In dieser Arbeit werden verschiedene Aspekte der Blindenschrift beleuchtet, von verschiedenen Schriftarten über technische Hilfsmittel bis hin zu bekannten blinden Persönlichkeiten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zahlen, Daten, Fakten über Sehbehinderung und Blindheit im Allgemeinen
2. Entwicklung
2.1 Die Lebensgeschichte des Louis Braille (Abb. 1)
2.2 Vorgänger der Blindenschrift
2.2.1 Haüyschrift
2.2.2 Stachelschrift
2.2.3 Nachtschrift
2.3 Kurzschrift
3. Schriften
3.1 Moon - Schrift
3.1.1 Entwicklung
3.1.2 Aufbau
3.1.3 Wo wurde und wird sie verwendet?
3.1.4 Alternativen zum Schreiben
3.2 Die Brailleschrift in verschiedenen Sprachen
3.2.1 Nationale Besonderheiten
3.2.2 Die Brailleschrift in China
3.3 Wissenschaftliche Notation
3.4 Notation der Blindenschrift
3.4.1 Das DaCapo Projekt
3.4.2 Alternativen zu Braillenoten
4. Realisierung
4.1 Technik
4.1.1 Optacon
4.1.2 Braillezeile
4.1.3 Blindenschreibmaschine nach Picht
4.1.4 Bildschirmlupe
4.1.5 Sprachausgabe
4.1.6 Screenreader
4.1.7 DAISY - Hörbuch
4.1.8 Audiodeskription
4.1.9 Be my eyes
4.2 Drucke
4.2.1 Drucke in Blindenschrift
4.2.2 Abbildungen in Reliefform
4.3 Brailleschrift an Förderzentren
5. Bedeutende Blinde
5.1 Sabriye Tenberken
5.1.1 „Braille ohne Grenzen“: Projekt zur Integration Blinder in die tibetische Gesellschaft
5.1.2 „Blindsight“ - ein Dokumentarfilm einer außergewöhnlichen Bergbesteigung
5.2 Helen Keller (Abb. 19)
5.3 Erik Weihenmayer (Abb. 20)
6. Akzeptanz von Blinden
6.1 Inklusion/ Integration
6.2 Entwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes
7. Leben mit Blindheit
7.1 Einfluss einer Erblindung auf die kindliche Entwicklung
7.1.1 Geburtsblindheit
7.1.2 Erblindung im Kindes - oder Jugendalter
7.2 Erlernen der Blindenschrift für Späterblindete
7.3. Ausgewählte Ursachen einer Sehbeeinträchtigung und einige Therapiemöglichkeiten
7.3.1 Alström - Syndrom
7.3.2 Retinitis pigmentosa
7.3.3 Altersbedingte Makuladegeneration
7.3.4 Grauer Star
7.4 Die Christoffel Blindenmission
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Geschichte, Entwicklung und Anwendung von Blindenschrift und technischen Hilfsmitteln. Das primäre Ziel ist es, die Herausforderungen im Alltag sehbehinderter Menschen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie moderne Technologie und soziale Inklusion ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern können.
- Historische Entwicklung der Blindenschrift (von Louis Braille bis zu Vorgängersystemen)
- Technische Hilfsmittel zur Unterstützung im Alltag (Hardware und Software)
- Herausforderungen und Methoden beim Erlernen der Blindenschrift
- Soziale Akzeptanz von Blinden und Inklusion in der Gesellschaft
- Biografien und Leistungen bedeutender Persönlichkeiten mit Sehbehinderung
Auszug aus dem Buch
Auszug aus: Erik Weihenmayer: Ich fühlte den Himmel. Ohne Augenlicht auf die höchsten Gipfel der Welt. (Piper Verlag GmbH 2002), S. 91f.
Eines Tages, als ich der letzte Schüler im Auto war, fuhren wir am Schulbus vorbei, und der Fahrer sagte: „Wink deinen Freunden zu.“ Ich dachte an das leuchtende Schild oben auf dem Auto mit einem lächelnden Kind in einem Rollstuhl und dem Text: BEFÖRDERT BEHINDERTE KINDER. Ich ließ mich auf die Fußmatte fallen. „Sagen Sie mir, wenn wir vorbei sind“, schrie ich zu ihm hinauf.
„Du bist total kindisch“, sagte er. Als ich wieder hochtauchte, ließ ich ein neues Bombardement von Beschwerden vom Stapel. Jerry hörte sich das schweigend an und brachte das Auto dann quietschend zum Stehen, so dass ich gegen die Rücklehne seines Sitzes geworfen wurde. „Raus mit dir!“, kommandierte er. Ich wusste, dass wir noch nicht oft genug abgebogen waren, um in der Nähe unseres Hauses zu sein.
„Einfach hier?“, fragte ich beunruhigt.
„Schieb deinen wehleidigen Jammerarsch aus meinem Schlitten“, und seine Stimme hatte alles Spielerische verloren und einen drohenden Tonfall angenommen. Ohne zu maulen, öffnete ich die Tür und huschte hinaus in der Annahme, dass er mich am Straßenrand zurücklassen werde. Ich hatte schließlich den Schlamassel angerichtet, mich so oft beklagt, dass er mich nun rausschmiss und sich weigerte, mich weiterzufahren. Ich wartete darauf, dass er mit quietschenden Reifen losfuhr, doch statt dessen spürte ich, wie etwas Hartes aus Gummi ziemlich heftig gegen meinen Kopf prallte. Meine Ohren dröhnten, während ich hörte, wie das Ding in eine andere Richtung sprang. Ein Basketball. Er hatte mir einen Basketball an den Kopf geworfen. Ich war fassungslos; kein Erwachsener hatte das jemals mit mir gemacht. Dann öffnete sich die Tür, und ich hörte, wie er den Ball holen ging. „Du bist blind!“, schrie er unverblümt.
„Scheiße!“, schrie ich zurück.
„Du bist blind!“, wiederholte er. „Gewöhn dich dran.“
„Bin ich nicht“, sagte ich etwas matter.
„Bist du wohl! Du kannst nich mal ´nen Basketball fangen.“
Ich geriet noch mehr aus der Fassung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Verfasser erläutern ihre Motivation, sich mit dem Alltag blinder Menschen auseinanderzusetzen, und geben einen Ausblick auf die behandelte Geschichte der Blindenschrift sowie technische Hilfsmittel.
1. Zahlen, Daten, Fakten über Sehbehinderung und Blindheit im Allgemeinen: Dieses Kapitel liefert eine statistische Einordnung und definiert die rechtlichen Rahmenbedingungen für Sehbehinderung und Blindheit in Deutschland.
2. Entwicklung: Es wird die Lebensgeschichte von Louis Braille sowie die Entwicklung der Brailleschrift und ihrer wichtigsten Vorläufersysteme beleuchtet.
3. Schriften: Hier werden verschiedene Blindenschriften, wie die Moonschrift, die Notation für Wissenschaft und Musik sowie spezifische Herausforderungen bei der Anwendung in verschiedenen Sprachen analysiert.
4. Realisierung: Dieser Abschnitt widmet sich der Technik als Hilfsmittel für Blinde, von der Hardware wie der Braillezeile bis hin zu Apps und Druckverfahren.
5. Bedeutende Blinde: Drei Persönlichkeiten – Sabriye Tenberken, Helen Keller und Erik Weihenmayer – werden vorgestellt, die maßgeblich zur Akzeptanz und Integration Blinder beigetragen haben.
6. Akzeptanz von Blinden: Das Kapitel befasst sich mit Inklusion, gesellschaftlichen Vorurteilen und der Entwicklung der Behindertengleichstellungsgesetze in Deutschland.
7. Leben mit Blindheit: Die Auswirkungen einer Erblindung auf die Entwicklung im Kindesalter sowie Anforderungen an das Erlernen der Blindenschrift für Späterblindete werden thematisiert, ergänzt durch medizinische Aspekte.
8. Fazit: Die Verfasser resümieren ihre Erkenntnisse aus der Theorie sowie der praktischen Hospitation und reflektieren den persönlichen Wissenszuwachs durch ihre Arbeit.
Schlüsselwörter
Blindenschrift, Brailleschrift, Sehbehinderung, Louis Braille, Inklusion, technische Hilfsmittel, Screenreader, Blindheit, Gesellschaft, Integration, Moonschrift, Notation, Rehabilitation, Behindertengleichstellungsgesetz, Barrierefreiheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich umfassend mit der Welt der Blinden und Sehbehinderten, wobei der Schwerpunkt auf der Entstehung und Bedeutung der Blindenschrift sowie modernen technischen Unterstützungsmöglichkeiten liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Blindenschrift, technische Realisierungshilfen, musikalische und wissenschaftliche Notation für Blinde sowie die gesellschaftliche Inklusion und rechtliche Situation von Menschen mit Sehbehinderungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für den Alltag blinder Menschen zu vermitteln und aufzuzeigen, wie sie durch Bildung, Technik und soziale Akzeptanz gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf Literaturanalyse, Hospitationen an einem Förderzentrum für Sehen, eigenen Versuchen (Eigenbeitrag) sowie einem Interview mit einer betroffenen Person.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der Blindenschrift (Braille, Moon, etc.), die Analyse technischer Hilfsmittel (Optacon, Braillezeile, Screenreader), die wissenschaftliche Notation und schließlich die gesellschaftliche Rolle und Inklusion von Blinden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Blindenschrift, Brailleschrift, Inklusion, technische Hilfsmittel, Rehabilitation und gesellschaftliche Teilhabe.
Warum ist das Erlernen der Blindenschrift für Späterblindete oft schwieriger?
Es gestaltet sich aufgrund weniger sensibler Synapsen in den Fingerspitzen bei Erwachsenen schwieriger als bei Kindern. Zudem müssen Späterblindete oft eine komplette Lebensumstellung bewältigen.
Wie trägt die App "Be my eyes" zur Unterstützung Blinder bei?
Die App verbindet sehbehinderte Menschen per Videoanruf mit freiwilligen Sehenden, die ihnen im Alltag bei einfachen Aufgaben helfen, etwa beim Beschreiben von Objekten oder dem Vorlesen von Etiketten.
Welche Rolle spielt die Christoffel Blindenmission in diesem Kontext?
Die Mission engagiert sich weltweit in Entwicklungs- und Schwellenländern, um durch Inklusion, Aufklärungsarbeit und medizinische Maßnahmen wie Augenoperationen die Lebensumstände von Blinden zu verbessern.
Was unterscheidet das DaCapo Projekt von anderen Lösungen?
Das Projekt nutzt computergestützte Software, um Braillenoten schneller und einfacher zu übersetzen, was für blinde Musiker den Zugang zu Musik und die Entwicklung ihres Repertoires nach der Einstellung manueller Produktionen wieder ermöglichte.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2018, Die Brailleschrift. Wie blinde Menschen lesen und schreiben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433804