskis und stellt die Grundlagen seiner kontextualistischen Theorie sowie die Bedeutung der sozialen Umwelt für die kognitive Entwicklung dar.

3. Erik Homburger Erikson: Es wird das Leben Eriksons skizziert und sein psychosoziales Stufenmodell erläutert, wobei ein besonderer Fokus auf das Konzept der Identitätsbildung im Lebenszyklus gelegt wird.

4. Das Jugendalter: Der Hauptteil analysiert spezifisch Wygotskis Fokus auf die Interessensausbildung und Eriksons Theorie der Identitätsfindung, gefolgt von einer vergleichenden Gegenüberstellung beider Ansätze.

5. Schlussbemerkung: Hier werden die Ergebnisse resümiert und die Relevanz der Erkenntnisse für die moderne Pädagogik sowie die erzieherische Praxis reflektiert.

Schlüsselwörter

Entwicklungspsychologie, Jugendalter, Lew Wygotski, Erik H. Erikson, Interessensausbildung, Identitätsbildung, Identitätsdiffusion, psychosoziales Moratorium, soziokultureller Ansatz, Pubertät, Persönlichkeitsentwicklung, Pädagogik, Kontextualismus, Reifung, psychosoziale Krisen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Jugendalter aus der entwicklungspsychologischen Perspektive der beiden Theoretiker Lew Wygotski und Erik H. Erikson.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Interessensausbildung nach Wygotski und die Identitätsbildung nach Erikson als entscheidende Prozesse der Reifung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Konzepte beider Autoren darzustellen und durch einen direkten Vergleich deren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in Bezug auf das Jugendalter aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf einer fundierten Analyse der Schriften von Wygotski und Erikson sowie einschlägiger entwicklungspsychologischer Fachliteratur basiert.

Was ist der Inhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorien inklusive biographischer Abrisse sowie die detaillierte Analyse der Interessensausbildung und Identitätsbildung im Jugendalter.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Identitätsbildung, Interessensausbildung, psychosoziale Entwicklung, Jugendalter und den soziokulturellen Ansatz gekennzeichnet.

Wie bewerten die Autoren das Phänomen einer „negativen Phase“ bei Jugendlichen?

Beide Autoren betrachten kritische oder „negative“ Phasen als normativen Teil der Entwicklung, der bei erfolgreicher Bewältigung keine Pathologie darstellt, sondern für das Wachstum essenziell ist.

Was unterscheidet den Begriff „Identitätsdiffusion“ vom „psychosozialen Moratorium“ bei Erikson?

Die Identitätsdiffusion bezeichnet den krisenhaften Zustand der Unfähigkeit, Identität zu finden, während das Moratorium einen von der Gesellschaft gewährten Zeitraum darstellt, in dem Jugendliche verschiedene Wege erproben können.

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Details

Title
Die Jugend aus entwicklungspsychologischer Sicht von Lev Wygotski und Erik H. Erikson
College
University of Tubingen
Course
Seminar: Grundlagen der päd. Psychologie. Der soziokulturelle Ansatz in der Entwicklungspsychologie
Grade
1,7
Author
Tina Trabold (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V43319
ISBN (eBook)
9783638411448
Language
German
Tags
Jugend Sicht Wygotski Erik Erikson Seminar Grundlagen Psychologie Ansatz Entwicklungspsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Trabold (Author), 2004, Die Jugend aus entwicklungspsychologischer Sicht von Lev Wygotski und Erik H. Erikson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43319
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