Aus dem Interesse der wissenschaftlichen Selbstreflexion wird in dieser Ausarbeitung die »Post-/Moderne«, was Kunst und Wissenschaft von der jeweils „Vorherigen“ differenziert und welchen Bedeutungen und Bedingungen das Kunstschaffen obliegt, betrachtet. Der Gegenstand der Analyse wird dabei auf die Positionen zwei bekannter US-amerikanischer Kunstkritiker des zwanzigsten Jahrhunderts, Clement Greenberg (1909-1994) und Rosalind Krauss (1941–), sowie den französischen Philosophen Jean François Lyotard (1924-1998) begrenzt.
Zusammengenommen spiegeln sie Generationen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Weltkriege und ihre Folgen erlebten sowie eine zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Kunst und Wissenschaften „internationalisierte und interdisziplinär agierende“ Welt. Die Gegenüberstellung ihrer Textfragmente erfolgt in Bezug auf ihre Verständnisse der »Post-/Moderne« als Zeit sowie dem Kunstschaffen und damit verbundenen Konzepten der Ästhetik.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ästhetische Perspektiven des 20. Jahrhunderts
2.1 Clement Greenberg: Selbstkritik zur Selbstdefinition
2.2 Jean-François Lyotard: Experimentieren mit Wirklichkeiten
2.3 Rosalind Krauss: Abwesenheit von Wirklichkeit, Offenlegung institutioneller Verhältnisse
3 Zeitformen der/des Post-/Moderne/n
4 Post-/Moderne Ästhetische Strategien und Objekte
5 Fazit
6 Quellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Verständnis der Konzepte von "Moderne" und "Postmoderne" im Kontext des 20. Jahrhunderts durch eine vergleichende Analyse der theoretischen Positionen von Clement Greenberg, Jean-François Lyotard und Rosalind Krauss, um deren ästhetische Programme und ihre Auffassung vom Kunstschaffen kritisch gegenüberzustellen.
- Kritische Analyse der theoretischen Positionen zu Post-/Moderne
- Untersuchung von Kunst als Prozess der Selbstdefinition bei Greenberg
- Diskurs über Wirklichkeitseffekte und das Erhabene bei Lyotard
- Institutionskritik und die Rolle des Rahmens bei Krauss
- Vergleich von ästhetischen Strategien und deren historischer Einbettung
Auszug aus dem Buch
Clement Greenberg: Selbstkritik zur Selbstdefinition
Clement Greenbergs Ausführungen zur Modernistischen Malerei werden 1960 erstmalig als Rundfunkbeitrag gesendet. Als Kunstkritiker fokussiert Greenberg die formal-ästhetischen Bedingungen einer modernistischen Malerei, die in ihrer Flächigkeit als medial selbstreflexives Moment kulminieren. Das Ziel des greenbergschen Rundfunkbeitrags scheint die Vermittlung neuer formaler Regeln der (Bildenden) Kunst, ihrer Nähe zur Wissenschaft sowie ihres neuen selbstkritischen und damit modernistischen Charakters.
Greenberg geht von einem »Modernismus«-Begriff aus, der sich nicht mehr nur auf einzelne Künste sondern eine vorhandene Kultur bezieht, die neu, wahrhaftig und lebendig ist. In dieser Konnotation als Kultur, Form oder Stil betrachtet Greenberg den »Modernismus« als bewusste Weiterentwicklung, die zum Teil Traditionen auflöst, aber nicht mit der Vergangenheit bricht. Anhand der Kunst der Alten Meister, Impressionisten und Kubisten erläutert er die Auf- und Ablösungen von Darstellungsformen, ohne der modernistischen Kunst bzw. dem »Modernismus« dadurch eine zeitliche oder epochale Bedeutung beizumessen. Stattdessen definiert Greenberg seinen »Modernismus«-Begriff durch eine Methode; die kantsche Selbstkritik. Die Selbstkritik entlehnt sich damit historisch der Aufklärung und ihrer (externen) Kritik und agiert in Abgrenzung zu dieser innerhalb der eigenen disziplinären Regeln und Grenzen zur Selbststärkung. Diese innere Kritik parallelisiert Greenberg auch mit modernen wissenschaftlichen Methoden, an die sich die »modernistische Kunst« annähere.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Begriffs Post-/Moderne ein und umreißt die Zielsetzung, die Positionen von Greenberg, Lyotard und Krauss zu vergleichen.
2 Ästhetische Perspektiven des 20. Jahrhunderts: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen kunsttheoretischen Ansätze von Greenberg, Lyotard und Krauss im Hinblick auf deren Definition von Modernismus und Postmoderne.
3 Zeitformen der/des Post-/Moderne/n: Hier werden die unterschiedlichen Konzepte von Zeit, Geschichte und Epochenbildung in den Theorien der drei Autoren diskutiert.
4 Post-/Moderne Ästhetische Strategien und Objekte: Das Kapitel vergleicht die praktischen Auswirkungen der Theorien auf das Kunstschaffen, insbesondere im Hinblick auf Autonomie, Materialität und die Rolle des Publikums.
5 Fazit: Das Fazit resümiert die Gegenüberstellung und betont die gemeinsame Bedeutung von Kants Kritik und Ästhetik als Fundament für die diskutierten Strategien.
6 Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Primärquellen.
Schlüsselwörter
Postmoderne, Moderne, Clement Greenberg, Jean-François Lyotard, Rosalind Krauss, Ästhetik, Kunstkritik, Selbstkritik, Kant, Erhabenes, Institutionen, Dekonstruktion, Kunsttheorie, Wirklichkeit, Autonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die ästhetischen Programme von Clement Greenberg, Jean-François Lyotard und Rosalind Krauss, um deren Verständnis von Moderne und Postmoderne zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Moderne, die Rolle der Kunstkritik, die Bedeutung von Kants Ästhetik und die Frage, wie Kunst sich zu Wirklichkeit und Institutionen verhält.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Gegenüberstellung der drei Theorien, um Parallelen, Unterschiede und Entwicklungen in den ästhetischen Strategien des 20. Jahrhunderts aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Textanalyse, bei der die theoretischen Konzepte in ihrem historischen Kontext diskutiert und in einen direkten Vergleich zueinander gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Positionen der einzelnen Theoretiker dargelegt, gefolgt von einer Untersuchung der Zeitkonzepte und einer vergleichenden Analyse ästhetischer Strategien und Kunstobjekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Moderne, Postmoderne, Kunstkritik, Ästhetik, Selbstkritik und Institutionskritik beschreiben.
Welche Rolle spielt Kant in den behandelten Theorien?
Kant dient bei allen drei Autoren als grundlegender Referenzpunkt, insbesondere durch seinen Begriff der Selbstkritik und die Ästhetik des Erhabenen.
Wie unterscheidet sich Greenbergs Ansatz von dem der anderen Autoren?
Greenberg betont stärker eine kontinuierliche Entwicklung und die spezifische Selbstkritik des Mediums, während Lyotard und Krauss eher auf die Auflösung von Grenzen und eine institutionelle Kritik fokussieren.
- Quote paper
- Laura Kowalewski (Author), 2015, Ästhetische Programme der Post-/Moderne. Clement Greenberg, Jean-François Lyotard und Rosalind Krauss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433512