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Hypothetischer Vergleich zwischen Mehrheits- und Verhältniswahl anhand der Ergebnisse der Bundestagswahlen 1994 - 2002

Title: Hypothetischer Vergleich zwischen Mehrheits- und Verhältniswahl anhand der Ergebnisse der Bundestagswahlen 1994 - 2002

Term Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sven Diekmann (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Bei der Klassifizierung von Wahlsystemen wird zwischen zwei Grundtypen unterschieden: Mehrheitswahl und Verhältniswahl. Die Wahlen zum deutschen Bundestag werden nach der so genannten personalisierten Verhältniswahl durchgeführt. Dieses Wahlsystem ist eine Kombination aus dem Mehrheits- und dem Verhältniswahlrecht.

In dieser Arbeit soll anhand der Bundestagswahlen analysiert werden, welche mechanischen und psychologischen1 Auswirkungen die unterschiedlichen Wahlsysteme haben und welche Auswirkungen sie somit auf das Parteiensystem haben. Hierfür werden die Wahlergebnisse der Bundestagswahlen getrennt betrachtet, d.h. dass das personalisierte Verhältniswahlrecht in seine Mehrheits- und Verhältniswahlkomponenten aufgesplittet wird. Somit wird von hypothetischen Wahlergebnissen ausgegangen.
Der Vorteil dieser Untersuchung im Vergleich zu einem Zwei-Staaten-Vergleich ist, dass das Mehrheits- und das Verhältniswahlrecht in einem homogenen Umfeld mit gleichen Kontextvariablen verglichen werden können.

Betrachtet werden die Bundestagswahlen nach der Wiedervereinigung: 1994, 1998 und 2002. Nach dieser Einleitung folgen die Funktionsanforderungen und Effekte von Wahlsystemen. Diese Kriterien bilden das Gerüst zur Untersuchung der Wahlsysteme. Anschließend werden die Mehrheits- und Verhältniswahl, sowie die personalisierte Verhältniswahl, wie sie in Deutschland bei den Bundestagswahlen praktiziert wird, dargestellt. Bei der Untersuchung von Wahlsystemen sind Sperrklauseln und Wahlkreisgrößen ebenfalls von großer Relevanz. In der Analyse im dritten Abschnitt werden die letzten drei Bundestagswahlen auf folgende mechanische Effekte untersucht: Disproportionalität, effektive Parteienanzahl, Mehrheitsbildung. Bei dieser quantitativen Untersuchung werden die Berechnungsmethoden von Arend Lijphart (1994 und 1999) benutzt. In diesem Teil der Arbeit werden die beiden gegensätzlichen Wahlsysteme getrennt voneinander betrachtet, auch wenn sie es aus technischen und psychologischen Gründen in der Realität nicht sind. Daher werden im vierten Abschnitt diese mechanischen Auswirkungen des Wahlsystems durch die “psychologischen” Effekte des personalisierten Verhältniswahlrechtes auf die Stimmvergabe der Wähler ergänzt.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Wahlsysteme

2.1 Funktionsanforderungen an Wahlsysteme

2.2 Mehrheitswahl vs. Verhältniswahl

2.3 Personalisierte Verhältniswahl – Bundestagswahlen

2.4 Sperrklausel

2.5 Wahlkreisgröße/ Wahlkreiseinteilung

3. Mechanische Effekte

3.1 Disproportionalität

3.2 Effektive Parteienanzahl

3.3 Mehrheitsbildung

3.4 Überhangmandate - Negatives Stimmgewicht

4. Psychologische Effekte

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert anhand der deutschen Bundestagswahlen von 1994 bis 2002 die mechanischen und psychologischen Auswirkungen verschiedener Wahlsysteme auf das Parteiensystem, indem sie das personalisierte Verhältniswahlrecht hypothetisch in seine Mehrheits- und Verhältniswahlkomponenten aufspaltet.

  • Klassifizierung und Funktionsanforderungen von Wahlsystemen
  • Vergleich von Mehrheitswahlrecht und Verhältniswahlrecht
  • Analyse mechanischer Effekte wie Disproportionalität und Parteienanzahl
  • Untersuchung psychologischer Effekte auf Wähler- und Politikerverhalten
  • Problematik von Überhangmandaten und negativem Stimmgewicht

Auszug aus dem Buch

2.2 Mehrheitswahl vs. Verhältniswahl

Alle Wahlsysteme lassen sich auf einem Kontinuum zwischen der Verhältniswahl und der Mehrheitswahl anordnen. Zur Analyse muss zwischen den Repräsentationsprinzipien und Entscheidungsregeln unterschieden werden. Die traditionelle Definition des Mehrheitswahlsystems besagt, dass der Kandidat, der die absolute oder relative Mehrheit der Stimmen erhält, gewählt ist. Das Repräsentationsprinzip der Mehrheitswahl soll eine parlamentarische Mehrheitsbildung ermöglichen und nimmt dabei die Disproportion von Stimmen und Mandaten in Kauf. Die Mehrheitswahl führt zu einer funktionalen Repräsentation, die eine Regierungsbildung erleichtern soll und die Entscheidung fällt zugunsten des stärksten Kandidaten. Der Wähler sieht ein direktes Ergebnis zwischen Stimmabgabe und Wahlergebnis.

Verhältniswahlen sollen hingegen eine parlamentarische Vertretung gemäß der Stimmenanteile der Wähler bewirken. Eine soziale und proportionale Repräsentation wird durch Verhältniswahlsysteme ermöglicht, die die Erfolgswertgleichheit aller Stimmen erhöhen und durch die Notwendigkeit der Koalitionsbildung ein konsensuales Verhalten der Parteien fördern. (vgl. z. B. Nohlen 2001: 565; Woyke 1990: 29-31; Nohlen 1990: 97)

Die verbesserte Repräsentation kleinerer Parteien kann ein Vielparteiensystem bewirken. Im Gegensatz dazu führt das Mehrheitswahlrecht häufig zu Zwei-Parteien-Systemen, da kleinere Parteien keine Chance haben in einem Wahlkreis die absolute Mehrheit zu gewinnen (Lijphart 1999, S. 143 ff). Jedoch sind die Auswirkungen des Wahlsystems auf das Parteiensystem umstritten. Nohlen spricht von einer systematischen Negation der Trennung der Analyse von Wahlsystem und Parteiensystem. (Nohlen 1990: 95)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die mechanischen und psychologischen Effekte der Wahlsysteme anhand der Bundestagswahlen 1994-2002 durch hypothetische Aufsplittung des personalisierten Verhältniswahlrechts zu analysieren.

2. Wahlsysteme: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsanforderungen an Wahlsysteme sowie die theoretischen Unterschiede zwischen Mehrheits- und Verhältniswahlrecht und beschreibt die spezifische Ausgestaltung des deutschen personalisierten Verhältniswahlrechts.

3. Mechanische Effekte: Hier werden quantitative Analysen zu Disproportionalität, effektiver Parteienanzahl, Mehrheitsbildung sowie die Problematik von Überhangmandaten und negativem Stimmgewicht durchgeführt.

4. Psychologische Effekte: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen des Wählerverhaltens, da Wähler das Wahlergebnis antizipieren und ihre Stimme strategisch einsetzen, was mechanische Wahleffekte verstärken kann.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine relative Mehrheitswahl die Regierungsbildung erleichtern würde, und diskutiert die Notwendigkeit der Kompensation inverser Erfolgswerte innerhalb des aktuellen Systems.

Schlüsselwörter

Wahlsysteme, Bundestagswahlen, Mehrheitswahl, Verhältniswahl, personalisierte Verhältniswahl, Disproportionalität, Parteiensystem, effektive Parteienanzahl, Überhangmandate, negatives Stimmgewicht, psychologische Effekte, mechanische Effekte, Sperrklausel, Regierungsbildung, Repräsentation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Wahlsysteme auf das Parteiensystem anhand der Ergebnisse der deutschen Bundestagswahlen von 1994 bis 2002.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Differenzierung zwischen Mehrheits- und Verhältniswahlsystemen, die Analyse ihrer mechanischen und psychologischen Effekte sowie die spezifische Ausgestaltung des deutschen Wahlsystems.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die hypothetische Aufsplittung der personalisierten Verhältniswahl in ihre Mehrheits- und Verhältniswahlkomponenten zu analysieren, welche Auswirkungen diese unterschiedlichen Systeme auf das Parteiensystem haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quantitative Analyse unter Anwendung der Berechnungsmethoden von Arend Lijphart (1994, 1999) sowie Indizes von Michael Gallagher und Laakso/Taagepera zur Messung von Disproportionalität und Parteienanzahl.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den mechanischen Auswirkungen (Disproportionalität, Parteienanzahl, Mehrheitsbildung, Überhangmandate) sowie den psychologischen Effekten auf Wähler und Politiker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Wahlsysteme, personalisierte Verhältniswahl, Disproportionalität, Überhangmandate, negatives Stimmgewicht, Parteienanzahl und Regierungsbildung.

Warum ist das Problem der Überhangmandate so bedeutend?

Überhangmandate können zu einem inversen Erfolgswert führen, bei dem eine Partei für mehr Stimmen weniger Sitze erhält (oder umgekehrt), was die Erfolgswertgleichheit der Stimmen beeinträchtigt.

Was besagt die Analyse zur personalisierten Verhältniswahl in Deutschland?

Die Daten deuten darauf hin, dass es sich bei den Bundestagswahlen tatsächlich primär um ein Verhältniswahlrecht handelt, da die Ergebnisse der personalisierten Verhältniswahl nur geringfügig von denen einer reinen Verhältniswahl abweichen.

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Details

Title
Hypothetischer Vergleich zwischen Mehrheits- und Verhältniswahl anhand der Ergebnisse der Bundestagswahlen 1994 - 2002
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Die politischen Systeme Westeuropas
Grade
1,7
Author
Sven Diekmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V43380
ISBN (eBook)
9783638411967
Language
German
Tags
Hypothetischer Vergleich Mehrheits- Verhältniswahl Ergebnisse Bundestagswahlen Systeme Westeuropas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Diekmann (Author), 2004, Hypothetischer Vergleich zwischen Mehrheits- und Verhältniswahl anhand der Ergebnisse der Bundestagswahlen 1994 - 2002, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43380
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