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Germanga. Mangas in Deutschland

Titre: Germanga. Mangas in Deutschland

Thèse de Bachelor , 2016 , 64 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Geraldine Schmidt (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Der japanische Comic, genannt „Manga“, erhält in Deutschland immer mehr Rezeption. So übersteigt der Anteil am Comic-Markt mittlerweile sogar den der westlichen Comics mit um die 70 Prozent. Ist solch ein Prozess der interkulturellen Rezeption zwar auch immer ein Verstehen und Missverstehen zugleich, lässt sich dennoch eine Begeisterung für das Andere und Neue erkennen.

So kommt es vor allem auch durch erstmalige deutsche Mangaka, also Autor_innen und Zeichner_innen von Mangas, zu dynamischen Prozessen der Veränderung des Genres. Diese erschließen sich einen ganz eigenen, lokalen Zugang zum Thema, wodurch es mehr und mehr zu einer Hybridisierung, Intertextualität und Emergenz von Subgenres kommt. Denn waren vor allem an weibliche Leser gerichtete Comics bislang selten, zeigt sich nun eine wachsende Entwicklungstendenz durch den Einfluss sogenannter ‚Shoujo‘-Mangas, ein Genre in Japan, dass sich vor allem an Mädchen und junge Frauen richtet. Ein Beispiel dafür sind die Werke der deutschen Comiczeichnerin und Autorin Olivia Vieweg, deren Vorbilder sowohl im westlichen, als auch im östlichen Raum zu finden sind. Mit dieser Verschmelzung von Thematik und Stil, sowie der lokalen Verortung, scheint sie die Marktlücke des Mädchen-Comics in Deutschland zu füllen und auszuarbeiten.

Anhand dieser Werke befasst sich diese Arbeit mit dem Phänomen der Grenzüberschreitung und Hybridisierung der bildlichen Literatur im interkulturellen Austausch. Dabei interessiert vor allem das Novum des deutschen Mangas, sowie Entwicklungstendenzen und Potenziale bezüglich Genre- und Gender-Theorie im Bereich der Gattung Comic auf globaler Ebene. Letztlich will die Arbeit den Blick auf die Bereicherung deutscher grafischer Literatur durch Einflüsse des japanischen Mangas lenken und wie sich durch hybride Werke wie von Olivia Vieweg neue Ausdrucksformen und Möglichkeiten der Begeisterung von jungen Lesergeneration geschaffen werden können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Forschungsstand

II. Rezeption japanischer Comics in Deutschland

1. „Paper Theatre“ – Verbreitung von Germanga

2. Olivia Vieweg – von Manga zum Graphic Novel

III. Hybridität der Werke von Vieweg

1. Panelaufbau und Struktur

2. Vermischung von Stilmitteln

3. Einflüsse des Mangas auf inhaltlicher Ebene

4. Die lokale Verortung

5. Grenzüberschreitung der Genres

IV. Entwicklung von Mädchen-Comics als neues Subgenres

V. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene der Grenzüberschreitung und Hybridisierung in den Werken der deutschen Comiczeichnerin Olivia Vieweg, insbesondere unter Berücksichtigung des Einflusses japanischer Manga-Stilmittel auf deutsche grafische Literatur. Ziel ist es, die Entwicklung einer hybriden Form des „Germanga“ sowie deren Potenzial für den deutschen Comic-Markt und die Erschließung neuer Lesergenerationen zu analysieren.

  • Interkulturelle Rezeption japanischer Mangas in Deutschland.
  • Analyse der narrativen und formalen Hybridität am Beispiel von "Endzeit" und "Antoinette kehrt zurück".
  • Bedeutung der lokalen Verortung und ostdeutscher Erfahrungen in der Comicproduktion.
  • Entwicklung des Mädchen-Comics als neues Subgenre und geschlechtersensible Marktentwicklung.

Auszug aus dem Buch

1. Panelaufbau und Struktur

Die Graphic Novel „Endzeit“ und „Antoinette kehrt zurück“ weisen formal gesehen zunächst eine westlich anmutende Struktur auf. Beide sind in westlicher Leserichtung zu lesen, beide sind anders als Mangas vollständig koloriert oder zumindest mit farblichen Akzenten versehen. Auch die starke Schattierung mutet eher westlich an. Es gibt keine eigene erzählende Einheit, die Figuren erzählen durch Dialog und innere Monologe selbst, was sich verstärkt im Shoujo-Mangas wiederfinden lässt, indem gesprochener und innerer Dialog durch die starke Identifizierung mit der Protagonistin verschmelzen. Ein weiteres Merkmal ist die nicht chronologische Erzählweise, die in beiden Werken durch Rückblicke und parallele Wechsel zur Gegenwart unterbrochen wird. Besonders in „Antoinette“ lösen sich die Grenzen zwischen der Gegenwart und ihrer Erinnerung auf, vor allem durch Sequenzierung von Zeitsprüngen. Besonders was die kleinste erzählerische Einheit, die Panels, sowie die Form und Variation der Sprechblasen betrifft, lassen sich Einflüsse aus dem Manga erkennen. Bereits die erste Seite von „Endzeit“ macht dies deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung des Manga-Marktes in Deutschland und die Forschungsabsicht bezüglich der Werke von Olivia Vieweg.

I. Forschungsstand: Überblick über die spärliche wissenschaftliche Literatur zum „Germanga“ und die Notwendigkeit einer tiefergehenden Analyse deutscher Eigenproduktionen.

II. Rezeption japanischer Comics in Deutschland: Untersuchung der Akzeptanz japanischer Comics durch deutsche Jugendliche und die Rolle von Magazinen wie „Paper Theatre“.

III. Hybridität der Werke von Vieweg: Detaillierte Untersuchung von formalen und inhaltlichen Einflüssen des Manga-Stils auf die Werke der Autorin sowie deren Genre-Grenzüberschreitungen.

IV. Entwicklung von Mädchen-Comics als neues Subgenres: Erörterung der neuen Zielgruppenerschließung durch das Shoujo-Genre und die Professionalisierung weiblicher Talente.

V. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung hybrider deutscher Produktionen für die Zukunft des Comic-Marktes und die transkulturelle Identitätsbildung.

Schlüsselwörter

Germanga, Olivia Vieweg, Manga, Graphic Novel, Shoujo-Manga, Hybridisierung, Interkultureller Austausch, Comic-Markt, Gender-Theorie, Girl-Comics, Bildliteratur, Panelgestaltung, lokale Verortung, Genre-Überschreitung, Erzählmethodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die interkulturelle Hybridisierung im Werk von Olivia Vieweg und untersucht, wie japanische Manga-Stilmittel in den deutschen Comicmarkt einfließen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Im Zentrum stehen die visuelle und formale Struktur von Comics, die Bedeutung der lokalen Verortung in Deutschland sowie die Entwicklung weiblicher Comic-Subgenres.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das "Novum" des deutschen Mangas aufzuzeigen und zu verstehen, wie diese hybride Form das Genre- und Genderverständnis innerhalb der grafischen Literatur beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse grafischer Stilmittel, indem sie Viewegs Werke mit japanischen Manga-Konventionen (insbesondere dem Shoujo-Genre) vergleicht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Besonders der Panelaufbau, die Schattierungstechniken, die Verwendung von Bewegungslinien und die inhaltliche Charakterentwicklung werden detailliert untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hybridisierung, Germanga, Shoujo, Bildliteratur, transkultureller Austausch und grafisches Erzählen.

Wie unterscheidet sich die Panelgestaltung in "Endzeit" von "Antoinette kehrt zurück"?

Während "Endzeit" eher durch koloriertes, filmisches Erzählen besticht, setzt "Antoinette" stärker auf unkonventionelle, skizzenhafte Rahmen zur Darstellung psychischer Zustände.

Welche Rolle spielt die ostdeutsche Herkunft für Viewegs Werke?

Die ostdeutsche Herkunft bietet laut der Analyse einen experimentellen Freiraum für die künstlerische Gestaltung, da hier weniger durch ökonomische Zwänge geprägte Traditionen den Prozess einschränkten.

Wie beeinflusst das Shoujo-Genre die Darstellung der Protagonistin in Viewegs Comics?

Das Shoujo-Genre ermöglicht eine starke Subjektivierung der Erzählung, wodurch die inneren psychischen Konflikte und die Gefühlswelt der weiblichen Hauptfiguren ins Zentrum rücken.

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Résumé des informations

Titre
Germanga. Mangas in Deutschland
Université
University of Cologne
Note
1,5
Auteur
Geraldine Schmidt (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
64
N° de catalogue
V433600
ISBN (ebook)
9783668756557
ISBN (Livre)
9783668756564
Langue
allemand
mots-clé
manga comic graphic novel deutsch literatu literaturwissenschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Geraldine Schmidt (Auteur), 2016, Germanga. Mangas in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433600
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