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Die Orientdarstellung im "Herzog Ernst"

Welche Rolle spielt die Darstellung der Stadt Grippia im "Herzog Ernst" und welche Bedeutung tragen die wundersamen Bewohner dieser Stadt?

Title: Die Orientdarstellung im "Herzog Ernst"

Term Paper , 2018 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lea Roosen (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Nicht viele mittelalterliche Werke haben es geschafft, bis in die Neuzeit bekannt und populär zu bleiben und ein solches Interesse in der Menschheit zu wecken, dass mehrere Überarbeitungen zustande kommen. Die Geschichte des Herzog Ernst ist jedoch ein solches Werk, welches bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist und geschätzt wird. Der Roman liegt in vier deutschen (A, B, D, Kl) Fassungen, sowie drei lateinischen (C, Erf, E) Fassungen und zwei neuhochdeutschen Bearbeitungen (F, G) vor.

Vermutlich ist jedoch die Fassung B die einzig komplett erhaltene Ernst-Dichtung, weshalb sich die Inhalte dieser Arbeit ausschließlich auf diese Fassung beziehen werden. Trotz der zahlreichen Überarbeitungen bleibt der Kern des Romans erhalten und das Nebeneinander von Reichsgeschichte und orientalischer Märchenwelt sprechen den Leser bis heute an.

Informationen zu dem Autor dieses Romans sind nur spärlich vorhanden und ein konkreter Name existiert nicht. Jedoch wird zumindest vermutet, dass es sich wahrscheinlich um einen Geistlichen handelt, welches sich, trotz des eigentlich eher weltlichen Inhaltes, an mehreren Stellen im Text nachweisen lässt. Frühere Forschungen haben ihren Fokus der Betrachtung des Romanes hauptsächlich auf den Reichsteil gelegt, während der, zeilenmäßig überwiegende, Orientteil, lange Zeit außer Acht geblieben ist.

Im Rahmen dieser Arbeit soll die Orientreise jedoch nicht nur als sekundärer Part der Dichtung behandelt werden, sondern in den Fokus treten, wobei der Schwerpunkt auf der Grippia-Episode liegen wird. Noch ist es unklar, „ob die Eigenart des Orientbildes im Herzog Ernst als ein Verdienst des mhd. Dichters anzusehen ist oder ob sie sich noch im Bereich der lateinischen Literatur herausgebildet hat.“ In diesem Zusammenhang wird die Orientdarstellung genauer fokussiert und es werden Antworten darauf gesucht, was Grippia für eine Stadt darstellt und wofür sie steht. Unerlässlich ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, welche Rolle die Wunderwesen in dieser Stadt spielen.

Um sich diesen Leitgedanken jedoch genauer widmen zu können, ist es notwendig zu wissen, weshalb Ernst
überhaupt das Reich verlässt und sich in den Orient begibt. Daher wird die Konzentration im Folgenden auf einer kleinen Übersicht der Handlung liegen, welche unter anderem den Konflikt, zwischen dem Kaiser Otto und Ernst, im Reich, erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlungsgeschehen im Herzog Ernst

3. Der Orient – Ein unbekanntes Gebiet

3.1 Die Darstellung des Orients im Mittelalter

3.2 Die Darstellung Grippias

3.3 Die Rolle der Grippianer

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Stadt Grippia im mittelhochdeutschen Roman „Herzog Ernst“. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Rolle die Orientdarstellung einnimmt und welche Bedeutung den dort lebenden, wundersamen Bewohnern, den sogenannten Kranichmenschen, beigemessen wird.

  • Analyse der mittelalterlichen Orientwahrnehmung
  • Untersuchung der geographischen und kulturellen Inszenierung der Stadt Grippia
  • Charakterisierung der wundersamen „Kranichmenschen“ als Bewohner Grippias
  • Interdependenz zwischen höfischem Ideal und fremder Andersartigkeit

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Rolle der Grippianer

Dem unbekannten Autor wird in unterschiedlichen Quellen vorgeworfen, dass er unkreativ sei, was die künstlerische Gestaltung des Romanes betrifft. „Freilich fehlt es in der Schilderung im H. E. an dem Eindruck der Belebtheit“, denn „[...] wo man das Besondere erwartet, [steht] das Allgemeine.“ Diese These lässt sich insbesondere auf die Bewohner der Stadt Grippia übertragen. Beschrieben werden sie als „Kranichschnäbler“. Auf den ersten Blick wirkt die Beschreibung der Wundermenschen nicht allzu einfallslos, da diese Gestalten immerhin mit einem Kranichkopf und -hals ausgestattet sind, die äußerliche Erscheinung des restlichen Körpers jedoch dem eines Menschen gleich ist. Zudem behandelt der Autor diese Gestalten wie seinesgleichen, bis auf die Ausnahme der Kranichlaute, welche Verständigungsprobleme mit sich führen. Nichts desto trotz weiß der Dichter mit den Kreaturen nicht viel anzufangen. Jedoch spielen diese Wundermenschen eine bestimmte Rolle und diese gilt es herauszufinden.

In dieser Szene erblicken Ernst und seine Gefährte Wetzel die Einwohner der Stadt Grippia zum ersten Mal, welche, bis auf das Detail der Kranich-Kopfes, durchaus einen positiven ersten Eindruck hinterlassen. Nicht nur die Stadt, sondern auch ihre Bewohner sorgen für ein Bild von höfischer Pracht und es wird deutlich, dass sowohl Farben als auch die materielle Pracht eine besonders große Rolle spielen. Der König des Volkes sticht besonders heraus, da dessen Haupt dem eines Schwanes gleicht. Der Vergleich mit dem Schwan impliziert, dass des Königs Haupt die Farbe weiß trägt, welche wiederum für Schönheit und den Adel steht und durchaus ein positives, herrschaftliches Bild des Anführers schafft. Jedoch ist nicht nur der Kopf des Königs besonders ansehnlich, denn auch mit seinen Gewändern zieht er die volle Aufmerksamkeit auf sich. Zudem werden jedoch auch die anderen Männer des Volkes als adlig gekennzeichnet, welches vor allem die am häufigsten erwähnten Farben Gold, Rot (-

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Romans „Herzog Ernst“ ein und definiert den Fokus auf die Orient-Episode sowie die Untersuchung der Stadt Grippia.

2. Handlungsgeschehen im Herzog Ernst: Dieses Kapitel fasst den narrativen Verlauf des Romans zusammen, von der Verbannung Ernsts bis zu seiner Reise in den Orient und der Rückkehr in das Reich.

3. Der Orient – Ein unbekanntes Gebiet: Hier werden die theoretischen Grundlagen der mittelalterlichen Orientrezeption sowie die spezifische literarische Gestaltung der Stadt Grippia und ihrer Bewohner dargelegt.

3.1 Die Darstellung des Orients im Mittelalter: Dieses Kapitel beleuchtet, wie das Mittelalter den Orient als fremden Raum zwischen antiken Vorstellungen und christlicher Kreuzzugsthematik wahrnahm.

3.2 Die Darstellung Grippias: Die Untersuchung konzentriert sich hier auf die literarische Konstruktion der Stadt Grippia als ein von Reichtum und Exotik geprägter, wundersamer Ort.

3.3 Die Rolle der Grippianer: Der Fokus liegt auf der Charakterisierung der Kranichmenschen und der Ambivalenz zwischen ihrem höfischen Auftreten und ihrer fremdartigen, teils bedrohlichen Natur.

4. Fazit: Das Fazit resümiert die Erkenntnisse zur literarischen Orientdarstellung und ordnet die Bedeutung der Wundermenschen im Kontext mittelalterlicher Erzähltraditionen ein.

Schlüsselwörter

Herzog Ernst, Orientdarstellung, Mittelalter, Grippia, Kranichmenschen, Wundermenschen, höfische Pracht, Alterität, Fremdheit, Literaturwissenschaft, mittelalterliche Epik, Symbolik, Identität, höfische Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung der Stadt Grippia und ihrer Bewohner in der mittelhochdeutschen Dichtung „Herzog Ernst“.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Vordergrund?

Die zentralen Themen sind die mittelalterliche Wahrnehmung des Orients, die Konstruktion von Fremdheit sowie das Verhältnis zwischen höfischem Ideal und fantastischen Elementen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Rolle der Orient-Episode zu analysieren und zu klären, warum der Dichter die Bewohner als Kranichmenschen darstellt und welche Bedeutung sie für das Gesamtwerk haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die den Text unter Berücksichtigung historischer und imagologischer Kontexte untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Zusammenfassung der Handlung, die Einordnung des Orientbildes im Mittelalter sowie eine detaillierte Untersuchung der Stadt Grippia und ihrer Bewohner.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Orientdarstellung, Alterität, Kranichmenschen und mittelalterliche Erzählkunst charakterisieren.

Warum wird Grippia als „unbekanntes Gebiet“ bezeichnet?

Der Begriff bezieht sich auf die kreative Freiheit des Autors, der den Orient jenseits geografischer Realität als fantastischen Raum voller Wunder und Möglichkeiten entwirft.

Welche Rolle spielen die Kranichmenschen bei der Interpretation?

Sie fungieren als ambivalente Figuren, die einerseits durch höfische Attribute positiv gezeichnet werden, aber durch ihr tierisches Aussehen und kriegerische Aspekte eine bedrohliche, fremde Komponente in den Roman einbringen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Farbe Rot im Text?

Die Autorin deutet die Farbe Rot als Hinweis auf die Gewalt- und Blutthematik, die sowohl die Herrschaft als auch spätere Konflikte und Grausamkeiten innerhalb der Erzählung vorwegnimmt.

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Details

Title
Die Orientdarstellung im "Herzog Ernst"
Subtitle
Welche Rolle spielt die Darstellung der Stadt Grippia im "Herzog Ernst" und welche Bedeutung tragen die wundersamen Bewohner dieser Stadt?
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
1,7
Author
Lea Roosen (Author)
Publication Year
2018
Pages
14
Catalog Number
V434203
ISBN (eBook)
9783668757820
ISBN (Book)
9783668757837
Language
German
Tags
orientdarstellung herzog ernst welche rolle darstellung stadt grippia bedeutung bewohner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lea Roosen (Author), 2018, Die Orientdarstellung im "Herzog Ernst", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/434203
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