Die Unternehmensbewertung ist ein Bereich, die nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Rechtsprechung und Praxis eine große Relevanz hat. Der Bedarf an fundiert errechneten Unternehmenswerten hat in den letzten Jahren stark zugenommen, sodass einer genauen Berechnung der Unternehmenswerte große Bedeutung zukommt. Für die Wissenschaft ist das Thema Unternehmensbewertung interessant, weil es zahlreiche betriebswirtschaftliche Disziplinen betrifft. In der Wirtschaftspraxis bildet die Unternehmensbewertung die Grundlage für zahlreiche und bedeutsame Entscheidungen.
Die Unternehmensbewertung beeinflusst dabei besonders die Preisfindung bei Unternehmenskäufen, -verkäufen und Beteiligungen. Des Weiteren wird sie auch zur strategischen Ausrichtung von Unternehmen und Kreditentscheidungen herangezogen. Bei der Ermittlung eines Unternehmenswertes spielt heutzutage der Basiszinssatz als eine Komponente des Kapitalisierungszinssatzes eine zentrale Rolle. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Bestimmung des Basiszinssatzes für Zwecke der Unternehmensbewertung. In der Literatur und Praxis existiert für die Ermittlung des Basiszinssatzes eine Vielzahl an Modellen, die im Rahmen dieser Arbeit nicht alle umfassend erläutert werden können. Ziel dieser Arbeit ist es, ein weitreichendes Verständnis für die Ermittlung des Basiszinssatzes zu vermitteln, die dabei entstehenden Probleme, Möglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen und eine Entscheidungshilfe bei dessen Bestimmung zu liefern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ziel und Idee der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1 Anlässe zur Unternehmensbewertung
2.2 Überblick über Verfahren der Unternehmensbewertung
2.2.1 Ertragswertverfahren
2.2.2 DCF-Verfahren
3. Der Basiszinssatz im Rahmen der Unternehmensbewertung
3.1 Zum Begriff des Basiszinssatzes
3.2 Der Basiszinssatz als Komponente des Kapitalisierungszinssatzes
4. Ermittlung des Basiszinssatzes
4.1 Vergangenheitsorientierte Ermittlung
4.2 Kapitalmarktorientierte Ermittlung
4.3 Zinsstrukturkurven
4.3.1 Ausprägungen von Zinsstrukturkurven
4.3.2 Verfahren zur Ermittlung der Zinsstrukturkurve
4.4 Die Svensson-Methode zur Ermittlung der Zinsstrukturkurve
4.4.1 Nelson-Siegel-Methode
4.4.2 Erweiterung der Nelson-Siegel-Methode nach Svensson
4.4.3 Ermittlung der Zinsstrukturkurve auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank
4.4.4 Problematik der Anschlussfinanzierung
4.5 Der einheitliche Basiszinssatz
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Bestimmung des Basiszinssatzes im Kontext der Unternehmensbewertung. Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die Ermittlungsmethoden zu vermitteln, die damit verbundenen Herausforderungen aufzuzeigen und eine Entscheidungshilfe für die Praxis bei der Wahl des geeigneten Zinssatzes zu liefern.
- Grundlagen und Anlässe der Unternehmensbewertung
- Methodische Bestimmung des risikofreien Basiszinssatzes
- Modellierung von Zinsstrukturkurven mittels Svensson-Methode
- Problematik der Anschlussfinanzierung bei unendlichen Laufzeiten
- Vergleich zwischen laufzeitspezifischen und einheitlichen Basiszinssätzen
Auszug aus dem Buch
4.4.1 Nelson-Siegel-Methode
Ende der 80er Jahre wurde das Modell von Nelson/Siegel zur Ermittlung der Zinsstrukturkurve entwickelt. Dieses Modell zeichnet sich vor allem durch seine Flexibilität und einfache Handhabung aus, da es nur wenige Parameter benötigt, um die Zinsstrukturverläufe zu modellieren. Der schwedische Wissenschaftler und Professor für Volkswirtschaftslehre Lars E.O. Svensson hat 1994 die Nelson/Siegel-Methode auf die schwedische Zinsstruktur angewendet und dabei festgestellt, dass Probleme bei der Darstellung der Zinsstrukturkurve auftauchen, wenn mehr als eine Extremum im Zeitverlauf auftritt. Dieses Problem wird insbesondere bei hoher Marktunsicherheit deutlich, da in diesen Zeiten die Zinsstrukturkurve komplexe Verläufe annehmen kann. Hier können beispielsweise S-förmige Kurvenverläufe entstehen, die das Nelson/Siegel-Modell nicht darstellen kann.
Um dieses Problem zu lösen, hat Lars E.O. Svensson das Nelson/Siegel-Modell um zwei Parameter β3 und τ2 erweitert, die die Darstellung eines weiteren Extremums erlauben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Unternehmensbewertung und Definition der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung: Übersicht über Anlässe der Bewertung und Darstellung der gängigsten Bewertungsverfahren wie Ertragswert- und DCF-Methoden.
3. Der Basiszinssatz im Rahmen der Unternehmensbewertung: Erläuterung des Begriffs Basiszinssatz und dessen Funktion als essentielle Komponente des Kapitalisierungszinssatzes.
4. Ermittlung des Basiszinssatzes: Detaillierte Analyse der Ermittlungsmethoden, inklusive der Zinsstrukturkurven-Modellierung, der Svensson-Methode und der Problematik der Anschlussfinanzierung.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der vorgestellten Methoden und kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Anwendung des Basiszinssatzes.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Basiszinssatz, Kapitalisierungszinssatz, Zinsstrukturkurve, Svensson-Methode, Nelson-Siegel-Modell, Laufzeitäquivalenz, Diskontierung, DCF-Verfahren, Ertragswertverfahren, Anschlussfinanzierung, Bundesbank, Spot Rates, Risikofreier Zinssatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die fundierte Bestimmung des Basiszinssatzes, der eine zentrale Rolle bei der Unternehmensbewertung als Komponente des Kapitalisierungszinssatzes spielt.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Ableitung risikofreier Zinssätze, der Analyse von Zinsstrukturkurven sowie der Problematik bei der Bewertung unendlich laufender Unternehmenserträge.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, ein weitreichendes Verständnis für die Ermittlung des Basiszinssatzes zu vermitteln, die methodischen Möglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen und eine Entscheidungshilfe für die Bewertungspraxis zu liefern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Analyse finanzmathematischer Modelle, insbesondere der Svensson-Methode, sowie auf die Auswertung von Daten der Deutschen Bundesbank zur Zinsstruktur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Unternehmensbewertung gelegt, gefolgt von der detaillierten Beschreibung der Ermittlung des Basiszinssatzes inklusive der mathematischen Modellierung von Zinsstrukturkurven und der Diskussion zur Anschlussfinanzierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Unternehmensbewertung, Basiszinssatz, Zinsstrukturkurve, Svensson-Methode und Laufzeitäquivalenz.
Warum ist die Laufzeitäquivalenz bei der Bestimmung des Basiszinssatzes so wichtig?
Die Laufzeitäquivalenz stellt sicher, dass der Zinssatz für die gleiche Laufzeit gilt, wie sie das zu bewertende Unternehmen aufweist, um eine konsistente Abzinsung der künftigen finanziellen Überschüsse zu gewährleisten.
Warum ist die Anschlussfinanzierung bei der Unternehmensbewertung ein kritisches Thema?
Da für unendliche Laufzeiten keine Marktzinssätze existieren, muss eine Fortschreibung der Zinskurve nach 30 Jahren vorgenommen werden. Die Wahl des hierfür genutzten Ansatzes kann das Bewertungsergebnis erheblich beeinflussen.
Wie geht die Arbeit mit der Rundung des Basiszinssatzes um?
Die Arbeit diskutiert die Kontroverse um die Rundung und verweist auf die Empfehlungen des IDW, wonach in der aktuellen Niedrigzinsphase eine Rundung auf 0,1 % vorgesehen ist.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2017, Basiszinssatz als Mittel der Unternehmensbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433558