Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Aristokratie: Hohe Herren und vornehme Gefolgsleute, Krieg-, Ehr und Tugendvorstellungen, Rolle und Stellung der Therapontes

Title: Aristokratie: Hohe Herren und vornehme Gefolgsleute,  Krieg-, Ehr und Tugendvorstellungen, Rolle und Stellung der Therapontes

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Patrick Schweitzer (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Epen Homers geben uns Kunde von einer Zeit, die sonst nur spärlich beschrieben wird. Die Dunklen Jahrhunderte sind äußerst quellenarm, da im Zuge der großen Katastrophe, die zum Untergang der mykenischen Kultur führte, die Kenntnisse der Schrift großflächig verloren gegangen waren. In seinen Epen stellte Homer eine gesellschaftliche Gruppe klar in den Mittelpunkt, den Adel. Diese Arbeit soll dazu dienen, diesen Teil der Gesellschaft etwas näher zu beleuchten. Aus wem setzte sich der Adel zusammen? Wer gehörte zum Adel und warum? Welche Vorstellungen zum Thema Tugend, Ehre und Moral bestimmten sein Denken und auch Handeln? Ferner werde ich auf das System der Gefolgsleute, der „Therapontes“ eingehen. Die Charakteristika dieses Systems werden erst ganz allgemein aufgezeigt und dann im speziellen am Beispiel des „Achilleus“ und des „Patroklos“ noch einmal in Homers Werk nachgewiesen.
Ferner werde ich kurz auf die Authentizität der Epen des Homer eingehen. Dabei werde ich untersuchen, ob und wenn ja, unter welcher Einschränkung, sie als Quellen für die Dunklen Jahrhunderte genutzt werden können.
Bei der Sichtung der Literatur bemerkte ich, daß die Dunklen Jahrhunderte bisher nur spärlich bearbeitet wurden. Neben den beiden Epen des Homer, die als Quellen jener Zeit kritisch bewertet werden müssen, existieren keine weiteren Quellen. Auch auf dem Gebiet der Sekundärliteratur ist dieser Bereich der griechischen Geschichte, im Gegensatz zu späteren Epochen z.B. dem Hellenismus, nur mäßig abgedeckt. Die vorhandene Literatur ist ferner nicht neuestem Datums.
Zwei Arbeiten waren mir von großem Nutzen, zum einen das Werk des Briten Oswyn Murray „ Das Frühe Griechenland“ und zum anderen die Arbeit des österreichischen Historikers Fritz Gschnitzer „Griechische Sozialgeschichte von der mykenischen bis zum Ausgang der klassischen Zeit“.
Diese beiden, wie ich finde, sehr gelungenen Werke wurden zur Grundlage meiner Arbeit.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, daß diese Arbeit nach den Regeln der alten Rechtschreibung verfaßt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Homer als Quelle

III. Der Adel in den Dunklen Jahrhunderten

1. Tugend-, Ehr- und Moralvorstellungen

2. Herkunft des Adels und seine Zusammensetzung

3. Die Macht des Adels

4. Der Begriff „Basileus“

IV. Das „Therapontes“ System

1. Der Begriff „Therapontes“

2. Vergleich mit dem Pagensystem

V. „Achilleus“ und „Patroklos“

1. Herkunft des „Patroklos“

2. Herkunft des „Achilleus“

3. „Achilleus“ und „Patroklos“ vor Troja

VI. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Strukturen des griechischen Adels während der Dunklen Jahrhunderte, wobei sie insbesondere die Tugendvorstellungen sowie das System der Gefolgsleute analysiert. Das primäre Ziel ist es, unter kritischer Auswertung der homerischen Epen die soziale Stellung und das Handeln des Adels sowie die spezifische Rolle der „Therapontes“ als zentrales Stützelement aristokratischer Macht herauszuarbeiten.

  • Historische Authentizität und Quellenwert der Epen Homers für die Dunklen Jahrhunderte.
  • Die Ethik des Adels als Wettbewerbsethik sowie die Konzepte von Ehre („time“) und Tugend („arete“).
  • Die Bedeutung von Besitz und Abstammung für die Konstitution der aristokratischen Macht.
  • Strukturanalyse des „Therapontes“-Systems als Gefolgschaftsverhältnis.
  • Exemplarische Untersuchung der Beziehung zwischen Achilleus und Patroklos als Paradebeispiel.

Auszug aus dem Buch

„Achilleus“ und „Patroklos“ vor Troja

Durch einen Streit mit dem „Führer“ der griechischen Truppen vor Troja, Agamemnon, dessen Inhalt die Verteilung der Beute und somit der o.g. „geras“ war, entschloß sich Achilleus beleidigt zur Zurückhaltung. Er hielt sich, seinen Gefährten und seine Truppen lange aus dem Kampfgeschehen heraus. In dieser Zeit des Wartens lassen sich viele Charakteristika des „Therapontes“- Systems erkennen.

„Patroklos“ nahm vor Troja die typischen Aufgaben eines „Therapontes“ wahr.

So entsandte „Achilleus“ Patroklos zu „Nestor“, um sich über die Situation zu erkundigen mit den Worten: „Aber o geh, Patroklos du Göttlicher, forsche von Nestor...“

Dort erfuhr er, wie gefährlich die Lage für die Griechen war und bat Achilleus, erschüttert durch die Situation, mit den Truppen seines Herren in die Schlacht ziehen zu dürfen.

In dieser Passage lassen sich zwei Dinge ganz klar erkennen. Erstens muß Patroklos über eine sehr vertrauensvolle Stellung verfügen, da er seinen Herren darum bat, mit dem Heer, welches ja nicht ihm unterstand, in die Schlacht ziehen zu dürfen. Zweitens wird deutlich, daß seine Stellung eine untergeordnete war. Er konnte nicht frei entscheiden, sondern mußte seinen Herren um Erlaubnis fragen.

Diese wurde ihm von „Achilleus“ erst nach langer Überlegung erteilt. Er übergab ihm sogar seine Rüstung und half ihm beim Anlegen selbiger. Dazu sagte er folgende Worte: „Du denn hülle die Schultern in meine gepriesene Rüstung, Führ’ auch das streitbare Volk der Myrmidonen zum Kampfe...“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der Quellenlage zu den Dunklen Jahrhunderten und definiert die Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich der Adelsethik und des Gefolgschaftssystems.

II. Homer als Quelle: Das Kapitel reflektiert kritisch die historische Authentizität der homerischen Epen und bewertet deren Nutzbarkeit für die Rekonstruktion der Verhältnisse im Dunklen Zeitalter.

III. Der Adel in den Dunklen Jahrhunderten: Hier werden die Moralvorstellungen, die Bedeutung von Besitz und Abstammung sowie die Machtstrukturen des griechischen Adels umfassend analysiert.

IV. Das „Therapontes“ System: Dieser Abschnitt definiert den Begriff „Therapontes“ als freies Gefolgschaftsverhältnis und setzt es in Bezug zu historischen Pagensystemen.

V. „Achilleus“ und „Patroklos“: Das Kapitel beleuchtet anhand der mythologischen Figuren Achilleus und Patroklos die praktische Umsetzung und Dynamik des „Therapontes“-Systems.

VI. Zusammenfassung: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit in sechs prägnanten Thesen zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Dunkle Jahrhunderte, Griechischer Adel, Homer, Ilias, Odyssee, Therapontes, Aristokratie, Arete, Time, Gefolgschaft, Achilleus, Patroklos, Wettbewerbsethik, Basileus, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sozialen und moralischen Strukturen des griechischen Adels in den sogenannten Dunklen Jahrhunderten auf Basis der Epen Homers.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Adelsgesellschaft, den Tugendvorstellungen (Ehre, Schamkultur) sowie dem speziellen System der Gefolgsleute, den sogenannten Therapontes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beleuchtung des aristokratischen Lebensstils und der funktionalen Aufgaben von Gefährten am Beispiel der literarischen Überlieferung von Achilleus und Patroklos.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenkritische Analyse, die die homerischen Texte vor dem Hintergrund historischer Sozialgeschichtsforschung interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Im Hauptteil werden die Adelsethik, die Bedeutung von Reichtum und Abstammung sowie die spezifischen Aufgaben und rechtlichen Rahmenbedingungen des Therapontes-Systems dargelegt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Dunkle Jahrhunderte, Adel, Therapontes, Aristokratie, Wettbewerbsethik und Sozialgeschichte.

Wie lässt sich die Beziehung zwischen Achilleus und Patroklos einordnen?

Die Beziehung dient als Paradebeispiel für ein Gefolgschaftsverhältnis, das über eine rein dienstliche Ebene hinausgeht und durch ein tiefes Vertrauensverhältnis geprägt ist.

Warum wird der Begriff „Basileus“ in dieser Arbeit gesondert betrachtet?

Der Begriff wird differenziert, da er im homerischen Kontext eher als Standesbegriff innerhalb der Aristokratie fungiert und nicht mit dem modernen, monarchischen Begriff des „Königs“ gleichzusetzen ist.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Aristokratie: Hohe Herren und vornehme Gefolgsleute, Krieg-, Ehr und Tugendvorstellungen, Rolle und Stellung der Therapontes
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Proseminar: Das frühe Griechenland: Die Dunklen Jahrhunderte und die Archaische Zeit
Grade
1
Author
Patrick Schweitzer (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V4339
ISBN (eBook)
9783638126908
Language
German
Tags
Aristokratie Hohe Herren Gefolgsleute Krieg- Tugendvorstellungen Rolle Stellung Therapontes Proseminar Griechenland Dunklen Jahrhunderte Archaische Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Schweitzer (Author), 2002, Aristokratie: Hohe Herren und vornehme Gefolgsleute, Krieg-, Ehr und Tugendvorstellungen, Rolle und Stellung der Therapontes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4339
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint