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Völkische Bewegung zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik - ein Querschnitt einer Geistesströmung

Title: Völkische Bewegung zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik - ein Querschnitt einer Geistesströmung

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Enrico Kloth (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Die Erforschung der „völkischen“ Bewegung zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik ist noch weitgehend unzureichend.1 Hinter diesem nebulösen Wortkonstrukt verbergen sich eine Vielzahl von Geistesströmungen und Perspektiven. Die „völkische“ Ideologie zeigte sich nie als gleich bleibendes Konstrukt mit gleichen Variablen und deren gleicher Intensität. Eher handelt es sich bei diesem Phänomen um nicht nur eine, sondern eine Vielzahl von verschiedenen „völkischen“ Bewegungen, welche nur annähernd gleiche Intensionen und Zielsetzungen verfolgten. Dennoch ergeben sich bei näherer Betrachtung verschiedene Kernelemente, welche die „völkische“ Ideologie ausmachen.

Zudem unterlag die völkische Ideologie verschiedenen Perspektivwechseln. Diese Brüche und Wandlungen zeigten sich als Ergebnis einschneidender historischer Ereignisse, wie dem ersten Weltkrieg oder die Etablierung des Nationalsozialismus. Es ist zu beobachten, dass erst nach dem ersten Weltkrieg der Antisemitismus zum festen Bestandteil der „völkischen“ Ideologie wurde. Andererseits erhielt die „völkische“ Bewegung nach der Machtergreifung der Nazis eine Definition im Sinne der Gleichschaltungsprogrammatik der NSDAP. Hatten zuvor noch die völkischen Führer die Nationalsozialisten als Teil der „völkischen“ Bewegung und Strömung unter vielen wahrgenommen, so beanspruchte die NSDAP nach der Machtergreifung die „Geburt“ der „völkischen“ Weltanschauung für sich. Im Anschluss wurden Organisationen mit ihren spezifischen Anschauungen assimiliert, teilweise wurde ihr Gedankengut geächtet. Da dieser Prozess nicht im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen soll, beschränke ich mich bei der Erschließung der völkischen Ideologie auf die meinungspluralistischere Zeit von 1890 bis gegen Ende der Weimarer Republik.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriff & Definitionsperspektiven

2. Historischer Hintergrund für die Entstehung völkischer Ideologie

3. Völkische Bewegung im Überblick

4. Ideologie und deren Kernelemente

5. Bsp. für Protagonisten völkischer Ideologie

a. Alldeutscher Verband

b. Paul de Lagarde

c. Jörg Lanz von Liebenfels

6. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtigen und heterogenen Geistesströmungen der „völkischen“ Bewegung zwischen dem späten Kaiserreich und dem Ende der Weimarer Republik, um die zentralen Kernelemente dieser Ideologie sowie deren Wandel im Kontext historischer Zäsuren aufzuzeigen.

  • Historische Ursprünge und Definition des Begriffs „völkisch“
  • Analyse der ideologischen Kernelemente (Rasse, Sprache, Religion, Antisemitismus)
  • Rolle und Wirkung zentraler Protagonisten und Gruppierungen
  • Einfluss von Industrialisierung und Modernisierung auf die völkische Weltanschauung
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriffskonstrukt der „völkischen Ideologie“

Auszug aus dem Buch

1. Begriff & Definitionsperspektiven

Der frühste Nachweis für den Terminus „völkisch“ geht auf das erste Drittel des 19. Jahrhunderts zurück. Er bezieht sich auf das einfache ungebildete Volk, das nicht zur mittelalterlichen Führungselite zählte, kein Latein sprach, sondern sich der Volkssprache bediente. Meyers Grosses Konversationslexikon beschreibt 1909 das Adjektiv „völkisch“ als eine „Verdeutschung des Fremdwortes national“, welches Bestandteil des „allgemeinen Wissens“ sei. Zwei Jahre später benennt Meyer mit „völkisch“ ein „seit etwa 1900, zuerst im Alldeutschen Verband“, gebräuchliches Wort, welches auf eine „streng recht[e]“ Orientierung mit „stark antisemitischen Einschlag hinweise“.

Im Jahre 1924 beschrieb der religiös- völkische Anthropologe Paul Hartig das Wort „völkisch“ mittels zweierlei Merkmalen. Erstens „the affirmation of the Germanic race and of belonging to the Germanic blood kinship with all the resulting conclusions and duties of that philosopy of life,“ zweitens „the unconditional physical and mental rejection of everything foreign.” Es ist zu beobachten, dass im selben Zeitraum politisch weltanschauliche Gruppierungen sich dieses Adjektivs bei der Namensgebung häufig bedienen. Genannt werden u.a. der 1924 gegründete Völkisch Soziale Block, die 1925 errichtete Völkische Arbeitsgemeinschaft oder der 1926 gebildete Völkische Führerring.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt die Forschungslücke und die Zielsetzung der Arbeit, die völkische Bewegung in der Zeit von 1890 bis zum Ende der Weimarer Republik zu erschließen.

1. Begriff & Definitionsperspektiven: Analysiert den historischen Wandel des Begriffs „völkisch“ und dessen unterschiedliche Auslegungen durch Zeitgenossen und Lexika.

2. Historischer Hintergrund für die Entstehung völkischer Ideologie: Beleuchtet die verspätete politische Einigung Deutschlands und die romantische Gegenreaktion auf die Moderne als Nährboden der Ideologie.

3. Völkische Bewegung im Überblick: Beschreibt die heterogene Struktur der völkischen Bewegung als offene Sammelbewegung mit unterschiedlichsten Organisationsgraden und Zielsetzungen.

4. Ideologie und deren Kernelemente: Identifiziert die Kernpunkte der Ideologie, darunter Antisemitismus, Antiurbanismus sowie die Ablehnung jeglichen Internationalismus und Liberalismus.

5. Bsp. für Protagonisten völkischer Ideologie: Detaillierte Betrachtung des Alldeutschen Verbandes, Paul de Lagardes und Jörg Lanz von Liebenfels als Fallbeispiele für die ideologische Spannweite.

6. Diskussion: Resümiert, dass die „völkische“ Szene kein geschlossenes Gebilde war, sondern als Vielzahl sich unterscheidender Bewegungen verstanden werden muss.

Schlüsselwörter

völkische Bewegung, Ideologie, Kaiserreich, Weimarer Republik, Alldeutscher Verband, Paul de Lagarde, Jörg Lanz von Liebenfels, Antisemitismus, Nationalismus, Rassenlehre, Kulturkritik, Identitätssuche, Moderne, völkische Ideologie, Volkstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen der „völkischen“ Bewegung und deren Ideologie im Zeitraum zwischen dem ausgehenden deutschen Kaiserreich und dem Ende der Weimarer Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Begriffsentwicklung, der historische Entstehungshintergrund, die Vielfalt organisatorischer Erscheinungsformen sowie die ideologischen Kernbestandteile wie Rassenlehre und Kulturkritik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Komplexität und Heterogenität der völkischen Ideologie offenzulegen und zu zeigen, dass sie keineswegs ein homogenes oder statisches Konstrukt darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Verfasser nutzt eine historisch-analytische Methode, um Ideengeschichte, organisatorische Zusammenhänge und die Weltanschauungen zentraler Protagonisten anhand von Quellen und wissenschaftlicher Literatur zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Kernelemente der Ideologie und eine detaillierte Fallstudie ausgewählter Akteure wie dem Alldeutschen Verband und prominenten Theoretikern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der „völkischen Ideologie“ selbst auch der Antisemitismus, die nationale Identität, der Antimodernismus sowie die Auseinandersetzung mit der Moderne.

Welche Rolle spielte der Alldeutsche Verband für die völkische Bewegung?

Der Verband wird als eine der bedeutendsten Organisationen beschrieben, die als wesentliche ideologische Konstante wirkte und den Übergang zu einem explizit „völkischen“ Antisemitismus und Rassismus programmatisch mit vollzog.

Wie unterscheidet sich Paul de Lagarde von anderen Vordenkern?

Lagarde wird als bildungsbürgerlicher Theoretiker dargestellt, der seine Ideologie aus einem radikalisierten Christentum und einer spezifischen Kulturkritik bezog, während andere Akteure eher biologisch oder okkultistisch argumentierten.

Welchen Stellenwert nimmt Jörg Lanz von Liebenfels ein?

Lanz von Liebenfels wird als okkultistische „Randgestalt“ innerhalb des völkischen Spektrums charakterisiert, dessen Einfluss primär durch Publikationen wie die „Ostara“ und die Etablierung des Ordo Novi Templi wirkte.

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Details

Title
Völkische Bewegung zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik - ein Querschnitt einer Geistesströmung
College
University of Erfurt
Grade
1,7
Author
Enrico Kloth (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V43377
ISBN (eBook)
9783638411936
Language
German
Tags
Völkische Bewegung Kaiserreich Weimarer Republik Querschnitt Geistesströmung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Enrico Kloth (Author), 2005, Völkische Bewegung zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik - ein Querschnitt einer Geistesströmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43377
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