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Zimbabwe. Von der Kolonisation zur politisch-konstitutionellen Dekolonisation durch das Lancaster House Abkommen 1979

Title: Zimbabwe. Von der Kolonisation zur politisch-konstitutionellen Dekolonisation durch das Lancaster House Abkommen 1979

Term Paper (Advanced seminar) , 1998 , 73 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Coskun Tözen (Author)

History - Africa
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Diese Hausarbeit behandelt den Dekolonisationsprozess in der ehemaligen britischen Kolonie Südrhodesien, das nach einem langjährigen Guerillakrieg am 18. April 1980 als Zimbabwe die legale Unabhängigkeit erlangt hat. Nach einer Reihe gescheiterter regionaler und internationaler Verhandlungsbemühungen, führten die Lancaster House Verhandlungen vom 10. September - 21. Dezember 1979 schließlich zur erfolgreichen politisch-konstitutionellen Dekolonisation auf der Basis einer Unabhängigkeitsverfassung.
Diese Arbeit hat das Ziel, die Konfliktlinien und den Verlauf des Konfliktprozesses herauszuarbeiten und aufzuzeigen, aus welchen Gründen erst die Lancaster House Verhandlungen zu einer Verhandlungslösung führten. Dabei ist es notwendig, nicht nur die historische Entwicklung und den Konfliktverlauf im ehemaligen Südrhodesien zu betrachten, sondern auch die regionalen und internationalen Interdependenzen und Entwicklungen zu berücksichtigen, ohne die der zimbabwesche Konflikt nicht erfassbar ist.
Die Arbeit ist in vier Kapitel gegliedert. Das erste Kapitel behandelt die vorkoloniale Phase Zimbabwes, die Gesellschaftsformation der shona-sprechenden Gruppen und die Hauptentwicklungen im 19. Jahrhundert. Im nächsten Kapitel wird auf die koloniale Transformation der gesellschaftlichen Verhältnisse eingegangen, die mit der Okkupation des heutigen Zimbabwe durch die von Cecil Rhodes gegründete Aktiengesellschaft BSAC (British South Africa Company) einherging.
Das dritte Kapitel stellt den Verlauf und die schwierige Durchsetzbarkeit der internationalen Sanktionen dar, die als Reaktion auf die vom Smith-Regime erklärte einseitige und völkerrechtswidrige Unabhängigkeit Südrhodesiens erlassen wurden. Ferner wird die Umsetzung und die zahlreichen Umgehungen der UN-Sanktionsbeschlüsse am Beispiel der BRD verdeutlicht. Das vierte Kapitel konzentriert sich weitgehend auf die Verhandlungen im Lancaster House, die durch einen intensivierten Guerillakrieg und nach den Erfahrungswerten vorangegangener Verhandlungsbemühungen letztlich erfolgreich abgeschlossen wurden. Die Untersuchung der Verhandlungspositionen und -strategien der jeweiligen Konfliktparteien erfolgt mit Hilfe des Konfliktlösungssystems von M. Tamarkin, der Analyse des Konfliktes durch S.J. Stedman und der umfangreichen Dokumentensammlung G. Baumhöggers für die Jahre 1975 bis 1980.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die vorkoloniale Zeit

1.1 Basis- und Rohdaten

1.2 Auszüge aus der vorkolonialen Geschichte

1.3 Das 19. Jahrhundert

1.4 Zur Gesellschaftsformation und zum Weltbild der 'Shona'

2. Die koloniale Okkupation des Mashona- und Matabelelandes

2.1 Der Erste Chimurenga

2.2 Zu den konstitutionellen Rahmenbedingungen der Kolonie Südrhodesien

2.3 Landraub und die Entwicklung der Siedlerökonomie

2.4 Die konstitutionelle Entwicklung bis zur UDI 1965

3. Die Formation der afrikanischen-nationalistischen Bewegungen ZAPU und ZANU und der Beginn des Zweiten Chimurenga

3.1 Die UN-Sanktionen parallel zum Befreiungskrieg. Ihr Verlauf und mangelnde Durchsetzung

3.2 Das Fallbeispiel BRD

4. Das Lancaster House Abkommen als Resultat des Guerillakrieges und der Verhandlungsbemühungen seit der UDI

4.1 Die Verhandlungspositionen der Konfliktparteien

4.2 Auswirkungen des Jahres 1979 auf die einzelnen Verhandlungspositionen

4.3 Die britische Verhandlungsstrategie und Verhandlungsbereiche

4.4 Die Ergebnisse der Lancaster House Verhandlungen

5. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Dekolonisationsprozess in der ehemaligen britischen Kolonie Südrhodesien, der nach langjährigem Guerillakrieg in die Unabhängigkeit Zimbabwes 1980 mündete. Zentrales Ziel ist es, die Konfliktlinien und die Gründe zu identifizieren, die das Lancaster House Abkommen 1979 als erfolgreiche Verhandlungslösung ermöglichten.

  • Vorkoloniale Gesellschaftsstrukturen und Landnutzung
  • Koloniale Herrschaft, Landraub und siedlerkoloniale Ökonomie
  • Befreiungskämpfe (Chimurenga) und die Rolle nationalistischer Bewegungen
  • Internationale Sanktionspolitik und deren Umgehung
  • Politisch-konstitutionelle Verhandlungsprozesse und Strategien

Auszug aus dem Buch

1.4 Zur Gesellschaftsformation und zum Weltbild der 'Shona'

Die grundlegende gesellschaftliche Einheit bei den Shona war der großfamiliäre Haushalt (Imba), zu dem auch andere Verwandte aus der selben Lineage, aber auch Personen alliierter Lineages zählen konnten.

Die nächsthöheren Integrationseinheiten waren das Dorf (Musha), der Bezirk (Dunhu) und das Territorium (Nyika). Diese Einteilung trifft als Struktur bei größeren Herrschaftsbereichen zu und ist nach Fiedler-Conradi als idealtypisch anzusehen. So konnten beispielsweise nur zwei Dörfer als Nyika gelten und es gab im 19. Jahrhundert ebenfalls viele unabhängige Dörfer ohne höhere Instanz.

In der patrilinearen Gesellschaft der Shona waren es letztlich die Männer, die über Produktion und Verteilung der Produkte entschieden. Die Kompetenzen verschoben sich je nach Integrationseinheit: in der Familie das Familienoberhaupt, auf der Dorfebene der Samusha usw.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die vorkoloniale Zeit: Dieses Kapitel beschreibt die vorkoloniale Phase Zimbabwes, die Gesellschaftsformation der Shona-Gruppen und die zentralen Entwicklungen im 19. Jahrhundert.

2. Die koloniale Okkupation des Mashona- und Matabelelandes: Hier wird die koloniale Transformation durch die British South Africa Company (BSAC) und die Etablierung eines siedlerkolonialen Staates unter Nutzung von Unterdrückungstechniken dargestellt.

3. Die Formation der afrikanischen-nationalistischen Bewegungen ZAPU und ZANU und der Beginn des Zweiten Chimurenga: Dieses Kapitel thematisiert den Widerstand gegen das Smith-Regime, die Sanktionspolitik sowie die Entstehung und Fragmentierung der nationalistischen Bewegungen.

4. Das Lancaster House Abkommen als Resultat des Guerillakrieges und der Verhandlungsbemühungen seit der UDI: Der Fokus liegt auf den Verhandlungsstrategien und den diplomatischen Prozessen, die letztlich zum Lancaster House Abkommen und zur Unabhängigkeit führten.

5. Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des Konfliktsystems und der Ergebnisse des Machttransfers im Kontext der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Zimbabwe, Südrhodesien, Lancaster House Abkommen, Dekolonisation, ZAPU, ZANU, Guerillakrieg, Siedlerkolonie, Landfrage, Internationale Sanktionen, Smith-Regime, Britische Kolonialpolitik, Befreiungskampf, Chimurenga, Gesellschaftsformation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Dekolonisationsprozess der ehemaligen britischen Kolonie Südrhodesien und den Weg zur Unabhängigkeit als Zimbabwe im Jahr 1980.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den vorkolonialen Strukturen, der siedlerkolonialen Landnahme, der Entwicklung nationalistischer Widerstandsbewegungen sowie den internationalen Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Konfliktlinien und die entscheidenden Faktoren herauszuarbeiten, die nach gescheiterten Versuchen erst durch das Lancaster House Abkommen zu einer friedlichen politischen Lösung führten.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Der Autor nutzt Ansätze aus der Dekolonisationstheorie und verwendet das Konfliktsystem-Modell von M. Tamarkin sowie Analysen von S.J. Stedman, um die Verhandlungsstrategien der beteiligten Parteien zu untersuchen.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die vorkoloniale Historie, die koloniale Transformation, den bewaffneten Befreiungskampf gegen das Smith-Regime, die Wirkung internationaler Sanktionen und die detaillierte Analyse der diplomatischen Verhandlungen ab 1979.

Was charakterisiert die Arbeit?

Sie zeichnet sich durch die Verknüpfung historischer, politischer und sozio-ökonomischer Perspektiven aus, um sowohl lokale Machtkonstellationen als auch internationale Interdependenzen zu erfassen.

Warum war das Land für die Shona von so großer Bedeutung?

Land war nicht nur wirtschaftliche Basis, sondern ein heiliger Ort, der die Verbindung zwischen den Lebenden und ihren Ahnen darstellte, weshalb die Vertreibung von Land eine tiefgreifende Zerstörung sozialer und religiöser Identität bedeutete.

Welche Rolle spielte die BRD bei den internationalen Sanktionen?

Die Arbeit zeigt am Fallbeispiel der BRD auf, wie deutsche Wirtschaftsinteressen und die öffentliche Meinung in Teilen die offiziell unterstützte Sanktionspolitik unterliefen.

Was bewirkte die Fragmentierung der nationalistischen Bewegungen?

Die Spaltung in ZAPU und ZANU führte zu Rivalitäten, die das Smith-Regime strategisch nutzen konnte, um die Befreiungsbewegungen durch Gegenspieler zu schwächen und die nationale Legitimation des Widerstands in Frage zu stellen.

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Details

Title
Zimbabwe. Von der Kolonisation zur politisch-konstitutionellen Dekolonisation durch das Lancaster House Abkommen 1979
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Course
Dekolonisation und Siedlergesellschaft in Kenia und Zimbabwe
Grade
sehr gut
Author
Coskun Tözen (Author)
Publication Year
1998
Pages
73
Catalog Number
V43340
ISBN (eBook)
9783638411622
ISBN (Book)
9783638684606
Language
German
Tags
Zimbabwe Kolonisation Dekolonisation Lancaster House Abkommen Dekolonisation Siedlergesellschaft Kenia Zimbabwe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Coskun Tözen (Author), 1998, Zimbabwe. Von der Kolonisation zur politisch-konstitutionellen Dekolonisation durch das Lancaster House Abkommen 1979, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43340
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